Worauf ich aber, um zum Thema zurückzukehren, mit all dem hinauswollte, ist Folgendes:
In dem Moment, in dem wir die Sache mit der Liebe ein wenig entpersonalisieren, können wir den anderen, die Ursache auch leichter aus der Schuld entlassen. Wenn die Liebe, die enttäuscht wurde, die verletzt wurde, die Wunde, der Missbrauch nicht mehr als persönliche Schuld des anderen gesehen wird, kann man die Verbindung, die Koppelung loslassen, den anderen, auch energetisch loslassen.
Wenn das Göttliche wirkte, auch so etwas bewirkte, was für eine "Schuld" trifft dann eigentlich den anderen? Also kann ich mir selbst und dem anderen leichter vergeben, verzeihen. Was hilft, aus der Koppelung, dem Kreislauf auszusteigen.
Das "Liebet eure Feinde" ist genau das, weil es eben gar keinen Feind gibt.
Nicht wirklich. Etwas ist dumm gelaufen, tat weh, tut es möglichwerweise immer noch, aber ohne diese Verstrickungen kann man leichter in den Schmerz, die Wunde, die Trauer gehen, die zulassen, und auch verabschieden.
Und so gesehen, wieder man selbst werden, diese Last, Blockade loslassen.
Und man selbst ist ein Wesen, das "in Liebe" ist. Die dann auch wieder fließen kann, soll, darf. Wenn die Wunden dieser enttäuschten, verletzten Liebe einmal verheilt sind.
Was man mitunter dazu loslassen sollte, müsste, ist, wäre der Gedanke an Gerechtigkeit, Gericht, Rache. Was mitunter die schwerere Hürde ist.