Hallo
Alice94 schrieb:
Die Lorentz-Transformation der Zeitdilatation für gleichförmig bewegte Systeme lautet im Originaltext Einsteins:
t' = t - vx/c²/√1 - (v²/c²)
Ich glaube, du machst hier
einen Fehler. Wenn man einen Bruch nach Summanden im Zähler auflöst, muss man jeden durch den Nenner teilen. Es müsste also heißen:
t' = t/√1 - (v²/c²) - vx/c²/√1 - (v²/c²)
Dann ist da noch dieses x.
Alice94 schrieb:
Und die kann man ganz konkret anwenden für ein vorwärts fliegendes Raumschiff:
v = 100 000km/s
c = 300 000km/s
t = 1s
x = 300 000km/s
Das x steht für eine Position auf der x-Achse und muss also in Längen-, nicht in Geschwindigkeiteinheiten angegeben werden. Also ich musste mir das auch erst anlesen, aber ich verstehe das so: In dem gescannten Buchausschnitt ist von der Lorentz-Transformation von Ereignissen die Rede, die auf der x-Achse liegen. Das heißt, um Ereignisse, die für mich in meinem Ruhesystem an verschiedenen Orten (x-Werte!) aber zur gleichen Zeit, nämlich bei t=0 stattfinden. In einem relativ zu mir bewegten Inertialsystem ist nicht nur einfach die Zeit gedehnt, was dem Teil der Gleichung vor dem Minuszeichen entspricht, die verschiedenen Ereignisse finden auch nicht mehr gleichzeitig statt. Bewegt man sich auf sie zu, geschehen sie früher und umgekehrt. Das ist der Teil hinter dem Minus.
Nehmen wir das Beispiel vom Anfang. Ich beobachte von der Erde aus zwei Raumschiffe. Das eine fliegt mit halber Lichtgeschwindigkeit auf die Sonne zu, das andere ebenfalls mit 0,5 c von ihr weg.
Bei A (x=0 / t=0) begegnen sich die Schiffe und im selben Moment passiert das Sonnenicht B (x=-3 / t=0). Das Licht trifft dann bei C1 (x=-1 / t=2)auf Raumschiff 1 und bei C2 (x=3 / t=6) auf Schiff Nr. 2. Alles aus meiner Sicht in Ruhe gesehen. Schiff 1 und Licht laufen mit 1,5c aufeinander zu, das andere Schiff erreicht das Licht nur mit 0,5c. Aber die Leute auf den Schiffen sehen in beiden Fällen das Licht genau mit Lichtgeschwindigkeit auf sich zukommen. Diese Konstanz der Lichtgeschwindigkeit in allen Inertialsystemen ist ja Ausgangspunkt der ganzen Sache.
Nehmen wir jetzt die Gleichung von oben:
t' = t/√1 - (v²/c²) - vx/c²/√1 - (v²/c²)
t ist 0, denn das Licht passiert in meinem Inertialsystem B ja gleichzeitig mit der Begegnung der Raumschiffe bei A, also fällt der vordere Teil weg, wird zu Null. Wir bewegen uns nur auf der x-Achse.
Setzen wir v=-0,5c (Raumschiff 1) und x=-3 (x-Koordinate von B). Dann kann man die Wurzel im Nenner ausrechen
t' = - 1,5s / √0,75 = - 1,732s
Vom Raumschiff 1 aus gesehen, das auf das Licht zufliegt, scheint dieses den Punkt B also schon 1,7 Sekunden früher zu passieren, als für mich, als ruhendem Beobachter. Setzt man v=+0,5c für das zweite Raumschiff ein, ändert sich nur das Vorzeichen. Für jemanden auf diesem Schiff läuft das Licht 1,7 Sekunden später an B vorbei, als für mich. Eine Stoppuhr von jemandem, der sich relativ zu mir bewegt, lauft nicht nur langsamer, er drückt auch zu ganz anderen Zeiten drauf als ich und misst somit ganz andere Geschwindigkeiten.
Auf
dieser Seite ist das alles eigentlich sehr gut erklärt.
Gruß
McCoy