Da es sich bei Cornflakes um vegetarische Ernährung handelt,
geht es nicht nur um den Zucker, die pflanzlichen Fette und die angeblich bösen Eier,
es ist ein Teil der Strömungen des sogenannten Vegetar-ismus:
"Der erste Sojaprophet auf amerikanischem Boden war der Arzt John Harvey Kellogg (1852-1943) - der Cornflakes-König, der in Flugschriften, Büchern und vom Rednerpult aus die gesundheitlichen Vorteile des Sojakonsums pries, gegen die Übel des Fleischgenusses wetterte, ein paar notorisch ungenießbare Fleischersatzprodukte herstellte und das Thema Sojabohnen voll und ganz ausschlachtete. Ein Inserat aus dem Jahre 1944 forderte Zeitungsleser sogar auf,
»die Gemüse-Kuh« kennenzulernen."
[1]
"Die Aufgabe, neue Märkte für Soja zu erschließen, stellte eine unwiderstehliche Herausforderung für die Werbebranche dar. Die ersten Sojainserate waren noch relativ primitiv: Ein grinsender Farmer, um den Musiknoten und der Text zu einem Liedchen über »wohlgenährt durch unsere knusprigen Produkte« schwebten - geworben wurde für Kellogg's »Variety Pack«, das unter anderem Mais-Soja-Frühstücksflocken enthielt; der Kopf einer Kuh neben Sojaschoten in einer Zeitschrift der Siebenten-Tags-Adventisten; die kleinformatige Zeichnung eines Puddings, der mit »gekühlter reiner Sojasahne« garniert war, in einer Ausgabe des Blattes Family Circle aus dem Jahr 1947.
In den späten 1990er-Jahren konnte man dann schon Inserate für Sojalebensmittel der nächsten Generation bewundern. Da sah man etwa radfahrende Blumenkinder oder eine ernst dreinschauende Mutter, die laut Begleittext keinesfalls den Ratschlägen ihrer Vorfahren folgen,
sondern ihr Kind lieber mit Sojaspeisen ernähren wollte.
Eine im März 2004 durchgeführte Erhebung über Gesundheitszeitschriften ergab,
dass in Alternative Medicine auf fünfeinhalb Seiten für Sojaprodukte geworben wurde
(auf zwei dieser Seiten wurde Soja als Mittel gegen Wechseljahresbeschwerden angepriesen);
im Yoga Journal waren es immerhin noch fünf Seiten.
Die Inserate, mit denen sich gesundheitsbezogene Publikationen finanziell über Wasser halten, zielen heute nicht mehr auf die Alternativ-, sondern auf die Mainstreamkultur ab: Lächelnde Kinder werben für Sojamilch; auf dem Kopf stehende Models zeigen verzückte Gesichter beim Genuss von Proteinriegeln; und eine Gastgeberin, die bei einer Party schokoladenüberzogene Sojanüsse serviert, wird so zum beliebten Mittelpunkt der Feier.
Man braucht nur eine Ausgabe der Zeitschrift Mens Fitness aufzuschlagen, um sofort auf seitenweise Vierfarbinserate für Schokoriegel und Instantgetränke auf Sojabasis zu stoßen, die dem Macho-Mann garantiert seinen Waschbrettbauch verschaffen werden. Trauriger- und ironischerweise findet sich in den meisten Ausgaben des Blattes auch der übliche Artikel, in dem die gut gebauten Schürzenjäger erfahren, wie sie ihr Sexualleben verbessern können. Würde Mens Fitness seine Leserschaft auf die Tatsache hinweisen, dass Soja den Testosteronspiegel bei Männern senkt, dann wäre das wohl das Ende der Anzeigenerlöse, und die Zeitschrift müsste ihr Erscheinen einstellen.“
[1]
*LOVE*
Daniel Kaayla (2016): Soja – Die ganze Wahrheit. S. 17 und S. 33