Ich verstehe Tarbagans Punkt, dass eine Sucht etwas ganz anderes ist, als auf etwas einfach nicht verzichten zu wollen. Sucht ist gekennzeichnet von Zwang, von Leid, von Einschränkung der Lebensqualität - und nicht von Berreicherung derselben. Ich habe nicht das Gefühl, ich gehe unter, wenn ich keine Nudeln mehr esse und Tarbagan geht nicht kaputt bei dem Gedanken, keinen Wein mehr zu trinken - wir KÖNNTEN aber ohne, nur wir wollen nicht. Und das ist auch keine Sucht, weil ich nicht jeden Tag ein Kilo Nudeln essen muß und Tarbagan keine Pulle Wein pötten um zu funktionieren. Zwischen "ich will nicht verzichten" und "ich kann nicht verzichten" ist ein gewaltiger Unterschied. Sonst wären alle Menschen ja nach zig Sachen süchtig. Sucht definiert sich aber über krankhaft abhängig.
Genau so ist es.
sternja schrieb:
Und das nächste: Aber bei Cannabis solls schon funktionieren, ja?
Denen darf man also durchaus vorschreiben, dass sie ihr Lebtag keinen Joint mehr zu rauchen haben. Gefälligst! Weil steht ja auf ner Liste und was da drauf steht is illegal, verboten, führt zum Tode, in jedem Fall. *lach*
Das hat gar nix mit unserem Gesprächsthema "Sucht" zu tun. Man wird nicht weniger oder mehr süchtig, nur, weil das Objekt der Sucht verboten ist oder nicht.
sternja schrieb:
Süchtig (im Sinne dessen was die Gesellschaft darunter versteht) ist man, wenn man etwas übertreibt.
Das ist jetzt die dritte Definition, die du hier bringst. Magst dich mal entscheiden?

Zuerst hast du gesagt, Sucht ist, wenn man nicht ohne Probleme mit was aufhören kann.
Dann hast du gesagt, Sucht ist, wenn man ohne was nicht mehr Leben kann.
Jetzt sagst du, Sucht ist, wenn man was übertreibt.
Alle diese drei Definitionen sind völlig unterschiedlich und keine davon trifft den Nerv von "Sucht" wirklich. Diesen Nerv beschreibt fantastfisch oben extrem treffend. Sucht macht einen kaputt, über kurz oder lang.
sternja schrieb:
Siehe oben. Vielleicht gibts ja sogar gesunde Suchten?
Nein. Sucht ist begriffsnotwendig mit "Krankheit" verknüft. Eine Sucht, die keine negativen Auswirkungen auf dein Leben hat, nennt man eine
Leidenschaft. Du setzt hier beide Begriffe gleich und das ist einfach falsch, weil du damit den Kern von Sucht völlig verkennst.
sternja schrieb:
Und dein Siechtum ist deine Meinung.
Nein, ist es nicht. Sucht und Siechtum kommen etymologisch vom gleichen Ursprung. Das ist nunmal so, sorry.
sternja schrieb:
Das kommt drauf an was er nun genau damit meint.
Meint er damit nun "ich hätte ein Problem ohne."
Oder meint er "ich könnte auch ohne wenn ich wollte."
Natürlich hätte ich ein Problem, wenn ich nie wieder ein Glas Wein trinken könnte. Ich trinke gern Wein, und mein Problem läge darin, dass ich etwas nicht mehr machen kann, obwohl ich es gern tue.
Das ist aber etwas anderes als "
ich kann nicht ohne Wein leben", genau davon rede ich ja die ganze Zeit.