Politik-Sexismus-Journalismus

Bist du dir sicher, dass die Journalistin das Ding vor einem Jahr bereits "abgeliefert" hatte und nicht erst "jetzt" damit "rausrückte", denn genau danach klingt es für mich. Deshalb fragte ich nach dem "Auftraggeber". Dass die Reportage vom Stern vor einem Jahr in Auftrag kam, das ist klar, doch es muss nicht sein, dass der Stern sich "bewsst" ein Eigentor schießt, was doch abzusehen war.

Ja, bin sicher. Sie selbst sagte, das vor einem Jahr kein Interesse an Veröffentlichung bestand. Ein Chefredakteur sagte, das sie nach der Situation davon erzählt habe, das aber noch keine Story war.

Das Interessante dabei ist: Das sind zwei Quellen die unterm Strich das Gleiche sagen, aber auf so unterschiedliche Art das es nicht nach Absprache aussieht.
 
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Sie sprach ihn an. Er ist Herr über seine Reaktion und erwiderte. Dann konnte sie kontern. So laufen Gespräche ab, nicht? Es sind Duelle oder Duette auf Augenhöhe.
Worte können natürlich verletzen.
Wenn man sagt, was man natürlich kann, dass es Brüderle erlaubt sein sollte so zu reagieren wie er es tat, dann muss man konsequenterweise aber auch sagen, dass er mit dem aktuellen Resultat auch klarkommen muss... das auch der Artikel dann erlaubt ist.

Ich hingegen würde sagen: Brüderle hat sich wie ein Idiot verhalten. Die Stern-Redaktion ebenfalls. Die ganze Geschichte ist eine Geschichte der Fehler... Sie hat ihn schon auf ne dumme Art angequatscht. Er hat auf eine idiotische Weise reagiert. Sie hat einen Artikel geschrieben der aus journalistischer Hinsicht schlecht ist, schon die Art wie er geschrieben ist. Die Stern-Redaktion heizt das Ding auf ne Art an die den Artikel noch unterbietet. Brüderle schweigt und gießt genau damit Öl ins Feuer. Die Öffentlichkeit diskutiert oberflächlich das Thema, ist aber vor allem daran interessiert wie sich der Krieg zwischen den Akteuren entscheiden wird.... wird er Schaden nehmen, wird sie demontiert?

Die ganze Sache ist m.A.n. ein Lehrstück in Idiotie.


Ich bin gegen eine vorauseilende Rücksichtnahme auf individuelle Befindlichkeiten. Es engt den (rechtlichen) Entfaltungsspielraum ein. Für mich sind Worte frei, aber nicht frei von Verantwortung. Wenn sie dich verletzen, stehe ich dir denselben Schachzug zu. Das ist auf die körperliche Ebene nicht übertragbar.
Kann man so sehen... dann ist aber eben auch fair was jetzt geschieht. Und in diesem Fall sehe ich das sogar so. Laura Himmelreich tut mir etwas leid, weil ich glaube, dass sie ziemlich naiv in etwas hineingestolpert ist das sie nicht richtig überblickt hat und sich vermutlich insturmentalisieren ließ.

Aber meine persönliche Ansicht ist, dass man respektvoll miteinander umgehen sollte. Man kann doch an der aktuellen Situation sehen das es kaum Gewinner gibt wenn überhaupt. Brüderle, Himmelreich, Stern... die verlieren momentan alle. Der Stern macht zweimal ne gute Auflage, aber verliert gerade extrem an Ansehen.

Respektvoller Umgang bringt Gewinner auf allen Seiten. So simpel ist m.A.n. der Unterschied.

Wenn zb Sage sagt, dass sie bezüglich der Herrenwitze keinen Humor aufbringt, dann ist das okay, und ich würde ihr (!) gegenüber damit nicht aufwarten. Das fundamentale an Kommunikation ist nämlich das Aktions-Reaktions-Schema. Daraus entstehen nicht nur die großen gesellschaftlichen Normen (Grabschen = Belästigung, internationale Beziehungen - Diplomaten bringt man nicht um) sondern auch die Regeln über den persönlichen Umgang mit konkreten Individuen.

Wer das Maul hält und auf Rücksicht hofft, hat zumindest in meinen Augen nie die Chance auf Augenhöhe.
Es ist eine Frage der Perspektive. Ich denke, für jede Frau wäre es ideal, nicht auf Rücksicht zu hoffen und ihn auch nicht einzufordern, sondern zu lernen wie man auch mit Situationen umgeht. Das kann ja dann auch wehrhaft sein... Aber für Männer ist es sicherlich ideal, wenn sie lernen, Frauen einfach auf Augenhöhe zu behandeln.

Abgesehen davon ist das eh nicht nur eine Frage zwischen den Geschlechtern. Alleine das Thema Mobbing beweist ja Missstände in Sachen Respekt.

Meines Erachtens hat Brüderle Himmelreich nicht diskriminiert, weil er ihren Busen ansprach. Dazu waren die auf sie bezogenen negativen Folgen zu schwach. Verstehst du die Überlegung? Sie hatte dadurch keine nenneswerten objektiven Nachteile. Und das ist ein sehr sehr wichtiger Punkt.
Ideale sind schön und gut, ich persönlich finde den konkreten Umgang damit lächerlich, er ist Ausdruck schlechter Erziehung. Materielle(faktische) Auswirkungen aber sind unstreitbar vorhanden oder nicht. Darauf sollten wir uns konzentrieren.
Diskriminierung ist ja nichts das man objektiv festmachen kann. Menschen fühlen sich diskriminiert oder nicht. Und manche wollen diskriminieren oder nicht. Ich glaube, das Brüderle sie nicht diskriminieren wollte. Er war betrunken und hat versucht auf eher plumpe Art zu flirten. Aber ich glaube auch, dass er sie etwas in die Schranken weisen wollte... was zumindest teilweise sogar verständlich sein kann, denn die Art wie sie ihn ansprach war ja auch nicht gerade respektvoll. Unterm Strich haben sich da schon die Richtigen getroffen und müssen jetzt mit den Folgen klarkommen.

Es gibt aber m.A.n. Möglichkeiten auf eine Art zu kommunizieren, die Diskriminierung ausschließt.
 
Das Feedback ist seit Erscheinen immer negativer geworden. Stern-Online sah sich genötigt schon mehrere Verteidigungs-Artikel online zu stellen... heute schon wieder. Himmelreich wird in TV-Shows demontiert und das Publikum klatscht, die FDP steht eisenhart hinter Brüderle, der Stern wird massiv kritisiert... das Ding ist nach hinten losgegangen.

Nunja...
unterm Strich nicht für die FDP...oder?

Vielleicht haben die ja in Wahrheit das Ganze eingefädelt?:D
 
Nunja...
unterm Strich nicht für die FDP...oder?

Vielleicht haben die ja in Wahrheit das Ganze eingefädelt?:D

:D Könnte man fast denken.

Für Rösler ist es auf jeden Fall gut, denn die Situation schwächt Brüderle natürlich schon. Aber ich glaube, letztlich macht es für die FDP gar keinen großen Unterschied. Rösler wird in ein paar Wochen wieder auf der Abschussliste stehen, die FDP verliert sich wieder in internen Kämpfen, und dann kriegen sie doch bei der Wahl ihre 8%... alles wie immer. :D
 
Es ist eine Frage der Perspektive. Ich denke, für jede Frau wäre es ideal, nicht auf Rücksicht zu hoffen und ihn auch nicht einzufordern, sondern zu lernen wie man auch mit Situationen umgeht. Das kann ja dann auch wehrhaft sein... Aber für Männer ist es sicherlich ideal, wenn sie lernen, Frauen einfach auf Augenhöhe zu behandeln.

...und wenn´s Dich wehrst...verbal...dann gehen die "Herren" zum Chefe und beschweren sich...und dann ist Frau die, die ne große Fresse hat und zu den armen Kollegenschweinen so böse ist...zumindest am Arbeitsplatz kann ich verlangen, daß sich die Kommunikation auf einer seriösen, dienstlichen Ebene bewegt...und in der freizeit...nun...da gibt es ggf. andere Möglichkeiten, so ein Schwein mundtot zu kriegen...


Sage
 
...und wenn´s Dich wehrst...verbal...dann gehen die "Herren" zum Chefe und beschweren sich...und dann ist Frau die, die ne große Fresse hat und zu den armen Kollegenschweinen so böse ist...zumindest am Arbeitsplatz kann ich verlangen, daß sich die Kommunikation auf einer seriösen, dienstlichen Ebene bewegt...und in der freizeit...nun...da gibt es ggf. andere Möglichkeiten, so ein Schwein mundtot zu kriegen...


Sage
Naja, ich würde mich jetzt nicht ganz so krass ausdrücken,
aber ich habe die Erfahrung gemacht,
daß du als Frau, wenn du dich verbal deutlich wehrst...
entweder in die Schublade "eingebildete Zicke"
oder wahlweise "aggressive Kampfemanze" gesteckt wirst...

mal so am Rande angemerkt...

Luckysun
 
...und wenn´s Dich wehrst...verbal...dann gehen die "Herren" zum Chefe und beschweren sich...und dann ist Frau die, die ne große Fresse hat und zu den armen Kollegenschweinen so böse ist...zumindest am Arbeitsplatz kann ich verlangen, daß sich die Kommunikation auf einer seriösen, dienstlichen Ebene bewegt...und in der freizeit...nun...da gibt es ggf. andere Möglichkeiten, so ein Schwein mundtot zu kriegen...


Sage

da bewegen wir uns im Radius der tatsächlich hart Betroffenen!

Frau Himmelreich geht nicht unter, die strahlende Karriere wird halt gedämpft, so kristallklar ist sie auch nicht inhaltlich gefüllt gewesen.
ich frage mich, wenn es ein auftrag gewesen ist, dann mußte sie vorgabebedingungen für resultatdetails bekommen. in diesem Moment muß man doch kapieren, daß das ganze nicht koscher ist, oder? Also auch Spielraum für Entscheidung: mache ich mit, ja oder nein. Oder war sie in ausweggloser beruflicher Lage und brauchte das Geld?
 
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...und wenn´s Dich wehrst...verbal...dann gehen die "Herren" zum Chefe und beschweren sich...und dann ist Frau die, die ne große Fresse hat und zu den armen Kollegenschweinen so böse ist...zumindest am Arbeitsplatz kann ich verlangen, daß sich die Kommunikation auf einer seriösen, dienstlichen Ebene bewegt...und in der freizeit...nun...da gibt es ggf. andere Möglichkeiten, so ein Schwein mundtot zu kriegen...


Sage

Ja, ich weiß. Ich meine auch nicht unbedingt, dass es ideal sein muss jedes mal zurückzuschlagen. Am Idealsten finde ich, wenn eine Frau so selbstbewusst ist das es sie gar nicht wirklich kratzt wenn sie mal dumm angequatscht wird und je nach Situation eben "in sich" die Wahl hat, ob sie kontert oder sich ihren Teil denkt und es ignoriert.

Ich kenne eine junge Frau die ein gutes Beispiel dafür ist. Ich habe es mal erlebt das ein betrunkener älterer Herr ihr gegenüber ziemlich anzüglich wurde. Das war auf einer Art Fest. Ihre Einstellung war da eher "der arme alte Sack" und sie war absolut souverän... aber nicht derart das sie was tat oder ihm krass Kontra gab. Er tat ihr leid wie sie mir hinterher sagte und wollte ihn gar nicht demütigen, was sie sicher gekonnt hätte. Es hat sie ganz einfach nicht gekratzt.

Aber würde sie von jemandem wirklich bedrängt... würde sie sich wehren und mit Sicherheit, so wie ich sie kenne, sehr präzise.

Und das würde ich als Ideal ansehen. Souveränität, je nach Situation und Person ist die Reaktion dann unterschiedlich.
 

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