Moral predigen oder begründen?

  • Ersteller Ersteller Solis
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Etwa wie man eine Firma bei der Stadtverwaltung (be-)gründet, so (be-)gründet man in sich in Form eines inneren Prozesses nur am jenen Quell, der kein äußerer, sondern ein innerlich-geistiger ist, Moral.
Genauso gut könnte man argumentieren, das für dich der Grund jeder Moral dein Vorhandensein ist.
Denn ohne dein Vorhandenheit gibt es keine Moral für dich.
Dieser Grund ist genauso gut, wie jeder andere auch. Er ist weder erfunden, noch falsch, noch ausgedacht.

Deswegen kannst du mir auch keinen Grund nennen, vor dem es nicht noch einen besseren, tatsächlichen Grund gibt. :)
 
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Heutzutage muss niemand seine Moral begründen, es sei denn, jemand lebt derart unmoralisch,
dass sich diese Person vor einem staatlichen Richter verantworten muss.

Alles andere bleibt in der eigenen Freiheit des Denkens.
 
Arthur Schopenauer soll den Satz geprägt haben, Moral predigen sei leicht, doch Moral begründen schwer.
Schopenhauer?
War der nicht Atheist?
Das klingt, als ob es zweifelhaft wäre, dass der Atheismus über Moral in Verbindung mit kirchlichem Predigen berechtigt eine Aussage machen könne.
Nur weil jene "Leute" solcher Ansicht sind, kann doch selbst ein Atheist in der Bibel etwas finden, womit er eine Grundlage hätte, Moral zu begründen.
Schopenhauer war auch nur ein Kind seiner Zeit, in der die Religion noch allgegenwärtig war. Heute hätte er vielleicht "moralisieren" statt "Moral predigen" gesagt.

Die frage ist nun, wer bestimmt was recht und was unrecht ist?
Der Spruch den Moral apostel sich groß auf die Fahne schrieben war sicher :
"Was du nicht willst, was man dir tut, das füge auch keinen anderen zu!"
Dieser Satz, hat etwas sehr empathisches an sich, zeigt deutlich das der Mensch ein Gewissen besitzt und da sind sich auch fast immer alle einig...
Soweit ich weiss hat Konfuzius diese goldene Regel geprägt, wird jedoch oft für eine Aussage Jesu gehalten, da etwas ähnliches in der Bibel steht. Da möchte ich ansetzen, denn Jesus ging einen Schritt weiter mit seiner Moralbegründung:
"Was ihr von anderen erwartet, das tut ebenso auch ihnen." (Lukas 6,31)
Mit anderen Worten: aktiv handeln statt passiv unterlassen.
(Wobei das Passive schon mal ein guter Anfang ist, aber man nicht gemütlich dabei bleiben sollte.)
 
Zuletzt bearbeitet:
Soweit ich weiss hat Konfuzius diese goldene Regel geprägt, wird jedoch oft für eine Aussage Jesu gehalten, da etwas ähnliches in der Bibel steht. Da möchte ich ansetzen, denn Jesus ging einen Schritt weiter mit seiner Moralbegründung:
"Was ihr von anderen erwartet, das tut ebenso auch ihnen." (Lukas 6,31)
Mit anderen Worten: aktiv handeln statt passiv unterlassen.
(Wobei das Passive schon mal ein guter Anfang ist, aber man nicht gemütlich dabei bleiben sollte.)
Wenn wir schon bei den Zitaten sind, möchte ich zu diesem Punkt noch an die Worte Zarathustras erinnern. Er sagte dazu, dass ein jeder Mensch, gleich seiner Herkunft oder seines Standes – durch Gutes denken, Gutes reden und Gutes tun, die Gnade Gottes erringen könne.

Wie man sehen kann, ging Zarathustra schon einige Jahrhunderte zuvor noch einen Schritt weiter als Jesus. Zarathustra kannte nicht nur keine Schranken zwischen den Ständen, sonder auch keine zur Herkunft eines Menschen. Ein Beispiel für die Haltung Jesus zur Frage der Herkunft:

Matthäus 15[21] Und Jesus ging in die Gegend von Tyros und Sidon [22] Und siehe, eine kanaanäische Frau kam aus derselben Gegend und rief ihm nach: „Ach Herr, du mein Sohn Davids, erbarme dich mir! Meine Tochter wird vom Teufel übel beklagt.“

[23] Und Jesus antwortete ihr kein Wort. Da traten seine Jünger zu ihm, baten ihn und sprachen: Befrei sie von ihrer Sorge, denn sie schreit hinter uns her. [24] Jesus antwortete: „Ich bin nur zu den verlorenen Schafen vom Hause Israel gesandt.“ [25] Sie aber fiel vor ihm nieder und flehte: Herr hilf mir!

[26] Er aber antwortetet: Es ist nicht fein, dass man den Kindern das Brot nimmt und es vor die Hunde wirft. [27] Sie sprach: Ja, Herr; aber doch essen die Hündlein die Brosamen, die vom Tisch des Herrn fallen? [28] Da antwortete Jesus ihr: O Weib, dein Glaube ist groß! Dir geschehe, was Du willst.



Merlin
 
Schopenhauer war auch nur ein Kind seiner Zeit, in der die Religion noch allgegenwärtig war. Heute hätte er vielleicht "moralisieren" statt "Moral predigen" gesagt.
Ich sehe eigentlich keinen Unterschied, außer dass das "Moral predigen" treffender formuliert ist, weil es Assoziationen zum kirchlichen Predigen weckt, was Schopenhauer sicherlich bezweckt haben dürfte. Aber unabhängig davon ist ja, dass jeder andere, also auch der Atheist, ein Moralprediger sein kann.

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Soweit ich weiss hat Konfuzius diese goldene Regel geprägt, wird jedoch oft für eine Aussage Jesu gehalten, da etwas ähnliches in der Bibel steht. Da möchte ich ansetzen, denn Jesus ging einen Schritt weiter mit seiner Moralbegründung:
"Was ihr von anderen erwartet, das tut ebenso auch ihnen." (Lukas 6,31)
Mit anderen Worten: aktiv handeln statt passiv unterlassen.
(Wobei das Passive schon mal ein guter Anfang ist, aber man nicht gemütlich dabei bleiben sollte.)
Nun ja, wer auch immer was gesagt hat, so wird auch hier nach Vorschrift vorgegangen.
 
Soweit ich weiss hat Konfuzius diese goldene Regel geprägt, wird jedoch oft für eine Aussage Jesu gehalten, da etwas ähnliches in der Bibel steht. Da möchte ich ansetzen, denn Jesus ging einen Schritt weiter mit seiner Moralbegründung:
"Was ihr von anderen erwartet, das tut ebenso auch ihnen." (Lukas 6,31)
Mit anderen Worten: aktiv handeln statt passiv unterlassen.
(Wobei das Passive schon mal ein guter Anfang ist, aber man nicht gemütlich dabei bleiben sollte.)
Ja danke... Stimmt Konfuzius war der erste der diesen Satz "was ihr nicht wollt was man euch tut, das füge auch keinen anderen zu"
in die Welt setzte...
Bei Konfuzius heißt es ebenso wie bei Jesu:
Dsi Gung sprach" Was ich nicht mag,
das mir die Leute mir zufügen,
das mag ich auch ihnen nicht zufügen"
Der Meister sprach:
"Mein Si, diese Stufe habt ihr noch nicht erreicht"

Auch bei Konfuzius steht ein Satz der mir sehr gut gefallen hatte...:
"Der Edle schämt sich davor, das seine Worte seine Taten übertreffen."

Wie dem auch sei, so meine ich das dieses passive Nicht handeln, eben auch eine Handlung darstellt...

und manchmal denke ich, eigentlich das beste was ein Mensch tun kann ist,
gar nichts zu tun !!!
Denn wie oft verwandelt sich eine gut gemeinte Tat in Gift?
 
Zuletzt bearbeitet:
Die Absicht dieses Threads ist es, dem nachzugehen, was philosophisch "Moral begründen" bedeutet. Moralische Aussagen, die einem gefallen, begründen Moral philosophisch nicht.

Ist es, das ich nichts weiteres
zur eigentlichen frage des Themas beigetragen habe, für dich schon moralisch gesehen nicht mehr vertretbar?
und wenn ja warum :D?
 
dem nachzugehen, was philosophisch "Moral begründen" bedeutet. Moralische Aussagen, die einem gefallen, begründen Moral philosophisch nicht.
Naja, Moral bezeichnet die Vorstellungen, nach denen man handelt und annimmt, dass sie richtig seien. Und die Ethik ist halt die Disziplin, die Moral hinterfragt, was nun richtig sei und warum.
Deswegen ist Moral - seine Werte, Vorstellungen und Handlungen zu predigen / verteidigen leichter,
als zu belegen, warum man genau diese Werte und Vorstellungen hat und zu begründen, warum sie auch richtig sein sollen.
 
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Moral steht eben fest. Man ist gewohnt, wächst damit auf.
In der Begründung ist enthalten, dass danach gefragt wurde. Die Frage deutet also eigentlich auf die Ethik.
Dann ist das der Unterschied zwischen Moral und Ethik, den er da zeigen wollte.
 
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