christliche Wunderheilungen ...

Warum nicht zur Abwechslung gucken, für welche Fälle das von ihnen Geschriebene zutrifft
- statt generell und immer nur über DIE Fälle von Erkrankungen zu schreiben, wo es hakt?

Weil nicht von einzelnen Fällen/Erkrankungen geschrieben wird, sondern Formulierungen wie "sehr oft" etc. dem Geschriebenen auch eine behauptete Häufigkeit oder Allgemeingültigkeit beimessen, die so nicht gegeben ist.

Darüber hinaus, weil dieser Satz:
Der Zustand des Natürlichen ist eigentlich die Gesundheit.
schlicht falsch ist. Leider.
 
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Warum nicht zur Abwechslung gucken, für welche Fälle das von ihnen Geschriebene zutrifft
- statt generell und immer nur über DIE Fälle von Erkrankungen zu schreiben, wo es hakt?

Aber wir können das mal trotzdem kurz durchgehen.

Welche Erkrankungen wären das denn?

Da fallen mir zuerst psychische Erkrankungen ein.

Da gibt es welche, die ihre Ursache in schädlichen Gedankenmustern haben, aber auch gleichartige, bei denen das nicht Ursache sondern Symptom ist. Da spricht man beispielsweise im Unterschied zwischen endogenen Depressionen, denen kein psychischer Grund zugeordnet werden kann, und exogenen oder reaktiven Depressionen, bei denen es erkennbar ist, was den Menschen in die Depression getrieben hat.

Einige dieser Erkrankungen kann man erfolgreich mit einer Psychotherapie behandeln bis hin zu heilen - sozusagen eine vermittlung von "richtigerem Denken" - aber das gilt leider nicht bei allen. An z.B. einem Menschen mit einer akuten psychotischen Episode kommt man gar nicht kognitiv heran, als dass er auch nur verstehen könnte, dass er gerade falsch denkt.

Gehen wir kurz weiter zu den körperlichen Leiden. Da sind so einige eine Folge von einem ungesundem Lebensstiel - zu wenig Bewegung, zu viel ungesundes Essen, Rauchen, Alkohol, Umwelteinflüsse. So weit so gut, das kann man als "falsches Denken" deklarieren. Da ist aber der Satz falsch, dass man dann durch richtiges Denken automatisch Heilung erzielen kann. Das klappt nur in den Anfangsstadien, und später werden dann doch auch medizinische Eingriffe zusätzlich notwendig.

Unfallverletzungen kann man, wenn man will, auch als Folge von Leichtsinnigkeit - auch eine Form von "falschem Denken" - deklarieren. Aber wie stark kann/will man wirklich aufpassen? Auch bei äußerster Vorsicht lassen sich Unfälle nie 100% vermeiden, und eine zu große Vorsicht raubt auf der anderen Seite auch mehr Lebensqualität als der vergleichsweise kleine Gewinn an mehr Sicherheit einem gibt.

Wie Infektionskrankheiten, Tumor- bzw. Krebserkrankungen oder genetische Erkrankungen als Folge von falschem Denken betrachtet werden könnten, ist mir vollkommen schleierhaft, bzw. wer das tut ignoriert da die echten Ursachen und Schicksale gewaltig.
 
@Joey
Die ersten Ursachen für körperliche und seelische Leiden liegen sehr oft im falschen Denken.
"Da fallen mir zuerst psychische Erkrankungen ein", sagst du. Kennst du auch das Wort "Leiden"?
Es hat nicht immer gleich alles ein bestimmtes Etikett, IST dieOderdie feststehende "Krankheit".
"Seelische Leiden" stehen auch mit in dem Satz - und du sprichst die "Gedankenmuster" an.
Genau die sind ein wesentlicher Inhalt heutiger Therapiegespräche/Therapien, soweit ich weiß.
Und die sind nicht nur fürs Emotionale/Psychische von Belang, sondern auch für das Körperliche.

Bei körperlichen Leiden fällt dir allmöglicher Raubbau an der Gesundheit durch schlechte Gewohnheiten ein.
Und womit hängen die zusammen? Was soll ein Zuviel an Essen, Alkohol usw vertreiben/einem vorspielen?
Daß es einem auf simple Art besser gehen kann, einfach, indem man sich maßlos davon einverleibt/"gönnt".
Es geht also um ein Gefühl, und das Denken sucht eine Lösung dafür, einen Ausweg, der leicht zu gehen ist.
Merkste? Möchte man die schädigenden Gewohnheiten ändern, muß das Denken sich verändern, nämlich
zB dahin, daß es ein gutes Gefühl macht, gute Sachen zu essen und zu trinken, auch wenn das Mühe macht.
Daß es sich lohnt, für sich zu sorgen, den dafür nötigen Einsatz zu erbringen, statt rasch etwas "einzuwerfen".
Daß man in Gesellschaft nicht der tolle Hecht sein muß, der zu sein man nur mit Alkoholpegel fertigbringt....

Zu körperlichen Leiden hab ich noch einen Gedanken, auf den du wie ich glaube noch nicht gekommen bist.
Es gibt ja nicht immer nur ultraschlimme Krankheiten, sondern auch vieles an Unpäßlichkeiten/Beschwerden.
Allein schon zum Beispiel das Atmen und die Haltung. Zu flaches gepresstes Atmen oder krumme Haltung,
das fühlt sich nicht nur sehr bald echt unangenehm an, sondern daraus kann und wird Krankheit folgen, von
Lungenkrankheiten durch mangelnde Belüftung, Schmerzen wegen verkürzten Muskeln, gedrückten Nerven...
Oder denk an all die Bauchweh-Sachen, die klar mit Streß, Hektik, Unruhe, Unentspanntheit zusammenhängen.
Wieder fängt´s mit Denken an, zB: wird Leistung gefordert, muß ich mich plagen, hetzen; unterdrücken, was
an natürlichen Bedürfnissen in mir ist, und was ich wirklich brauchen würde weit hintenanstellen, mich triezen.

An "falschem" also für einen selbst nicht guten/nicht förderlichen Denken gibt es natürlich noch viel mehr.
Was am eigenen Denken aus lauter Gewohnheit für einen selbstverständlich aber eben nicht gut ist, darauf
muß man erstmal kommen. Und dann entdeckt man vllt auch, wie es sich schon auf Körperliches auswirkte.
 
Zuletzt bearbeitet:
@Joey
Die ersten Ursachen für körperliche und seelische Leiden liegen sehr oft im falschen Denken.
"Da fallen mir zuerst psychische Erkrankungen ein", sagst du. Kennst du auch das Wort "Leiden"?
Es hat nicht immer gleich alles ein bestimmtes Etikett, IST DieOderDie feststehende "Krankheit".

Nicht nur ich dachte und denke an Krankheiten. Dazu schaue man sich auch ein paar weitere Sätze im betreffenden Post an:

Falsches Denken macht krank. Richtiges Denken lässt uns gesund werden und gesund bleiben.
Diesem Leitsatz folgte der Apotheker Emil Coué (1857-1926), als er seinen Patienten versicherte: "Wenn Sie denken, sie seien krank, so werden Sie krank; wenn Sie denken, Sie genesen, so geschieht dies."

"Seelische Leiden" stehen auch mit in dem Satz - und du sprichst die "Gedankenmuster" an.
Genau die sind ein wesentlicher Inhalt heutiger Therapiegespräche/Therapien, soweit ich weiß.

Was nur in den Fällen heilend ist, wo diese Gedankenmuster auch Ursache des Leidens sind, und wo die Patienten in der Lage sind, die Musterzu erkennen und zu ändern.

Beispielsweise auch Probleme mit der Schilddrüse haben Depressionen als Symptom. Die betreffenden Menschen kannst Du therapieren, wie Du willst: Sie KÖNNEN da nicht durch ändern der depressiven Gedankenmuster alleine raus kommen, bzw. wenn die körperliche Ursache erfolgreich erkannt und behandelt wird, verschwinden die Gedankenmuster auch ohne Therapie.

Und die sind nicht nur fürs Emotionale/Psychische von Belang, sondern auch für das Körperliche.

Welche körperliche Erkrankung wird (alleinig) durch Psychotherapie geheilt? Denn angeblich gilt ja auch:

Wenn wir also durch falsches Denken krank werden können, müssten wir durch richtiges Denken die Gesundheit wieder herstellen können.

(...) An "falschem" also für einen selbst nicht guten/nicht förderlichen Denken gibt es natürlich noch viel mehr.
Was am eigenen Denken aus lauter Gewohnheit für einen selbstverständlich aber eben nicht gut ist, darauf
muß man erstmal kommen. Und dann entdeckt man vllt auch, wie es sich schon auf Körperliches auswirkte.

Und trotzdem ist bei weitem nicht alles derart psychosomatisch verknüpft, und man findet sehr viel - ich denke mehr - Leiden, wa man NICHT derart auf die Psyche und "falsches Denken" zurückführen kann.

Infektionskrankheiten und auch Parasitenbefall haben keine psychische Ursachen. Von einer Erkältung, Noro-Infektion oder ähnlichem genest man häufig von alleine, und muss sich weder "gesund denken" noch wird man wesentlich seltener krank, nur weil man nur "richtig denkt" (bzw. die Methoden, mit denen einige das versuchen, empfinde ich selbst ebenfalls demgegenüber als krank - wer alleine lebt, wird seinen Alltag vielleicht einigermaßen infektionsarm hinbekommen können, aber sobald man z.B. Kinder in Schulen hat, spielt man unweigerlich Infektions-Ping-Pong). Und dann gibt es einige Erreker, wo man "richtig denken" kannst, wie man will... man wird unabhängig davon mit einer nicht kleinen Wahrscheinlichkeit sterben.

Krebserkrankungen haben auch keine psychischen Ursachen. Nicht wenige Menschen erleiden im Laufe ihres Lebens eine Krebserkrankung. Und dass es mehr werden, liegt nicht nur hauptsächlich daran, dass die Menschen ungesünder leben, sondern auch weil andere Todesursachen mittlerweise derart zurück gedrängt werden, dass die Menschen im Schnitt mehr Zeit haben, irgendwann eine Krebs-Erkrankung zu bekommen.

Genetische Beeinträchtigungen haben auch keine psychischen Ursachen und lassen sich auch nicht durch richtiges Denken beheben. Ich habe z.B. eine Farbsehschwäche - kleine und ziemlich häufige (und mitunter nervige/hinderliche) Unpässlichkeit. Mit keiner Psychotherapie oder sonstiger Denkschulung wird das wirklich geheilt werden können.
 
Zuletzt bearbeitet:
Und trotzdem ist bei weitem nicht alles derart psychosomatisch verknüpft, und man findet sehr viel - ich denke mehr - Leiden, wa man NICHT derart auf die Psyche und "falsches Denken" zurückführen kann.

Und gleichzeitig findet man oft da "Wunderheilungen" wo es nie eine Krankheit gegeben hat - sondern der oder die "Wundergeheilte" plötzlich wieder "mehr Appetit" hatte oder "wieder besser schlafen konnte". Dabei kann der Wunderglaube auch einiges anrichten, wenn z.B. eine Frau verehrt wird, die anscheinend nichts (bzw. nur Oblaten) aß - anstatt etwas gegen die offenkundige Essstörung zu unternehmen.

Ich finde es oft seltsam, wie Menschen dazu gedrängt werden, die Psyche zu berücksichtigen. Vor meiner letzten OP fragte man mich auch, ob mich der Klinikpsychologe aufsuchen dürfte, weil ich "damit nicht allein fertigwerden müsse." Ich lehnte ab - was ich nicht getan hätte, wenn ich damit zur Verbesserung der Prognose beigetragen hätte.

Aber um bei "Wundern" zu bleiben: Es werden unzählige Wunderdiäten angeboten. Zwar distanzieren sich die Autoren von Heilversprechen, so dass sie juristisch nicht belangt werden können - suggerieren aber oft eindeutig, dass ihre Ernährungsweise Wunder wirke. Damit dass sich fett - und zuckerarme Ernährung positiv auf Blutzucker- und Cholesterinspiegel auswirken, lockt man aber keinen Hund mehr hinter dem Ofen hervor. Also sind die angepriesenen Wunderdiäten extremer - und nicht selten schädlich.
 
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