Hungerwahn

Der allseits vorhandene Anthropozentrismus geht mir manchmal gewaltig auf den Senkel.

Ich fröne nicht dem Anthropozentrismus. Weder halte ich uns für die Krone der Schöpfung, noch für einen unabdingbaren Bestandteil des Lebens auf der Erde.
Unsere evolutionäre Ausstattung hat uns in die Lage einer umfassenden kulturellen Evolution versetzt - und diese gibt uns das Handwerkszeug für Ausbreitung und erheblichen Einfluss auf unsere Umwelt.
Wir sind zwar auf natürliche Ressourcen angewiesen und beeinflussen unsere Umwelt wie kein anderes Lebewesen, aber wir sind in der Gesamtheit unserer Spezies nicht mehr vollständig Bestandteil dieser natürlichen Umgebung.
Wir sind einfach da, mit allen Vor- u. Nachteilen. Und irgendwann wird es uns Menschen nicht mehr geben.
 
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Nur wird das unter unermeßlichen Kolateralschäden der Fall sein. Zurückbleiben wird verbrannte Erde, die Jahrzehn- wenn nicht Jahrhunderttausende brauchen wird, sich vollständig zu regenerieren...

Und?
Nach dem letzten Massensterben gingen u.a. die Menschen hervor, Lebewesen haben sich bisher bereits nach 5 großen Massensterben, mit z.T. ganz anderen "Schwerpunkten", wieder ausgebreitet.
"Vollständig regenerieren" bedeutet ja nicht zwangsläufig, dass es genauso weitergeht wie vorher - nur ohne Menschen. Der evolutionäre Prozess läuft auch ohne Tiger, Panda, Wolf, Lurch, Mensch... weiter. Schade, dass wir nicht mehr sehen werden, welche Organismen sich in dieser Zukunft noch entwickeln werden.

Abgesehen davon ist verbrannte Erde ein super Nährboden für Neues :)
und Jahrhunderttausende sind sowohl für die Erde, als auch für Entwicklungsprozesse ohnehin ein Klacks.
 
Abgesehen davon ist verbrannte Erde ein super Nährboden für Neues :)
und Jahrhunderttausende sind sowohl für die Erde, als auch für Entwicklungsprozesse ohnehin ein Klacks.
Ich kann darüber nicht schmunzeln.
Das ist kein natürlicher Prozeß, kein Weiterentwickeln. Was da abläuft, ist die Zerstörung der natürlichen Lebensräume durch Monstren, die nichts gelten lassen außer sich selber, und dafür eiskalt Genozid in einem Maße begehen, den diese Welt noch nicht gesehen hat.
Wölfe (die ziehe ich ran, weil ich darüber nun einmal am meisten weiß), wie wir sie heute kennen, gibt es seit etwa einer Million Jahre. Der Mensch hat es geschafft, sie binnen weniger hundert Jahre auf ~180.000 Individuen weltweit zu dezimieren. Vielen andere Arten geht es noch viel schlechter, der von Menschenmassen verursachte Massenmord an den Arten speziell in Afrika ist fürchterlich, Reduzierung um 95% und mehr sind Standard, gerade auch bei Beutegreifern, viele Arten stehen mit dem Rücken zur Wand. Auch in Asien sieht es übel aus. Der Amur-Tiger verschwindet nicht, weil seine Entwicklung als Art nicht mehr weitergeht (er ist ohnehin eine recht junge Art), er verschwindet wegen der unfaßbaren Gier von Homo "sapiens" der die Lebensräume vernichtet, seinen Pelz als Mantel für Schickimickis und aus seinen Knochen Potenzmittelchen machen will.
Oder nimm die Haie: Hunderte Millionen Jahre alt, fast unverändert, weil sie perfekt sind. Sie überlebten massive Klimawandel, sie überlebten einen großen Asteroideneinschlag (Yucatan vor 65 Mio. Jahren). Der Killeraffe schafft es in kürzester Zeit, sie fast auszulöschen, viele Arten sind schwer bedroht. Auch der Große Weiße, gnadenlos dezimiert, weil ein schwachsinniger Horrorfilm für geistig Minderbemittelte ihn als blutrünstiges Monster stigmatisierte. Dabei gibt es auf dieser Erde nur ein Monster, daß sich selbst überheblich "sapiens" nennt. Was für eine Ironie...

Dich mag das innerlich nicht sonderlich berühren (ist mein persönlicher Eindruck, ich kann natürlich falsch liegen), ich jedenfalls fühle, was da abläuft, ich fühle die ungeheuerlichen Verbrechen der Menschheit an der Natur, die mit ihren kranken Hunger nach mehr, nach immer und immer mehr, auch ihrer selbst, über Leichen geht und eine Spur aus Blut hinter sich herzieht.

Hungerwahn mal anders... :(
 
Dich mag das innerlich nicht sonderlich berühren (ist mein persönlicher Eindruck, ich kann natürlich falsch liegen), ich jedenfalls fühle, was da abläuft, ich fühle die ungeheuerlichen Verbrechen der Menschheit an der Natur, die mit ihren kranken Hunger nach mehr, nach immer und immer mehr, auch ihrer selbst, über Leichen geht und eine Spur aus Blut hinter sich herzieht.

Dein persönlicher Eindruck bleibt Dir unbenommen.

Das ist kein natürlicher Prozeß, kein Weiterentwickeln. Was da abläuft, ist die Zerstörung der natürlichen Lebensräume durch Monstren, die nichts gelten lassen außer sich selber, und dafür eiskalt Genozid in einem Maße begehen, den diese Welt noch nicht gesehen hat.

Nicht durch Monstren, durch Menschen.

Das hungernde Individuum, das für das Überleben seiner Familie den Wald rodet, Wild tötet, Nutztiere züchtet und Getreide anbaut ist sowenig ein Monstrum wie die Menschen die in Wien, Gramatneusiedl, Buxtehude oder Hintertupfingen leben und in den Supermarkt oder ins Kino gehen.

Wir sind in Summe ein Problem, und kein kleines. Da gehörst Du genauso dazu, wie ich oder Menschen in Zentralafrika.

Ich nehme nicht an, dass Dein PC biologisch abbaubar ist, oder aus nachwachsenden Rohstoffen produziert wurde (oder Deine Fotoapparate, dein Telefon...), sowenig wie meiner.
Egal wie schonend ich mit meinen Gerätschaften umgehe und wie lange ich sie im Einsatz halte (ich werde mittlerweile belächelt, wenn ich für meinen Drucker Patronen kaufen möchte... von wegen geplante Obsolenz), mir ist klar, dass die Produktion und auch die Entsorgung eine Spur der Zerstörung hinterlassen.
Ich kann auf Fairtrade und nachhaltig produzierte Güter zurückgreifen weil ich es mir leisten kann. Trotzdem bin ich mit meinen Alltagsroutinen ein Umweltproblem (Wohnraum, Wasser- u. Energiebereitstellung, Abwasserentsorgung/Reinigung, Heizung, öffentliche u. private Verkehrsmittel incl. Verkehrsflächen und und und - das muss alles produziert und irgendwann entsorgt bzw. im besten Fall recycliert werden).

Nicht die Bedürfnisse der Individuen sind per se monströs (ich persönlich glaube, dass sich der Anteil an Menschen, die "eiskalt Genozid" begehen nicht mal im Promille Bereich ausdrücken lässt), sondern die Auswirkungen selbst unserer banalsten Bedürfnisse als Gesamtheit sind es.
Es gibt allerdings einige tradierte "Bedürfnisse" z.B. nach Statussymbolen (Elfenbein, Pelze, Tiertrophäen...) die ich für ziemlich absurd, ja nachgerade etwas pervers halte...

Mein Kommentar zur weiteren Evolution bezog sich übrigens auf einen Zeitpunkt nach dem Vorhandensein von Menschen. Das durch Menschen verursachte Artensterben halte ich nicht für einen natürlichen Prozess. Aber ich bin ziemlich sicher, dass auch nach unserem Verschwinden als Art natürliche evolutive Prozesse weitergehen.

Wölfe (die ziehe ich ran, weil ich darüber nun einmal am meisten weiß), wie wir sie heute kennen, gibt es seit etwa einer Million Jahre.

Wölfe gibt es seit gut 700.000 Jahren (mittleres Pleistozän, wenn schon denn schon...) – sie wurden gejagt und dezimiert (v.a. bis Ende 19.Jhdt. bestand ein enormer Verfolgungsdruck in unseren Breiten), aber vor allem wurde ihr Lebensraum zerstückelt und teilweise zerstört.

Gerade europäische Länder tragen heute viel zum Wolfsschutz bei, aber egal wie gut sie geschützt werden und wo sie sich (wieder) ansiedeln können (heute leben nicht nur mehr Menschen in Europa, sondern auch wieder mehr Wölfe), es wird für diese Tiere nie wieder so sein wie vor der Besiedelung durch Menschen.

Tiger wurden übrigens selten für westliche „Schickimickis“ getötet (zumindest in den letzten hundert Jahren), sondern hauptsächlich für die gerade in diesem Forum so geliebte TCM (genauso wie Nashörner und andere bedrohte Tierarten) und als Statussymbol für Tibeter (http://www.daserste.de/information/...en/sendung/2010/die-tibet-connection-100.html).
 
Zuerst mal folgende Anmerkung: ich finde es letztklassig, wenn über dünne Frauen auf sexistisch-herablassende Weise geschrieben wird. Sie als Klappergestelle und was weiß ich noch alles zu bezeichnen ist genauso unnötig und grauslich, wie Leute mit Übergewicht abwertend zu kommentieren.
Bodyshaming ist in jeder Hinsicht unangebracht, egal worum es nun geht.

Und dann plaudere ich aus meinem Erfahrungsschatz, denn ich war schon beides, also übergewichtig und wenige Jahre später mit 50kg bei 177cm recht dünn.
ABER ich hatte weitaus mehr Energie und Power als Dünne, wie in den Jahren wo ich übergewichtig war, da fühlte ich mich träge und freute mich Bewegung überhaupt nicht. Je mehr Gewicht ich verlor (u.a. dort Sport und Ernährungsumstellung), desto mehr Energie bekam ich.

Mir fehlte es an Dünne nicht an Vitalität und übrigens auch nicht an Männern, die mich erotisch attraktiv fanden. Ich ernährte mich damals auch gesund, sehr viel Gemüse untertags und abends dann pflanzliches Eiweiß, aber was mir nach einigen Jahren auffiel war, dass mein Gehirn an Leistungsfähigkeit verlor, ich konnte z.B. irgendwann nicht mehr konzentriert ein Buch lesen oder an einem Bericht für mehrere Stunden schreiben.

Ich nehme an es war der KH-Mangel, denn damals stellte ich die Ernährung nochmals um, nahm Bananen, Nüsse und Haferporrdige dazu (läuft alles auch unter Brain-food) und tatsächlich wurde es damit dann rasch besser. :)

Auch jetzt bin ich weiterhin sehr schlank (schwanke zwischen 55 - 57 kg), mein Gewicht war während einer hormonellen Umstellung auch kurzfristig mal wieder höher, aber als ich wieder im Lot war, habe ich das eigentlich automatisch wieder verloren, ohne dass ich da viel darauf achten musste.

Es gibt Leute mit sehr gutem Stoffwechsel und höherem Grundumsatz, bei mir ist das auch durch die aufgebauten Muskeln der Fall, ich esse immer große Portionen und bin nie hungrig, trotzdem halten mich manche Menschen für zu dünn, aber das kümmert mich nicht. Ich bin vital, leistungsfähig und meine Werte sind top, ich bin selten krank. Wenn ich mich mit Leuten im Job vergleiche, erachte ich mich sogar für ziemlich robust, was die alle für Zipperleins haben und ständig verschnupft sind oder von Oktober bis Februar fast ohne Unterbrechung durchhusten, kenne ich von mir schon lange nicht mehr.
Mit Übergewicht und ohne Bewegung war ich allerdings in jungen Jahren auch anfällig für Infekte.

Auch deshalb finde ich es absurd, jemanden aufgrund der Figur Gesundheit oder Hinfälligkeit zu attestieren. Da kann man sich schnell mal täuschen, bzw. liefert eigentlich nur einen anschaulichen Beweis der eigenen Vorurteile und Schubladen. Dass GrauerWolf davon jede Menge zu bieten hat, weiß man aber eh, wenn mal 10 Postings von ihm gelesen hat. :D Von daher - keine Überraschung, aber ich protestiere jetzt trotzdem mal wieder, weil mir gerade fad ist.
 
Zu dem Zeitpunkt kamen sie in Amerika an. In Eurasien formte sich der Wolf in heutiger Form vor rund einer Million Jahren aus den entsprechenden Vorläufern...

Hmm, lies mal Ronald M. Nowak (hat u.a. einen ausführlichen Artikel geschrieben in: Wolves - Behavior, Ecology and Conservation; siehe z.B. Seite 241, Evolution and Taxonomy).

Wobei es für den Schutz der Tiere eh wurscht ist, wie lange es sie schon gibt; es geht darum, dass sie auch fürderhin noch Lebensräume haben.
 
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Zwischen dünn und dürr/Magersüchtig gibt's einen Unterschied.

Als Magersüchtig isst du nicht, da zählst du einfach alles mit was du da isst, ich kenne immernoch kcal von alle Lebensmittel.
Damasts nahm ich nur bis 500kcal/täglich zu mir... ich hatte mal im Traum geträumt was gegessen zu haben und bin schnell ins Klo um es wieder äh... um mich zu entleeren.
 
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