Hallo sunlight777
sunlight777 schrieb:
nein, natürlich nicht.
aber das millionen dort hinwandern spricht doch für sich!
Ja, das tut es. Was bitte folgerst du aus dieser Tatsache?
(Millionen haben auch noch ganz anderen Menschen zugejubelt und sich um deren Gräber versammelt...)
sunlight777 schrieb:
lustig, denn er wird als papst der menschen bezeichnet und verhielt sich auch immer sehr menschlich (sein leiden oder die jugendtage).
"als papst der menschen bezeichnet" - von wem bitte? von den medien? von dir? von ihm selbst?
sunlight777 schrieb:
nur du und ein paar andere machen ihn hier zum "jesus" oder "heiligen" um ihn dan degradieren zu können.
das ist lustig - die zig specials waren klar auf die quasi-heiligsprechung angelegt. es war kaum noch zum aushalten.
und viele versuchten ihn zu seinem Tod nochmal so richtig für ihre politischen zwecke zu instrumentalisieren, noch mehr als zu lebzeiten...
sunlight777 schrieb:
und noch eine frage ich lese dauernd das er so viel böses tat!
sei so lieb und bring mir ein paar beispiele was er so böses machte - danke
bitte verdrehe meine worte nicht! ich sprach davon, dass er
etliches böses bewirkte - wieviel liegt im auge des betrachters.
da ich kein katholik bin, also viele Vorgänge innerhalb der katholischen Kirche daher nicht selbst wahrnehmen kann sondern nur über medien und Dritte mitbekomme, lasse ich innerkirchliche kritiker zu Wort kommen:
Stellungnahme der internationalen bewegung "wir sind Kirche":
Die Tragik dieses Papstes liegt in der großen Diskrepanz zwischen seinem Einsatz für Reform und Dialog in der Welt und dem unter seiner Verantwortung vollzogenen innerkirchlichen Rückfall in autoritäre Strukturen.
Obwohl selber Konzilsteilnehmer, hat Johannes Paul II. viele Fenster und Türen in der Kirche zugeschlagen, die im Zweiten Vatikanischen Konzil so vielversprechend geöffnet worden waren. Mangelnde innerkirchliche Dialogbereitschaft und die Unterdrückung der am Konzil orientierten Theologien, wie z.B. der Befreiungstheologie, haben zu einem Klima lähmender Angst und geistiger Erstarrung in der römisch-katholischen Kirche geführt.
Der internationalen Reformbewegung Wir sind Kirche, den Frauen und vielen Reformtheologinnen und -theologen hat er jedes Gespräch verweigert. Weitere Punkte der Bilanz der internationalen Bewegung Wir sind Kirche sind:
- Sein klares Eintreten gegen völkerrechtswidrigen Krieg und für die Einhaltung der Menschenrechte stand im Gegensatz zur Missachtung von Menschenrechten in der Kirche, etwa in den Verfahren vor der Glaubenskongregation.
- Der weit überzogene Zentralismus mit einer Flut kirchenrechtlicher Vorschriften und Lehrschreiben vor allem in der zweiten Hälfte seines Pontifikats erinnert sei nur an die Laien-Instruktion und die Liturgie-Instruktion haben die römisch-katholische Kirche immer weniger katholisch (also umfassend), dafür aber immer Rom-fixierter gemacht.
- Sein Eintreten für die weltliche Gleichberechtigung der Frau war unglaubwürdig angesichts des Beharrens auf dem Verbot der Frauenordination, was eine schwere Hypothek für seinen Nachfolger darstellt.
- Sein Beharren auf dem Pflichtzölibat hat die pastorale Arbeit der Kirche gefährdet, insbesondere zahllose Gemeinden ihres Rechtes auf regelmäßige Eucharistiefeier beraubt, und viele Menschen in einen für sie unlösbaren Konflikt zwischen Berufung und aufrichtiger Lebensführung geführt.
- Sein Einsatz für weltweite soziale Gerechtigkeit war wenig überzeugend angesichts des strengen Kondom-Verbots, das zumindest mitverantwortlich ist für größtes Elend durch die Bevölkerungsexplosion und die Ausbreitung des HI-Virus in den armen Ländern.
- Der Vergleich der Zulassung des Schwangerschaftsabbruchs unter bestimmten Bedingungen mit dem Holocaust zeugte von einer gravierenden Unwissenheit über das tatsächliche Problem der Abtreibung. Seine Starrheit in der langjährigen Auseinandersetzung um die Schwangerschaftskonfliktberatung in Deutschland hat die Kirche vor eine schwere Zerreißprobe gestellt und ihr einen lange nachwirkenden Schaden zugefügt.
- Das starre Festhalten an der Verurteilung homosexueller Partnerschaften förderte die Diskriminierung der betroffenen Menschen in kirchlichen Gemeinden und in der Gesellschaft.
- Das viel zu späte Einschreiten bei den weltweiten Pädophilie-Skandalen hat die Kirche viel Vertrauen gekostet und ihr auch finanziell unermesslichen Schaden zugefügt.
- In der Ökumene und im interreligiösen Dialog hat er viel beachtete, längst überfällige Schritte unternommen, denen dann jedoch das anti-ökumenische Lehrschreiben Dominus Jesus und zum Ökumenischen Kirchentag das strikte Nein zur Abendmahlsgemeinschaft folgten.
- Das von ihm gesprochene Mea Culpa war ein erster mutiger Schritt zur Aufarbeitung der dunklen Seiten der Kirchengeschichte, doch hat Johannes Paul II. die historischen Verfehlungen der Kirche und seiner Vorgänger nicht eindeutig beim Namen genannt.
Quelle:
http://www.wir-sind-kirche.de/wsk/presse/p2005/i_pre_0510.htm
Hinzu kommt sein Eintreten z.B., gegen einen gerichtsprozess gegen den massenmörder Pinochet:
Mütter der Plaza de Mayo über den Bürger Johannes Paul entsetzt
(Buenos Aires, 24. Februar 1999, pulsar-Poonal).- Die Mütter der Plaza de
Mayo übergaben dem päpstlichen Nuntius in Buenos Aires einen
geharnischten und verbitterten Brief an Papst Johannes Paul II. Darin
zeigen sie sich entsetzt über die Bitte des Vatikans, Chiles Ex-Diktator
Augusto Pinochet nicht vor Gericht zu stellen. Der Brief vom 23. Februar im
Wortlaut:
Herr Johannes Paul II:
Wir haben mehrere Tage gebraucht, um die Fürsprache zu verdauen, die sie
Sie Herr Johannes Paull II für den Völkermörder Pinochet vorbrachten.
Wir wenden uns an Sie als einen gewöhnlichen Bürger weil es uns abnorm
erscheint, daß sie von ihrem Papstsitz im Vatikan aus sich dazu bewegen
lassen, im Namen Jesuchristi Milde für den Mörder zu bitten, ohne am
eigenen Leib die Verstümmelungen und die Gewaltätigkeit gekannt oder
erlebt zu haben. Jesus wurde gekreuzigt und sein Leib von den Verrätern
geschändet, die wie Sie heute Mörder verteidigen.
Herr Johannes Paul, keine Mutter der Dritten Welt, die ein Kind gebar, das
sie liebte, stillte und mit Liebe aufzog und das danach durch die Diktatur
von Pinochet, Videla, Banzer, Strössner verstümmelt wurde, wird
resigniert ihre Bitte um Milde hinnehmen.
Wir haben dreimal mit Ihnen sprechen können, aber sie haben das Massaker
nicht verhindert und genausowenig ihre Stimme für unsere tausende Kinder
in jenen Jahren des Horrors erhoben.
Jetzt bleiben uns keine Zweifel mehr, auf welcher Seite sie stehen. Aber Sie
sollen wissen, daß Ihre Macht, so immens sie auch sein mag, nicht bis
Gott, bis Jesus kommen wird.
Unsere Kinder, viele von ihnen, inspirierten sich in Jesuchristi, in der
Hingabe für das Volk. Wir, die Vereinigung der Mütter der Plaza de
Mayo, bitten, bitten Gott in einem großen Gebet und im Namen von
Millionen Menschen die sterben und weiterhin sterben in der Welt in den
Händen der Völkermörder, die Sie verteidigen und stützen, daß er
Ihnen Herr Johannes Paul II. nicht vergibt, daß sie die Kirche des
leidenden Volkes herabsetzen.
WIR SAGEN, HERR VERGIB JOHANNES PAUL II. NICHT.
Quelle:
http://www.npla.de/poonal/p375.htm
Und eine detaillierte ungeschönte Bestandsaufnahme der katholischen Kirche nach über 26 Jahren Regentschaft von Joh. Paul II findet sich z.B. hier:
http://www.wir-sind-kirche.de/wsk/doku/d_reformen/pdf/200503-bilanz-zum-pontifikat-kueng-spiegel.pdf
liebe Grüße, Stephan