Die seelischen Not der heutigen Kinder und Jugendlichen

Den Sinn des Lebens erklärt man nicht, damit können Kinder eh nichts anfangen.
Die spüren wenn ein Mensch authentisch ist oder irgendwas faselt.
Leben, einfach vorleben.
Und willst du behaupten dass Eltern heute nicht Leben und ihre Kinder lieben?
Wie kommst Du auf diese Frage? Natürlich leben die Eltern und lieben die Kinder.

Kinder können schon sehr früh damit etwas anfangen, wieso sie hier auf der Erde sind und wo das Ziel der Aktion ist - Vorausgesetzt ist natürlich, dass man selbst eine Überzeugung hat.
 
Werbung:
diese Not ist unter der Verantwortlichkeit der Erziehungsberechtigten "Haus gemacht"
und dabei meine in nicht die Erziehung im Christlichem Glauben sondern eher das nicht Christliche Erziehen
 
Kindern vom Teufel zu erzählen und ihnen eine Schuld einzureden ist keine gute Idee. Was man machen kann ist allgemein von Liebe und Tugend zu lehren, dem Alter entsprechend.

kleine Kinder sind immer schnell verunsichert, daß etwas ihre Schuld wäre.
Mama und Papa streiten sich, oder der Hund ist gestorben oder sonstwas.
Kindern braucht man "Schuld" nicht einreden, sondern sie brauchen etwas,
das ihnen ihr "ich bin Schuld"-Gefühl abnimmt, zu dem sie sowieso neigen.

ich weiß nicht, woher das kommt. schätze aus der Stammesgeschichte, wo
es über Jahrtausende wichtigst war, daß Kinder aufmerksam sind und auf
Ansagen der Großen hören, weil es da ganz direkt um ihr Überleben ging.
(vor der Höhle lauert ein wildes Tier."ich will aber jetzt spielen gehn!"...)

auch verblüffend: vom "böse sein" sprechen Kinder ebenfalls von alleine.
"der Junge ist böse, der hat mich gehauen." Kinder kommen nicht aus nem
luftleeren Raum. wir bringen alle ja schon vieles mit aus unserer Geschichte.
 
Botschaft ist eher, weil die ohne Gott verrohen
Religiöse Kinder werden also bessere Menschen.
Sowas kann Kinder aber auch kaputt machen
Gibt deshalb ja auch die umgekehrte, ebenfalls „Welten“ trennende, genauso polarisierende Erzählung: Dass sie eben gerade wegen ihres (von der jeweilig prägenden Gesellschaft vorgekaut aufgedrückten) Gottes verrohen.

In einigen Ländern ist das ja eh schon lange bzw. immer noch so der Fall, finde ich. Stellt sich also bloß die Frage, ob in diesen „Gottesstaaten“ wirklich immer per se eine subjektiv „glücklichere“ Kindheit den Alltag der Kiddies bestimmt - als in einer potentiell undogmatischen, von Religionsfreiheit bestimmten, unbeschnitten Spielwiese.
Mit Politik und Religion müssen/dürfen sie sich ja ohnehin früh genug herumschlagen.

Einfach nur unbeschwertes Kind sein – hat heutzutage sowieso schon - ein immer kürzer werdendes Verfallsdatum, denke ich.
 
hab bissl gegoogelt wegem dem kindlichen Schuldgefühl und bin u.a. hierauf gestoßen:

daraus zitiert:

Kinder brauchen Sicherheit und Geborgenheit. Letztendlich hängt ihr Überleben davon ab, dass sie von ihren Eltern geliebt, beschützt und versorgt werden. Ständig streitende Eltern vermitteln ihnen jedoch ein Gefühl von Unsicherheit.

Häufiger Elternstreit löst bei Kindern daher verschiedene Ängste aus:

- Die Angst, dass die Eltern sich trennen werden.
- Die Angst, an den Streitereien Schuld zu sein (Kinder können noch nicht differenzieren, was um sie herum geschieht und beziehen daher grundsätzlich alles auf sich).
- Die Angst, von den Eltern nicht mehr geliebt zu werden.
- Die ständige Angst vor einem neuen Konflikt.
 
Du meinst also, es sei nicht gut, wenn man die Kinder beten lernt und ihnen vom Schutzengel erzählt?

Die Fundis sind doch diejenigen, die keinen Sinn im Leben erkennen wollen?

Weil es so nichts bringt, da niemand zuhört (keine göttlichen Wunscherfüller), und keine Engel existieren.

Objektiver Sinn existiert auch nicht.

Und das größte Problem ist, dass damit häufig zum einen ein gewaltiger Katalog mit religiösen Regeln verbunden ist (Zeitverschwendung und Einschränkung von Dingen, die das Kind gut finden könnte und es mit anderen Kindern verbindet), die ebenfalls oft komplett nutzlos sind, und Nichtbefolgung und Strafandrohung (bis hin zur Hölle) Schuld und seelische Not auch noch erzeugen, obwohl da so ja wie gesagt nichts dran ist. Insofern löst es kein Problem und erzeugt weitere...

Klar, ich habe nichts dagegen, dass man kleinen Kindern erzählt, dass Opa nach seinem Tod auf der anderen Seite ist usw, auch weil ich ja selber denke, dass Bewusstsein sozusagen über der Materie steht (wegen verschiedener Gründe, die ich hier schon oft zu Protokoll gegeben habe), aber meine Ideen beinhalten keine tausend Regeln, Schuldkreation und Hoffnungsmache, die in der Form unrealistisch ist. Probleme werden durch Beten nicht gelöst. Schau dir die Menschheitsgeschichte an. Denkst du die Kinder haben nicht genug gebetet, die in Kriegen umkamen, an einer Krankheit gestorben sind, verhungert sind usw. Dinge wurden nur, wenn überhaupt, besser, wenn sich Menschen da Mühe gegeben haben. In meinem Fall (etwas weniger dramatisch mit Mobbing und Isolation) hat es logischerweise auch nicht geholfen.

Und weiß ich alles aus meiner Kindheit. Wurde ja christlich erzogen, in evangelischen Freikirchen bis Sekten usw.
Und das geht noch deutlich schlimmer/fundamentalistischer als in meinem Fall.

Ich glaube zwar schon an Religionsfreiheit, aber de facto werden Kinder oft so mit einem Weltbild indoktriniert, als wäre es eine absolute Wahrheit, was dann letztlich der Hauptgrund dafür ist, dass diese Ideologien fortbestehen, da genug Leute als Erwachsene dabei bleiben. Obwohl es zum Beispiel nicht einmal klar ist ob Jesus als reine historische Person existiert hat (alles andere ist natürlich noch weniger bewiesen).

Und Menschen waren früher nicht besser, als die meisten gläubige Christen waren. Insofern denke ich nicht, dass selbst die Prämisse funktioniert. Ich bezweifle, dass Religion, und speziell Christentum auch, zumindest "hilft", selbst wenn es nicht wahr ist. Und Leute wollen nicht belogen werden. Die meisten würden wohl auch nicht in einer virtuellen Welt (Gehirn angeschlossen an Kabel) existieren wollen, die sich als real ausgibt, aber nicht ist, selbst wenn sie besser wäre als unsere.

Und dann gibt es hier ja die Hölle zum Beispiel. Aber keine Überraschung, dass eine Religion sowohl mit unendlicher Belohnung lockt als auch mit unendlicher Strafe droht, was logischerweise sehr gelegen war/ist für die Autoritäten. 72 Jungfrauen sind da dann schon die logische Fortsetzung eigentlich, in Bezug auf Männer zumindest, aber die waren ja auch die Hauptzielgruppe im Islam (aber war sicher generell so früher). Unabhängig davon, dass es Nonsens ist, bin ich natürlich auch nicht arrogant genug zu glauben, dass ich selbst genug für so viele Frauen für eine ganze Ewigkeit wäre, auch wenn ich gewöhnlich in der Hinsicht ein gewisses Selbstvertrauen habe wegen Telepathiesex früher. :D Aber das ist nun doch zu viel. :P Und logischerweise und ernsthaft sollte man auf die Idee kommen, dass das natürlich unfair ist so...

Insofern nehme ich an, dass ich hier fast mit @Niflheimr übereinstimmen würde, mit dem Unterschied, dass sie vermutlich denkt, dass Islam deutlich besser ist, obwohl es zumindest de facto in der heutigen Zeit viel schlimmer damit ist. De facto sind alle abrahamitischen Religionen nicht empfehlenswert, aber Juden sind zumindest keine ideologischen Imperialisten, die alle dazu bekehren wollen. Aber ich halte weiterhin auch überhaupt nichts von Kindermönchen im Buddhismus usw, selbst wenn ich der Religion (und noch mehr Advaita Vedanta) weit mehr zustimme, auch wenn ich die Welt positiver sehe (nicht notwendig Leid, mehr subjektiv aus meiner Sicht). Aber würde nie zu meinen Kindern sagen, dass ich 100% weiß, dass Leute reinkarnieren und erleuchtet werden können. Ich weiß es nicht wirklich sicher.

Zu viel religiöse Kost ist nicht gesund für Kinder.
 
Werbung:
kleine Kinder sind immer schnell verunsichert, daß etwas ihre Schuld wäre.
Mama und Papa streiten sich, oder der Hund ist gestorben oder sonstwas.
Kindern braucht man "Schuld" nicht einreden, sondern sie brauchen etwas,
das ihnen ihr "ich bin Schuld"-Gefühl abnimmt, zu dem sie sowieso neigen.

ich weiß nicht, woher das kommt. schätze aus der Stammesgeschichte, wo
es über Jahrtausende wichtigst war, daß Kinder aufmerksam sind und auf
Ansagen der Großen hören, weil es da ganz direkt um ihr Überleben ging.
(vor der Höhle lauert ein wildes Tier."ich will aber jetzt spielen gehn!"...)

auch verblüffend: vom "böse sein" sprechen Kinder ebenfalls von alleine.
"der Junge ist böse, der hat mich gehauen." Kinder kommen nicht aus nem
luftleeren Raum. wir bringen alle ja schon vieles mit aus unserer Geschichte.
Vortreffliche Interpretation der Problematik! Ich bin fasziniert von deiner hervorragenden, psychologisch wertvollen Darstellungsweise der Kern-Problematik kindlichen Seins. LG.Aguirro
 
Zurück
Oben