vielleicht unterschätzt du sie auch.
Ich schrieb ja nicht davon, ob sie das (sich verteidigen) besonders gut oder nicht gut macht, sondern lediglich dass sie sich für Dinge rechtfertigen muss die sie so nicht selbst geschrieben hat. Und abgesehen von Zuspruch kommt eben auch einiges an negativem Feedback. Sie wird sogar immer mehr zum Thema. Nur mal als Beispiel(e):
Warum hat die Stern-Reporterin gekniffen?
Laura Himmelreich schlug Einladung aus +++ Am Mittwoch erstes Treffen mit Brüderle?
Es ist ein Foto, wie es oft entsteht im Politikbetrieb: Ein Politiker, daneben eine Reporterin. Aber über die beiden Menschen auf diesem Bild diskutieren derzeit Millionen Menschen in Deutschland.
Denn das Foto zeigt FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle (67) und die Stern-Reporterin Laura Himmelreich (29) bei einer Betriebsbesichtigung in Osnabrück. Aufgenommen wurde es Anfang diesen Jahres, am 10. Januar 2013.
Zwei Wochen später beschuldigte Himmelreich den FDP-Politiker im Stern, sich ihr gegenüber sexistisch verhalten zu haben - vor mehr als einem Jahr.
(...)
Laura Himmelreich hätte die Runde passend ergänzen können. Wieso ist die Redakteurin abgetaucht?
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Höchstwahrscheinlich hatte sie mit dieser enormen Resonanz nicht gerechnet. Wie geht es für sie weiter?
(...)
http://www.bild.de/politik/inland/s...aura-himmelreich-gekniffen-28288164.bild.html
Oder hier... eine sehr harte Textanalyse des Artikels von ihr:
Sexismus-Debatte
Prüder in Waffen
27.01.2013 · Angeblich kämpft die Hamburger Illustrierte Stern jetzt gegen den Sexismus. Aber was steht wirklich drin in der Enthüllungsstory mit dem Titel Der Herrenwitz? Eine Textanalyse.
(...)
Was aber das Sein der Journalistin Laura Himmelreich zur Zumutung macht, das erläutert der zweite Satz: Das liegt an Männern wie Rainer Brüderle. Womit dieses seltsam überflüssige und zugleich nach existentiellem Pathos klingende für mich einen ganz handfesten Sinn bekommt. Für die Autorin ist es nicht angenehm, 29 Jahre und eine Frau zu sein, für andere aber schon, und diese anderen sind Männer wie Rainer Brüderle. Und damit kein Missverständnis entsteht, zeigt der Stern direkt neben diesem Satz ein Foto der Autorin, auf welchem sie so nett und brav und harmlos in die Kamera schaut, dass an der Lauterkeit ihrer Erzählung gar kein Zweifel möglich ist.
(...)
So also ist dieser Artikel intoniert; was auf den ersten Blick wie ein holpriger und redundanter Satzbau und übertrieben eitle Bebilderung wirkt, ist in Wirklichkeit dazu da, die Rollen von Anfang an festzulegen. Die junge Frau ist das Opfer, der alte Mann der Bösewicht
(...)
Laura Himmelreich spielt aber mit, und sie ist es auch, die den ersten Zug macht. Brüderle, genau so ist es im Stern zu lesen, steht an der Bar und hat ein Glas Weißwein in der Hand, als die junge Frau ihn anspricht: Ich möchte von ihm wissen, wie er es findet, im fortgeschrittenen Alter zum Hoffnungsträger aufzusteigen.
(...)
Dass der Satz mehr ist, dass er eine Provokation und eine grobe Unhöflichkeit ist, das merkt man, wenn man sich noch einmal die Situation vor Augen führt.
......undsoweiter.......
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/sexismus-debatte-prueder-in-waffen-12040794.html
Über die Reaktionen auf Facebook:
Shitstorm: Brüderles Bloßstellung erregt "Stern"-Leser
"Stern, ab ins Dschungelcamp"; "Gossenjournalismus", "Geschmacklose Schmierengeschichte": Auf der Facebook-Seite des "Stern" tobt seit Mittwochabend die Kritik an einem Artikel über FDP-Spitzenkandidat und "Heute Show"-Liebling Rainer Brüderle.
http://www.wuv.de/medien/shitstorm_bruederles_blossstellung_erregt_stern_leser
Oder was nach Günther Jauch massenhaft verbreitet wurde, von vielen Online-Medien, sind diese Aussagen:
Brüderles Äußerungen kein Einzelfall
"Problem im Umgang mit Frauen"
Die angeblichen anzüglichen Äußerungen von FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle zu einer "Stern"-Mitarbeiterin waren nach Darstellung des Blattes kein Einzelfall. Die Autorin Laura Himmelreich habe den FDP-Politiker ein Jahr lang immer wieder begleitet und dabei die Erfahrung gemacht, dass Brüderle fast bei jeder Begegnung ähnliche Bemerkungen gemacht habe, sagte "Stern"-Chefredakteur Thomas Osterkorn in der ARD. "Sie hat ein Bild eines Mannes gezeichnet, der ein Problem im Umgang mit Frauen hat, mindestens verbal."
(...)
http://www.n-tv.de/politik/Problem-im-Umgang-mit-Frauen-article10021616.html
Das schreibt sie aber nicht in ihrem Artikel. Und Osterkorn hat das jetzt mehrfach so vermittelt...
Das sind jetzt nur wenige Beispiele und dann gibt es ja noch extrem viel persönliches Feedback... Mails usw. Sie hat momentan sicherlich nicht gerade die leichteste Zeit ihres Lebens, denn die Kritik ist ja auch nicht nur ungerechtfertigt. Und sie kommt nicht nur von Journalisten und aus der FDP. Sie kriegt auch Kritik aus SPD und auch aus der CDU.
Mit dem Echo hat sicher keiner gerechnet und daß da dann Unflätigkeiten dabei sind...ist sie ja gewohnt

Ich glaube ja, das sie selbst nicht damit gerechnet hat. Aber die Stern-Redaktion hat das doch sogar forciert. Die sind doch nicht blöder als ich. Ich habe am Tag bevor der Artikel im Stern erschien (Printausgabe) geschrieben:
Denn es ist ja letztlich simpel: Wenn man Vorwürfe erhebt ist es nicht ganz unwichtig, selbst möglichst unangreifbar zu sein. Der zeitliche Aspekt ist bei der Story am angreifbarsten und daher wird das mit Sicherheit passieren. Dann wird die Diskussion sich sehr schnell um die Frage drehen, welches Motiv hinter dem Artikel steht und ob es wirklich darum geht Sexismus von Politikern zu outen oder ob das nur dazu benutzt wird eine Kampagne gegen Brüderle zu fahren.
Wenn die das also nicht haben kommen sehen, nehme ich das als Kompliment das ich es kommen sah und die Profis überrascht wurden.
wie sagte Westerwelle sinngemäß...bei Wahlen gibts kein Pardon und keine Zurückhaltung..... und erst recht nicht bei den Parteien untereinander.
Das Geheule um den Zeitpunkt und der Kampagnenvorwurf ist daher einfach nur bigott. Der Zeitpunkt war goldrichtig.
Natürlich war der nicht zufällig...da sag ich nur *na und*....darin sind viele Politiker Meister.
Alles was ich nach wie vor sage ist: Die Stern-Chefs wussten das, sie haben die Debatte genau so forciert und sie haben die Journalistin benutzt, die jetzt massiv kritisiert wird. Ihr Text wird zerpflückt, Fotos mit Brüderle werden rausgekramt, sie muss sich für Dinge verteidigen die sie nicht schrieb usw. Mittwoch hat sie ein Treffen mit Brüderle, falls sie hingeht. Wird sicherlich kein Spaziergang.
Frag Dich einfach mal, ob Du Deiner besten Freundin raten würdest den Artikel so zu schreiben, wenn Du vorher wüsstest welche Eigendynamik diese Story entfaltet und in welche Richtung die Redaktion den anheizt. Oder frag Dich noch besser: Angenommen Du wärst Chefin des Stern.. würdest Du diese Story so rausbringen und auf die Art anheizen?
Nebenbei....es gibt wohl kaum ein Land, wo die Privatsphäre von Polikern (zumindest meist) so geschützt ist. Da muß schon einer mächtig sich selbst produzieren, damit es aufgegriffen wird.
Die Brüderle-Geschichte war aber nicht privat.
Das ist Deine Ansicht. Es ist auch meine Ansicht. Trotzdem finde ich die Story letztlich journalistisch unsauber. Und vor allem: Es gibt sehr viele die das viel viel kritischer sehen.
es gibt aber Männer (und Frauen), die unabhängig von der Optik vernünftig miteinander kommunizieren können...selbst nach ein paar Glas Wein.
Ja... natürlich. Aber es wird immer auch Männer geben die das nicht können oder wollen. Das was L. Himmelreich beschreibt ist deutscher Alltag und das wird nicht komplett verschwinden. Ich bezweifle sogar das es wirklich weniger wird.
Ich finde es fatal, Situationen wie die mit Brüderle als normal zu verharmlosen oder daß sie es aufgrund von was-auch-immer provoziert hat (siehe diverse Kommentare hier).
Ich will es nicht verharmlosen. Es geht mir viel mehr darum, dass es falsch ist die Debatte auf Brüderle zu fokussieren. Das wird dem Thema absolut nicht gerecht. Denn "normal" ist die Situation insofern als das solche Situationen in Deutschland täglich wahrscheinlich tausende Male ablaufen. Der Stern hat diese Story auf Personen konzentriert und zu diesen Personen gehört eben auch die Journalistin. Ich würde sogar sagen: Der Stern ist da selbst sexistisch. Die benutzen sie. Es wäre anders gegangen.
Und daß das nicht mehr so einfach geht, dazu hat diese ganze Geschichte beigetragen.
Ich erwarte allerdings jetzt keine 'Revolution' und einen kompletten Wandel. Das wäre albern.
Es trägt vielleicht dazu bei Problembewusstsein zu schaffen. Aber m.A.n. läuft diese Debatte falsch und kratzt an der Oberfläche und polarisiert viel zu stark. Das führt dann ja auch zu krassen Gegenbewegungen.
der ist ja auch nen Brüderle....wenn nicht schlimmer und seine Versuche über die Jahrzehnte neben plumper Anmache auch noch geistreich zu sein, indem er ein paar Buchzitate losläßt.... einfach nur peinlich der Typ....bei jedem Auftritt wieder.
Hab gar nicht verstanden warum der da war.