moral & magie

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Mich hat "Die Kunst des Träumen" damals begeistert und ich mag Castanedas Werken ihren Wert gar nicht absprechen. Nur sollte man sich m.E. der Tatsachen bewusst sein, dass er wie so viele Gurus vor und nach ihm am eigenen Anspruch scheiterte, dass seine Erfahrungen auf dem massiven Gebrauch halluzinogener Drogen basieren, sein Kosmos der eines primitiven Medizinmanns und seine Moral (ja, die hat er, und zwar nicht zu knapp!) entsprechend fragwürdig ist.

" Ich sagte ihm, ich fühle mich wertlos und sollte vielleicht nach Hause fahren, um wiederzukommen, wenn ich mich stärker fühlte. "Du redest Unsinn" fuhr er mich an. Ein Krieger nimmt sein Los auf sich, was es auch sei, und akzeptiert es in äußerster Demut. Er akzeptiert demütig, was er ist, und dies ist ihm kein Anlaß zu bedauern, sondern eine starke Herausforderung.

Jeder von uns braucht Zeit, um diesen Punkt zu verstehen und ihn voll zu erleben.

Ich zum Beispiel haßte früher die bloße Erwähnung des Wortes >Demut<. Ich bin ein Indianer, und wir Indianer sind seit jeher demütig und haben nie etwas anders getan, als den Kopf zu beugen. Ich meinte Demut sei nichts für einen Krieger. Ich irrte mich!

Heute weiß ich das die Demut eines Kriegers nicht die Demut eines Bettlers ist.

Der Krieger beugt den Kopf vor niemanden, aber gleichzeitig erlaubt er es keinen anderen, seinen Kopf vor ihm zu beugen.

Der Bettler hingegen fällt bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit auf die Knie und leckt jedem, den er für höher erachtet als sich selbst, die Stiefel; zugleich aber erwartet er, daß ein Geringerer als er ihm die Stiefel leckt.

Deshalb sage ich dir heute auch schon, daß ich nicht verstehe, wie die Meister des Ostens, die Gurus sich fühlen. Ich kenne nur die Demut eines Kriegers, und diese wird mir nie erlauben der Meister eines anderen zu sein."
(C.C.)
 
Sobald die Ketten der Selbstbetrachtung zerrissen sind, sind wir nicht mehr an die Sorgen der Alltagswelt gefesselt. Wir sind noch immer in der Alltagswelt, aber wir gehören nicht mehr dazu. Um dazu zu gehören, müßten wir die Sorgen der Leute teilen, und ohne Ketten können wir es nicht. Als Durchschnittsmensch haben wir alle ein gemeinsames Merkmal, einen symbolischen Dolch, die Sorgen unserer Selbstbetrachtung. Mit diesem Dolch schneiden wir uns blutig.

Die Ketten unserer Selbstbetrachtung geben uns das Gefühl, als bluten wir gemeinsam, als teilten wir mit anderen Menschen etwas Wunderbares: Unsere Menschlichkeit. Bei genauerer Prüfung aber entdecken wir, daß wir allein bluten und das wir überhaupt nichts gemeinsam haben; daß wir uns in unserem manipulierbaren, unwirklichen und von Menschen gemachten Selbstbild spiegeln.

Hat man die Einheit ereicht, lebt man nicht mehr in der Welt der alltäglichen Sorgen und ist nicht mehr Opfer seiner Selbstbetrachtung.

(Don Juan Matus)

wenn du in einheit bist, wie äussert sich das in deinem in deinem in-beziehung-treten zu anderen?
 
" Ich sagte ihm, ich fühle mich wertlos und sollte vielleicht nach Hause fahren, um wiederzukommen, wenn ich mich stärker fühlte. "Du redest Unsinn" fuhr er mich an. Ein Krieger nimmt sein Los auf sich, was es auch sei, und akzeptiert es in äußerster Demut. Er akzeptiert demütig, was er ist, und dies ist ihm kein Anlaß zu bedauern, sondern eine starke Herausforderung.

Jeder von uns braucht Zeit, um diesen Punkt zu verstehen und ihn voll zu erleben.

Ich zum Beispiel haßte früher die bloße Erwähnung des Wortes >Demut<. Ich bin ein Indianer, und wir Indianer sind seit jeher demütig und haben nie etwas anders getan, als den Kopf zu beugen. Ich meinte Demut sei nichts für einen Krieger. Ich irrte mich!

Heute weiß ich das die Demut eines Kriegers nicht die Demut eines Bettlers ist.

Der Krieger beugt den Kopf vor niemanden, aber gleichzeitig erlaubt er es keinen anderen, seinen Kopf vor ihm zu beugen.

Der Bettler hingegen fällt bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit auf die Knie und leckt jedem, den er für höher erachtet als sich selbst, die Stiefel; zugleich aber erwartet er, daß ein Geringerer als er ihm die Stiefel leckt.

Deshalb sage ich dir heute auch schon, daß ich nicht verstehe, wie die Meister des Ostens, die Gurus sich fühlen. Ich kenne nur die Demut eines Kriegers, und diese wird mir nie erlauben der Meister eines anderen zu sein."
(C.C.)

ach was.
ein wahrer krieger ist wendig wie ein aal, biegsam wie eine gerte und wandelbar wie ein chamäleon.
er steht sicherlich nicht mit dem kopf immer zuoberst herum und befiehlt anderen, dies ebenfalls zu tun... das sind die priester.

naja, lesen werd ich ihn trotzdem... :D
 
Und hartnäckig wie Ungeziefer, denn das kommt immer überall hin und ist praktisch unverwüstlich.

hehe, das sind die, die die atombomben überleben... was in bezug auf egozerstörung interessant ist, weil, ein wahrer krieger lässt sich nun mal nicht zerstören :D

ja, was macht mann den nun? :zauberer1

aufgeben ist definitiv eine option. dann wird eventuell eine raupe zu einem schmetterling...
 
hehe, das sind die, die die atombomben überleben... was in bezug auf egozerstörung interessant ist, weil, ein wahrer krieger lässt sich nun mal nicht zerstören :D
Egozerstörung bedeutet, die Wand einzuschlagen oder gleich das Haus einzureißen. Wenn man nicht gerade gefangen ist, kann man aber auch einfach die Tür öffnen und den Raum wechseln. Ein wahrer Krieger lässt sich nicht gefangen nehmen, also muss er kein Ego zerstören. :D

ja, was macht mann den nun? :zauberer1
Kaffee.
 
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wenn du in einheit bist, wie äussert sich das in deinem in deinem in-beziehung-treten zu anderen?


Nun ich hafte nirgendwo mehr dran und lass mich auch nicht verführen, bin meine eigene Einheit und nehme mich selbst nicht mehr so furchtbar ernst.
 
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