50 Tote bei Anschlag auf Nachtklub

  • Ersteller Ersteller MichaelBlume
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Doch, er war ein echter Islamist, und die innere Spannung zwischen seiner wahren sexuellen Vorliebe und seinem indoktrinierten Hass (den er auch immer wieder geäußert hat) hat sich in kompletter Zerstörung entladen. Vermutlich glaubte er auch, dass er so dann doch noch im Paradies landen kann.

Hier ist komplett klar, dass es exakt diese Form von fundamentalistischem Islam war, die diesen Gewaltakt ausgelöst hat. Andernfalls wäre sowas nicht passiert. Natürlich spielte der Charakter (Affinität Probleme mit Gewalt zu lösen, er hat auch seine Frau geschlagen usw.) eine Rolle, aber es wäre normal nicht ansatzweise soweit gekommen.

Vermutlich glaubte er auch, dass die Existenz von homosexuellen Clubs usw. ihn erst zur Sünde (aus seiner Sicht) gebracht hat.

P.S: @Yogurette hatte Recht mit ihrer Vermutung, dass er selbst (heimlich) schwul war.

Du kannst nicht wissen dass der nen "echter Islamist" war. Ob der Anschlag nen Terroranschlag war oder aber eher eine Art Amoklauf eines Mannes mit psychischen Problemen ist eine Frage des hauptsächlichen Motivs. Und das ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit total persönlich. Denn offenbar war er selbst mehrfach in dem betreffenden Club und er selbst war offenbar heimlich homosexuell.

Das spricht dafür dass das IS-Gequatsche eher Kompensation und Ablenkung war - beides bezogen auf das womit er wohl eher nicht gut klar kam: Homosexuell... Und da mag dann der Glaube wieder eine durchaus entscheidende Rolle spielen, denn für einen Muslim ist Homosexualität wahrscheinlich eher problematisch als für einen "Westler".

Aber insgesamt spricht das eher für ein Amoklauf-Prinzip wie man es auch von School-Shootings kennt. In der Regel sind das Rachefeldzüge von Gedemütigten, aber ohne echte politische Motive - daher keine Terroranschläge.
 
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..aber wenn man jetzt anfängt, jeden, der durchdreht und sich dabei als ISler bezeichnet,
tatsächlich als IS-krieger hinzustellen, dann halt ich das für geradezu fahrlässig.

was für Voraussetzungen müßten denn gegeben sein, damit jemand sich als IS-Krieger bezeichnen dürfte?

wurde nicht selbst dieses 15 jährige Mädel mit Kopftuch als ehrenwerte Kriegerin bezeichnet, die einen Polizisten
irgendwo in Deutschland (erinnere mich nicht genauer) mit einem Messer in den Hals gestochen hat?

bloß die Tat zählt und daß sie sich gegen ungläubige Westler richtet, und schon ist man ein gefeierter IS-Krieger.

das ist ja gerade das (neue) Krasse daran, daß überall auf der Welt
und nicht nur in bestimmten Ländern potentielle Krieger bereits sind
und nicht wie gewöhnlich erst in ein Kriegsgebiet gebracht werden müssen.
und niemand weiß, wer sie sind bzw selbst wenn die Geheimdienste sie kennen, sind diese lächerlich machtlos.
 
ob mit oder ohne IS, politisch ist es so und so, wenn man leute deshalb massakriert weil sie schwul sind. also von "das politische wegreden wollen" kann keine rede sein. dein zitat aus beitrag 47 spricht natürlich angesichts des zeitpunktes der tat jetzt schon dafür, dass er tatsächlich durch diesen aufruf motiviert war. zumindest motiviert war, die tat JETZT zu begehen. religiöser irrsinn ist sicher der häufigste kanal, durch den sich eine gestörte persönlichkeit letztendlich in einer wahnsinnstat ausdrückt. aber wenn man jetzt anfängt, jeden, der durchdreht und sich dabei als ISler bezeichnet, tatsächlich als IS-krieger hinzustellen, dann halt ich das für geradezu fahrlässig.

Auf was willst du eigentlich hinaus?

Politisch entscheidend ist nicht, ob es eine Einzeltat in Bezug auf die Planung war, sondern ob man von einem isolierten Verrückten ausgehen kann, oder ob mächtige Gruppen dazu aufrufen, ideell dahinter stehen (inklusive Vereinnahmung), und genauso agieren (Terror verüben), wie der Attentäter. Wenn zweites wahr ist, und das ist auch der Fall, dann fällt der Anschlag ideologisch in die Reihe der islamistischen Terroranschläge und die Politik muss sich in dem Kontext damit beschäftigen und sicherstellen, dass die Bevölkerung geschützt wird. Ebenfalls wird es politisch relevant, wenn Personen einen solchen Amokläufer als Held feiern.
 
Du kannst nicht wissen dass der nen "echter Islamist" war. Ob der Anschlag nen Terroranschlag war oder aber eher eine Art Amoklauf eines Mannes mit psychischen Problemen ist eine Frage des hauptsächlichen Motivs. Und das ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit total persönlich. Denn offenbar war er selbst mehrfach in dem betreffenden Club und er selbst war offenbar heimlich homosexuell.

Das spricht dafür dass das IS-Gequatsche eher Kompensation und Ablenkung war - beides bezogen auf das womit er wohl eher nicht gut klar kam: Homosexuell... Und da mag dann der Glaube wieder eine durchaus entscheidende Rolle spielen, denn für einen Muslim ist Homosexualität wahrscheinlich eher problematisch als für einen "Westler".

Aber insgesamt spricht das eher für ein Amoklauf-Prinzip wie man es auch von School-Shootings kennt. In der Regel sind das Rachefeldzüge von Gedemütigten, aber ohne echte politische Motive - daher keine Terroranschläge.

Selbst sein Vater hat die Taliban unterstützt. Diese Person ist mit Islamismus komplett vertraut, er hat sein Motiv selbst ausgesprochen und war mit Islamisten bekannt, weshalb er vom FBI verhört wurde. Was muss man noch tun, damit man jemandem glaubt?

Natürlich (bzw. sehr wahrscheinlich) hat die eigene Homosexualität einen Einfluss auf das Ziel des Attentats ausgeübt, und die innere Spannung war auch etwas persönliches. Aber ohne fundamentalistischen Islam hätte es diese Spannung und diesen Hass und Selbsthass nie gegeben. Vermutlich musste sein Glaube wirklich mit seiner Sexualität zusammen kommen, damit er einen Massenmord begeht, aber nur ein Islamist würde da behaupten, dass in diesem Spannungsverhältnis seine Homosexualität das Problem war und nicht der religiöse Fanatismus.
 
Selbst sein Vater hat die Taliban unterstützt. Diese Person ist mit Islamismus komplett vertraut, er hat sein Motiv selbst ausgesprochen und war mit Islamisten bekannt, weshalb er vom FBI verhört wurde. Was muss man noch tun, damit man jemandem glaubt?

Natürlich (bzw. sehr wahrscheinlich) hat die eigene Homosexualität einen Einfluss auf das Ziel des Attentats ausgeübt, und die innere Spannung war auch etwas persönliches. Aber ohne fundamentalistischen Islam hätte es diese Spannung und diesen Hass und Selbsthass nie gegeben. Vermutlich musste sein Glaube wirklich mit seiner Sexualität zusammen kommen, damit er einen Massenmord begeht, aber nur ein Islamist würde da behaupten, dass in diesem Spannungsverhältnis seine Homosexualität das Problem war und nicht der religiöse Fanatismus.

Du schreibst: "Natürlich (bzw. sehr wahrscheinlich) hat die eigene Homosexualität einen Einfluss auf das Ziel des Attentats ausgeübt, und die innere Spannung war auch etwas persönliches. Aber ohne fundamentalistischen Islam hätte es diese Spannung und diesen Hass und Selbsthass nie gegeben."

Und ich halte Deine Schlussfolgerung für falsch, letztlich für eine Verdrehung. Viele junge Männer mit psychischen Problemen empfinden Hass und Selbsthass und haben Rachefantasien etc. Bei diesem Täter kommt hinzu dass er aus dem islamischen Kulturkreis kommt und die Religion zweifellos wichtig für ihn war - plus: Er war offenbar homosexuell. Das ist genug um so jemanden aus der Spur zu bringen. Es gibt dann einfach kein politisches Hauptmotiv wie bei echtem Terrorismus. Terrorismus ist "unpersönlicher".
 
Du schreibst: "Natürlich (bzw. sehr wahrscheinlich) hat die eigene Homosexualität einen Einfluss auf das Ziel des Attentats ausgeübt, und die innere Spannung war auch etwas persönliches. Aber ohne fundamentalistischen Islam hätte es diese Spannung und diesen Hass und Selbsthass nie gegeben."

Und ich halte Deine Schlussfolgerung für falsch, letztlich für eine Verdrehung. Viele junge Männer mit psychischen Problemen empfinden Hass und Selbsthass und haben Rachefantasien etc. Bei diesem Täter kommt hinzu dass er aus dem islamischen Kulturkreis kommt und die Religion zweifellos wichtig für ihn war - plus: Er war offenbar homosexuell. Das ist genug um so jemanden aus der Spur zu bringen. Es gibt dann einfach kein politisches Hauptmotiv wie bei echtem Terrorismus. Terrorismus ist "unpersönlicher".

Personen, die in den Jihad ziehen können auch persönliche Motive haben (und wenn es nur die Jungfrauen im Paradies sind). Eine politische oder religiöse Ideologie gibt einem auch Halt.

Ich kann mir als Motiv zwei Gründe vorstellen:
1. Er machte Homosexuelle und das offene Ausleben von Homosexualität dafür verantwortlich, dass er homosexuell wurde. Man bedenke, dass eine solche Ansicht bei diesen Personen verbreitet ist.
2. Durch den Märtyrertod und das Bekämpfen der Sünde Homosexualität kann er sich bei Gott einen Platz im Paradies sichern. Er hat quasi ultimativ davon abgeschworen.

Gebe dir allerdings möglicherweise insofern recht, dass der Erfolg des IS, die Etablierung eines Kalifats usw. eher keine entscheidende Rolle gespielt haben. Also war es mehr religiös als politisch motiviert. Aber dann ist es trotzdem noch Terror.

Ja, es ging gegen die Gesellschaft, er wollte Homosexualität bekämpfen, indem er mit Gewalt dagegen vorgeht.
Dass es auch persönliche Gründe hat, warum er Homosexuelle hasst? Warum soll das ein Gegenargument sein? Arbeiteraufstände sind auch politisch und persönlich motiviert (weil man nicht genug verdient und sich persönlich ausgebeutet fühlt).
 
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ich seh das so wie PsiSnake (#133) und versuche es mal mit folgendem Beispiel:
dieser eine extrem dicke junge Deutsche mit Brille, Frisselhaaren und Fuzzelbart
(weiß den Namen nicht mehr, er hat ein berühmt gewordenes Interview gegeben),
der hat -darauf wette ich- ziemlich sicher ebenfalls ein persönliches Problem,
nämlich daß Frauen ihn abstoßend finden und er nen winzigen Schwanz hat.
beim IS aber ist er eine große Nummer. da schwingt er dolle Reden und läßt die
mindergebildeten leicht zu begeisternden jungen Typen sich in die Luft sprengen.
welche psychische Deformität auch dahinterstehen mag, er ist und bleibt ein Terrorist,
weil das was er tut bzw wozu er aufruft und wozu er Andere verleitet Terror ist.

(gefunden: Christian Emde heißt er)
 
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@Yogurette

Richtig, ist auch klar, dass es wahrscheinlicher ist, dass sich Personen, die Probleme mit ihrem Leben haben radikalen Gruppen anschließen. Die nehmen aber ihre politischen und religiösen Überzeugungen ernst, die suchen einen Sinn.

Wenn man da noch absichtlich ein jihadistisches Statement abgibt, ist es doch extrem unwahrscheinlich, dass er einfach nur ausgerastet ist.
 
ich seh das so wie PsiSnake (#133) und versuche es mal mit folgendem Beispiel:
dieser eine extrem dicke junge Deutsche mit Brille, Frisselhaaren und Fuzzelbart
(weiß den Namen nicht mehr, er hat ein berühmt gewordenes Interview gegeben),
der hat -darauf wette ich- ziemlich sicher ebenfalls ein persönliches Problem,
nämlich daß Frauen ihn abstoßend finden und er nen winzigen Schwanz hat.
beim IS aber ist er eine große Nummer. da schwingt er dolle Reden und läßt die
mindergebildeten leicht zu begeisternden jungen Typen sich in die Luft sprengen.
welche psychische Deformität auch dahinterstehen mag, er ist und bleibt ein Terrorist,
weil das was er tut bzw wozu er aufruft und wozu er Andere verleitet Terror ist.

(gefunden: Christian Emde heißt er)

Nein, es ist nicht ganz so. Ich habe das Buch von Todenhöfer gelesen und er beschreibt diesen Typen ja. Und der war vorher ein extremer Idealist, ein Gerechtigkeitsfanatiker, politisch hochinteressiert und sehr intelligent. Natürlich hat der auch seine Probleme und bestimmt gefällt ihm sein Spiegelbild nicht besonders und er wird auch eher schlechte als gute Erfahrungen mit Frauen gemacht haben, aber: Seine Motive waren und sind tatsächlich politisch. Und er ist ja auch wirklich beim IS und nicht nur irgendein Typ der irgendwo herumballert und dann behauptet der IS stünde dahinter.

Da sehe ich schon einige Unterschiede.
 
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Und er ist ja auch wirklich beim IS und nicht nur irgendein Typ der irgendwo herumballert und dann behauptet der IS stünde dahinter.

Es gibt Leute, die gehören dazu und es gibt Leute, die sich ihren Platz dort erst erkämpfen wollen.
Und das ist ja auch gelungen, insofern, dass er dann ja vereinnahmt wurde.

Das ist zwar auch ein persönliches Motiv, aber er wollte eben dazugehören, weil er ein "echter" Gläubiger sein will, woran er vermutlich zusätzlich zweifelte, aufgrund der Homosexualität.

Und bitte, der hat sich da nicht nur irgendwie zum islamischen Terror bekannt, weil es cool ist, wenn man zu den Bösen gehört. Der ging auch mehrmals in der Woche in die Moschee zuletzt. Es ist seine Religion seit der Kindheit (inklusive Vater, der selbst die Taliban verteidigt). Er hatte Kontakt zu mindestens einem Islamisten.

P.S: Sicherlich gibt es da Unterschiede. Er kann nicht wirklich als Kämpfer einer Organisation bezeichnet werden. Aber das muss nicht der Fall sein, damit etwas Terrorismus ist. Breiviks Templer gab es auch nicht, und daher gab es da auch keine Terrorgruppe. Auch ist es nicht entscheidend, dass jeder Terrorist großes politisches Verständnis darüber haben muss, was seine Organisation fordert. Ein Rechtsradikaler kann einfach nur wollen, dass Ausländer aus Deutschland mit Gewalt verschwinden. Wenn er dann kaum Ahnung darüber hat, was 1933 bis 45 passierte (bzw. auch wenig Ahnung von der eigenen rechten Ideologie) würde seine Tat dadurch auch nicht plötzlich rein persönlich. Mateen musste nicht den Koran rezitieren können, damit das Terror ist, aber vermutlich konnte er es sogar bis zu einem gewissen Punkt.
Er war auch gebildet. Ich denke auch, dass es eine falsche Vorstellung ist, wenn jemand glaubt, dass Jihadisten den Koran besonders gut kennen, weil sie besonders religiös sind. Die haben extreme Vorstellungen aber nicht unbedingt viel Wissen, bzw. solange sie sich so verhalten wie es der IS will (soviel müssen sie natürlich kennen, dass sie zum Beispiel kein Schwein essen usw.), müssen sie das auch nicht.
 
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