Politik-Sexismus-Journalismus

Brüderle ist nur der Aufhänger. Die "Explosion" des Themas zeigt aber sehr deutlich das es eben eines ist und es ist logischerweise emotional. Es gibt wahrscheinlich kaum eine Frau die nicht mehrmals pro Monat irgendwo von irgendwem blöd angequatscht wird. Und je nach Situation kann das ja auch wirklich ein Problem sein. Wie soll eine Sekretärin auf dumme Anmachversuche des Chefs reagieren... etc. Sobald es da um Machtverhältnisse und Hierarchien geht wirds bitter.

Und genau das ist m.E. das Thema!

Wibke Bruhns meinte gestern lakonisch, sie verstehe die Aufregung nicht so ganz, Brüderle machte nur, was Männer eben so machen und das werde sich auch nie ändern ....er sabberte...:sabber:

Sie muss es wissen, sie war Jahrzehnte als politische Journalistin tätig. :D

Dazu fällt mir nur mehr ein Buchtitel ein:
"Auf die Bäume, ihr Affen"

:rolleyes:
 
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Sie hat eigentlich bis zum Ende der Sendung hartnäckig geleugnet, daß es überhaupt ein Sexismus-Problem gibt.:rolleyes:
 
Der Spiegel titelt heute über die Jauch Runde:

"Die Untoten der Geschlechterdebatte"

Ist es nicht erschütternd, wie untot in dieser Republik Geschlechterkategorien sind, die man historisch den Fünfzigern oder Sechzigern zugeordnet hätte? Wollte Hellmuth Karasek bei Jauch tatsächlich sagen, die Frage 'Ziehst du dich vielleicht zu aufreizend an?' wäre eine lohnenswerte Denkaufgabe für Frauen, die es mit übergriffigen Typen zu tun haben? Hat Wibke Bruhns tatsächlich erklärt, Männer und Frauen seien nun mal verschiedene Spezies, wie im Tierreich, und wenn man das ändern wolle "dann machen Sie aus 'nem Stier 'nen Ochsen".

Karasek und Bruhns steckt offensichtlich die präfeministische Bundesrepublik, in der man das Tragen eines Minirocks noch als Aufforderung zum Grabschen interpretieren durfte, sehr tief in den betagten Knochen. Man möchte gar nicht wissen, wie viele ranzige Herrenwitze Wibke Bruhns hat weglachen müssen während ihres Aufstiegs zur ersten Nachrichtensprecherin der Republik und politischen Korrespondentin. Bei Jauch gab sie die eiserne Lady.

http://www.spiegel.de/kultur/tv/guenther-jauch-sendung-zum-fall-bruederle-und-sexismus-a-879975.html

Am besten hat mir die Alice Schwarzer gefallen. Interessant war die These, daß Sexismus zunehmend als Waffe bei Verteilungskämpfen um Führungspositionen eingesetzt wird.

"Jede Frau in einer verantwortlichen Position ist ein Mann weniger", so Schwarzer.

Interessanter Ansatz.
 
@lieber tommy,


ich habe die sendung vom jauch auch verfolgt und es war eine selten gute sendung. diesmal gefiel mir auch alice schwarzer recht gut. sie argumenteirt so ruhig und gelassen, was sie sonst nicht tut. diese debatte ist überfällig.

und der karasek? er ist halt ein "alter knochen", ihn kann man nicht mehr "überzeugen"...




shimon
 
Und genau das ist m.E. das Thema!

Wibke Bruhns meinte gestern lakonisch, sie verstehe die Aufregung nicht so ganz, Brüderle machte nur, was Männer eben so machen und das werde sich auch nie ändern ....er sabberte...:sabber:

Sie muss es wissen, sie war Jahrzehnte als politische Journalistin tätig. :D
Sie wird ihre Erfahrungen gemacht haben. Und ich glaube ehrlich gesagt, dass sie Recht hat. Es gab immer schon Männer die Frauen respektvoll behandelt haben und es gab immer schon Männer die das nicht taten und dann gibts doch alles dazwischen. Und ich glaube, sie hat insofern Recht, als dass sich das letztlich nicht ändern wird. Sexismus ist ja wirklich nur eine "Möglichkeit" um andere herabzusetzen... Männer setzen sich auch untereinander herab und Frauen auch. Die Gründe dafür sind ja letztlich menschliche (eigene) Schwächen... und die kriegt man ja nicht weg. Will damit nicht sagen, dass es keine Verbesserung geben kann und die Debatte überflüssig ist, aber ein Ideal, wie es z.B. Koch-Mehrin formuliert (wo sie über ihre Töchter spricht) ist utopisch.
 
Wibke Bruhns hat ihre Erfahrung, ich als Frau, die auch mit der Macht zu tun hatte, meine. Als Polin hab natürlich eine Menge zu hören bekommen, zwischen phrasenhaften à la :schöne Polin:, über Arien mit Polenthemen bis zweideutigen Sprüchen, allerdings immer in eleganter Hülle, auf akademischem Parkett. Das waren aber nur Ausnahmen, im Verhältnis zur Anzahl anderer, positiven Erfahrungen. Es liegt, es lag an mir, wie ich mich in diesen Situationen verhalte. Abhängigkeitsverhältnis bestand, war zwar freiberuflich unterwegs, doch Aufträge konnten an eine Kollegin/Kollegen vergeben worden. Hab jedenfalls keinen quasi kollegialen Hüpfer in meiner Karriere zustande gebracht.

Schlimm hab einen gewitzten Histologieassistenten empfunden: großer Raum, mit mindestens zwei Hundert Studenten, Histologisches Praktikum, eigene Spucke unter Mikroskop. Der besagte Assistent unterjubelte einer sensiblen Kollegin Sperma drunter. Und dann kommentierte den Präparat in bewährter Manier. Der Saal brüllte.
 
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Sie wird ihre Erfahrungen gemacht haben. Und ich glaube ehrlich gesagt, dass sie Recht hat. Es gab immer schon Männer die Frauen respektvoll behandelt haben und es gab immer schon Männer die das nicht taten und dann gibts doch alles dazwischen. Und ich glaube, sie hat insofern Recht, als dass sich das letztlich nicht ändern wird. Sexismus ist ja wirklich nur eine "Möglichkeit" um andere herabzusetzen... Männer setzen sich auch untereinander herab und Frauen auch. Die Gründe dafür sind ja letztlich menschliche (eigene) Schwächen... und die kriegt man ja nicht weg. Will damit nicht sagen, dass es keine Verbesserung geben kann und die Debatte überflüssig ist, aber ein Ideal, wie es z.B. Koch-Mehrin formuliert (wo sie über ihre Töchter spricht) ist utopisch.

Herzlichen Glückwunsch, damit gehörst du auch zu den Untoten. :D

Solange solche Meinungen noch verbreitet sind, daß es "nun mal so ist", "Männer sind eben so, da war immer so und wird auch immer so sein", so lange ist die feministische Bewegung auch bitter nötig und weit davon entfernt, überholt oder überflüssig zu sein.
 
So wie ich Brüderle einschätze, witzelt der ganz gerne.
Ich kenne wirklich viele Menschen, die keinerlei Humor haben, und solche Anspielungen Ernst nehmen. Das ist eine Sache der Erziehung.

Ein Problem ergibt sich eigentlich nur, wenn die Humorlosen zufällig ein Sprachrohr bekommen.
 
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Sie wird ihre Erfahrungen gemacht haben. Und ich glaube ehrlich gesagt, dass sie Recht hat. Es gab immer schon Männer die Frauen respektvoll behandelt haben und es gab immer schon Männer die das nicht taten und dann gibts doch alles dazwischen. Und ich glaube, sie hat insofern Recht, als dass sich das letztlich nicht ändern wird.

Ziemlich ernüchterndes Fazit :rolleyes:

Will man den Mann nicht zum Ochsen machen (lt. Fr. Bruhns), wirds also weiterhin von seinem Testosteronspiegel abhängen, wie er Frau behandelt?!

Polemisch ausgedrückt, ich weiß, aber darauf läufts dann wohl hinaus, oder?
:rolleyes::D
 

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