Simi schrieb:
der Typus, der das auch versucht, auch scheitert, aber nicht resigniert, sondern kapituliert- er gibt auf ganzer Linie auf, steht kurz davor, sich umzubringen, weil sein Leben nun völlig sinnlos geworden ist. Dieser Typus ruft in höchster Verzweiflung Gott an- und wird erhört. Er kommt den entscheidenden Schritt weiter und betritt das Reich der Schatten.
Hallo Simi!
Wäre es Dir möglich, diesen entscheidenden Schritt zu präzisieren? Warum ist es notwendig, in das Reich der Schatten einzutreten? Was erwartet ihn dort? Und ist es nicht so, daß zugleich sich eine andere Dimension offenbart, die nicht zum Reich der Schatten zugehört?
Abraxas462 schrieb:
ICH denke, von allem etwas.
Hallo Abraxas!
Ganz recht. In jeder Intuition liegt ein Körnchen Wahrheit. Der Mensch ist ein vielschichtiges Wesen, und ein wesentliches Merkmal seines Geistes ist die Gleichzeitigkeit - die Dinge bestehen immer nebeneinander.
Sich also eine
bestimmte Vorstellung von etwas zu machen unter Ausschluß anderer Möglichkeiten führt in den allermeisten Fällen in eine Denkfalle. Derart denkende Menschen sind mir zunächst suspekt.
Derjenige allerdings, der seine Ideen mit Vehemenz vertritt, insbesondere gegen die vorherrschende Meinung,
dem wiederum höre ich mit besonderer Aufmerksamkeit zu. Nicht, daß er nicht auch in einer Denkfalle sitzen würde, - nein, das Interessante ist sein gegen die Verdrängung gerichtetes Bewußtsein.
Ich sympathisiere gewissermaßen mit dem Outsider, dem Verrückten, dem Schizophrenen, dem Ruchlosen... Vielleicht ist es ein heiliger Narr, wenigstens aber ist er interessant genug. Denn was ist es, wovon der Mensch sich abwendet? Es sind die Zonen seiner selbst, die ihn, wenn er bewußt genug wäre, hinzuschauen, in die Tiefe führen würden.
In der Regel aber handelt es sich nicht um solche Berufene. Meistens sind es nur belanglose Hirngeburten, die ich sofort als solche erkenne und nicht weiter beachte.
Simi hat zweifellos etwas sagen. Gleichwohl irrt sie, wie jeder Mensch. Für mich sind es Inspirationen, ein sporadisches Aufdecken von Zusammenhängen. Das ist es, was Entwicklung kennzeichnet: ein Mosaikspiel - doch das Bild wird sich niemals vervollständigen, denn der Geist kann die unendliche Intelligenz nicht umfassen, schon garnicht sprachlich.
Es gibt eine Sphäre, auf die indirekt verwiesen wird. Du hast das "Ich" großgeschrieben. Was ist denn das Nicht-Ich? Kann Nicht-Ich benannt werden? Nein, es geht zugleich immer um etwas, über das nicht
diskutiert werden kann

. Das sind sogar die entscheidenden Fragen. Die Diskussion schleicht immer um das Ungesagte.