Was muss passieren, dass jemand glaubt? Ob an Dualseelen, an Gott, an irgendeine Religion - was bewegt etwas zu glauben?
Hallo Mandy,
ich erzähl dir kurz (hoffe ich bekomm das auch hin) von meinem Glauben.
Ich bin nicht getauft. Bin in einem Staat aufgewachsen, der sehr viel Disziplin verlangte und dem Glauben wurscht war. Das wichtigste war die Partei.
Dann hatte ich erstmals in der 5. Klasse ev. Reli. War sehr interessant und ich hab nicht gelacht, wie viele andere, die getauft waren und Reli als "Blödlstunde" angesehen hatten.
Wollte wissen, wo ich diesen Gott finden muss.
Was mich in meiner Kindheit immer begleitet hatte und woraus ich vieles nahm. Werte und Normen. Waren diese Märchen und Geschichten. Arme Mädchen, die noch Reich werden und ihren Prinzen finden, haben mich besonders fasziniert.
Dann wunderte mich einstmals, als ich zum ersten mal allein in eine kath. Kirche zu einem Gottesdienst ging (ich war 18), dass ich auf Anhieb das VATERUNSER gelernt habe. Nach einem Mal mithören. Cool, gell.
Und dann kam so das spirituelle in mein Leben. Ich war irgendwie am Boden und mit mir sehr unzufrieden. ... Suchte den Sinn meines Lebens im Übersinnlichen. Ich machte so meine Erlebnisse und glaubte irgend eine Gabe zu haben.
Dann fand ich wieder zu Gott zurück. Wäre fast der Kirche in die Hände gefallen, aber wendete mich ab, als mir klar wurde:
Irgendwie gehöre ich zu keiner Gemeinschaft. Ich denke und glaube so viel, so verschieden, dass ich mich mit keiner Identifizieren konnte. Egal wie sie alle heißen und was sie vertreten. Es war mir zu engstirnig.
Irgendwann legte ich Karten und merkte, dass die mir viel sagen konnten. Ich kam auf das Forum, wegen der Karten und meiner Fragen über diese. Traf auf so wirres Zeug wie "Channeln", "Reiki", uvm.
Mit der Zeit wunderte ich mich immer mehr.
Ich dachte: Bin ich hier richtig?
Schließlich sind auch hier Einheitsmeinungen gewünscht. Man darf nicht eben mal umdenken, wenn man plötzlich einer anderen Meinung ist, weil man merkt, das ist Quatsch.
Ich lernte eine Eso-Dame kennen. Sie schrieb viel über Spiegel und so Zeug und hat versucht mir klar zu machen, ich müsse mein inneres Kind trösten. Dabei hatte ich gar kein Verlangen danach. Kindheit hin oder her. Wichtig ist, was ich heute daraus mache. Klar, aber wieso dieser Hickhack und immer diese eine Richtung.
Da ich immer schon gemacht hab was ich wollte, setze ich mich mit der Esoterik kritischer auseinander und lernte jemanden kennen, der mir schier die Schuhe auszog. Es war, wie hier so oft beschrieben, wie bei diesen Seelenverwandten ...
Mit der Zeit merkte ich, dass es egal ist, ob es eine Seelenverwandtschaft oder "nur" eine Liebe ist - oder Anhaftung oder was auch immer.
Mit ihm habe ich gefunden, was ich vorher nicht kannte, aber wieso soll ich mich jetzt irre machen und mir einreden, er wäre ein Teil von mir.
Es ist wie es ist und vor allem ohne Zwang oder große Erwartungen, wir wissen beide wo wir stehen und was wir wollen.
Jetzt bin ich an einem Punkt, an dem ich mir sage, dass am Ende jeder wissen wird, was wahr ist und was nicht.
Und so hab ich mir abgewöhnt ein besonders toller Mensch sein zu wollen oder ständig an mir arbeiten zu müssen. Ich bin, die ich bin.
Nicht perfekt, aber auf meine Weise individuell. Und das möchte ich bleiben.
Aus dem Grund passe ich in keinen Glauben und keine andere Gruppe.
Aber ich tausche mich gerne aus und erfahre oft, dass das Leben viele Geheimnisse hat, die es eben nicht gelüftet haben will.
Für mich ist es ein Mittendrin zwischen Zufall und Schicksal.

Damit lässt sich leben und ich bleib hoffentlich weiterhin offen.
LG
Tarja (sorry, war nun doch recht lang!)