Wenn es um Karma gehen würde, müsste man davon ausgehen, dass es zu einem "Daseinsplan" gehört, dass Kinder misshandelt und missbraucht werden. Oder Mütter und Neugeborene in armen Ländern an Tetanus sterben. Oder eine Genitalverstümmelung auf Kosten eines vermeintlichen Karmakontos gehen.
Richtig, die Reinkarnation in dieser Welt, der Welt der Menschen begründet sich aus dem Karma.
Der Buddhist möchte sich jedoch komplett aus Samsara befreien. Es ist nicht sein Ziel im Bereich der Götter, Menschen oder sonst wo zu inkarnieren.
Wie sich das Karma im Detail auswirkt, dass kann ich dir auch nicht sagen. Nur eben, dass das Karma darüber entscheidet, in welchen der 6 Daseinsbereiche von Samsara man reinkarnatiert oder ob man Befreiung von Samsara erlangt.
Karma
(Tat, Arbeit, Aktion)
Karma ist ein Begriff mit dem der Zusammenhang vom Tun und Ergehen beschrieben wird, ein Begriff der das universelle Gesetz von Ursache und Wirkung aufklärt.
Die karmische Aktion kann sich im Denken, Reden und Handeln manifestieren.
1. Heilsame Taten führen zur Erlösung bzw. erleichtern den Weg zur Erlösung durch günstige Wiedergeburten,
2. Unheilsam Taten, ob beabsichtigt oder nicht, hindern an der Erlösung bzw. erschweren den Weg zur Erlösung durch ungünstige Wiedergeburten.
Die Frucht der unheilsamen Tat kann sich noch in der gegenwärtigen Existenz, der nächsten oder einer späteren zukünftigen Existenz zeigen, innerhalb einer der fortlaufenden Wiedergeburt innerhalb der 6 Daseinsbereiche Samsaras (Daseinsbereiche des Rads der ewigen Wiedergeburten: Menschen, Götter, Dämonen, hungrige Geister, Tiere, Höllenbewohner). Unheilvolles Karma wurzelt in Gier, Hass und Verblendung.
Was wird unter Karma verstanden? Wodurch entsteht Karma?
1. eine Handlung, Tat, Aktion geistig oder körperlich,
2. Die Konsequenz aus einer Handlung, Tat, Aktion, egal ob geistiger oder körperlicher Art,
3. Die Summe / Anhäufungen aller Konsequenzen aus dem gegenwärtigen oder vorangegangenen Leben, die aus Handlung, Tat, Aktion eines Lebewesens entstanden sind,
4. Fortlaufende Kette von Ursache und Wirkung.
Die karmabildende Wirkung, die körperlicher, geistiger oder sprachlicher Art sein kann und diese Aktion als Ursache aufweist, wird weniger durch den Vollzug der Handlung, Tat, Aktion manifestiert als durch die Tatabsicht, den dahinterliegenden Willen. Der Vorsatz / Wille, die Absicht zur Tat lässt Karma entstehen. Selbst, wenn es nicht möglich ist, eine Tat, Handlung auszuführen, der Wille, die Absicht hierzu aber besteht, zeitigt dies eine Wirkung. Ohne diesen Vorsatz, diese Absicht, ist die Tat ohne karmische Wirkung und frei von Hass, Gier und Verblendung.
Gute Taten und schlechte Taten verursachen Karma. Gute Taten ziehen eine Belohnung nach sich, die sich als günstige Wiedergeburt auswirkt, aber nicht von den Wiedergeburten befreit. Zur Befreiung aus dem Kreislauf der Wiedergeburten ist es notwendig sich guter und schlechter Taten zu enthalten. Jede Tat, jeder Gedanke hinterlässt eine Spur in der Seele, eine Prägung. Um sich von Karma zu befreien, übertragen im Mahayana, Buddhisten täglich willentlich ihre Verdienste allgemein allen Lebewesen.
Das Karma determiniert jedoch nicht. Die Taten bestimmen zwar die Art der Wiedergeburt, aber nicht, wie das Lebewesen darauf reagiert.