Hass endet mit dem Tod,
nein. Ich erlebte in einer Familienaufstellung, dass eine Frau wutentbrannt, zornig, schreiend und tobend, tränenüberströmt Ihren seit Jahren verstorbenen Vater (Stellvertreter), anschrie was er sich erlaube und einbilde, sieee verlassen zu haben. Und das ganze, ich glaub es waren 20 min. purer Hass, Zorn, Wut, Verzweiflung,...Ihr inneres kehrte sich nach außen...
Sie war fast nicht zu stoppen. Ich erinnere mich, dass dieses Erlebnis für alle Beteiligten derart prägend war, dass Jahre später noch davon gesprochen wurde.
Ich weiß, dass bei uns Beteiligten (wenn auch "nur" Zuseher) das echte Demut hervorrief, vor dem Leben, dem Tod, dem Hass.
... und da fällt mir grad dazu auch ein, dass mein Onkel auch noch jahrelang immer wieder über seinen Vater schimpfte, lästerte, etc.
Hass kennt keinen Tod, Hass kann meiner Meinung nach nur gewandelt werden - und das unabhängig ob jmd (der Gehasste) noch am Leben ist oder nicht.
Nein, Hass endet nicht mit dem Tod.
Ich hab meine Mutter neun Monate lang in den Krebstod begleitet- kein anderer hat es ausgehalten.
Während der Zeit hat sie mich, so lange sie konnte in Hasstiraden beschimpft, obwohl ich die ganze Zeit meine Kinder allein gelassen habe, obwohl ich nie ein Gegenwort gesagt habe, obwohl ich sie in den Arm genommen habe, sie gewaschen, sie gepflegt, bei ihr gewesen bin.
Das einzige, was ich ihr gesagt habe, war, dass sie sich um die Liebe zu Gott kümmern solle- weniger darum, ob sie jetzt gesund wird oder nicht- denn sie hatte- eigentlich- eine Beziehung zu Gott, hat sie zumindest behauptet.
Dafür hat sie mich gehasst, dass ich ihr das gesagt habe- ich konnte gar nichts für sie tun. Sie hat mir unendlich leid getan. Ich konnte sie nicht aus ihrem Hass befreien.
Gestorben ist sie in tiefster Verzweiflung.
Danach war sie extrem wütend- so dass ich ihr irgendwann gesagt hab, sie soll sich verpissen mit ihrem Scheiß Hass, das hat mit mir nichts zu tun und kommt nicht von mir und ich werde auch einen Teufel tun und ebenfalls hassen- ich weiß, dass ich mir mein Grab damit schaufle.
Ich musste sie sehr hart weg schicken, weil sie mir das Leben schwer gemacht hat hier- ich kann es nicht zulassen, dass mich jemand mit Hass belästigt, den ich nicht verursacht habe.
Dann war sie vier Jahre beleidigt.
Und dieses Jahr im Januar kam sie an mit der Bitte um Vergebung- alles innen und klar und deutlich- alles ist gut- dieses Verhältnis wurde bereinigt über Zeit und Raum- ihr Auftauchen war zweifelsfrei- denn am selben Tag kam eine Kopie eines Zeitungsartikel über sie, den mir jemand geschickt hat mit einem Foto von ihr- das war echt ein Ding- großartig.
Ich hab sie lieb und alles was war, so schlimm es auch war, ist vergessen.
Danke Mami, du hast es schwer gehabt.

Ich freu mich auf unsere Zukunft...