Neutrino
Sehr aktives Mitglied
- Registriert
- 31. August 2008
- Beiträge
- 15.954
An dem Verhalten und der Kommunikation Drostens bzgl. der Nicht-Beteiligung an VTs und Gerüchten ist genau gar nichts unwissenschaftlich. Die Möglichkeit eines "unter Umständen sogar absichtlichen Laborunfalls" ist in jedem Fall schon damals aber auch heute noch nichts weiter als eine Verschwörungstheorie. Daran änderten auch Experimente nix. An diesem Fakt also hat sich nichts geändert. Und wird es auch nicht bis zu dem Zeitpunkt, an dem diese VT eben aufgeklärt ist. Drosten wird sich also wenn überhaupt davon distanziert haben, diese Möglichkeit nahezu 100 Pro ausgeschlossen zu haben. Zu diesem Zeitpunkt war das mit dem kranken Trump und einer Welt in Aufruhr im Anti-China-Modus auch genau richtig, zunächst. Sehr früh räumte er aber in verschiedenen Interviews ein, dass er einen natürlichen Ursprung zwar für sehr viel wahrscheinlicher hält, aber eben auch "alles möglich wäre" (frei wiedergegeben). Und Achtung Überraschung für dich: In verantwortungsvollen Positionen und einer entsprechenden Informationspolitik geht es um mehr, um sehr viel mehr als Rechthaberei.Es geht mir hier nicht um moralische Verurteilung. Aber es ist doch Fakt, dass dieser Brief alle Theorien, das Virus sei nicht natürlichen Urpsrungs, als Verschwörungstheorie diffamiert. Man kann doch dann nicht behaupten, man sei dem immer aufgeschlossen gewesen.
Er hat seine Kommunikation dahingehend erst wesentlich später verändert und das nicht mehr ausgeschlossen - vor allem weil in den USA dann so viel herauskam.
Abgesehen davon: Er würde mir hier doch nicht mal widersprechen, denn er macht ja deutlich das er den Brief so nicht mehr unterschreiben würde. Darin steht ja u.a. auch "The rapid, open, and transparent sharing of data on this outbreak is now being threatened by rumours and misinformation around its origins."
In Wirklichkeit hat v.a. China ja nie gut kooperiert. Drosten beklagt zudem, dass auch US-Kollegen, die von den Experimenten wussten, nicht offen waren. Unterm Strich ist der Vorwurf an ihn, er habe sich an Vertuschungen beteiligt, sicherlich falsch. Richtig ist aber, dass er sich klar positionierte ohne genug zu wissen - das ist nicht wissenschaftlich.