Ist dieser Beobachter Subjekt? Oder ist der Beobachter bei allen Menschen, die ihn erleben wie du gleich?
Insbesondere mit der zweiten Frage bin ich überfordert. Ich weiß es nicht. Gibt es vielleicht letztlich nur einen Geist? Vielleicht ist es wie mit dem Wassertropfen im Meer, einerseits ist er nur Tropfen, andererseits ist das ganze Meer in ihm.
Dann wäre es vielleicht sinnvoll, wenn du nochmal genauer versuchen würdest zu beschreiben, was das ausmacht, das du als "Ich" bezeichnest. Was will und tut es? Wieso ist es da? Da du den Beobachter wahrnimmst, richtet das Ich sich in seinem Tun nach dem, was der Beobachter beobachtet?
Das Ich würde ich
als eine Ansammlung von Wahrnehmungsfiltern bezeichnen. Sein Streben ist eins nach Einheit oder auch nur schlicht, überleben. Das wird versucht über Besitz, Sex, etc., aber scheinbar funktioniert es auf diese Weise nur kurzfristig, wenn überhaupt, weil auch diese Dinge zerfallen, spätestens mit dem Tod. So kann es gar kontraproduktiv wirken, weil es bindet statt löst, wenn es anhaftend wirkt.
Mein Ich ist an der Stelle ambivalent . Es versucht dem Beobachter immer mehr Platz einzuräumen und weiß doch, das es irgendwann sein Ende bedeutet.
Ja.
Was z.B. war nicht beständig? Gibt es nicht Dinge, die du schon immer mochtest? Oder worauf bezieht sich die Unbeständigkeit?
Alle Dinge sind relativ unbeständig, nichts verbleibt. Es kann sein, das es etwas gibt, was ich seit Jahrtausenden mag. Ich gehe davon aus und gehe hier mit dem Buddhismus konform, dass das Ich ein Recyclingprodukt ist und sich immer wieder aus Filtern zusammensetzt, bis es zu reinem Geist wird. Manches löst sich schneller auf, eine Bratwurst z.B.
Das wäre glaube ich eine andere Diskussion.
Das wirkt auf mich vielleicht so, weil ich mich nicht so erlebe. Und ich denke da z.B. an Leute, die heute dies erzählen und morgen das, auch wenn es dem "dies" widerspricht.
Wie tut es das?
Sterben lernen? Durch die Reduzierung der Filter. Und interessanter Weise wächst es dadurch, das es zu Geist wird. Ich habe ja früher immer den Satz gesagt, man müsse sein Ego soweit aufblähen, bis die ganze Welt darin Platz hat. An der Stelle wirkt der Begriff 'Sterben ' vielleicht unpassend oder trifft es nicht wirklich, bzw., ist auch nur eine Illusion
Wirke ich gehetzt?