DDR

Ich kann mich in die Menschen, die in der DDR gelebt und aufgewachsen sind, sehr gut hineinversetzen.
Jeder Mensch verbindet mit dem Land, in dem er geboren wurde und gelebt hat, eine Verwurzelung, ein Heimatgefühl.
Selbst wenn man diesem Land einmal den Rücken gekehrt hat...es bleiben die Erinnerungen an Kindheit, Freunde, Familie, alles, was einen geprägt hat.
Das alles zu verleugnen - selbst wenn man als Erwachsener vom Verstand her weiß, dass es ein Unrechtsstaat war - kommt gewissermaßen einem Verrat gleich, zumindest im Herzen.
Weil ein Land ja sehr viel mehr ist als nur seine politische Führung.

Und wenn dann praktisch von heute auf morgen dieses Land vom "erfolgreicheren" Bruder einfach übernommen wird - in guter Absicht wohl - aber die Menschen einfach ins kalte Wasser geschmissen werden und dann auch noch dankbar sein sollen ob der Freiheit und der blühenden Landschaften, dann kann ich die Zwiespältigkeit verstehen.
Denn es ist die Identität verlorengegangen, und die kann weder Wohlstand noch Reisefreiheit ersetzen.
 
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Ich bin FÜR die Freiheit.
Solange bis die Wirtschaftswissenschaftliche Forschung etwas besseres anbieten kann.
(Z.B. kann mithilfe der Prinzipal-Agent-Theorie die ausführenden Geschäftsführer dazu gebracht werden, dass sie verlässliche Berichte darüber abgeben, wie hoch die Produktion im nächsten Jahr sein wird!!! Wenn sie davon abweicht, schadet es den Geschäftsführern.)

Aber: Wieso soll der Kunde König sein?
Der arbeitende Mensch, der, der sich anstrengt, soll doch bessergestellt sein, als der, der ein Gut sucht. Oder?
Nämlich heute, sind die, die Nahrung suchen auch nicht befriedigt!

Ach! Ich weiß es auch nicht so genau.
 
Ich kann mich in die Menschen, die in der DDR gelebt und aufgewachsen sind, sehr gut hineinversetzen.
Jeder Mensch verbindet mit dem Land, in dem er geboren wurde und gelebt hat, eine Verwurzelung, ein Heimatgefühl.
Selbst wenn man diesem Land einmal den Rücken gekehrt hat...es bleiben die Erinnerungen an Kindheit, Freunde, Familie, alles, was einen geprägt hat.
Das alles zu verleugnen - selbst wenn man als Erwachsener vom Verstand her weiß, dass es ein Unrechtsstaat war - kommt gewissermaßen einem Verrat gleich, zumindest im Herzen.
Weil ein Land ja sehr viel mehr ist als nur seine politische Führung.

Und wenn dann praktisch von heute auf morgen dieses Land vom "erfolgreicheren" Bruder einfach übernommen wird - in guter Absicht wohl - aber die Menschen einfach ins kalte Wasser geschmissen werden und dann auch noch dankbar sein sollen ob der Freiheit und der blühenden Landschaften, dann kann ich die Zwiespältigkeit verstehen.
Denn es ist die Identität verlorengegangen, und die kann weder Wohlstand noch Reisefreiheit ersetzen.
Genauso ist es. Dieser Verlust kommt einem persönlichen Scheitern auf ganzer Linie gleich. Das wurde aber gar nicht bedacht geschweige denn psychologisch verarbeitet. Ein grosses Versäumnis, welches die eine oder andere Form der Depression zur Folge hat... unerkannt, wohl bemerkt.
 
Die einen können doch nur von aussen betrachten und die anderen sehen halt anders, weil sie im Inneren waren.

Das gilt auch umgekehrt. Die in der DDR aufgewachsenen wissen nicht wie es war im Nachkriegsdeutschland des Westens aufzuwachsen. Aber komischerweise wissen manche (viele) ehemalige DDRler, wie egoistisch wir angeblich gelebt haben. Ich musste nach der Wende ganz verdutzt feststellen, dass wir uns nie gegenseitig halfen, nur auf unseren Vorteil bedacht waren, ausschließlich konsumorientiert waren usw.

Das spiegelt auch ganz und gar nicht mein Leben und meine Erfahrungen in diesem Teil des Landes wieder.

Die Arroganz mancher Wessies, die DDRler erfahren haben, haben wir auch von einem Teil der Ossies erfahren. Ich zumindest hatte lange Zeit keine Lust mehr mir von Ossies anzuhören, dass sie die besseren Menschen waren.

Erst als ich Ossies kennenlernte, die diese Einteilung nicht machten, fand ich die Gespräche bereichernd und bin dankbar für manche Freundschaft, die sich entwickelt hat. Ob Ossie oder Wessie spielt da auch keine Rolle.
 
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Und wenn dann praktisch von heute auf morgen dieses Land vom "erfolgreicheren" Bruder einfach übernommen wird - in guter Absicht wohl - aber die Menschen einfach ins kalte Wasser geschmissen werden und dann auch noch dankbar sein sollen ob der Freiheit und der blühenden Landschaften, dann kann ich die Zwiespältigkeit verstehen.
Denn es ist die Identität verlorengegangen, und die kann weder Wohlstand noch Reisefreiheit ersetzen.

Sorry, aber das stimmt nun gar nicht. Es war ja damals gerade die Mehrheit in der DDR, die eine schnelle Wiedervereinigung und den Anschluß an den Westen wollten.

Die Einheit ging viel zu schnell, der Druck kam aber auch sehr wohl aus dem Osten. Der Westen hat den Osten nicht einfach so übernommen.
 
Die Einheit ging viel zu schnell, der Druck kam aber auch sehr wohl aus dem Osten. Der Westen hat den Osten nicht einfach so übernommen.

Ob nun zu schnell oder nicht zu schnell, jedenfalls war der Wunsch nach der Einheit damals der Wunsch der großen Mehrheit der Bürger der Ex-DDR.

Das wird nun im Osten gerne total vergessen und verdrängt.
 
Ob nun zu schnell oder nicht zu schnell, jedenfalls war der Wunsch nach der Einheit damals der Wunsch der großen Mehrheit der Bürger der Ex-DDR.

Das wird nun im Osten gerne total vergessen und verdrängt.
Ja leider hatten Viele eben nicht mehr auf Wenige gehört
Auch wenn die Mehrheit es wollte, darf man doch sagen, was schief gelaufen, darf man doch sagen, dass das was man sich erhoffte nicht eingetreten ist.

So isser der Mensch, erst im Rückblick sieht er die Dinge klarer.


Ein "Du wolltest es doch und nun jammere nicht rum" ist auch nicht so das Wahre
 
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Jetzt kommt der Ostdeutsche und sagt:
"Man konnte auch gut Leben in der DDR, es war nicht alles Schlecht. Die Leute haben auch das Beste draus gemacht.(Die Einheit war jetzt auch nicht so dolle für Uns)
Sicher war nicht alles schlecht, für den der sich ins System eingefügt und mitgemacht hat. Es gab doch in der DDR eine Elite, die sich so ziemlich alles leisten konnte was es in Intershops mit Westgeld zu kaufen gab. Privilegien, die der Normalbürger nicht hatte.
Wer sich nicht ins sozialistische System einfügen konnte, der hatte es schwer.
Das Schlechte überwog bei weitem, ganz davon abgesehen das die DDR Ende 1989 vor der Pleite stand.
Wenn ich mir die tollen Städte wie Leibzig oder Weimar anschaue, die auch mit dem Soli der Westdeutschen so schön gemacht wurden und dagegen die inzwischen verkommenen und verschuldeten Ruhrpottkomunen ansehe, dann überkommt mich die Wut, wenn ich von einigen Ost-Realitätsverweigerern höre:

Die Einheit war jetzt auch nicht so dolle für Uns. So gesehen war die Einheit für uns auch nicht so dolle.

Wir sprechen hier von einem geschichtlichen Minalzeitraum von 30 Jahren. Die Mauer in den Köpfen ist leider noch da, auf beiden Seiten. In 100 oder 200 Jahren wird zusammengewachsen sein, was sich heute noch nicht zusammengewachsen fühlt. Davon bin ich überzeugt.
 
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