Gender-Mainstream

Viele Frauen fühlen sich z.B. schuldig, wenn ihr Partner Mist baut. Sie fühlen sich schuldig, wenn etwas in der Familie schief läuft, während viele Männer so tun, als ob sie überhaupt keine Verantwortung für ihr Handeln tragen (mal ganz pauschal gesagt - natürlich sind nicht alle so. Aber das beobachte ich immer wieder - umgekehrt, dass sich ein Mann schuldig fühlt, wenn seine Frau/Freundin Mist baut, habe ich noch nie beobachtet).


Wenn Du das so definierst, hast Du Recht. Aber ich bekomme ab und zu die Rückmeldung, dass ich mich "weiblicher" kleiden soll, mich "weiblicher" geben soll und in manchen Kreisen bin ich wirklich irritiert, weil da irgendwie eine Erwartungshaltung an mich (als Frau) gestellt wird, der ich nicht gerecht werden kann (weil ich mich nicht verbiegen kann, ohne dabei krank zu werden).
In anderen Kreisen hingegen ist so etwas gar kein Thema, da darf ich einfach sein, wie ich will.

Erst gestern wurde ich am Telefon gefragt, ob ich mich denn nun "körperbetonter" (also in seinem Sinne "weiblicher" kleiden würde). Wen interessiert denn bitteschön meine Körperformen. So etwas werden aber immer nur die Frauen gefragt - oder gibt es hier Männer, die diese Erfahrung bereits gemacht haben? Dass sie sich doch bitteschön "körperbetonter", damit man ihre "Rundungen besser sehen kann", kleiden sollen?
Ist das wirklich wichtig? Warum wird so etwas von Frauen erwartet? Und warum machen es anscheinend auch einige Frauen, die das dann ihrerseits auch irgendwie von anderen Frauen erwarten? Warum muss man als Frau seine Körperformen der Öffentlichkeit präsentieren? Das kapier ich nicht, hab ich noch nie kapiert und bisher hat es mir auch noch niemand so erklärt, dass ich es verstehen konnte ....
Das ist doch bloss kulturabhängige Mode, da steckt nichts Männliches oder Weibliches hinter. Wärest Du woanders aufgewachsen und würdest Du woanders leben, würde man Dich fragen, warum Du deine Rundungen nicht verdeckst. Das ist sozialisationsabhängig, wie so viel von dem, was "man" (wer auch immer das sein mag) meint, was weiblich oder männlich sei.

Wir haben seit Jahrtausenden das Bild, daß Frau dem Manne unterzuordnen ist. Und so kommt das dann, daß Frauen sich Männern an den Hals schmeissen, sich schminken, sich zurecht machen und tralala. Und so kommt es, daß Männer meinen stark sein zu müssen und eine Frau haben zu wollen, die von ihm abhängig ist. Wer's braucht soll's tun.
 
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Mir ist es komplett wurscht, wie sich andere Frauen kleiden.
Ich denke, wenn wir uns treffen würden, hätte ich auch nicht das Gefühl, dass Du so etwas erwartest.

Ich zieh wenn der Anlass passt und ich Lust darauf habe, gern ein Abendkleid und Stöckelschuhe an. Ich wurde während des Studiums vor 20 Jahren von der feministischen Studentinnengruppe dafür scharf kritisiert.....
Hmmmm.... das kann wohl auch nicht sein......
Ja, vor zwanzig Jahren gab es auch noch die Salzstreuerin und die Anrufbeantworterin. Ich erinner mich.... Kritisiert Dich heute noch jemand dafür?
Bei Anlässen finde ich es noch relativ normal, dass man sich herausputzt. Aber im Alltag? Da habe ich keine Lust mich zu verkleiden.
Und die Anlässe kann ich meiden - oder ich ziehe über einer neutral schwarzen Hose eine schicke Bluse an oder so (das ist heute glücklicherweise auch möglich). Einmal bin ich sogar im Dirndl gekommen. Das war für mich wie Fasching: eine Verkleidung, aber nicht ich. Manchmal macht mir Fasching ja auch Spaß :D
 
Aber wenn wir jetzt so anders sind als Lamia und andere uns haben wollen, sind wir dann abartig, pervers oder einfach nur Aliens?
:)

LGInti
Also mir wurde schon in Beitrag #7 geraten, mich einer psychologischen Analyse zu unterziehen, die mein "Andersein", & die damit einhergehenden Missgefühle, die ich in dieser Beziehung nie hatte, analysiert.
Vielleicht wäre das ja auch was für Dich?*ggg*
 
Ja, vor zwanzig Jahren gab es auch noch die Salzstreuerin und die Anrufbeantworterin. Ich erinner mich.... Kritisiert Dich heute noch jemand dafür?

Ja - mein Orthopäde und mein Homöopath :D
nicht das Kleid natürlich, nur die Schuhe.

Und meine Mutter hat es noch nicht ganz verkraftet, dass ich nichts bügle.

Ansonsten bewege ich mich nicht mehr in Kreisen, wo irgendjemand darauf schaut was jemand anhat. Kann ich mir leisten, weil selbstständig. Und bin dankbar dafür.
 
@ping - sehe ich auch so, nur ein Satz gefällt mir nicht:


Ich liebe den Beruf, den ich heute ausübe, trotzdem wäre ich gern länger bei meinem Kind zuhause geblieben.
Ziel ist für mich, dass das Betreuen der eigenen Kinder bedeutend mehr unterstützt wird. Erst dann könnte eine Frau wirklich wählen.
Bloß, dass das Taschengeld, das Frauen kriegen, damit sie zuhause bleiben, bei Weitem nicht ausreichen würde, um sie und das Kind auch davon zu ernähren. Einer alleinstehenden Frau z.B. bleibt garnichts Anderes übrig, als arbeiten zu gehen. Das ist nur für Frauen (und es sind in der Regel Frauen) gedacht, die in einer Beziehung leben, und wo der Partner dann die Flocken heimbringt. Das Geld ist nur Lockmittel, um es diesen Frauen schmackhafter zu machen, mit ihren Kindern zuhause zu bleiben.
Nur: was ist danach?
Und ja, es müsste wirkliche Freiheit der Wahl geben, das sagte ich ja schon, dass das noch lange nicht so ist.
 
Ja - mein Orthopäde und mein Homöopath :D
nicht das Kleid natürlich, nur die Schuhe.
Im Winter könnte Dich Dein Arzt noch für Dein Kleid rügen, wenn Du Dich damit erkältest. :D

Ansonsten bewege ich mich nicht mehr in Kreisen, wo irgendjemand darauf schaut was jemand anhat. Kann ich mir leisten, weil selbstständig. Und bin dankbar dafür.
Ja, kannst Du auch sein. In meiner abhängigen Beschäftigung arbeite ich "glücklicherweise" hauptsächlich in der männerdominierten Abteilung, denen das wurscht ist, wie ich mich kleide. Leider regelmäßig auch in der anderen, in der leider einige Frauen sich über ihr Äußeres definieren und wenn man dann zwischen lauter "schicken" Frauen in "normaler" Kluft sitzt, ist das irgendwie blöd.
 
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Das halte ich für ein gänzlich anderes Problem.
Weshalb? Oder habe ich dich falsch verstanden?

Ich habe dich so verstanden, dass du an sowas wie "weibliche Energie" und "männliche Energie" nicht glaubst. Richtig?

Wenn dem so wäre, dass es das nicht gibt, könnte es auch keine Menschen geben, die sich im falschen Körper (Geschlecht) fühlen.
 
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