Zu einem Esoteriker würde ich gehen, wenn ich neugierig auf spirituelle Erfahrungen wäre oder wenn ich spirituelle Hilfe möchte. Zum Arzt gehe ich hingegen bei Krankheiten. Es macht deshalb keinen Sinn, die Esoterik und die Medizin bezüglich der Wirksamkeit bei Krankheiten zu vergleichen.
Wenn behauptet wird, Esoterik würde bei der Genesung hilfreich sein, kann man das durchaus vergleichen.
z.B. hier:
http://www.geistige-heilmethoden.de/krebserkrankung.htm
Oder, wie hier in diesem Blog beschrieben:
http://stopjoaodedeus.com/
Oder - schon oft verlinkt:
http://www.rbb-online.de/kontraste/ueber_den_tag_hinaus/gesundheit/gefaehrliche_heilpraktiker.html (nicht Esoterik, aber "alternative Heilmethode")
Es ist ja nicht so, dass ich Krebsheilung verlangen würde. es ist so, dass es nicht wenige gibt, die behaupten, es zu können. Und diese Leute sollen ihr Können gut unter Beweis stellen, oder sie verdienen einen Shitstorm der Ablehnung.
Man kann aber Fehler der Esoterik mit Fehlern der Schulmedizin vergleichen.
Kann man? Die Medizin hat gute wirksame Verfahren im Angebot und verbessert sie stetig. Was hat die Esoterik? Was haben "alternative Heilmethoden"?
Die Alternativmedizin halte ich für ein interessantes Arsenal an Mittelchen und Verfahren, die oft noch nicht wissenschaftlich getestet wurden, aber manchmal von einigen Personen als nützlich empfunden wurden.
Es wurde schon einiges gut getestet - mehr, als man annehmen würde. Auf Anbieter-Seiten findet man manchmal auch Links zu Studien, die (angeblich) positiv ausgingen - wobei die Anbieter da natürlich nie die Studien mit erwähnen, die kein positives Ergebnis hatten, oder Kritik an der Methodik, falls welche geäußert wurde etc. (auch eine Form des Publication-Bias).
Und es gibt kein Verfahren, bei dem es nicht einige Leute gibt, die es nützlich finden.
Also so eine Vorratskammer von Mittelchen und Verfahren, die man mal ausprobieren könnte. Manche Mittelchen oder Verfahren stellen sich dann ja auch als wirksam heraus und werden zu einem Bestandteil der evidenzbasierten Medizin. Man kann in der Alternativmedizin also auf ein Mittelchen stossen, das in Zukunft das ist, was der Arzt als erstes verschreiben würde.
Kann passieren - vorher muss es aber eben getestet werden.
Die Alternativmedizin würde ich (bei Krankheiten, die nicht sofort schulmedizinisch behandelt werden müssen) auch in Betracht ziehen, wenn ich feststelle, dass die Schulmedizin bei einer bestimmten Krankheit nur in eine bestimmte Richtung forscht, während andere Richtungen, die eigentlich auch vielversprechend wären, vernachlässigt werden. Die Forschung unterliegt ja ausgeprägten Modeströmungen.
Wenn eine Richtung nicht weiter erforscht wird, liegt das nicht immer nur an Mode, sondern hat mitunter auch gute Gründe.
Vergleichen kann man die Alternativmedizin mit der Schulmedizin bzgl. der Wirksamkeit bei Krankheiten natürlich nicht, da die Alternativmedizin eher ein Ausprobieren ist für Fälle, wo die Schulmedizin nichts mehr zu bieten hat (oder bei harmloseren Krankheiten), während die Schulmedizin vor allem das anbieten soll, was bereits wissenschaftlich erwiesen ist. Es handelt sich also um sehr verschiedene Angebote, sodass der Vergleich bzgl. Wirksamkeit nicht sinnvoll ist.
Der Vergleich ist genau dann sinnvoll, wenn behauptet wird, ein Verfahren wäre wirksam. Es sind nicht die Kritiker, die da eine unzulässige Messlatte anlegen, es sind die Anbieter, die behaupten, die Messlatte zu meistern.
Wenn eine Wirkung eines alternativmedizinischen Mittels oder Verfahrens nachgewiesen wird, wird es sowieso in die evidenzbasierte Medizin einverleibt und gehört nach der Definition mancher Personen dann auch gar nicht mehr zur Alternativmedizin.
Richtig. Und?
Das weiss doch jeder. In meinem Fall ist der Hinweis auf schlechte Medizin sicher kein Ablenkmanöver. Zumal ich der Kritik an bestimmten esoterischen Personen und Vorgehensweisen schon längst zugestimmt hatte und dabei auch wiederholt selbst heftige Kritik an den betreffenden Esoterikern übte. Ich mag es einfach grundsätzlich nicht, wenn Leute die Ärzte sogar bei fahrlässigen oder vorsätzlichen "Fehlern" oder Gewalttaten in Schutz nehmen. Unabhängig davon, ob wir in der Kritik an der Esoterik übereinstimmen.
Wer nimmt hier Ärzte in Schutz? Wer behauptet hier, Ärzte wären perfekt? Wer behauptet hier, das gesundheitswesen wäre perfekt und die medizin am Ende der fahnenstange angekommen?