Der Kurs in Wundern..Umschulung des Denkens.

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Nachtrag: die Gefühle dauern auch nicht mehr so lange, ich erkenne schneller die Ursache und finde leichter eine Lösung, ob und wie ich reagieren will. Für mich sind sie inzwischen ein Wegweiser dafür wer ich bin und wie ich wahrgenommen werden will.
 
Ich habe akribisch alle alten, verdrängten Gefühle und Verletzungen aus meinem Unterbewusstsein an die Oberfläche geholt und geheilt. War sehr schmerzhaft, aber die Tatsache, dass z.B. Wut sich nicht mehr ohnmächtig und bedrohlich sondern kraftvoll und lebendig anfühlt, war den Aufwand wert.
genau das meinte ich ja - die gefühle selbst haben sich nicht verändert -
aber durch die bewusstmachung/werdung haben sich die perspektiven verändert.
oder?
 
genau das meinte ich ja - die gefühle selbst haben sich nicht verändert -
Wut selbst fühlt sich anders an - für mich ist das eine Veränderung. Sie ist rein und klar und schön und macht Spaß - nicht immer, aber immer öfter. Vielleicht meinen wir das gleiche und haben unterschiedliche Worte dafür?
 
Nachtrag: die Gefühle dauern auch nicht mehr so lange, ich erkenne schneller die Ursache und finde leichter eine Lösung, ob und wie ich reagieren will.
Das war bei mir ein langer Weg. Zu Beginn fühlte ich mich nicht wohl und wusste nicht was das ist. Ich wollte mich verkriechen, flüchten ins heile Heim, bis ich irgendwann begriff, dass auch meine Eltern mir nicht helfen können. Dann lernte ich, dass das Gefühle sind und irgendwann lernte ich, dass es unterschiedliche Gefühle sind, die die gleichen oder auch unterschiedliche Ursachen haben können und dass die Umwelt oder die anderen Menschen nicht böse, oder zumindest gefährlich sind, sondern dass diese nur die Auslöser sind und ich es bin, der reagiert. Dann kam die Übung darimn zu erkennen was zu welchen Reaktionen führt, welche Hemmnisse einer anderen Reaktion im Wege stehen. Die Zeiten in denen mir etwas bewusst wird wurden immer kürzer. Nun kann ich meist während oder kurz nach einer Reaktion diese erkennen und auch den Motor, der diese antreibt sehen. Und es gehört auch dazu, zu seinen Gefühlen zu stehen und diese rauslassen zu dürfen, wenn ich weinen, lachen oder fluchen will, kann ich dies tun, allerdings entscheide ich mich mitunter auch dagegen und lass es. Das ist wie mit dem Libet-Experiment, das Unbewusste trifft Entscheidungen, aber ich habe noch ein Veto.

LGInti
 
Um mal beim Beispiel Wut zu bleiben: Wut ist oft durch andere Gefühle und Reaktionen verzerrt. Wer z.B. nur ungerne wütend wird, fühlt gleichzeitig Widerstand dagegen, das lässt die Wut intensiver erscheinen als sie ist. Es kann auch Scham über das wütend-Sein dazu kommen (= ich darf nicht wütend sein, bin's aber, wie peinlich), was sie verzerrt. Hilflosigkeit (= Hilfe, ich weiß nicht, wie ich angemessen reagieren soll und finde keine Lösung) erschwert das Ganze, treibt es noch mehr auf die Spitze.

Eine häufige Reaktion ist, die Wut nach außen zu projizieren: Du sollst anders sein, damit ich nicht wütend werden muss, alles Deine Schuld. Wenn dann noch alte Wut dazu kommt (= die Situation erinnert mich an andere Situationen, in denen ich mich nicht wehren oder verteidigen konnte), fühlt sich die aktuelle Wut-Hilflosigkeit-Kombination noch intensiver an.

Kurzfassung: ich bin wütend, dafür gibt es einen guten Grund. Was ist der Grund? Will ich reagieren und wenn ja wie? Wenn ich das mit mir geklärt habe, kann ich so reagieren, wie ich es bewusst entschieden habe. Wer sich bewusst entscheidet statt unbewusst zu reagieren, hat üblicherweise eine Wahl getroffen, mit der es sich leicht oder leichter leben lässt als mit der unbewussten Reaktion.

Wer an der Stelle weiter reflektiert und sich im Nachhinein anguckt "War das jetzt eine gute Wahl oder will ich nächstes Mal doch lieber was anderes ausprobieren?" "Wie hat mein Gegenüber auf meine Wahl reagiert?" "Habe ich mit der Reaktion meinen Frieden oder habe ich da etwas ausgelöst, was ich nicht auslösen wollte?", kann weiter experimentieren und findet so den passenden eigenen Umgang mit Wut, der sich gut anfühlt. Das gibt Sicherheit, die Wut wird nicht mehr vom Gefühl der Hilflosigkeit begleitet, es ist keine Scham mehr da und die Vergangenheit kann ruhen, denn was war, das war, was jetzt ist, ist jetzt.
 
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Kurzfassung: ich bin wütend, dafür gibt es einen guten Grund. Was ist der Grund? Will ich reagieren und wenn ja wie?
Die Frage an dem Punkt ist, wie verändern sich Gefühle, wenn ich mit dem Verstand eingreife, kann ich überhaupt ein anderes Gefühl erzeugen, als das, was unwillkürlich entsteht? Wie authentisch bin ich, wenn ich mich rational für ein bestimmtes Gefühl entscheide. Ich denke, sobald sich der Verstand einmischt kann es nicht mehr authentisch sein. Das würde heißen, die Wahrnehmung und das ausagieren (wie will ich reagieren) muss auf der emotionalen Ebene bleiben um authentisch zu sein.

Das erinnert mich an Situationen, wo ich wütend werde und dann natürlich lauter werde und meine Frau sagt: sei nicht so laut, die Kinder schlafen - was meinst du was passiert da - in mir und im Miteinander?

LGInti
 
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