Bluttransfusionen

Sind Bluttransfusionen wichtig und retten Leben?

  • Ja!

    Stimmen: 48 81,4%
  • Nein!

    Stimmen: 11 18,6%

  • Umfrageteilnehmer
    59
  • Umfrage geschlossen .
Hallo Zauberin :)

Möchtest Du damit sagen, dass es keine Möglichkeit gibt, das Blutbild der Chemopatienten während der Chemo zu kontrollieren und bei Verschlechterung gleich verbessernde Massnahmen zu ergreifen? Erst nach der Chemo, wenn es dem Patienten schon ganz schlecht geht?

Man "impft" also NACH der "Krankheit". ;) (präventiv = vorbeugend)

Doch, natürlich kann man immer kontrollieren, man tut es auch häufig. Aber die "verbessernde Maßnahme" Gabe von Erytrozythen-Konzentrat oder Humanalbumin oder anderen Blutbestandteilen macht erst Sinn, wenn ein Teil der "Chemo" abgebaut ist. Sonst würde die Chemo die gegebenen Konzentrate sofort wieder zerstören.

Wenn ein Patient ein schlechtes Blutbild hat, wird die Chemo erst gar nicht gemacht.

Konserven sind keine "Impfung", sie vorbeugend zu geben macht nur manchmal Sinn. EPO zu geben macht auch nicht unbedingt Sinn, da damit die Blutbildung angeregt wird: Die "Herstellungsstätten" wie das Knochenmark sind aber häufig durch die Erkrankung geschädigt, und dann wird etwas angeregt, was eh schon auf "Reserve" läuft.

Lieben Gruß
Rita
 
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Ninja schrieb:
Es ist teurer.

Ich habe in diversen Krankenhäusern gearbeitet, also in der Steiermark als auch in Salzburg und ich kann Elisabetha nur bestätigen, es gibt eine allgemeine Gefahrenzulage, weiß nicht woher Du das hast, daß Ärzte was bezahlt bekämen, wenn sie Blutkonserven anhängen?
Man bekommt die Gefahrenzulage sobald man mit infektiösen Material, was alles an Blut, Auschheidung usw. betrifft, in Kontakt treten kann. Das beinhaltet auch schon die "normale" Blutabnahme. Nur, by the way, von dieser Zulage wird man nicht reich.

Danke, danke, danke.... Mit glaubt hier anscheinend keiner... danke für deine Bestätigung!
 
Zauberin schrieb:
Hallo Elisabetha!

Möchtest Du damit sagen, dass es keine Möglichkeit gibt, das Blutbild der Chemopa-
tienten während der Chemo zu kontrollieren und bei Verschlechterung gleich verbessernde Massnahmen zu ergreifen? Erst nach der Chemo, wenn es dem Patienten schon ganz schlecht geht?

Man "impft" also NACH der "Krankheit". ;) (präventiv = vorbeugend)

Alles Gute :)
P.

Mit präventiv meinte ich präventiv gegen einen Hb-Abfall.

Wie Green Tara schon erklärt hat macht das erst einige Tage nach einer Chemo Sinn, ansonsten "schüttest" du in einen Menschen Unmengen von Mittel die er gar nicht verwerten kann - was wiederum sehr anstrengend und belastend ist für den Patienten (genau das was wir nicht wollen).

Wir klären unsere Patienten eh über die Anzeichen eines Hb Abfalls auf. Wir sagen ihnen auch, das sie kommen sollen, wenn es ihnen schlechter geht, aber viele kommen halt erst wenn Feuer am Dach ist!
Wie gesagt, es wir vorher eine genaueste Blutanalyse gemacht mit Entzündungsparameter, Nieren und Leberfunktion, genaues Blutbild usw. ansonsten wird die Chemo nicht gegeben. Nach der Chemo sind (auf meiner Abteilung) sieben Tage Pause, damit das Präperat so zu sagen wirken kann. Dann wird die Blutanalyse wieder gemacht und auf Veränderungen reagiert. Anders geht es nicht wirklich und wie gesagt, vorbeugend Erypo funktioniert nicht...

Du musst auch sehn, das diese Menschen echt oft im Krankenhaus sind. Meistens kommen diese Patienten alles 3 Wochen für zwei Tage zur Chemo, dazwischen eine Woche nach Gabe ambulante Blutbildkontrolle - also sind sie ständig da. Das diese Leute dann nur mehr kommen wollen wenn es ihnen wirklich sch... geht versteh ich wirklich gut!

Liebe Grüsse
 
Ninja schrieb:
Ich habe in diversen Krankenhäusern gearbeitet, also in der Steiermark als auch in Salzburg und ich kann Elisabetha nur bestätigen, es gibt eine allgemeine Gefahrenzulage, weiß nicht woher Du das hast, daß Ärzte was bezahlt bekämen, wenn sie Blutkonserven anhängen?
Man bekommt die Gefahrenzulage sobald man mit infektiösen Material, was alles an Blut, Ausscheidung usw. betrifft, in Kontakt treten kann. Das beinhaltet auch schon die "normale" Blutabnahme. Nur, by the way, von dieser Zulage wird man nicht reich.

Danke für die Bestätigung!
Man bekommt die Gefahrenzulage sobald man mit infektiösen Material, was alles an Blut, Ausscheidung usw. betrifft, in Kontakt treten kann. Man bekommt sie aber nicht bei Volumenexpandern.

Also auch bei der Transfusion!!!

Generell ist alles eine Sache der "Dosis" ob man damit Geld verdient oder nicht. Die Ölmultis erklären uns auch immer, sie würden am Treibstoff nichts verdienen und veröffentlichen dann aktuelle Rekordgewinne. Woher sind die bloß gekommen?

Es ist aber für mich immer wieder faszinierend, wie Blut einmal vom Gesetzgeber als gefährlicher "Sondermüll" oder "infektiöses Material" beschrieben wird und von den Forumsexperten als unumgängliches Mittel der Wahl präsentiert wird.

LG
Sysco
 
hmmm... ist es nicht so, dass man gefahrenzulagen generell einmal im monat als gehaltsbestandteil überwiesen bekommt, ganz egal, wie oft man in einer potentiell gefährlichen situation war oder auch nicht? bei meiner gefahrenzulage ist es jedenfalls so.

außerdem stell ich mir das so vor (korrigiert mich, wenn ich falsch liege): blutendes unfallopfer kommt ins krankenhaus - arzt kommt in kontakt mit blut - potentiell gefährliche situation ist gegeben - wurscht, ob er nun mit expandern oder konserven behandelt - arzt kriegt gefahrenzulage (so das in diesem kh möglich ist) sowieso, hat also keine finanziellen interessen. wenn er allerdings erfolgreich mit expandern arbeitet, kann er aufsätze dazu veröffentlichen, was der karriere gut tut.

dass der gesetzgeber blut als potentiell gefährlich sieht, ist absolut nachvollziehbar. beim blutenden menschen kann ich auf den ersten blick einfach nicht sagen, welche krankheiten er hat - was, wenn er AIDS hat? selbst in der autoapotheke muss ich handschuhe mitführen. klar ist man bei menschen aus dem medizinischen bereich, die ständig mit kranken zu tun haben, besonders vorsichtig. oder willst du sämtliche hygienevorschriften abschaffen?
 
Mondkriegerin schrieb:
klar ist man bei menschen aus dem medizinischen bereich, die ständig mit kranken zu tun haben, besonders vorsichtig. oder willst du sämtliche hygienevorschriften abschaffen?

Liebe Mondkriegerin!

Muss mich mal kurz einmischen *smile* - ich glaube nicht, dass Syscomed das gemeint hat. Ich glaube eher, dass er nur darauf hinweisen wollte, dass Plasmaexpander im Vergleich zu Bluttransfusionen weniger risikobehaftet sind - sowohl für den Arzt als auch für den Patienten.

Liebe Grüße
Reinfriede
 
Danke Reinfriede,

du hast mich richtig verstanden. Natürlich möchte ich nicht die Hygienevorschriften abschaffen. Wir können froh sein, dass wir sie haben.

Aber ich möchte auch auf die paradoxe Situation hinweisen!! Und die ist bei Blut nun noch gravierender, als bei Impfungen.

Als Elternteil wirst du als asozial angesehen, wenn du dich weigerst, dein Kind impfen zu lassen, denn Impfen rettet leben!!!!
Zumindest wird uns das so sugeriert.
NIEMAND redet über die Risiken!! Ein Freund von mir hat die Vortragsreihe von Dr. med. Lanka über die Risiken von Impfungen organisiert. Sofort hatte er eine einstweilige Verfügung von der Ärztekammer, um die Vorträge abzustellen.

UNS hat niemend über die Risiken der Polio-Lebendimpfung aufgeklärt. Ich war in Linz im Magistrat bei einem Informationstag, wo über die Notwendigkeit von Impfungen gesprochen wurde. Dabei wurde im Vortrag gesagt, wie sicher alle Impfungen sind. Nachher fragte einer der Zuhörer, wie das denn mit Impfschäden wäre, worauf der Referent sagte, das wäre alles nur dummes Geschwätz und Panikmache, den die Risiken gibt es praktisch nicht. Als ich das gehört hab, ist mir fast das "sinnbildliche Taschenmesser in der Hose aufgesprungen". Ich hab aufgezeigt und gefragt, ob man mich von der Bühne aus sehen kann. Als dies bejaht wurde, hab ich erklärt, dass es mich praktisch nicht gibt, denn mein Sohn hat einen vom BSA bescheinigten Impfschafen mit einer 80% Invalidität.

Du wirst als Spinner angesehen, wenn du dich weigerst, die Blut geben zu lassen, denn Blut rettet leben!!!!
Zumindest wird uns das so sugeriert.
Wieder redet NIEMAND über die Risiken!! Ich kenne genügend Fälle, die nach der Transfusion die Kacke am Dampfen hatten. Meine Mutter z.B. bekam nach einer unnötigen Entfernung der Eierstöcke aufgrund eines unter 10 gesunkenen Hb's zwei noch unnötigereKonserven. Sie hatte schlimmste Reaktionen und schrammte knapp am Tod vorbei.

NIEMAND hat uns wirklich über die Risiken aufmerksam gemacht. Die Ärzte, auf die Situation angesprochen, sagten, meine Mutter hätte die Einwilligung zur Operation unterschrieben und da wäre auch der Passus mit der Übernahme der Verantwortung im Falle von Komplikationen bei Transfusionen unterschrieben worden. So wäre sie selber Schuld, wenn etwas passiert.

LG
Sysco
 
Syscomed schrieb:
Danke für die Bestätigung!
Man bekommt die Gefahrenzulage sobald man mit infektiösen Material, was alles an Blut, Ausscheidung usw. betrifft, in Kontakt treten kann. Man bekommt sie aber nicht bei Volumenexpandern.

Also auch bei der Transfusion!!!

Es ist aber für mich immer wieder faszinierend, wie Blut einmal vom Gesetzgeber als gefährlicher "Sondermüll" oder "infektiöses Material" beschrieben wird und von den Forumsexperten als unumgängliches Mittel der Wahl präsentiert wird.

LG
Sysco

"Man" bekommt diese Zulagen wenn man mit Blut, Ausscheidungen usw. in Kontakt kommt. Ich komme jeden Arbeitstag damit in Kontakt, aber ich bekomme diese Zulage nicht. Unser Stationsarzt kommt jeden Tag mit Blut in Kontakt. Er bekommt diese Zulage nicht, obwohl er auch Transfusionen durchführt. Wenn ich sie bekommen würde, dann würde ich euch gerne sagen wieviel es ist, ich weis nur das es eine lächerliche Summe ist...
Es kommt hier so rüber als würde man die im Gesundheitswesen automatisch bekommen - dem ist nicht so!!

Ich weis ja nicht wen du mit "Forumsexperten" meinst, aber ich wollte nur klar machen, das Blut nicht immer nur schlecht ist, Nebenwirkungen auslöst und man davon sowieso Hepatitis oder sonst was bekommt. Es ist eine gute Möglichkeit in schwierigen Situationen dem Patienten zu helfen, schnell und lange wirksam.

Jeder Mensch hat immer die Möglichkeit Behandlungen jeder Art abzulehnen, wenn er das nicht möchte. Jeder ist Eigenverantwortlich und kann tun und lassen was er will und er muss dann auch mit möglichen Problemen daraus resultierend leben.

Liebe Grüsse
 
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eine rechtswirksame einwilligung in eine behandlung ist nur bei einer gültigen aufklärung möglich. blosses unterschreiben von aufklärungsbögen reicht dazu NICHT aus! unterlässt der arzt die ordnungsgemäße aufklärung, haftet er sogar für typische operationsrisken und auch dann, wenn kein behandlungsfehler vorliegt. österreichische rechtslage, eindeutige judikatur.
 
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