Psyche und drüber reden, gut oder schlecht?

Von mir hat er genug Text bekommen dazu, aber mehr, was mich betrifft.
Ich dachte, ich dürfte dabei nur von mir sprechen...genauso so eine bekloppte Regel.
"Ja, aber sprechen Sie nur von sich im Konflikt!"
Ich hätte sehr wohl was zu der Gesamtbilanz sagen können, denn ich war Zeugin.
Nun ist es zu spät.
Inzwischen habe ich den Kontakt offen und erklärt abgebrochen, weil er mir zu sehr schadet, und ich kann das auch nicht mehr tragen, immer die Einzige zu sein, die überhaupt was sagt.
Er war aber nicht ohne Grund mir gegenüber ohne Pause aggressiv, auch als Erwachsene- er weiß denke ich, was ich
zu sagen hätte. Da war immer irgendwie klar.
Ich habe das aber nach langen Kämpfen abgegeben innerlich.
 
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Ich finde ja auch dieses Labeln mit Diagnosen fürchterlich.
'Mein Kind ist depressiv.". " Oh Gott, du Arme". Nach dem Motto " das kam so, es traf es uns so-aus-dem Nichts."
Finde ich überhaupt nicht. Sicher können Eltern mitursächlich für eine depressive Erkrankung ihres Kindes haben - in den meisten Fällen ist dem aber nicht so. Unter Berücksichtigung aller relevanten Faktoren, sind die Eltern eher nicht verantwortlich dafür. Tatsächlich haben sie viel mit Genetik zu tun. Schlimm finde ich es eher, wenn Eltern ein Label erhalten: "Na, du bist ja auch oft zu mild/streng, ernährst xy sicher falsch, kümmerst dich zu wenig / zu viel (...)"
 
Von mir hat er genug Text bekommen dazu, aber mehr, was mich betrifft.
Ich dachte, ich dürfte dabei nur von mir sprechen...genauso so eine bekloppte Regel.
"Ja, aber sprechen Sie nur von sich im Konflikt!"
Ich hätte sehr wohl was zu der Gesamtbilanz sagen können, denn ich war Zeugin.
Nun ist es zu spät.
Inzwischen habe ich den Kontakt offen und erklärt abgebrochen, weil er mir zu sehr schadet, und ich kann das auch nicht mehr tragen, immer die Einzige zu sein, die überhaupt was sagt.
Er war aber nicht ohne Grund mir gegenüber ohne Pause aggressiv, auch als Erwachsene- er weiß denke ich, was ich
zu sagen hätte. Da war immer irgendwie klar.
Ich habe das aber nach langen Kämpfen abgegeben innerlich.
Willst du drüber reden ?
 
Finde ich überhaupt nicht. Sicher können Eltern mitursächlich für eine depressive Erkrankung ihres Kindes haben - in den meisten Fällen ist dem aber nicht so. Unter Berücksichtigung aller relevanten Faktoren, sind die Eltern eher nicht verantwortlich dafür. Tatsächlich haben sie viel mit Genetik zu tun. Schlimm finde ich es eher, wenn Eltern ein Label erhalten: "Na, du bist ja auch oft zu mild/streng, ernährst xy sicher falsch, kümmerst dich zu wenig / zu viel (...)"
Das ist klar, dass du das so siehst.
Ich in vielen Fällen eben nicht.
Ich sehe am Beispiel meines Vaters, was diese neue Offenheit mit sich bringt, und nicht nur da.
Bei einer an sich hoch reflektierten Freundin sehe ich es auch, genau dasselbe.
Nimmt dankbar den Zug der Schein-Offenheit, statt ihren Anteil daran zu übernehmen, nämlich anzugucken,
dass sie die Tochter seit Jahren als Beziehungsersatz missbraucht emotional, um sich ihren Mann vom Leibe zu halten, mit dem sie nicht klarkommt und eine hochproblematische Beziehung hat.
Sie krallt sie ohne Ende und wie sie das subtil verdeckt, dass die Tochter es nicht richtig merken kann, grenzt schon an ein Meisterstück an Manipulation
Aber die Tochter hat ganz ganz überraschend tief depressive Phasen....alles klar.

Ist auch so ein Ding, wo ich nicht weiß, wie ich ihr das sagen soll, ohne die Freundschaft zu crashen. :rolleyes:
 
Bei einer an sich hoch reflektierten Freundin sehe ich es auch, genau dasselbe.
Nimmt dankbar den Zug der Schein-Offenheit, statt ihren Anteil daran zu übernehmen, nämlich anzugucken,
Ich rede da auch nicht von Schuld.
Eltern sein bedeutet in so einem Fall auch, sich sein Zeug anzugucken, per se, um es zu sich zurückzunehmen
und das Kind zu entlasten. Selber Therapie machen z.B.
Trotzdem können Eltern auch Mitgefühl für die Sitation bekommen, natürlich. Das ist schlimm für sie und
vllt wussten sie vieles auch nicht.
Aber dieses Getue, sie könnten sich das so gar nicht erklären und jammer jammer, das finde ich sehr häufig zuwenig.
 
Eltern würden in der Regel überhaupt keinen Therapieplatz für sich bekommen, wenn das Kind Depressionen hat. Hingegen ist es die Regel, dass Eltern von den Behandlern einbezogen werden, um möglichst sicherzustellen, dass das Kind sich erholt. Das erstreckt sich oft sogar (elterliche Einverständnis vorausgesetzt) auf das schulische Umfeld. In Kinderpsychiatrien gibt es meist eine Klinikschule - und oft werden auch Lehrer und Erzieher mit einbezogen, wenngleich ein Mehr an Zeit für solche Gespräche wünschenswert wäre.

Zum Glück hat man dort nicht die Neigung hilflosen Eltern zu erklären, sie hätten sich nicht mit ihren eigenen Anteilen auseinandergesetzt und sollten dies nachholen.
 
Finde ich überhaupt nicht. Sicher können Eltern mitursächlich für eine depressive Erkrankung ihres Kindes haben - in den meisten Fällen ist dem aber nicht so. Unter Berücksichtigung aller relevanten Faktoren, sind die Eltern eher nicht verantwortlich dafür. Tatsächlich haben sie viel mit Genetik zu tun. Schlimm finde ich es eher, wenn Eltern ein Label erhalten: "Na, du bist ja auch oft zu mild/streng, ernährst xy sicher falsch, kümmerst dich zu wenig / zu viel (...)"

Also ich bin mir ganz sicher, dass ich mitverantwortlich für die Angststörungen meiner Tochter bin. Wer denn sonst?
Es gab ja nur uns zwei. Und heute weiß ich, dass ich völlig überfordert war, damals dachte ich, ich schaff das mit Links.
 
Also ich bin mir ganz sicher, dass ich mitverantwortlich für die Angststörungen meiner Tochter bin. Wer denn sonst?
Es gab ja nur uns zwei. Und heute weiß ich, dass ich völlig überfordert war, damals dachte ich, ich schaff das mit Links.
Eben. Es geht nicht um Schuld, es geht nur um Ehrlichkeit mit sich. Die hilft auch dem Kind, und zwar immer.
Ich habe mal einen total rührenden Beitrag gesehen, von ganz lieben, einfachen Leuten, deren Junge einfach viel
schlauer war als die beiden. Der hat eine Depression gekriegt, weil ihm seine Herkunft peinlich war.
Da konnten die Eltern nichts dafür und auch nicht viel tun. Die waren echt süß und taten mir richtig leid.
Aber häufig ist es halt anders und es wird konsequent weggeguckt vom eigenen Anteil, auch wenn alle eigenen Kapazitäten dafür da sind.
 
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Sicher können Eltern mitursächlich für eine depressive Erkrankung ihres Kindes haben - in den meisten Fällen ist dem aber nicht so.
Sehe ich anders.
Beispiel:
Ein Elternteil oder beide haben Depressionen. Das Kind wächst also mit psychisch kranken Eltern auf, muss teilweise für sie sorgen, die Eltern können sich nicht wirklich gut um das Kind kümmern. Neben den genetischen Faktoren wird es auch durch die Krankheit eines oder beider Elternteile geprägt. Und das ist der positive Fall.
Wenn dann noch andere Faktoren hinzukommen, wie Ehestreitigkeiten oder Alkohol kommt das noch hinzu.
Das Kind entwickelt später Depressionen, aber eben nicht allein der. Genetik wegen.
Unter Berücksichtigung aller relevanten Faktoren, sind die Eltern eher nicht verantwortlich dafür.
Jain.... Die Eltern konnten nicht anders handeln. Und doch haben ihre Verhaltensweisen das Kind geprägt.
 
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