Zitat MSN:
Viele der 50 Arbeiter werden sterben"
In der Atomanlage von Fukushima hat sich die Notbesatzung nach einem Rückzug wieder an die Katastrophen-Reaktoren herangewagt.
Die Männer versuchen seit Tagen, den drohenden Super-GAU zu verhindern. Feuer und zeitweise stark erhöhte Strahlung hatten die etwa 50 verbliebenen Arbeiter am Mittwoch gezwungen, ihren Einsatz zur Kühlung der Reaktoren zu unterbrechen.
Laut dem Münchner Strahlenbiologen Edmund Lengfelder werden viele der Männer den Einsatz nicht überleben.
Die japanische Regierung hat die maximal zulässige Strahlenbelastung für Mitarbeiter in Atomanlagen mittlerweile mehr als verdoppelt.
Das Ministerium für Arbeitsgesundheit begründete dies am Mittwoch mit der Notwendigkeit, eine Verschlimmerung der Lage im Atomkraftwerk Fukushima-1 zu verhindern.
Die Erhöhung des Grenzwerts von 100 auf 250 Millisievert sei "unter den Umständen unvermeidbar". Dennoch mussten wegen der hohen Strahlung in den nicht mehr ausreichend gekühlten Reaktoren in Fukushima-1 die Arbeitskräfte zeitweise zurückgezogen werden. (Sie schicken sie in den Tod)
Lengfelder, Professor für Strahlenbiologie am Otto Hug Strahleninstituts in München, hält den Einsatz der letzten 50 Mitarbeiter im Akw Fukushima für unhaltbar. Die Strahlenbelastung für die Menschen am Atommeiler sei so hoch, dass viele von ihnen sterben werden.
"Die Höhe der Strahlungsdosis, wie sie mit 400 Millisievert pro Stunde angegeben wurde, bedeutet, dass eine Person am Reaktor, sei es ein Feuerwehrmann, Bedienungspersonal oder Katastrophenhelfer, innerhalb von zwölf Stunden eine Dosis bekommt, wo 50 Prozent der so Belasteten innerhalb der nächsten Wochen sterben werden", sagte der Vorstand des Otto Hug Strahleninstituts in München im "Heute Journal".
Die Bedienungsmannschaften in Fukushima würden offenbar "geopfert", um einen ungebremsten Austritt von Radioaktivität so lange es geht zu verhindern. Es sei vergleichbar mit einem Kriegszustand, "wo auch Soldaten sterben, um ein höheres Ziel zu verteidigen".
Auch Sebastian Pflugbeil, Präsident der Gesellschaft für Strahlenschutz, glaubt, dass die Reaktoranlage Fukushima aufgegeben werden sollte. "Die Anlage ist Schrott - ob die da noch Leute verheizen oder nicht. Und irgendwann wird sie auch die Phantasie verlassen, was man da noch machen kann", sagte Pflugbeil gegenüber n-tv.de. Die Menschen, die vor Ort versuchen, das Schlimmste zu verhindern, hätten mit Sicherheit bereits erhebliche gesundheitliche Schäden, da sie der Strahlung quasi ungeschützt ausgeliefert seien, denn "Schutzanzüge helfen nicht gegen radioaktive Strahlung". Er bezeichnete die Arbeiter als "arme Schweine".
Der Anti-Atomkraft-Aktivist Philip White vom Citizens Nuclear Information Center in Tokio hat die Leistung der Arbeiter im Atomkraftwerk Fukushima gewürdigt. Die 50 Arbeiter, die verzweifelt versuchen, den Austritt von Radioaktivität zu verhindern, setzten sich hohen Strahlendosen aus und riskierten ihr Leben, sagte White der britischen BBC.
Der Unwillen der Behörden, in der Vergangenheit auf Ratschläge bezüglich der Gefahren von Erdbeben und Tsunamis zu hören, habe zu der bedrohlichen Situation geführt. Die Behörden hätten die durchaus begründete Kritik der Atomkraftgegner ernst nehmen sollen, sagte er.Zitat ende.
So gruselig ich diese Kathastrophe finde, so sehr neige ich mein Haupt vor Menschen, die ihr Leben geben, um Schlimmeres zu verhüten.