Ich finde, Auswüchse (speziell im Fussballsport, aber nicht nur da) dürfen und müssen auch mal angesprochen werden.
Der Bau der Sportstätten (plus Infrastruktur) hat in Katar tausende Menschen das Leben gekostet.
An die 6500 Tote wurden von der Regierung offiziell zugegeben, die Dunkelziffer dürfte noch um vieles höher sein, weil es größtenteils Wanderarbeiter aus anderen Ländern betrifft, die wie Sklaven behandelt wurden.
Und dann rennen dort auf diesem blutgetränkten Boden hochbezahlte Fussballmillionäre herum und lassen sich feiern und scheffeln noch mehr Millionen samt ihren Clubs und Managern und dem ganzen milliardenschweren Business.
Das ist derart obszön und krank, das hat mit einem völkerverbindenden Sportfest nichts mehr zu tun.
Da stimme ich dir zu 100% zu.
Genauso war aber dann auch falsch die WM2018 in Russland austragen zu lassen. Auch wenn man natürlich die Mißstände in Katar und in Russland nicht 1:1 vergleichen kann.
Das kann man alles diskutieren, wenn man möchte und es ist auch legitim.
Die von der Münchner Stadtregierung geplante Lichteraktion im Spiel gegen Ungarn, wo der Orban ja auch geplant hatte persönlich im Stadion als Zuschschauer zu erscheinen, wäre ein direktes politisches Statement gegen das Gesetz gewesen, welches auf demokratischen Weg zustande gekommen ist.
Wie ich schon sagte, mir gefällt das Gesetz auch nicht und mir gefällt auch vieles nicht was in Ungarn passiert.
Klar, die EU ist eine politische Wertegemeinschaft. Und ich teile diese Werte persönlich auch.
Allerdings handelt es sich dabei um westliche Werte, also den Werten von Westeuropäischen Ländern.
Die osteuropäischen Visegradstaaten, deren Regierungen alle nach den demokratischen Regeln an die Macht gekommen sind, teilen diese Werte aber nicht so und zu 100 %
Nun kann man sagen: Ja dann sollen sie eben aus der EU austreten, wenn sie die westlichen Werte nicht zu 100% teilen.
Ich sage: Der Fehler wurde gemacht als man die Osteuropäischen Staaten viel zu schnell in die EU aufgenommen hat.
Und da sollten sich die Westeuropäischen Staaten mal selber an die Nase greifen warum sie das damals so über das Knie gebrochen hatten.
Sie wollten nämlich damals Osteuropa, bevor Russland wieder zu einer ernst zu nehmenden Macht wird, vor dem russischen Einflussbereich fern halten.
Und heute hat die EU den Salat. Heute muss sie sich mit osteuropäischen "Querdenkern" herrumärgern.
Wer traurig darüber ist dass die von der Münchner Stadtregierung geplante Lichteraktion von der UEFA verboten wurde, der ist nicht traurig weil er demokratisch denkt, sondern weil er moralisch denkt.
In einem anderen Thread, wo ich von einer sich langsam abzeichneten Moraldiktatur schrieb und wo ich unter anderem von
@Tommy harsch als Rechtspopulist bezeichnet wurde, hatte ich schon auf das Problem hingewiesen welches entsteht, wenn die Prämisse der Politik nicht mehr von der demokratisch gewählten Mehrheit bestimmt wird, sondern von einer lautstarken moralisch überzeugten Minderheit, welche meint ihre moralische Vorstellung wäre ein ewiges Nonplusultra.
Dabei geht es in der Debatte um die Lichteraktion garnicht wirklich um die Rechte von LGBTI-Menschen, sonder um ein politisches Zeichen ,welches umbedingt gesetzt werden soll.
Denn wenn man mal erhlich ist, mit solch einer geplanten Lichteraktion, wo die ungarischen Nation sogar als ganzes und der Orban,der im Stadion noch sitzt, gedemüdigt werden sollte, erreicht man doch nur das Gegenteil.
Es sollte eine ( politische) Demütigung werden, nicht mehr und nicht weniger.
Aber das hat im Sport absolut nichts zu suchen.