Ging zwar nicht an mich, ich will trotzdem mal auch antworten, wenn ich darf.
Klar Träumen darf jeder, die Wirklichkeit sieht anders aus.
Wer ist der Organisator?
Soweit ich weiß hat Alice Schwarzer den Brief verfasst, und die anderen 27 haben "nur" mit-unterschrieben unterschrieben.
(...)
Direkte Frage, findest du den Brief gut?
Jain.
Den Wunsch nach einem schnellen Ende des Krieges und einem "Kompromiss, mit dem beide Seiten leben können" teile ich durchaus. Ebenso teile ich auch die Sorgen darüber, dass der Krieg sich ausweitet und in größerem Maße eskaliert.
ABER
Die Verfasser sind meiner Meinung nach mindestens sehr naiv, wenn sie annehmen, dass sich derartige Verhandlungen einfach nur damit erreichen ließen, dass keine Waffen mehr für die Ukraine geliefert werden o.ä. Dabei würde nur rauskommen, dass Putin die bedingungslose Kapitulation fordert, seinen Katalog komplett durchsetzt - und das ist KEIN Kompromiss und auch nichts, womit die Ukraine danach länger leben könnte. Damit wäre sowohl die Demokratie der Ukraine zerstört als auch der Wirtschaftsschaden so groß, dass es sehr schwer bis unmöglich wäre, sich davon zu erholen.
Wenn in dem Brief oder in irgendeinem Interview der Verfasser danach noch irgendwie erklärt würde, wie konkret und realistisch durchführbar das vonstatten gehen soll, so dass Putin eben eine derartige Kompromissbereitschaft zeigt, würde ich den Brief tatsächlich gut finden und die Forderungen auch evtl. unterstützen.
Ich sehe aber derzeit immernoch kein derartiges Vorgehen, und die Verfasser aller beiden offener Briefe bisher blieben darüber eine Erklärung, wie sie sich das vorstellen, schuldig. Damit bedeutet der Brief in der Praxis in meinen Augen eigentlich nur: "Überlasst die Ukraine ihrem Schicksal, und nennt die bedingungslose Kapitulation einen Kompromiss, damit wir darüber kein schlechtes Gewissen haben müssen." Und DAS finde ich GAR NICHT GUT.