Was ich so von der Psychiatrie mitbekommen habe, gibt es da zwar Gutes, aber auch Missstände. Besonders zwangseingewiesene Patienten verlieren zumindest teilweise das Recht auf Selbstbestimmung. Wenn jemand Macht über hilflose Personen hat, die sich wehren, vielleicht aggressiv sind und eine Menge Ärger machen, kann es leicht zu Handlungen kommen, die eher von Hass als von Mitgefühl geprägt sind.
Am Stadtrand von Wien gibt es ein großes Areal mit vielen Gebäuden, eine ehemalige Psychiatrie, die in der Monarchie errichtet wurde. Vor einigen Jahren wurde die Psychiatrie verlegt und dezentralisiert. Eine Bekannte von mir wurde damals wegen einer vorübergehenden Desorientierung dort hingebracht und sehr unfreundlich behandelt.
Es gab da ein seltsames Phänomen - das ganze Areal ist von einer Mauer umgeben und wer es schaffte zu fliehen, wurde jenseits der Mauer nicht mehr verfolgt. So haben sich ehemalige Patienten zusammengetan, um geknechteten Insassen zur Flucht zu verhelfen. Meine Bekannte ist auf diese Weise entkommen, hat dann Musik studiert und lebt seitdem von ihrer Kunst. Das hatten ihr die Ärzte damals verweigert, sie wurde gegen ihren Willen unter recht unangenehmen Bedingungen auf unbestimmte Zeit festgehalten.