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Voodoo – eine haitianische Hexentradition ...

Dieses Thema im Forum "Magie" wurde erstellt von MariaMarmelade, 17. Dezember 2005.

  1. MariaMarmelade

    MariaMarmelade Mitglied

    Registriert seit:
    20. Januar 2005
    Beiträge:
    914
    Ort:
    Berlin
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    .... eine Zusammenfassung frei nach Pietro Bandini

    Aus ursprünglich afrikanischer Religion, wonach Kräfte / Geister (Rada-Loas und Petro-Loas) Himmel, Erde und Unterwelt regieren und verbinden, zwischen denen ein energetischer Austausch herrscht, und denen man opfern muss, um sie wohlgesonnen zu machen, wurde infolge der historischen Ereignisse der Sklaverei auf Haiti der Sklavenglaube - Voodoo - geboren. „Ein Medizinmann (z.B. afrikanischer Religion, d. V.) ist aber immer eingebettet in das kulturelle Verständnis seines Stammes. Wenn er sich nicht mehr in diesem Kontext bewegt funktioniert seine Magie nicht mehr.“ (Röth)
    Entsprechend werden die Menschen über Angstmache und Einschüchterung (zur Initierung gehören sogenannte ‚Seelenkrüge’, die bei den Priester(inne)n aufbewahrt werden, und die eine Mischung aus Opfertier und Haaren / Nägeln des Initiierten enthalten) in das Glaubenssystem des Voodoo gezwungen und ausgebeutet (Opfergaben), - aber die Priester (Medizinmänner /frauen) unterhalten für ihre Schützlinge auch auch eine umfassende Sozialarbeit in der Gemeinde.

    Die Kräfte / Geister entspechen den Elementen der Natur und den vier Himmelsrichtungen, die jeweils heilend oder zerstörend vorkommen können. Es gibt den Spirit (Göttin / Gott / Schöpfungskraft). Der Spirit verhilft als Mittler zwischen Diesseits und Jenseits sowie Ober- und Unterwelt im Diesseits. Dieser Mittler wird u. a. dargestellt im ‚Tunnel’, ‚Baum’, ‚Säule’, der auch zweigesichtig daherkommt: Gott der Sonne, Göttin des Mondes. Die Polarität selbst wird in den Zwillingsgeistern symbolisiert.
    Symbol des Universums von Himmel, Erde, Unterwelt ist wie bei den Druiden das gleichschenklige Kreuz. Entsprechend ist der Zugang zu den Geistern / Kräften am Scheideweg, z.B. Wegkreuz oder in der Dämmerung, sowie in den Übergangsjahreszeiten Frühling und Herbst, oder an Sonntagen am einfachsten.
    Der senkrechte Balken des gleichschenkligen Kreuzes verbindet zwischen Ober- und Unterwelt (Diesseits und Jenseits), der horizontale zwischen Vergangenheit und Zukunft. Wobei die Kräfte / Geister ‚Azacca’ und ‚Gèdè’ die Finsternis, den Tod und den Übergang (die Zeit) in positiver und negativer Gestalt repräsentieren, da die Voodooisten (ähnlich wie die alten Ägypter mit ihrem Totenkult) an Reinkarnation (Karma), an die Vergöttlichung der Ahnen glauben.
    Das Wasser- und das Erdelement zusammen, man könnte sagen: die Natur – der Planet Erde als Lebewesen - wird in der ‚Göttin Ezilie’ dargestellt, die auch mit der Jungfrau Maria gleichgesetzt werden kann.
    Die Schöpfungskraft (Lebensenergie / Sexualität / Kreativität) ist zugleich Symbol des Wasserelements und wird als Schlangengott und Göttin des Regenbogens (Erdschlange und Himmelsschlange - Ouroboros) angebetet bzw. angerufen. Dem Schlangengott untergeordnet ist ‚Simbi’ (altägypt.: KA / die Gefühlswelt) als Bote des wässrigen Mediums (Unterwelt / Körper) zwischen Menschen- und Geisterwelt, während ‚Legba’ (die geistige Ebene / altägypt.: BA) der Bote der oberen Hälfte der Säule des gleichschenkligen Kreuzes zum Himmel hin ist.
    Das Luftelement wird in ‚Loco’ und ‚Ayizan’, die Ahnengötter, verehrt.
    Das Feuerelement - das alchemistische Umwandlungselement (Herz / Seele) - verkörpert ‚Ogu’ und ihm untergeordnete Geister.
    Der Gottesdienst im Voodoo, bei dem es eigentlich um Heilung geht, beinhaltet die durch die heilige Trommel hervorgerufene Besessenheit der Tanzenden (vom ‚Geist Gerittenen’) und die Opfergabe in Gestalt von Lebensenergie (Töten eines Tieres). Da die Rhythmen der Trommeln den Pulsschlag – die Energiefrequenz – von Menschen und Geistern synchronisieren, sind sie das wichtigste Mittel des Gottesdienstes. Die Trommler können durch ihre Musik Besessenheiten gezielt hervorrufen und ebenso zielgenau unterbinden und beenden, durch Rhythmen von argloser Fröhlichkeit.
    Die Voodoo-Anhänger verbinden sich in der Trance mit dem ihnen innewohnenden Geist. Die Geister sind die Vermittler zu den existentiellen Wahrheiten ihres Daseins, zu den durch ein schweres Leben verdrängten Traumata / Leiden, von denen sie in der Trance (Besessenheit) geheilt werden, weil der ihnen innewohnende Geist in der Trance hilft, die in den Traumata / Leiden blockierte Lebensenergie freizusetzen, ins Fließen zu bringen (ähnlich wie beim zar, Ägypten). Die Bezeichnungen der jeweiligen Geister charakterisieren die Eigenschaften der in der Trance freigesetzten verdrängten Traumata. Entsprechend sind auch die Bewegungen in der Trance für den speziellen Geist charakteristisch. Die Tänze für die Wasser- und Schlangengeister bestehen aus schlängelnden, fließenden Grundbewegungen während stampfende, wirbelnde, elektrisierende Bewegungen den Erd- bzw. Feuergeistern entsprechen. Den Herrn der Finsternis (Anmerkung: bei den alten Ägyptern ist die Göttin Hathor die Herrin der Finsternis!, d.V.) charakterisieren stoßende, wackelnde, wiegende Bewegungen mit Becken und Hüften.
    Zum/r Priester/in wird man im Traum berufen (oder durch den Mund eines Besessenen während eines Gottesdienstes). Es folgt die Initiationszeit. Während dieser pflegen die Adepten lebhaft zu träumen. Die Träume sind Botschaften ihres Geistes / Gottes. Dadurch werden sie befähigt, später als Priester/in die Zeremonie zu kontrollieren.
    Ein ausgeklügelter Totenkult gehört zur Religion ebenso wie ein abgestuftes System von Riten zur Ehrung der Toten. Außerdem weiße und schwarze Magie (Manipulation):
    Es werden Abwehrzauber (Glücksbringer) und Amulette (zur Abwehr von Schadenzauber) benutzt. Magische Lampen zur Anziehung von Reichtum, Glück etc., magische Bäder, magische Heilpulver etc.. Desweiteren gibt es Liebeszauber: Rituale, die den Liebsten binden sollen und Vermehrungs- / Fruchtbarkeitszauber.
    Es werden ‚arrangierte’ Schadenzauber (Wanga = Zauber mit begrenzter Wirkung, wirkt nur bei der Zielperson) ausgelegt. Das versteckte Wanga ist vom Priester/in aufzufinden und muss schnell verbrannt werden oder im tiefen Wasser vesenkt werden. Zur Verwandlung eines harmlosen Dings (Nadel, Stock, Glas, Pulver, Stein etc.) in einen tödlichen Zauber genügt es, dass ein Priester/in die betreffende Sache ‚bespricht’ oder u. U. lediglich berührt. (Der ‚arrangierte’ Wanga wird so versteckt, dass das Opfer versehentlich damit in Berührung kommt, während ein Äquivalent des Zaubers (den jeweiligen Geist versinnbildlichend) als Dokumentation der schwarzmagischen Aktivität zur Schau gestellt wird. Dann gibt es den bekannten Puppenzauber, der weiß- und schwarzmagisch eingesetzt werden kann und mehr (Anmerkung: z.B. das Zombimachen - was für mich ganz klar kriminelle Aktivitäten sind, d.V.).

    Meine Einschätzung:
    Das was die Voodooisten mit der symbolischen Verbindung des Willens der Person und dem ihr entsprechenden Geist / Gott bei der demütigenden Initiation in der Seelenkrugzeremonie durchführen, ist im übertragenen Sinne die Demonstration der Hilfe des der Person innewohnenden Geistes / Gottes bei der Umwandlung negativer Energien. Die Demütigung bei der Initiation erfolgt, um die Hilfe des innewohnenden Geistes aktiv werden zu lassen (frei nach dem Motto: Was jemanden nicht umbringt, macht ihn stark.) und: Je mehr umgewandelte negative Energie eine Person ausmacht, desto mächtiger wird sie, ein desto größeres Charisma (Geist) hat sie. Und diese Stärkung des eigenen Charismas hilft ihr in widrigen Umständen klar zu kommen. Demzufolge kann sie besser zwischen sich selbst (dem eigenen Geist) und den auf sie einwirkenden manipulierenden Kräften der Umwelt unterscheiden und sich schützen.
    Im Opfergedanken selbst finden wir jedoch die mechanistische Sichtweise von der Begrenztheit der Kräfte im Universum: wenn ich dort etwas wegnehme, muss ich woanders etwas hinzufügen (von mir opfern). Der Gedanke von der Schöpfungskraft als Umwandlungskraft entsprechend der altägyptischen Religion von der Metamorphose der Gegensätze (Gesetz der Hathor) in ihr Gegenteil, also: Gleichgewicht und Ungleichgewicht, und die Schöpfungskraft als ausgleichende Kraft, als Naturkraft, resultierend aus den Gleichgewichtsverhältnissen, kommt im Voodoo nicht vor.
    Denn demnach ginge keine Energie verloren, sondern würde nur umgewandelt. Insofern aber eine Energie nur umgewandelt wird, muss nichts zurückgeben werden, da nichts weggenommen wurde. Demzufolge muss auch nichts geopfert werden.
    Die Frage ist daher, ob der Zauber / Gebet im Voodoo auch ohne Opfergabe wirken würde. Wenn jedoch geopfert werden soll, wäre zu bedenken, ob die Opfergaben nicht ausgetauscht werden könnten, d. h., um das Töten zu vermeiden, sollte genausogut mit Geld als Äquivalent für Lebensenergie geopfert werden können. Die Opfergabe wäre dann ein Symbol der Wertschätzung des Opfernden für seine Geister / Götter und nicht der Unterwerfung.
    MM
     
  2. Palo

    Palo Guest

    Hm, was soll man sagen.

    Das Ashe ist ja nicht das Abschlachten irgendwelcher Tiere.
    Auch ist die Initiation mit einer Taufe zu vergleichen und nicht gleich einer Folter.

    Das Wesen des "Voodoo" zu erklären ist nicht so einfach. Genausowenig wie dies bei einer anderen Religion möglich wäre.
    Ich hoffe aber, die Texte, die ich hier reinstelle, die Quellenangabe werde ich zum Schluss noch verlinken, geben ein bisschen Aufschluss und lassen das Bild nicht so verzehrt.
    Desweiteren möchte ich auch noch auf folgende Seite hinweisen: http://ochemusic.de/artsant.htm ,die ebenfalls sehr gut und informativ ist.

    Gruß
    Palo
     
  3. nina3

    nina3 Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    18. September 2005
    Beiträge:
    1.534
    Ort:
    feuerthalen
    sehr interessantes thema,vorallem weil verwandte (meine schwägerin) aus der benachbarten dom.republik sind. ist wunderschön dort (bestimmt auch haiti!!) mich fasziniert dieser glaube schonlange *danke*
     
  4. Palo

    Palo Guest

    Der Kosmos besteht aus zwei verschiedenen Hälften: òrun der unsichtbare, geistige Bereich der Ahnen, Götter und Geister und ayé, die sichtbare Welt der Lebenden.

    Diese Vorstellung wird in vielen bildlichen Darstellungen der Yorùbá zum Ausdruck gebracht, so in der in religiösen Riten oft verwendeten Kalebasse, die aus zwei Hälften besteht, die die beiden Bereiche des Kosmos symbolisieren, oder auch in der Gestaltung der hölzernen Teller, die in der Divination verwendet werden (opon ifá), die aus einem erhobenen Rand mit Figuren und einem flachen, glatten Zentrum bestehen.

    Der zentrale Begriff für die Kosmologie und die Auffassung des Lebens ist ase. Er meint die Lebenskraft, die von Olódùmarè (der höchsten Gottheit) gegeben wird und von jedem Individuum in einzigartiger Weise besessen wird.

    Alle Dinge besitzen Ase, die Götter, die Ahnen, die Geister, Menschen, Tiere, Pflanzen, Steine, auch auch Worte wie Lieder, Gebete, Lobgesänge, Flüche, sogar das alltägliche Gespräch. Ase steht im Zentrum der religösen Aktivität.

    Deshalb ist religiöse Aktivität in der Form von Gebeten und Opfern wichtig, sonst werden die Götter zu leeren Idolen. Man muss sie füttern sonst sterben sie. Die Götter werden am Schrein angetroffen, dies ist der Ort, wo man sich ihnen gegenüber stellt. Die Objekte, die dort aufgestellt sind, sind (zumeist) nicht Bilder der Gottheiten, sondern Darstellungen der Verehrer der Gottheiten.
    Sie sind Bilder der Verehrung und repräsentieren die Stärkung derer, die vor den Göttern knien und Opfer darbringen, durch die Götter.
     
  5. WyrmCaya

    WyrmCaya Neues Mitglied

    Registriert seit:
    25. März 2004
    Beiträge:
    12.942
    Ort:
    Caya und Wyrm wohnen in Wien
    Hallo Palo :)

    *freu*
    Schön, dass es einen Lieb-HaberIn dieser Religion hier im EF gibt, aber bitte vergiss nicht, dass es ganz viele Formen des Marktplatzjujus gibt und auch verschiedene mystische Richtungen des Voodoos.

    Ganz liebe Grüsse ;)

    mit viel aye' :blume:

    Caya
     
  6. Palo

    Palo Guest

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    Hallo Caya,

    danke, und nein ich vergesse dies nicht. Deshalb habe ich bereits Lukumi hier aufgeführt, einen Link von Thomas Altmann auch mit Blick auf die Regla de Ocha, in der ich meine spirituelle Heimat gefunden habe, hinzugefügt und gerade aus Sicht der Yoruba, um die Vielfalt der afroamerikanischen Religionen aufzuzeigen.

    Auch dir ganz liebe Grüße und ashé :)
    Palo
     
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