Götter in Cannan und "Gott"

anadi

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Denke einfach nochmals darüber nach, vor welchem Gott sich Rabbi Susa erhofft zu stehen. Wie Du sehen kannst, geht es in dieser Geschichte auch weniger um Gott oder Moses, sondern um Rabbi Susa.
Servus Merlin,
kläre mich, vor welchem Gott stand der Rabbi Susa?
Je nach eigener frommen Taten und Läuterung
nach meinen Kenntnissen, sagt der Transzendentale Herr Sri Krishna, dass man da hingeht, wo seine Verehrung war.
Wer die Sura-Götter verehrt hat, geht zu den himmlischen Planeten der Sura-Götter.
Wer die Geister vererhrt hat, geht zu den Geister wie Bhutas und Pisachas.
Wer die Asura-Götter vererhrt hat, geht zu ihren atheistischen (demonischen), paradiesichen Planeten.

Wen hat Raabi Susa verehrt?

Gruß anadi
 
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anadi

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Sumerische Mythen und die Bibel
Es finden sich folgende Themen und Schemata mit ähnlicher Bibel-Entsprechung:

Ja wer da wohl von wem, sich was abgekupfert hat!Und das erste schriftliche"Gesetzeswerk" stammt auch von Sumer (Urnammu ca 2100 v.Ch.)

LG

Es ist relativ einfach wenn man die Zeiten der Entstehung dieser zwei Zivilisationen der Antike vergleicht, und wer bei wem "Gast" war.
Diese Sumerische Mythen waren nicht die Einzige Quelle der Inspiration für die Schriften der Israeliten;
dazu wurden diese Schriften auch im Laufe der Zeit von der Israeliten selbst geändert, siehe

Verschiedene israelitische Schichten in der Aufbau des "Alten Testaments"

E, die Elohiste Quelle

o Entstanden im nördlichen Königreich Israels zwischen 922-722 vor christlicher Rechnung (von der Zeit die vereinigte Monarchie in zwei Königreiche sich trennte bis zu dem Fall Israels unter den Assyrer).
o Bezieht sich auf “Gott” allgemein als Elohim. “Götter” (die Söhne des Gottes El, übernommen von den Amuritten aus Kanaan)
o Weist ein weniger malerischen Stil und ein weniger menschen-ähnliche Sicht der Gottheit vor
o Es vertritt die Ansicht des nördlichen Königreich Israels (dessen führender Stamm war Ephraim), wo die meisten Geschichten herkommen
o Beginnt mi der Geschichte von Abraham und endet mit den Israeliten auf dem “Gebirge der Götter” welcher gemäß dieser E-Quelle, Horeb genannt wird

J, die Jehova -Yahwiste Quelle

o Die früheste Quelle stammte vom südlichen Königreich von Judah zwischen 848-722 vor christlicher Rechnung (nach der Unabhängigkeit Edoms von Judah in 848 aber vor dem Fall des nördlichen Königreich)
o Die Autoren nutzten typischerweise den Name Yahweh (Jehova)
o Man schildert diesen Gott mit menschlich ähnliche (anthropomorph) Eigenschaften und Benehmen
o Gehört der Tradition von Judah, viele Geschichter der zweiten Genesis sind aus dieser südlichen Region
o Viele Gelehrte haben Schwierigkeiten zu bestimmen wann die Geschichten dieser Quelle genau aufhören
o Stellt einen lebhaften, konkreten Stil und dramatische Handlungen der Geschichten dar, angefangen mit der zweiten Varianten der Schöpfung und dehnt sich mindestens bis zu den Schlussfolgerungen des Moses-Abkommen am Sinai

D, die Deuteronomische Quelle

o Datiert vor 609 vor christlicher Rechnung (während der Regierung Königs Josiah) mit einer finale zweite Edition datiert zu 587 vor christlicher Rechnung (nach dem Fall von Judah).
o Empfindet der bedingten Natur des Moses-Abkommen nach und interpretiert Israels militärischen/politischen Niederlagen nur als Ergebnis einer fehlenden Verehrung Yahwehs (Jehovas)
o Dementsprechend verdammt die Verehrung andere Götter und stellt Yahweh nochmals als der Gott, welche die Israeliten gewählt hat um sie zu kümmern
o Weist ein mehr durchdachte rhetorischen Stil als J oder E
o Widerspiegelt die Grundsätze der religiösen Reformen von Josiah (circa 621 vor christlicher Rechnung)
o Hat einen großen Einfluss auf das Schreiben von Joshua durch 2 Könige, die Deuteronomische Geschichte

P, die Priester Quelle

o Zwischen 722-609 (nach dem Fall des nördlichen Königreiches aber vor dem Tod von König Josiah in 609).
o Fokussiert sich auf priesterlichen Interessen, insbesondere auf legalistischen und rituellen Aspekte religiöser Praxis Israels
o Weist ein präziser, pedantischer Stil, akribische Auflistung von Stammbäume, Volkszählung, Daten, und Unterweisungen für den Kult des Tabernakels
o Durch umfangreiche Überarbeitung des alten Material, stellten die Editoren das riesige Korpus gesetzmäßigen Materials welche von Exodus 35 durch Leviticus bis Nummern 10 ausbreitet zusammen.
o Machte Ergänzungen/Änderungen in der Geschichten vorigen Quellen E und J während und nach der Babylonischen Gefangenschaft (nach 587), wie z.B die Einschiebung einer priesterlichen Variante der Abrahamischen Abmachung (Gen. 17); webend die Sintflut-Geschichte in jene der J-Quelle und erzeugte somit eine sehr aufgebähte und selbst gegensätzliche Version eines globalen Sintflut.
o Zeigt eine starke Ähnlichkeit mit den Konzepten des Exil-Priester-„Prophet“ Ezekiel
o Sie haben einen anderen Genesis-Bericht hinzugefügt (Gen. 1) und auch die Erzählung über dem Tod Moses (Deut. 34); somit gaben sie dem Pentateuch seine entscheidende eröffnende und abschließende Passagen und festlegten damit seine endgültige Form und Struktur
o Der Priesterliche Schöpfungsbericht betont die Unterschiede und die Bereiche, welche die Trennung der Reinen und Unreinen, wie sie im Leviticus angegeben sind. Es gipfelt in Göttern (Elohims) Etablierung des ersten Sabbath und liefert die kosmische Validierung der von Priester regulierende Institution.


Siehe
The Documentary Hypothesis: How Scholars Discovered J, E, D, and P
 

anadi

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Die über die Jahrzenten gesammelten bemerkenswerten textlichen Daten führten,
mit einem einbezogenen neunzehnten Jahrhundert,
zu keiner Unterstützung mehr der langdauernden, traditionellen, vor kritischen Behauptung, dass der Pentateuch von Moses geschrieben war – eine traditionelle Vorstellung,
womit der Text selbst niemals behauptete anzufangen,
welche aber durch die kulturell bedingte theologische und ideologischen interpretierenden Agenden der späteren Antike und des Mittleren Alters erschien.

Mit dem neunzehnten Jahrhundert verwirklichte die größte Mehrheit der biblischen Gelehrten, dass der Pentateuch von verschiedenen Quelle stammte, welche Jahrzehnten nach die (behauptete) Existenz Moses datiert sind. Es war das Werk von Wilhelm de Wette (1780-1849) welches in das neue Paradigma hineinführte, siehe Moses und Thora.

Moses, der Erfinder des Yahwismus (Jehovismus) als Staatsreligion, war nur eine Erfindung der Hebräer, siehe ihre unverblümte Geschichte unter https://en.wikipedia.org/wiki/Jewish_history
Siehe auch Exodus a literary invention

Das Buch Genesis Kapiteln 25-50, erzählt die Geschichte Jakobs und seiner 12 Söhne,
welche, während eines großen Hungersnot den Canaan verlassen haben sollen und siedelten in Goshen in Norden Ägypten.

Der ägyptische Pharao-Regierung hatte angeblich ihre Nachkommen zu Sklaven gemacht,
obwohl keine unabhängige ägyptische Beweise, dass es so geschehen ist, gibt.
Nach etwa 400 Jahre Sklaverei, Jehova
(Yahweh), der Gott der Israelis, sandte den Hebräischen Prophet Moses
aus dem Stamm Levis um die Israeliten aus der Gefangenschaft zu befreien.
Gemäß der Bibel emigrierten die Hebräer "wie durch ein Wunder" aus Ägypten und kamen in den
Vaterland ihrer Ahnen, Canaan, zurück.

Jedoch, die Archäologie verrät eine andere Geschichte bzgl. der Ursprung der Juden:
sie haben nicht wirklich die Levante (Canaan) verlassen.
Die Archäologische Beweise über dem weitgehenden einheimischen Ursprung Israels in Canaan, nicht Ägypten, sind überwältigend
und lassen kein Raum für ein Exodus nach Ägypten oder eine 40 Jährige Wanderschaft durch die Sinai Wildnis.


Viele Archäologen haben die archäologische Untersuchungen bzgl. Moses und Exodus als ergebnislose Verfolgung aufgegeben.
Eine Jahrhunderte Forschung der Archäologen und Ägyptologen hat wohl keinen Beweis,
welcher direkt zu der Geschichte Exodus
einer ägyptischen Gefangenschaft (über 400 Jahre, keine Erwähnung in der Ägyptischen Schriften),
Befreiung und Reise
durch die Wildnis entdeckt,
was hindeutet, dass der Eisenzeit-Israel - der Königreich Judas und Israels in Canaan und nicht Ägypten sein Ursprung hat,
und kein Moses
hat das Volk Israels "gerettet"... oder etwas jemals gesagt... .

Gruß
anadi
 

anadi

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Moses und der Pentateuch II

Die Kommentatoren haben vorher behauptet, dass die Text-Daten suggerierten, dass die meisten Geschichten aus dem Pentateuch Wissen aus der späteren Zeiten zeigen, und sie kamen zu der Hypothese, Moses sollte die Gesetze geschrieben haben,
während andere spätere Autoren fügten zu diesen, Geschichten hinzu.

Die Werke Wettes über das Buch Chronicles und die Bücher Samuel und Könige haben all diese vorherigen Hypothesen geändert.
Er hat festgestellt, dass während
der Autor von Chronicles, die Geschichte der jüdischen Monarchie aufzeichnete,
indem er eine riesige Gewichtung
dem rituellen Gesetz, dem gesetzlichen System,
und der Bedeutung der Leviten,
durchwegs in der Geschichten der Monarchie zumaß,
der Autor von Samuel und Könige,
welche vorige geschichtliche Werke der selben historischen Periode sind,
weder das rituelle Gesetz, das gesetzliche System, noch die Bedeutung der priesterlichen Klasse jemals erwähnt.

Anders gesagt, zeigen die Bücher Samuels und Könige,
kein Wissen über das „am Sinai ausgegebene Gesetz“,
kein Wissen über dem systematischen rituellen Gesetz,
dem gesetzlichen System, und der Bedeutung der Leviten durchwegs in der Geschichten der Monarchie,
wie im Buch Leviticus dargestellt sind, und
kein Wissen über die Vorschrift-Gesetze wie im Buch Deuteronomium angegeben,
das ist die ganze Matrix des ritualistischen und ethischen „Gesetzes Moses“,
welches angeblich in Sinai in der archaischen Vergangenheit verkündet war!

Diese vollständige Abwesenheit des Materials des Pentateuchs in die Bücher Samuels und Könige führte de Wette zu der Schlussfolgerung, dass das Sinai-Ereignis, das Levitische-Gesetz und das Deuteronomische-Gesetzvorschriften allerdings
in den späteren monarchischen und exilischen Perioden entstanden sind.

Der Schwerpunkt, welcher in den Büchern der Chronicle auf dem ritualistischen Gesetz gestellt wird, stellt die religiösen Institutionen jener Zeit des Autors dar, nämlich des 4. Jahrhunderts (vor der christlichen Zeitrechnung).

Das Hauptziel der Chronicle war diese religiösen Institutionen des 4. Jahrhunderts (vor der christlichen Zeitrechnung) zu legitimieren und sie als authentisch darzustellen indem sie zurück in der preexilischen Zeit projiziert wurden und somit die monarchische Geschichte Judahs neu zu gestalten.

Gemäß der früheren Zusammenstellung des Buches Samuel und Könige, eben diese religiösen Institutionen fehlten.

Die Wirklichkeit ist, dass das gesetzliche Material “des Moses” in Pentateuch
keine historischen Ereignisse einer archaischen Vergangenheit detailliert,
sondern die Realität eines viel späteren Israels;

und Moses selbst wie da dargestellt, bleibt nur eine Erfindung, siehe Moses und Thora und Post #73.

Gruß anadi
 
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anadi

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D-Quelle
Deuteronomium Quelle 7. Jahrhundert vor christlicher Rechnung und früher


Der Bibelexperte De Wette argumentierte weiter, dass die Gesetz-Norm im Buch Deuteronomium (Deut 12-27) war ein Produkt der religiösen Reformen Königs Josua des früheren 7. Jahrhundert vor Christlichen Rechnung. Somit wurde de Wette verantwortlich für die Identifizierung einer anderen Quelle im komplexen, geschichtlichen Aufbaus des Pentateuchs: D oder die Deuteronomische Quelle.

Die Identifizierung der Quelle D— hauptsächlich begründet auf dem sehr unterschiedlichen theologischen Ton, Botschaft und einzigartigen Stil und Wortschatz — mit seiner eigenen Datierung des Schriftwerkes in der spät monarchischen Periode vervollständigten de Wettes Anspruch, dass das Deuteronomische Gesetz-Norm in Vor- und früheren monarchischen Zeiten der Geschichte Israels entstanden ist.

Das war auch eher ein noch späteres Werk, welches vielleicht auf frühere Bräuche ruhte. Somit bewies de Wette überzeugend, dass die Quellen für die Entstehung des Pentateuchs nicht nur nach „Moses“-Zeiten, sondern auch nach monarchische Zeiten zu finden sind, nämlich Schriftwerke der späteren monarchischen und (nach-) exilische Perioden!

De Wettes These wurde von späteren Bibel-Forscher und Gelehrten verifiziert und unterstützt.

Siehe
Die 4 Bibelquellen J, E, D, P
 

anadi

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Bestätigung D-Quelle
Deuteronomium Quelle 7. Jahrhundert vor christlicher Rechnung und früher

Mitte des Neunzehnten Jahrhundert bestätigte auch Hermann Hupfeld die Beobachtungen de Wettes und schrieb, dass
keiner von der vor-Exil „Propheten“ vertraut mit dem Mosaik- Ritual -Gesetzliche Codex waren
und viel mehr waren sie auch mit der Geschichten über Patriarchen und dem Garten Eden nicht vertraut,
denn solche Angaben fehlen in der vor-Exil Texten.

Anders gesagt, die Erwähnung der Geschichten über Abraham, Jacob, und dem Gartens von Eden tauchen wieder
nur außerhalb von Pentateuch auf und zwar in Texten, welche nur nach dem Exil verfasst worden sind!

Das bedeutet, dass diese Absätze aus dem Pentateuch haben ihre Quelle auch aus der Exil-Zeiten.
Somit, sieht es nicht nur so aus, dass der Mosaik- Ritual und Gesetzliche-System,
wie sie im Leviticus, Deuteronomium, und Teile des Exodus dargestellt,
Herstellungen nach-Exil sind,
sondern, dass auch die Geschichten über die Patriarchen (Abraham, Jakob…) und dem Garten von Eden, so zentral für das Buch Genesis,
auch in der Exil-Zeiten hergestellt sind!


Siehe
Die 4 Bibelquellen J, E, D, P
 

anadi

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Moses und der Pentateuch III

Hupfeld trug auch bei der Verständigung des zusammengesetzte Natur des Pentateuchs mit einer anderen wichtigen Entdeckung, und zwar, das was als Elohistische (E) Quelle in vorigen Jahrhundert bezeichnet war, stammte allerdings aus zwei verschiedene Quellen, worin die Nutzung von Elohim noch vermehrt vorhanden war, welche später von Götter zu Gott übersetzt wurde, siehe Deuteronomium 32:1-9.


Hupfeld konnte somit zwischen den Priesterlichen (P) und den Elohistischen Quellen aufgrund seiner unaufhaltsamen Betonung auf Kult, Ritual-Gesetz, und Genealogien unterscheiden. Es war aber Karl Heinrich Graf, welcher den Beweis lieferte, dass das Priesterliche (P) Opfer-Recht in den Bücher Deuteronomium, Propheten, und von Joshua zu 2 Könige unbekannt war.

Mit anderen Worte war die Ritual-Gesetzgebung,
welche das Buch Levitikus umfasst (drittes Buch dem Moses zugesprochen)
nach den Gesetzen von Deuteronomium (fünftes Buch dem Moses zugesprochen) und auch
nach den Geschichten von Joshua bis zu 2 Könige geschrieben.

Somit offenbarten die biblischen Gelehrten des 19. Jahrhundert, dass, auf eine nahe Untersuchung,
der Pentateuch nicht nur nicht von Moses oder nur ein einziger Autor verfasst war,
sondern es stammte aus Quellen deren Herkunft die
spät monarchischen und Exil/post-Babylonischen-Exil Zeiten waren.

All diese Entdeckungen führten zu dem Werk des einflussreichsten biblischen Gelehrtes des 19. Jahrhundert, Julius Wellhausen.

Siehe
Die 4 Bibelquellen J, E, D, P
 
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DruideMerlin

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Hallo Anadi,

Du weist ja, dass ich zu diesen Dingen eine etwas andere Sicht habe. Also nach meiner Erkenntnis spielten zunächst die sogenannten Richter eine entscheidende Rolle. Die Richter waren jedoch keine Richter im eigentlichen Sinne, sondern die Clan-Chefs aus der Zeit der „Landnahme“. Ihre Zeit endete mit der Zerstörung Silos durch die Philister (1050 v. Chr.). Aus diesem Anlass suchte man die Stärke in einem Königreich, das die Stämme unter König Saul vereint haben soll. Unter den Königen entstand dann ab 950 v. Chr. die Quelle „J“ der Jahwisten.

Erst nach dem Aufstand der Bevölkerung im Nordreich Israel gegen das Südreich Judäa im Jahr 929 v. Chr. wurde Jerubeam zum König des Nordreiches erhobenen. Als Gegenstück zu Jerusalem baute er Sichem zu seinem Regierungssitz aus und ließ in Bet-El (Haus des El) und Tan Dan als Gegenstück zur Stiftshütte in Silo, zwei Kultstätten für das Goldene Kalb errichten. In der folgenden Zeit entstanden dann auch im Nordreich die Quelle „E“ der Elohisten.

Nach dem prophezeiten Untergang des Nordreiches durch die Assyrer hatte Hiskia die wundersame Rettung Judäas im Jahre 722 v. Chr. als gutes Ohmen Jahwes verstanden. Er wollte deshalb mit der Reform des Reiches, mit einem Bildersturm den Henotheismus in Judäa beseitigen und zum Monotheismus mit Jahwe führen. Er veranlasste auch die 1. Kanonisierung der Schriften zur Thora. In dieser Zeit wurde auch das erste Deuteronomium als Quelle „D“ verfasst.

Aus dieser Zeit stammen auch zwei Silberröllchen mit dem ältesten noch erhaltenen Bibeltext, dem einem Verstorben mit auf den Weg gegeben wurde:
4. Mose 6[24] YHWH der Herr segne dich und behüte dich; [25] YHWH der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. [26] YHWH der Herr hebe sein Angesicht über dich und gebe dir den Frieden.

Als Hiskia im Jahr 696 v. Chr. starb, übernahm dessen Sohn Menasse die Regentschaft, der auch die Reformen wieder zurücknahm. Erst unter König Josia wurden die Pläne wieder aufgenommen. So wurde zum Beispiel das Passahfest wieder eingeführt. Die Reform wurde jedoch durch die Eroberung Judäas durch die Babylonier unterbrochen.

Die Zeit im Exil erwies sich in Sachen der Lehre jedoch sehr bedeutsam, denn dort wurden von der Schriftgelehrten die Schriften gründlich überarbeitet, ergänzt und erweitert. Deshalb schwor auch Esra nach seiner Rückkehr aus dem Exil die Juden auf dieses neue Buch ein und schloss damit einen neuen Bund mit Gott. Ja und selbst 200 Jahre nach dem Exil hatte man zum Beispiel noch bei Jesaja Texte eingefügt.

Aus diesen Gründen werden diese Schriften aus dem Exil und danach als Quelle „P“ der Priesterschaft bezeichnet.


Merlin
 

anadi

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Hallo Anadi,
Du weist ja, dass ich zu diesen Dingen eine etwas andere Sicht habe. Also nach meiner Erkenntnis spielten zunächst die sogenannten Richter eine entscheidende Rolle. Die Richter waren jedoch keine Richter im eigentlichen Sinne, sondern die Clan-Chefs aus der Zeit der „Landnahme“. Ihre Zeit endete mit der Zerstörung Silos durch die Philister (1050 v. Chr.).
Merlin
Servus Merlin,

Ob bis 1050 (v. chr. Rechn) die Clan-Chefs die Gesetzgebung gestimmt haben, das ändert nicht an der Tatsache ,
dass die erste 5 Bücher (das Pentateuch) nicht von Moses erstellt wurden.

Das Pentateuch: ein Erzeugnis der spät-monarchischen und (nach) babylonischen Exil-Periode
Siehe The Pentateuch: a product of the late monarchal and (post-)exilic periods

Der deutsche Gelehrte und Professor Julius Wellhausen (1844-1918), der sich an die Arbeiten von de Wette, Hupfeld und Graf anschloss, behauptete, dass die „mosaischen“ Ritual- und Rechtsinstitutionen nicht am Anfang der historischen Entwicklung Israels in einer entlegenen archaischen Vergangenheit standen, sondern am Ende, nämlich in der Exil- und Postexilzeit. Dies war zu einem großen Teil nur eine Neuartikulierung der Beobachtungen seiner Vorgänger, siehe
Moses der Author des Pentateuchs 1
Moses der Author des Pentateuchs 2
Moses der Author des Pentateuchs 3
Moses der Author des Pentateuchs 4
Moses der Author des Pentateuchs 5

Wellhausen drängte jedoch weiter. Da Deuteronomium (D) und die priesterliche Quelle (P) bereits als Produkte der späten monarchischen bzw. exilischen Epochen erkannt waren,
Erkenntnisse die auf den textlichen Beweisen beruhen,
gemäß denen die in P und sekundär in D verkündeten
rituellen, ethischen und kultischen Gesetze und Praktiken
nicht in den vormonarchischen und monarchischen Perioden vorhanden waren,
wie aus den Bücher Josua bis 2 Könige zu entnehmen ist
kam Wellhausen aus thematischen und theologischen Gründen zu dem Schluss,
dass die priesterliche Quelle nach Deuteronomium entstanden ist.

Dies basierte er auf den Beobachtungen, dass
1. D (Deuteronomium) keine Vertrautheit mit dem Ritualsystem von P (Prister) (Levitikus) zeigt, und
2. während P davon ausgeht, dass die Zentralisierung des Kultes von Jehova in Jerusalem gegeben ist, muss D für eine solche Zentralisierung argumentieren.

So geht das deuteronomische Argument, dass der Kult des Jehovas nur in Jerusalem praktiziert werden darf, vor dem rituellen Gesetzbuch von P, das bereits die Zentralisierung des Kultes in Jerusalem anerkannt hat.

Dies, zusammen mit der Tatsache, dass weder Josua bis 2 Könige noch die präexilischen Propheten irgendein Wissen über die Gesetze von P (das Buch des Levitikus) aufweisen, führte Wellhausen dazu, für ein spätes Datum der Komposition für P zu plädieren, höchstwahrscheinlich postexilischen Ursprungs.

Mit anderen Worten, das rituelle Gesetz und der Kult um die Stiftshütte, den die biblische Erzählung als Teil der Wildniserfahrung in den Büchern von Exodus und Levitikus präsentiert, ist eigentlich eine spätere postexilische Komposition, die die kultischen und rituellen Anliegen der Gemeinschaft der Exilanten widerspiegelt, die, aus ihrer babylonischen Gefangenschaft zurückgekehrt, in der persischen Zeit in Palästina umgesiedelt und den Tempel und Kult Jehovas wieder aufgebaut haben.

Dementsprechend ging Wellhausen davon aus, dass die Quellen, aus denen sich nun das Pentateuch zusammensetzt, in einer Reihe von aufeinander folgenden Schritten (zu verschiedener Zeiten, von unterschiedlichen Personen mit unterschiedlichen Agenden) komponiert und zu einem späteren Zeitpunkt gemeinsam bearbeitet wurden.

Gruß anadi
 
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Die Entstehung des Pentateuch

Bereits in der Reformationszeit wurde darauf hingewiesen, dass Mose nicht ihr Verfasser sein könne, da er ja schwerlich über seinen eigenen Tod berichten konnte (Dtn 34). Während dieses Argument damals noch mit Hinweis auf die prophetische Gabe des Religionsstifters abgewehrt werden konnte, brach sich im 18. und 19. Jahrhundert die Erkenntnis Bahn, dass der Pentateuch nicht das Werk eines Schriftstellers sein kann. Folgende Beobachtungen am Bibeltext waren der Hintergrund dieser Überlegungen:

- Zu Beginn der Genesis werden zwei verschiedene Berichte über die Schöpfung mitgeteilt, Gen 1,1-24a und 2,4b-3,24.
- Die Berichte unterscheiden sich nicht nur durch Stil und Sprachgebrauch, sondern vor allem durch die Verwendung zweier Gottesnamen: יהוה, JHWH, und אֱלֹהִים, Elohim.

- Auch in anderen Texten konnten deutliche Unterschiede in der Stilistik und im Sprachgebrauch festgestellt werden. So heißt der Gottesberg in Exodus bis Numeri Sinai, im Deuteronomium dagegen Horeb.
- An verschiedenen Stellen finden sich Erzählungen, die offenbar aus zwei Versionen eines ähnlichen Berichts zusammengesetzt worden sind, so vor allem beim Sintflutbericht Gen 6-9 und der Plagenerzählung Ex 7,14-11,10.
 
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