Hallo
@Dirtsa!
Es gibt einige Grundlagen beim Kartendeuten, die einem Kartenneuling allein beim ersten Blick auf die gezogenen Karten so nicht ohne Weiteres erkennbar sind, die für uns Kartendeuter im Rahmen unserer Deutungen jedoch eine sehr grosse Rolle spielen.
So verhält es sich insbesondere auch mit den sog. verdeckten Karten.
Hinter den von Dir offen aufgedeckten 36 Karten liegen im Hintergrund quasi “unsichtbar“ auch noch weitere 36 Karten, die Du wie folgt ermitteln kannst:
Im Lenormand gibt es insgesamt 36 Karten, auf denen neben einem bestimmten Symbol zugleich auch chronologisch aufeinanderfolgende Ziffern von 1, 2, 3, usw., bis 36 mit abgedruckt sind.
Jeder Karte ist nunmehr, wie Du durch einen Blick auf die jeweilige Karte leicht erkennen kannst, eine ganz bestimmte Ziffer zugeordnet, und zwar dem Reiter die Ziffer 1, dem Klee die Ziffer 2, dem Schiff die Ziffer 3, usw., fortlaufend bis zum Kreuz, welches die Ziffer 36 trägt.
Legt man diese 36 Karten in ihrer chronologischen Reihenfolge von 1 bis 36 nun einmal auf einem Tisch hintereinander aus, erhält man hierdurch zusätzlich 36 chronologisch aufeinander folgende sogenannte “Häuser“.
Diese chronologisch aufeinanderfolgenden 36 “Häuser“ oder “Hauskarten“ liegen also quasi unsichtbar hinter den jeweiligen offen aufgedeckten Karten in einer großen Tafel.
Ein Beispiel:
Als 21. offene Karte in Deiner großen Tafel hast Du die Vögel mit der auf dieser Karte aufgedruckten Kartenziffer "12" gezogen und ausgelegt. Demzufolge spricht man auch davon, dass die Vögel (12) im sog. “21. Haus“ liegen.
Wenn Du nunmehr, in einem nächsten Schritt mal schaust, auf welcher Karte wiederum die Ziffer 21 (wegen dem 21. Haus) mit aufgedruckt ist, findest Du insofern das Symbol des Berges (21).
Demzufolge heißt es in Kartenlegerkreisen auch, dass die offen aufgedeckten Vögel (12) im 21. Haus des Berges liegen.
Diese beiden Karten, also die offen aufgedeckte Karte (Vögel) und die Hauskarte (Berg), kann man nun in einem nächsten Schritt miteinander kombinieren und deuten:
Vögel - Berg => Der Berg (21) thematisiert im Lenormand Blockaden, Schwierigkeiten, Probleme, Herausforderungen, usw.
Und womit könnten diese Schwierigkeiten (Berg) und Probleme (Berg) in Deinem Kartenfall zusammenhängen?
Kartenmässig mit den Vögeln (12), die - wie zuvor geschrieben - in jenem 21. Haus des Berges liegen.
Und in einer ihrer vielen möglichen Bedeutungsvarianten kann die Karte der Vögel im Lenormand manchmal auch auf ein gewisses Durcheinander, Wirrwarr, "Chaos" und auf eine gewisse Disziplinlosigkeit, Nachlässigkeit und Unordentlichkeit hinweisen.
Diese Deutung der Vögel (12) lässt sich leicht nachvollziehbar daraus herleiten, dass Vögel - ganz im Gegensatz zum Beispiel zu Hunden - nicht stubenrein sind, sondern praktisch überall, wo sie gerade sitzen oder sich sonst aufhalten, ihren Vogelkot, ihre Futterüberreste und ihre nicht mehr benötigten Federn fallen lassen und damit einiges an Dreck, Schmutz und Unordnung zurücklassen. Vogelbesitzer können hiervon sicherlich „ein Lied singen“, wie oft sie die Aufenthaltsorte der Vögel gründlich reinigen und putzen müssen.
Du kennst doch bestimmt auch Vogelfreunde, die gerade im Herbst und Winter für die auf Nahrungssuche umherfliegenden Vögel Vogelhäuschen mit anhängenden Futterringen oder ausgelegten Futterkörnern usw. bereitstellen. Sicherlich ist Dir dann auch schon einmal aufgefallen, dass die auf das Futter aufmerksam gewordenen Vögel zunächst einmal mit ihrem Schnabel das Futter untersuchen und gerade im Falle von Körnern und Kernen diese gerne an- und aufpicken, nicht selten jedoch nur das Innere und die Früchte der Körner und Kerne fressen und die äußeren harten Schalen und Ummantelungen fallen- und zurücklassen. Auf dem Boden von Vogelfutterstellen häufen sich somit nach und nach eine nicht unerhebliche Vielzahl von Futterüberresten und Vogelkot an.
Vielleicht konntest Du auch schon einmal insbesondere Raben und Krähen dabei beobachten, wie diese am Straßenrand abgelagerte Müll- oder Biomülltüten zerpflücken und mit ihren Schnäbeln Nichtbrauchbares in einem gewissen Umkreis achtlos verteilen und umher streuen, bis sie etwas Fressbares gefunden haben.
Auf Grund solcher und ähnlicher unschöner „Hinterlassenschaften“ der Vögel können diese im Lenormand mitunter auch mit einem gewissen "Chaos", Durcheinander und einer gewissen Unordnung und fehlenden Reinlichkeit assoziiert werden.
Und da in Deinem Kartenblatt die Vögel (12) an 21. Stelle in Deinem Kartenblatt, also im 21. Haus des Berges liegen, wird mit dieser 2-er-Kombination Vögel - Berghaus z. B. Deine Frustration (Berg) und Deine Verdrossenheit (Berg) über dieses Durcheinander (Vögel) und diese fehlende Reinlichkeit (Vögel) thematisiert.
In einem noch weitergehenden Deutungsschritt kann man nunmehr auch noch die Ziffer auf der offen aufgedeckten Karte (in diesem Beispiel also die Ziffer 12 für die Vögel) mit der Ziffer der zugeordneten Hausplatzkarte (in diesem Beispiel also die 21 für den 21. Hausplatz des Berges) zusammen addieren, wodurch hinter jeder einzelnen offen aufgedeckten Karte zusätzlich auch noch eine 3. sog.
verdeckte Karte zum Vorschein kommt.
Im vorstehenden Beispiel liegt also hinter den offen aufgedeckten Vögeln (12) im 21. Haus des Berges die Karte des Schlüssels, da 12 + 21 die Summe 33 ergibt und die Zahl "33" wiederum auf der Karte des Schlüssels mit aufgedruckt ist.
Nach dieser Methode kannst Du nunmehr hinter jeder einzelnen offen aufgedeckten Karte in Deiner großen Tafel jeweils eine weitere Hauskarte und jeweils eine weitere verdeckte Karte mathematisch ermitteln.
Alle diese jeweiligen 3 Karten (im vorstehend genannten Beispiel: Vögel - Berg - Schlüssel) kannst Du anschließend auch miteinander in eine 3–er–Kombination setzen und deuten.