Hallo AnimaMea und checkerlady und alle,
ich sag mal

für Eure Beiträge und hoffe, dass so manches Vorurteil gegen Eltern, Ärzte und womöglich die Kinder selbst durch diese realen Erfahrungsberichte korrigiert werden können - zumindest hier, in diesem kleinen Rahmen.
Ganz konkret finde ich es super, wenn einen die Erzieher im Kindergarten frühzeitig über ihre Beobachtungen informieren. Freilich trifft da nicht jede/r den richtigen Ton oder die richtigen Worte, aber in der Regel ist was dran.
Das sollte weder zu einer Wut auf die Erzieherin führen, wenn sie sowas ausspricht, noch zur Panik verleiten, weil man gleich Angst kriegt, das eigene Kind sei nicht normal. Dennoch ist das Kindergartenalter der Grundstein für die weitere Zeit und wer so ehrliche, aufmerksame Erzieher in seinem Kindergarten hat, der darf sich freuen und sollte in aller Ruhe mal nachsehen, ob sie nicht doch Recht hat und das Kind evtl. frühzeitig besonders gefördert/unterstützt werden könnte.
Ich mag noch anmerken, dass nicht selten eine, durch eine komplizierte Geburt hervorgerufene Fehlstellung der Wirbelsäule (diese kann minimal sein), zu motorischen Schwierigkeiten führen kann, die das Kind kompensieren muss - es kann ja nicht wissen, was da los ist - und dies sich oft längerfristig in "Nichtsitzenkönnen" - Konzentrationsdefiziten - zeigt. Auch kenne ich Fälle, wo festgestellt wurde, dass die Kinder eine Überproduktion eines Botenstoffes im Gehirn haben, die zu Konzentrationsmangel und schneller Reizüberlastung führen.... die Wissenschaft forscht und forscht - wie ich schon sagte.
Vor dem Griff zum Medikament also lieber alles abchecken lassen und nie vom Arzt überreden lassen.
Freilich gibt es auch viele - zu viele - Fälle, wo das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom ganz klar ein Aufmerksamkeitsdefizit der Eltern dem Kind gegenüber widerspiegelt, aber eben nicht nur. Deshalb bitte nicht gleich jedes Kind in die Psychoschiene schieben - vorallem nicht vor dem Kind lauthals darüber diskutieren, dass das Kind "verrückt" ist und ihm damit vermitteln "mit Dir stimmt was nicht", sondern hier sind die Eltern, Erzieher und Lehrer aber auch besonders die Ärzte gefragt, sich zurückzunehmen und dem Kind neue Wege zu bieten, wo es sich selbst kennenlernen kann. Da sind Ergotherapie, Einzelunterricht, Yoga in Kleinstgruppen etc.. sehr hilfreich und oft schadet eben gerade die zeitweilige Trennung von den Eltern nicht - im Gegenteil, das Kind kann ohne dem kritischen Blick der Eltern Neuland entdecken und erfährt, dass es etwas kann, dass es jemand ist und dass es geliebt wird - gleichzeitig wird die Motorik gefördert und das Selbstbewusstsein geschult.... (es gäbe ewig viel mehr zu sagen)
Also, es ist weder angebracht, die Eltern pauschal in einen Sack zu stecken, noch die Ärzte pauschal zu kritisieren, noch die Kinder abzuschieben, wenn wir nicht wissen, um was es wirklich geht. Kinder brauchen unsere Zeit und unsere Liebe.
Wäre halt schön, wenn die Pauschalurteiler sich erstmal über dat Janze informieren, bevor sie losmaulen.
Liebe Grüße
Martina