Dich mag das innerlich nicht sonderlich berühren (ist mein persönlicher Eindruck, ich kann natürlich falsch liegen), ich jedenfalls fühle, was da abläuft, ich fühle die ungeheuerlichen Verbrechen der Menschheit an der Natur, die mit ihren kranken Hunger nach mehr, nach immer und immer mehr, auch ihrer selbst, über Leichen geht und eine Spur aus Blut hinter sich herzieht.
Dein persönlicher Eindruck bleibt Dir unbenommen.
Das ist kein natürlicher Prozeß, kein Weiterentwickeln. Was da abläuft, ist die Zerstörung der natürlichen Lebensräume durch Monstren, die nichts gelten lassen außer sich selber, und dafür eiskalt Genozid in einem Maße begehen, den diese Welt noch nicht gesehen hat.
Nicht durch Monstren, durch Menschen.
Das hungernde Individuum, das für das Überleben seiner Familie den Wald rodet, Wild tötet, Nutztiere züchtet und Getreide anbaut ist sowenig ein Monstrum wie die Menschen die in Wien, Gramatneusiedl, Buxtehude oder Hintertupfingen leben und in den Supermarkt oder ins Kino gehen.
Wir sind in Summe ein Problem, und kein kleines. Da gehörst Du genauso dazu, wie ich oder Menschen in Zentralafrika.
Ich nehme nicht an, dass Dein PC biologisch abbaubar ist, oder aus nachwachsenden Rohstoffen produziert wurde (oder Deine Fotoapparate, dein Telefon...), sowenig wie meiner.
Egal wie schonend ich mit meinen Gerätschaften umgehe und wie lange ich sie im Einsatz halte (ich werde mittlerweile belächelt, wenn ich für meinen Drucker Patronen kaufen möchte... von wegen geplante Obsolenz), mir ist klar, dass die Produktion und auch die Entsorgung eine Spur der Zerstörung hinterlassen.
Ich kann auf Fairtrade und nachhaltig produzierte Güter zurückgreifen weil ich es mir leisten kann. Trotzdem bin ich mit meinen Alltagsroutinen ein Umweltproblem (Wohnraum, Wasser- u. Energiebereitstellung, Abwasserentsorgung/Reinigung, Heizung, öffentliche u. private Verkehrsmittel incl. Verkehrsflächen und und und - das muss alles produziert und irgendwann entsorgt bzw. im besten Fall recycliert werden).
Nicht die Bedürfnisse der Individuen sind per se monströs (ich persönlich glaube, dass sich der Anteil an Menschen, die "eiskalt Genozid" begehen nicht mal im Promille Bereich ausdrücken lässt), sondern die Auswirkungen selbst unserer banalsten Bedürfnisse als Gesamtheit sind es.
Es gibt allerdings einige tradierte "Bedürfnisse" z.B. nach Statussymbolen (Elfenbein, Pelze, Tiertrophäen...) die ich für ziemlich absurd, ja nachgerade etwas pervers halte...
Mein Kommentar zur weiteren Evolution bezog sich übrigens auf einen Zeitpunkt nach dem Vorhandensein von Menschen. Das durch Menschen verursachte Artensterben halte ich nicht für einen natürlichen Prozess. Aber ich bin ziemlich sicher, dass auch nach unserem Verschwinden als Art natürliche evolutive Prozesse weitergehen.
Wölfe (die ziehe ich ran, weil ich darüber nun einmal am meisten weiß), wie wir sie heute kennen, gibt es seit etwa einer Million Jahre.
Wölfe gibt es seit gut 700.000 Jahren (mittleres Pleistozän, wenn schon denn schon...) – sie wurden gejagt und dezimiert (v.a. bis Ende 19.Jhdt. bestand ein enormer Verfolgungsdruck in unseren Breiten), aber vor allem wurde ihr Lebensraum zerstückelt und teilweise zerstört.
Gerade europäische Länder tragen heute viel zum Wolfsschutz bei, aber egal wie gut sie geschützt werden und wo sie sich (wieder) ansiedeln können (heute leben nicht nur mehr Menschen in Europa, sondern auch wieder mehr Wölfe), es wird für diese Tiere nie wieder so sein wie vor der Besiedelung durch Menschen.
Tiger wurden übrigens selten für westliche „Schickimickis“ getötet (zumindest in den letzten hundert Jahren), sondern hauptsächlich für die gerade in diesem Forum so geliebte TCM (genauso wie Nashörner und andere bedrohte Tierarten) und als Statussymbol für Tibeter (
http://www.daserste.de/information/...en/sendung/2010/die-tibet-connection-100.html).