Politik-Sexismus-Journalismus

Der erste Eindruck, den Laura Himmelreich vor einem Jahr von Brüderles Umgang mit Frauen gewonnen hatte,

Es steht da "Umgang mit Frauen" und nicht "Umgang mit Laura Himmelreich".

Du interpretierst sehr frei was hinein, was der Stern-Chefredakteur nirgendwo gesagt hat.

Welcher Eindruck war das denn... dieser "Eindruck mit Frauen" vor einem Jahr?
 
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1. Ich habe Dir belegt, das Osterkorn mehrfach Andeutungen macht die nicht zutreffen und die sie auch nicht behauptet hat, oder?

2. Es gibt jede Menge Artikel die das aufgreifen und über Dinge spekulieren die sie selbst nicht behauptet hat. Es gibt jede Menge Artikel und Feedback wo sie stark kritisiert wird.

3. Sie muss sich für Dinge verteidigen die sie nicht geschrieben hat.

4. Sie muss sich gegen Vorwürfe verteidigen, dass sie sich nachts an einer Bar an Brüderle mit einem Glas Wein "herangewanzt" hat... (sie hatte kein Glas Wein), aber der Rest wird ihr von mehreren vorgeworfen.

5. Sie muss offensichtlich damit leben, dass jetzt schon der erste FDP-Politiker nicht mehr mit ihr sprechen will.

6. Sie wird im politischen Berlin, und das ist ihr Arbeitsplatz, in Zukunft sicherlich nicht leichter haben wenn sie mit Politikern spricht.

7. Es gibt auch viele Journalisten, die die Story unsauber finden (im Spiegel erscheint heute ein Kommentar der genau darauf abzielt).

8. Sie wird überglücklich sein... ;)

ach was...du spekulatiust viel zu dolle.

Sie wird in Erinnerung bleiben als eine, die ne überfällige Debatte ans Laufen gebracht hat (auch wenn weder sie noch der Stern das vorher absehen konnten).

Und das alberne Getue...wir stehen alle hinter dir wie ein Mann Onkel Brüderle...meine Güte, das ist Politikalltag.

Wenn Politiker und andere dadurch etwas zurückhaltender und aufmerksam werden in Zukunft - is doch prima.

Jauch fragte, ob es schon anzüglich ist, nen Kompliment bezüglich des Kleides zu machen...
im Stil von Sunny (danke für den Lederhosenlacher :D)...wie oft sagen Journalistinnen/Politikerinnen usw. *oh, Ihre Krawatte und Ihr Anzug sind aber sehr schön...das steht Ihnen ganz wunderbar* oder *wo haben Sie dieses wunderschöne Toupet her*.

Da würden sich wohl die meisten Männer in einer beruflichen Situation ziemlich verarscht vorkommen.

Übrigens fand ich gut, was die FDP-Frau ansprach....daß jahrelang über die Frisur und das Aussehen von Merkel debattiert bis hergezogen wurde.
Sowas ist bislang bzgl. Frauen in höheren Positionen *normal* gewesen...vielleicht und hoffentlich demnächst nicht mehr.

Und da hat Karasek wie immer beherzt unhöflich dazwischengefaselt...*aber der Kanzler hat sie doch mein Mädchen genannt* - echt ne intellektuelle Kanone der Typ.

:lachen:
 
ach was...du spekulatiust viel zu dolle.

Sie wird in Erinnerung bleiben als eine, die ne überfällige Debatte ans Laufen gebracht hat (auch wenn weder sie noch der Stern das vorher absehen konnten).

Das bestreite ich nicht. Aber dafür wird sie ja auch nicht nur Schulternklopfen ernten. Ist ja jetzt schon so.

Und vor allem, und das ist keine Spekulation: Sie muss sich für Dinge rechtfertigen die sie so nicht meinte und nicht schrieb. Manches ist komplett unterirdisch (irgendwo las ich, sie hätte nen Dirndl angehabt) und manches hat die Stern-Redaktion zu verantworten.



Und das alberne Getue...wir stehen alle hinter dir wie ein Mann Onkel Brüderle...meine Güte, das ist Politikalltag.
Nein.. nicht nur. Denn Brüderle findet ja nicht nur in der FDP Unterstützung. Es geht dabei gar nicht so sehr darum, das andere sein Verhalten an dem betreffenden Abend verteidigen, aber es gibt eben sehr viele die denken, das ihm da übel mitgespielt wurde.

Sieh es mal so, und versuch mal die Perspektive eines Politikers einzunehmen: Laura Himmelreich geht auf Brüderle zu, nachts und an der Bar und stellt ihm eine Frage, die auf sein Alter abzielt... er behandelt sie daraufhin wie nen junges Ding und tritt ihr damit zu nahe, ist dabei auch erkennbar betrunken. Sie bringt darüber aber keinen Artikel bzw. der Stern findet das zu dem Zeitpunkt offenbar keinesfalls skandalös. Sie fährt nun ein Jahr lang mit ihm durch die Gegend und sammelt noch ein paar dumme Sprüche. Und auf einmal wird er FDP-Spitzenkandidat und sie kommt mit dem Artikel bei dem zuerst die Bar-Situation als Aufhänger benutzt wird (Brüderle bedrängt Journalistin) und ansonsten schreibt sie ihn mit Nichtigkeiten runter... die zwar unreif sein mögen aber sicherlich keine Story rechtfertigen.

Diese Art werden viele Politiker sehr kritisch sehen. Und auch Journalisten sehen das zum Teil kritisch.



Wenn Politiker und andere dadurch etwas zurückhaltender und aufmerksam werden in Zukunft - is doch prima.
Kommt drauf an... Denn der Job von Journalistinnen ist ja mit Politikern ins Gespräch zu kommen. Je mehr sie erfahren, desto besser. Übrigens schrieb der Stern selbst auch:

Zur vollen Wahrheit gehört allerdings auch, dass in manchen Redaktionen junge, attraktive Frauen strategisch eingesetzt werden. Dabei geht es nicht nur um einen anderen, weiblichen Blick. Sondern darum, eine größere Nähe zu Politikern herzustellen, eine anders geartete Nähe. Offenherzigkeit gegen tiefes Dekolleté und klimpernde Wimpern. So einfach ist das manchmal wirklich, leider. Und auch das ist Sexismus, nur anders herum. Ein Spiel mit den Trieben.
http://www.stern.de/politik/deutschland/rainer-bruederle-der-spitze-kandidat-1959408.html


Und die Frage ist ja sofort, ob nicht genau diese Strategie bei Brüderle eingesetzt wurde. Laura Himmelreich wurde ja weiterhin mit ihm auf Tour geschickt.


Jauch fragte, ob es schon anzüglich ist, nen Kompliment bezüglich des Kleides zu machen...
im Stil von Sunny (danke für den Lederhosenlacher :D)...wie oft sagen Journalistinnen/Politikerinnen usw. *oh, Ihre Krawatte und Ihr Anzug sind aber sehr schön...das steht Ihnen ganz wunderbar* oder *wo haben Sie dieses wunderschöne Toupet her*.

Da würden sich wohl die meisten Männer in einer beruflichen Situation ziemlich verarscht vorkommen.
Ich glaube, es gibt da einfach den Unterschied zwischen Männern und Frauen den man nicht toll finden muss der aber offensichtlich existiert: Bei Frauen ist die Optik wichtiger. Aber bitte jetzt nicht behaupten, das hätten nur die Männer zu verantworten... denn Frauen scheint ihr Aussehen ja selbst auch meistens wichtiger zu sein. Insofern werden Komplimente oder Anzüglichkeiten gegenüber Männern auch anders formuliert.


Übrigens fand ich gut, was die FDP-Frau ansprach....daß jahrelang über die Frisur und das Aussehen von Merkel debattiert bis hergezogen wurde.
Sowas ist bislang bzgl. Frauen in höheren Positionen *normal* gewesen...vielleicht und hoffentlich demnächst nicht mehr.
Ja... sehe ich nicht anders. Aber ich glaube, es gibt fast mehr Artikel von Frauen die das Aussehen anderer Frauen thematisieren als Männer. Es gab mal Artikel das Merkel zweimal dasselbe Kleid anhatte... ich glaube, sowas würde Männern gar nicht auffallen. :D


Und da hat Karasek wie immer beherzt unhöflich dazwischengefaselt...*aber der Kanzler hat sie doch mein Mädchen genannt* - echt ne intellektuelle Kanone der Typ.

:lachen:
Karasek war der schwächste wie ich fand.
 
Ich las gerade einen interessanten Artikel:

FDP-Spitzenkandidat: "Stern"-Reporterin wirft Brüderle Aufdringlichkeit vor


Rainer Brüderle soll die FDP als Spitzenmann in den Bundestagswahlkampf führen, der Pfälzer gilt als jovial und leutselig. Jetzt hält eine "Stern"-Reporterin dem Fraktionschef der Liberalen vor, sie mit unangemessenen Bemerkungen bedrängt zu haben.

*************


Interessant ist er natürlich erstens wegen der Vorwürfe und weil man daran schon auch erkennen kann, wie Brüderle so tickt - falls die Schilderungen stimmen. Ein paar Auszüge:

Aber interessant ist auch der Zeitpunkt. Die von der Journalistin geschilderte Situation liegt ziemlich genau ein Jahr zurück, vorgestern wurde Brüderle zum FDP-Spitzenkandidaten der FDP ernannt. Insofern ist das Timing des Artikels m.A.n. schon ein bisschen seltsam. Man könnte fast den Eindruck bekommen, der Artikel lag ein Jahr in der Schublade und sollte genau dann herausgeholt werden wenn Brüderle FDP-Chef oder/und Spitzenkandidat wird (was absehbar oder zumindest wahrscheinlich war).

Meine persönliche Ansicht ist:
Ich gönne ihm den Tiefschlag, weil ich ihn nicht leiden kann, aber so wirklich sauberer Journalismus ist das m.A.n. nicht (womit ich nur das Timing meine, nicht das Veröffentlichen solcher Vorwürfe an sich).



Möglicherweise waren alle Beteiligte mitternachts an der Bar abhängend, derart übermüdet und angetrunken,
dass die Journalisten über ein Jahr zur Ernüchterung brauchte, um sich zu "erinnern". :banane:

Außerdem war Brüderle auch nicht allein mit ihr,
seine Sprecherin war dabei, wäre es also so sexistisch gewesen, wäre sie dazwischen gegangen.

Aber wie gesagt, wer über ein Jahr braucht, um erstmal zu ernüchtern, und dann solche Bombe kurz vor der Wahl losschickt, erscheint unglaubwürdig und arglistig,
versucht möglicherweise nur eine Volksmanipulation und schiebt Sexismus vor. Pfui.

Schade, denn der Sexismus an sich ist ein ernstes Thema, und sollte in solchem Kontext nicht mißbraucht werden. Reiner Unterhaltungsswert und nur grotesk! :wut1:
 
Zuletzt bearbeitet:
Möglicherweise waren alle Beteiligte mitternachts an der Bar abhängend, derart übermüdet und angetrunken,
dass die Journalisten über ein Jahr zur Ernüchterung brauchte, um sich zu "erinnern". :banane:

Außerdem war Brüderle auch nicht allein mit ihr,
seine Sprecherin war dabei, wäre es also so sexistisch gewesen, wäre sie dazwischen gegangen.


Aber wie gesagt, wer über ein Jahr braucht, um erstmal zu ernüchtern, und dann solche Bombe kurz vor der Wahl losschickt, erscheint unglaubwürdig und arglistig,
versucht möglicherweise nur eine Volksmanipulation und schiebt Sexismus vor. Pfui.

Schade, denn der Sexismus an sich ist ein ernstes Thema, und sollte in solchem Kontext nicht mißbraucht werden. Reiner Unterhaltungsswert und nur grotesk! :wut1:

Seine Sprecherin ist dazwischengegangen... er ist ihr zu nahe gekommen ("Dann steuert er mit seinem Gesicht sehr nahe auf mein Gesicht zu"), L. Himmelreich ist zurückgewichen, die Sprecherin hat ihn zurückgepfiffen ("Zeit fürs Bett") und sich bei Himmelreich entschuldigt ("Es tut mir leid").
 
Nur weil er ihr zur nahe ans Gesicht kam,
macht sie den Aufschrei "Sexismus" ???

Waren beide also doch so betrunken, dass der Brüderle schwankte,
und seine Sprecherin ihn auffing "Zeit fürs Bett".

Ist eigentlich der Spruch seiner Sprecherin nicht dann auch sexistisch
gegenüber Brüderle? Sie spricht klar "vom Bett".

Nee, das alles ist nur hochgekocht, vor allem weil es schon so lange her ist,
und die gerade kurz vor der Wahl damit ankommt.

Da sind keine Fraueninteressen dahinter, sondern nur Meinungsmacherei zur Politik.

Eine Schande, dass das Wort Sexismus hierbei benutzt wird von dieser Reporterin. :tomate:
 
Unterm Strich hat Brüderle genau das selbst verbockt. Die Journalistin, wenn man denn der Geschichte glauben kann (was man kann), wollte mit ihm über politische Inhalte sprechen. Er wollte lieber über ihre körperlichen Vorzüge reden.

Wenn ich abends beim Biertrinken bin, möchte ich ganz bestimmt nicht über meine Arbeit reden. Wär ja noch schöner.

Bei Promis mag das etwas anders aussehen - aber zumindest von einigen Künstlern weiss ich, dass sie es störend finden, alleweil nur auf ihre Arbeit reduziert zu werden.
Und Journalisten sind in der Hinsicht ausgesprochen penetrant und aufdringlich - die leben ja davon.

Das ein Jahr später hervorzukramen finde ich auch nicht ganz sauber, aber das es auf den Tisch kommt ist besser als das Gegenteil.

Ich sehe überhaupt nichts, was da 'auf den Tisch kommen' bräuchte - ich sehe nur die Primitivität des Volks, das sich dran aufgeilt.

Vorher meintest Du, das sei neuerdings die Stimme der Vernunft. Oder hab ich ein dickes Ironieschild übersehen?

Ich schrieb: die einzig verbliebene. Der Rest scheint sich ja einig zu sein, dass da etwas ganz wichtiges sei, was unbedingt thematisiert werden müsse. Ich sehe freilich nicht, was.

Was mich an dem Bildzeitungs-Kommentar gefreut hat, ist, dass zB das mit den Aufzügen mal erwähnst wurde. Du weisst ja, wenn du heute zB in einer Firma als einzelner Mann mit dem Aufzug fährst, und eine Frau steigt zu, dann musst Du den Aufzug sofort verlassen, anderenfalls ist es sexuelle Belästigung. Und das kostet richtig viel Geld, denn damit werden die Frauenhäuser finanziert.

Jep... ob gewollt oder nicht ist sicherlich schwer zu sagen, aber Realität ist erst mal Realität. Ich glaube nach wie vor, es geht zuallererst ums erkennen, dann ums anerkennen und vielleicht verändern sich die Dinge dann fast wie von selbst in die eher gewünschte Richtung.

Ich sehe kaum etwas, was da in eine wünschenswerte Richtung ginge. Es wird -trotz gegenteiliger Beteuerungen- nur immer schlimmer und bösartiger.
 
Wenn ich abends beim Biertrinken bin, möchte ich ganz bestimmt nicht über meine Arbeit reden. Wär ja noch schöner.

Bei Promis mag das etwas anders aussehen - aber zumindest von einigen Künstlern weiss ich, dass sie es störend finden, alleweil nur auf ihre Arbeit reduziert zu werden.
Und Journalisten sind in der Hinsicht ausgesprochen penetrant und aufdringlich - die leben ja davon.
Na ja.. verbockt hat er es trotzdem. Hätte ja auch anders reagieren können.


Ich sehe überhaupt nichts, was da 'auf den Tisch kommen' bräuchte - ich sehe nur die Primitivität des Volks, das sich dran aufgeilt.
Brüderle ist nur der Aufhänger. Die "Explosion" des Themas zeigt aber sehr deutlich das es eben eines ist und es ist logischerweise emotional. Es gibt wahrscheinlich kaum eine Frau die nicht mehrmals pro Monat irgendwo von irgendwem blöd angequatscht wird. Und je nach Situation kann das ja auch wirklich ein Problem sein. Wie soll eine Sekretärin auf dumme Anmachversuche des Chefs reagieren... etc. Sobald es da um Machtverhältnisse und Hierarchien geht wirds bitter.



Ich schrieb: die einzig verbliebene. Der Rest scheint sich ja einig zu sein, dass da etwas ganz wichtiges sei, was unbedingt thematisiert werden müsse. Ich sehe freilich nicht, was.
Siehe oben... das Thema ist definitiv ein Thema.


Was mich an dem Bildzeitungs-Kommentar gefreut hat, ist, dass zB das mit den Aufzügen mal erwähnst wurde. Du weisst ja, wenn du heute zB in einer Firma als einzelner Mann mit dem Aufzug fährst, und eine Frau steigt zu, dann musst Du den Aufzug sofort verlassen, anderenfalls ist es sexuelle Belästigung. Und das kostet richtig viel Geld, denn damit werden die Frauenhäuser finanziert.
Ach... red keinen Scheiß. Ich war schon oft mit Frauen alleine in nem Aufzug. Ich hab keine angefallen und keine hat behauptet ich hätte sie auch nur blöd angeguckt. Eher wird man vom Blitz erschlagen.


Ich sehe kaum etwas, was da in eine wünschenswerte Richtung ginge. Es wird -trotz gegenteiliger Beteuerungen- nur immer schlimmer und bösartiger.
Vielleicht willst Du aber auch nur noch mehr von dem überzeugt werden wovon Du sowieso schon überzeugt bist, anstatt mal darüber nachzudenken ob es Sinn machen könnte Deine Überzeugungen zu hinterfragen. Hab das Gefühl Du siehst Geister (siehe Deine Frau-im-Aufzug-Panik).
 
Und da hat Karasek wie immer beherzt unhöflich dazwischengefaselt...*aber der Kanzler hat sie doch mein Mädchen genannt* - echt ne intellektuelle Kanone der Typ.

:lachen:

natürlich. kein Mainstream. Er denkt noch selbstständig, wird immer seltener, die meisten lassen denken.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
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Alice Schwarzer war im Vergleich zu sich selbst bei anderen Disskussionen sehr milde, sanft grade zu. da weiß nicht ganz genau warum. sie wirkte auf mich sehr krank (organisch).
 

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