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Taoistischer Yoga (Die Bildung eines Lichtkörpers)

Dieses Thema im Forum "Yoga" wurde erstellt von Emanuel Tunai, 28. Oktober 2005.

  1. Emanuel Tunai

    Emanuel Tunai Sehr aktives Mitglied

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    Ich möchte nun diesem Forum wissen zum Taoistischen Yoga vermitteln.
    Möge sich der Lichtkörper sich zu 100% bei jedem Lebewsen entwickeln.
     
  2. Emanuel Tunai

    Emanuel Tunai Sehr aktives Mitglied

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    Der taoistische Yoga läßt noch sehr seine schamanistischen Ursprünge erkennen. Sehr deutlich ist seine Verwandschaft, oder darf man sagen Identität?, mit den alten Vorstellungen der indisch-tibetischen Himalaya Region.

    Bevor wir zu Details aus dem Taoismus gehen, wollen wir uns noch mit dem asiatischen Schamanismus befassen:

    Welche Zielsetzungen hatte (und hat) der asiatische Schamnismus?
    Der Schamane wirkt aus seiner Berufung heraus. Ein künftiger Schamane wird dies nicht nur auf Grund seiner Begabung (mediale Veranlagung), sondern er wird auch meistens durch Götter oder Geister in Visonen dazu berufen. Er hat soziale Verpflichtungen und diese bestehen aus Heilen, Sterbebegleitung, Jagd- und Wetter-Zauber und einige weniger wichtige Dinge. Um diese ihm auferlegten Aufgaben erfüllen zu können, ist es für ihn absolut wichtig, die Fähigkeit zu besitzen die Götter und Unterwelten aufzusuchen. Dieses Reisen nennt man Schamanenflug. Symbolisch weist der Schamane auf diese Fähigkeit hin, indem er seine Ritualkleidung mit (magisch aufgeladenen) Federn schmückt.
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    Gefiederte Hsien = taoistische Unsterbliche
    aus:Erich W. Stiefvater u. Ilse R. Stiefvater
    "Chinesische Atemlehre und Gymnastik"
    Ulm/Donau, Haug Verl., 1962, (Abb.7) ​

    Der Schamane ist nur dann zum Schamanenflug fähig, wenn er seinen alten Körper (im Schamanismus: Ritual der Zerstückelung = Ablegen des alten Körpers) abgelegt hatte und in einem neuen Körper (Geistkörper oder im späteren Taoismus Lichtkörper) wieder auferstanden ist (Ritual einer Neugeburt). Die in Klammer erwähnten Rituale wurden erst dann durchgeführt, wenn der neu erwachte Schamane seine Fähigkeiten bewiesen hatte (das ist wichtig, denn nur in dekadenten Richtungen instutionierter Religionen oder Geheimorden dienen solche oder ähnliche Rituale als Statussymbol, ohne daß der Beweis einer Fähigkeit erbracht werden muß). Solche schamanistischen Rituale gab und gibt es noch bis in unsere heutige Zeit (z.B. in Sibirien).
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    Gefiederter Hsien = taoistischer Unsterblicher
    aus:Erich W. Stiefvater u. Ilse R. Stiefvater
    "Chinesische Atemlehre und Gymnastik"
    Ulm/Donau, Haug Verl., 1962, (Abb.7) ​

    In den alten schamanistischen Methoden bediente sich der Schamane in erster Linie exstatischer Methoden. Durch Trommeln, Gesang, Tanz und Kräuter versetzte er sich in Trance, um dann als Werkzeug der Götter zu dienen (z.B. tibetischer Orakelpriester) oder um mit Hilfe des Geisterfluges die Welt der Götter oder die Seelenwelten der Tiere, Dämonen oder Verstorbenen aufzusuchen (Astralreisen aus dem Zustand der Extase heraus).


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    "Der Taoist und die Schildkröte"
    aus:Stephen T. Chang
    "Chinese Yoga", S. 39
    Turnstone Press Ltd, GB, 1978,
    ISBN 085500 133 X
    © copyright Alfred Ballabene, Wien
     
  3. Emanuel Tunai

    Emanuel Tunai Sehr aktives Mitglied

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    Die taoistischen Meditationen des alten China entwickelten sich in einer Hochkultur mit differenzierten Vorstellungen über Mensch, Himmel und Erde. Entsprechend verfeinert waren nun auch die Methoden, welche zwar dem Schamanismus entstammten, nunmehr jedoch von Mönchen durchgeführt wurden. Statt der Exstase bediente man sich jetzt der Meditation, um zu ähnlichen oder noch besseren Zielsetzungen zu kommen.

    Der erste Schritt der hierzu getan werden mußte war die Innenwendung. Die Voraussetzungen hierfür waren äußere Ruhe (eine Klause) und innere Stille (frei werden von Problemen und inneren Konflikten und Kontrolle der Gedanken).
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    Innenschau und (Gedanken)-Stille
    Bild aus: "Geheimnis der Goldenen Blüte", von Richard Wilhelm; Zürich, Rascher Verl., 1957​

    Als nächstes erfolgten die im Laufe der Zeit immer komplexer werdenen Übungen des "Kreisen des Lichtes", die hier in diesem Artikel vereinfacht wieder gegeben werden sollen. Durch die vereinfachte Darstellung kommt das Wesentliche der Übung besser zum Ausdruck und der Leser wird nicht durch eine barocke Vielfalt von Details von der Funktionalität abgelenkt.

    ( Echtes taoistisches Denken läßt sich kaum übersetzen. Die taoistischen Symbole, wie etwa Drache oder Tiger, haben nicht nur eine Bedeutung, wie wir erwarten würden, sondern enthalten viele, scheinbar of widersprüchliche Aussagen. Die Übersetzer stehen vor der Schwierigkeit das Panorama einer aus Symbolen bestehende Bildsprache in eine magere und nüchterne Buchstabensprache zu übersetzen. Die jetzigen Schriften sind zwar klar verständlich, jedoch von einer völlig verfremdeten Denkweise und verfremdetem Inhalt.)

    Während für die Schamanen die Schaffung eines Geist-Götter-Körpers wichtig war, um seinen sozialen Verpflichtungen nachzukommen, wurde für die taoistischen Mönche die eigene Selbstverwirklichung mit der Schaffung eines Lichtkörpers das zentrale Anliegen. Vielleicht ist es an dieser Stelle nützlich auf die abgestuften Vorstellungen der Seelenkörper einzugehen. Im Schamanismus hatten die Menschen eine Seele, das war ein sehr unbewußter Geistkörper, der den Gesetzen der Natur unterlag und über den der Mensch keinerlei Kontrolle hatte. Von völlig anderer Qualität war der Götterkörper der Schamanen. Dieser war unsterblich und ermöglichte dem Schamanen nur deshalb den Zugang in das Reich der Götter, weil der Schamane durch seine Neugeburt zusammen mit Zauberern und Hexen ein Angehöriger der Götterwelt wurde. Zu den Bewohnern der Götterwelten zählten nicht nur mächtige Gottheiten, wie der heutige Mensch zu glauben geneigt ist. Es war dies eine vielfältige jenseitige Welt mit Dämonen, Naturwesen, Berggeistern, Drachengöttern und zahlreichen anderen Erscheinungen.

    Der Taoismus ging noch einen Shritt weiter. Unter dem Einfluß des Buddhismus und teilweise in den Lehren mit dem Buddhismus verschmolzen entwickelte sich eine neue Auffassung über die Himmelswelten. So wie es im chinesischen Kaiserreich klar abgegrenzte Hierarchien gab wurde auch der Himmel in hierarchische Abstufungen aufgegliedert. Hierzu kam noch die durch den Buddhismus eingebrachte Vorstellung von Boddhisattwas und Buddhanaturen. Die von den Schamanen angestrebten Götterwelten wurden nunmehr zweitrangig und das Ziel eines Mönches wurde das Boddhisattwatum oder die Buddhaschaft. Hierzu war die Bildung eines Geistkörpers, wie ihn die Schamanen entwickelt hatten nicht mehr ausreichend. Dieser Geistkörper mußte weiter vollendet werden und sich zu einem übernatürlichen Lichtkörper entwickeln. Dazu waren natürlich auch ausgefeiltere Techniken nötig, als jene des Schamanismus.

    Die Prozedur zur Schaffung eines Lichtkörpers war folgende: So wie eine Fau in ihrem Bauch aus dem Ei den Embryo entwickelt und aus diesem mit großer innerer Sorgfalt das Kleinkind, das bei der Geburt das Licht der Welt entwickelt, so erschafft der Taoist in seinem Bauch die goldene Perle (Ei), aus diesem den goldenen Embryo, welcher wenn er gewachsen und gereift ist, über die Schädeldecke (Fontanelle) als Buddhakörper das Reich des Lichtes betritt. Dies ist auch nunmehr die eigentliche Welt, welcher der Taoist angehört, die ihn mit magischen und spirituellen Fähigkeiten auszeichnet. Sein irdischer Körper ist nur noch ein Werkzeug, um damit zum Wohle der Menschen wirken zu können.
    [​IMG]
    Aus der goldenen Perle, erwächst, genährt durch den "himmlischen Kreislauf" der goldene Embryo
    (Bild aus: "Geheimnis der Goldenen Blüte", von Richard Wilhelm; Zürich, Rascher Verl., 1957) ​

    [​IMG]
    Der Lichkörper tritt aus der Schädeldecke und fungiert als neuer Träger des Bewußtseins.
    (Bild aus: "Geheimnis der Goldenen Blüte", von Richard Wilhelm; Zürich, Rascher Verl., 1957) ​

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    Der Vervollkommnete wirkt an vielen Orten gleichzeitig (er kann seinen Lichtkörper in viele Lichtkörper teilen).
    (Bild aus: "Geheimnis der Goldenen Blüte", von Richard Wilhelm; Zürich, Rascher Verl., 1957)​

    In dieser Durhgeistigung und in den hohen Idealen unterscheidet sich der taoistishe Yoga wesentlich vom landläufigen Taoismus, dessen Zielsetzungen sich auf Gesundheit und ein langes Leben beschränken.

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  4. Emanuel Tunai

    Emanuel Tunai Sehr aktives Mitglied

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    Ein Hauptmerkmal in der taoistischen Mystik ist die Umwandlung der animalischen Lebenskräfte zu einer spirituellen Lichtessenz, aus welcher der Diamantkörper gebildet wird (Diamant steht für unvergänglich und rein).

    Diese Umwandlung der inneren Kräfte erfolgt nicht nur durch die mystischen Übungen des Kreisens des Lichtes, sondern auch durch einen entsprechenden Lebenswandel in Kombination mit Körperübungen.

    Der taoistische Yogi verschmilzt Ching (sexuelle Energie, im Abdomen) mit Chi, dem Feuer des Herzens (auch ätherishe Energie) und diese beiden mit Shen, dem spirituellen Licht im Kopf. Dieses nun entstandene "flüssige Licht" wird wieder in den Abdomen zurück geführt, um dort die goldene Perle und später den goldenen Embryo zu bilden.

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    Die drei Elexierfelder (Zinnoberfelder), die Orte von Ching, Chi und Shen​

    In einem inneren alchemistischen Prozess wird Ching (Wasser), Lebensenergie durch Chi, dem Feuer des Herzens in Dampf (hochsteigender Schnee) umgewandelt und steigt solcherart die Wirbelsäule empor, um im Kopf durch Shen (himmlisches Licht) durchlichtet zu werden. Durch diesen Prozess bildet sich das goldene Lebenselexier, das im Bauch gesammelt zum unsterblichen Lichtleib heranwächst.

    [​IMG]

    Im Laufe von zwei, drei Jahrtausenden wurden in die Lehre des "Kreisens des Lichtes" immer wieder neue philosophische Elemente eingebaut, bei Fortbestehen alter philosophischer Elemente. Dadurch wurde diese Lehre immer koplexer und schwieriger durhschaubar.

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  5. Emanuel Tunai

    Emanuel Tunai Sehr aktives Mitglied

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    Für die Ausübenden der taoistisch mystischen Praktiken bedeutet es keines großen Umdenkens, um buddhistisch, mystische Praktiken aus Tibet in die bestehende Lehre zu integrieren, stammen doch die wesentlichen taoistischen Methoden aus dem gleichen Kulturraum.
    Eine wenig bekannte Initiation ist der Pho Wa - die Freisetzung des unsterblichen Lichtkörpers. Der Pho-Wa ist eine ursprünglich indische Geheimlehre der Bewußtseinsübertragung, eine Technik, auf die wir später noch eingehen werden. In Zusammenhang mit dem Taoismus ist der Pho-Wa jene Tehnik, durch welche die Pforte im Pai Hui für den goldenen Lichtkörper geöffnet wird. Vielleicht gibt und gab es auch sanfte Methoden für die Freisetzung des Lichtkörpers, sie können sich jedoch kaum mit dem Pho Wa in punkto Bedeutung und Dramatik messen. Letzteres läßt erkennen, daß der Pho Wa nicht dem zivilisierten China entstammt, sondern der Tradition von Yogis aus rauhen Bergregionen.

    [​IMG]
    Das Verlassen des Körpers durch die Fontanella (ind./buddhist Technik des Pho-Wa)
    Bild aus: S. Muldoon and H. Carrington:The Phenomena of Astral Projection
    S.Weiser Verl., New York, 1974 (German edition)​

    Die Durchführung des PHO WA
    aus: Lu K'uan Yü: "Geheimnisse der chinesischen Meditation", Seite 249

    "Der Guru rasierte eine kleine "Tonsur" auf meinen Kopf, um später erkennen zu können, ob sich das Brahma-Tor (Pai Hui) geöffnet hat.

    Am 10. begannen wir, uns zur Meditation zurück zu ziehen. In der Haupthalle war ein Altar mit all seiner Pracht aufgebaut, vor den us der Guru führte, um dort den Dharma zu üben. Jeden Tag gab es vier Sitzungen, deren jede zwei Stunden dauerte. Die Übung bestand darin, sich dem Buddha Amitayus auf unserem Kopf sitzend vorzustellen und gleichzeitig, daß ein blauer psychischer Kanal durch den eigenen Körper ginge, der innen von roter Farbe war und der von der Schädeldecke bis zum Damm hinab verlief. Innerhalb dieses Kanals, im Unterbauch unterhalb des Nabels, war eine lichte Perle (vorzustellen), die (den Kanal) aufwärts stieg bis zum Herz (-Zentrum). (Sobald die Perle im Zentrum vorgestellt war), rief ich die mantrische Silbe HIK, wodurch die Perle, dem Laut folgend und das Brahma-Tor durchstoßend, bis zum Herzen des Amitayus gehoben wurde. Dann flüsterte ich die Silbe GA, wodurch die Perle wieder abwärts aus dem Herzen des Buddha durch die Öffnung (Brahma-Tor) in meinen Unterbauch zurückgeführt wurde. Bei jeder Sitzung schrien wir (das Mantra) mit solcher Kraft, daß wir heiser und erschöpft wurden und von Schweiß trieften, obgleich es noch sehr kalt war. Als der Guru sah, daß wir müde waren, begann er in Sanskrit zu rezitieren und ermunterte uns, seinem Beispiel zu folgen und uns zu entspannen. Dies geschah vier bis fünf mal innerhalb jeder der zweistündigen Sitzungen."
     
  6. Emanuel Tunai

    Emanuel Tunai Sehr aktives Mitglied

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    "Das einfahe Einziehen und Ausstoßen von Luft erfüllt noch nicht die Bedingungen meditativer Atmung. Um die Atmung wirksamer zu machen, wird Konzentration empfohlen. Man muß mit der Bewegung des Atems einen baren Gedanken in die Kreisban schicken. Beim Einatmen läßt man diesen Gedanken aus der Herzgegend in die Nierengegend (Meer des Atems) absinken. Beim Ausatmen bringt man diesen Gedanken vom unteren Ende der Wirbelsäule, an der Wirbelsäule entlang, aufwärts, bis zurük in die Herzgegend. Damit ist der kleine Kreislauf beendet. Tatsächlich kann der Gedanke natürlich nicht durch den Unterleib und die Wirbelsäule strömen, aber schickt man den Gedanken entlang der Bahn des kleinen Kreislaufes, so ist es fast so, als atme man auch entlang dieser Bahn. Diese Bewegung wird als Hitzestrom empfunden, der von dem unvermischten Gedanken (klarer Gedanke) innerhalb des kleinen Kreislaufes in Umlauf gebraht wird. Das gleiche Prinzip gilt auch für den großen Kreislauf. Nach einer kurzen Zeit der Übung spürt man, daß man diesen Gedanken leicht an jeden beliebigen Punkt im Körper schicken kann. Nach weiterer Übung spürt man dann, wie er die kontrollierte und die unwillkürliche Bahn entlang wandert. Dieser bare Gedanke, der nur aus dem Zustand der Gedankenleere oder dem Nichts hervortreten kann, ist weder ein Gedanke noch eine Vorstellung im konventionellen Sinn. Es ist eine innere Bewußtheit der eigenen Konzentration auf die Zentren und der Bewegung entlang der Kreislauf Bahnen. Er ist der Verursacher des Hitzestromes.

    Im kleinen Kreislauf fließt der Strom, der anfänglich vom baren Gedanken in Gang gebracht wurde, oft andauernd und ununterbrochen weiter. Er wird manchmal von einem Gefühl der Heiterkeit begleitet; manchmal erlebt man auh einen plötzlichen Lichtblitz, der den ganzen Körper mit ungeahnter Helligkeit durchstrahlt. Dieses Stadium nennt man das "spirituelle Bad". Im allgemeinen erfordert das Hervorrufen des kleinen Kreislaufes eine Übungszeit von ungefähr hundert Tagen. Während dieser Übungszeit besteht die Hauptaufgabe darin, den Hitzestrom zu stimulieren, indem man den baren Gedanken zur Vereinigung von Herz und Niere kreisen läßt. In taoistischer Terminologie heißt dies das Quecksilber aus dem Herzzentrum und das Blei aus dem Nierenzentrum in das Elexier des Lebens umzuwandeln."

    Chang Chung-Yuan: "Tao, Zen und schöpferische Kraft", Diederichs Verlg., 1975, S. 136-137​

    Die 3 alchemistischen Agentia
    - Das äußere mikrokosmische Agens ist die Luft und die mikroskopische Wechselwirkung ist die Atmung.

    - Das innere mikroskopische Agens ist das zum Kreisen gebrachte Chi, durch welches die Lebenskraft (Ching) in Spiritualität umgewandelt wird.

    - Das makroskopische Agens ist das geistige Licht (Shen), welches über die höheren Zentren des Kopfes in den Menschen einstrahlt.

    Der fötale Atem
    Der Fötus im Mutterleib atmet nicht durch die Nase. Bei ihm kreist die Vitalkraft vom Nabel her kommend zum Perineum und von dort durch die Wirbelsäule zum Kopf, und dann absteigend über den Gaumen zur Zunge (welch letztere beim Fötus üblicherweise an den Gaumen gepreßt ist und solcherart den Energiefluß des Meridians schließt) und von dort zum Nabel. Das nennt man die fötale Atmung, oder kleinen himmlischen Kreislauf oder mikrokosmischen Kreislauf.

    Nach der Geburt hört mit der Durchtrennung der Nabelschnur der Zufluß der pränatalen Energie und ihres Kreislaufes auf. Die Energiespeisung des Menschen erfolgt nunmehr durh Atmung und Nahrung. (Auch im indischen Yoga wird Prana durch die Atmung und Nahrung aufgenommen, wobei die Atmung für die Aufnahme des Pranas wichtiger ist, weil wir quantitativ mehr Luft als feste und flüssige Nahrung aufnehmen. Prana ist eine Essenz, welcher der Materie entnommen wird.)

    Gemäß dem taoistischen Yoga kann der Meditierende nach langer Praxis den fötalen Kreislauf wieder herstellen und ihn zu seiner Vervollkommnung nutzen.

    Blauer Drache (aus dem Hof des Feuers) wohnt im Herzen

    Weißer Tiger (aus dem Abgrund des Wassers) wohnt in der Nierengegend (Abdomen)

    [​IMG]
    "Innere Vereinigung von Drache und Tiger"
    (Bild unbekannter Herkunft)​
    Die Vereinigung beider vollendet den kleinen himmlischen Kreislauf.

    Rückläufige Methode
    Normalerweise fließt die Lebensenergie den Rücken hinab. Dadurch geht Lebenskraft verloren. Durch das Energie-Kreisen wird die Lebensenergie gezwungen rückläufig zu fließen, d.h. nach oben.

    Wenn jene Kräfte, die zur Erde streben (= Abdomen) nach oben geleitet werden zum Himmel (= Kopf), dann stellen sich himmlische Phänomene ein (z.B. Donner, indisch Shabd = kosmischer Ton) und der Mensch wird himmlisch.

    Wie im indischen Yoga (singen von Mantras etc.) versucht man auch im taoistischen Yoga durch äußere Einwirkungen dergleichen Phänomene herbei zu führen (bringt allerdings nicht viel). Hier ist es die Methode des "Zähneknirschens".
    [​IMG]
    "Zähneknirschen und Geister-Sammeln"
    aus:Erich W. Stiefvater u. Ilse R. Stiefvater
    "Chinesische Atemlehre und Gymnastik"
    Ulm/Donau, Haug Verlg., 1962 (Abb.37)​
     
  7. Emanuel Tunai

    Emanuel Tunai Sehr aktives Mitglied

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    Vibration im Bauch
    - Eine lange Meditationspraxis führt gewöhnlich zu einer Vibration, die im
    Unterbauch, unterhalb des Nabes gefühlt wird.
    Sie beweist, daß sich im Bauch psychische Energie gesammelt hat.
    - Etwa zehn Tage, bevor diese Vibration in Erscheinung tritt, empfindet der
    Meditierende eine Erhitzung im Bauch, unterhalb des Nabels.
    - Ist diese Hitze einige Zeit hindurch fühlbar, vibriert pötzlich der Unterbauch
    und der ganze Körper wird geschüttelt. Das braucht den Meditierenden
    nicht zu ershrecken. Er soll den natürlichen Ablauf der Dinge nicht stören.
    - Die Schnelligkeit und Dauer des Vibrationsvorganges ist individuell
    verschieden.Er geschieht, ohne daß man ihn suchen oder behindern soll.
    - Wird die Vibration gefühlt, so soll sich der Meditierende (aber ohne
    Nachdruck) vorstellen, daß die heiße Energie abwärts geht und durch das
    heiße untere Ende der Wirbelsäule aufwärts strömt, bis zum höchsten Punkt
    des Kopfes.

    Aus: Lu K'uan Yü: "The Secrets of Chinese Meditation", p. 215, Rider Edit.


    Blitz und Donner
    "Eines Nachts, als der junge Mann seinen Spaziergang auf dem Bergpfad machte, spürte er plötzlich einen Blitz in sich zirkulieren und vernahm ein Donnergetöse im oberen Teil seines Kopfes. Der Berg, der Fluß, die Welt, ja sogar er selbst verschwanden völlig.

    Diese Erfahrung dauerte etwa für den Zeitraum, in dem ein Räucherstäbchen abbrennt. Danach fühlte er sich als ein anderer Mensch, durch sein eigenes inneres Licht geläutert.

    Der Meister sagte ihm, er solle sich nicht um dieses Aufblitzen kümmern; er selbst hatte es während der dreißig Jahre seiner Meditationsübungen oft genug erfahren und er achtete nicht mehr darauf.

    Die Erfahrung des Schülers ist ein Beispiel dafür, daß die Übung des meditativen Atmens, über einen bestimmten Zeitraum hinweg mit äußester Konzentration durchgeführt, den Übenden zur Erfahrung von Blitz und Donner führen wird. Im spirituellen Sinn ist dies die Manifestation der göttlichen Kraft, wie sie sich im Menschen zeigt. Deshalb sagen die Taoisten, das Himmlische Leuchten trete hervor, wenn im mikrokosmishen Selbst äußerste Stille hergestellt wird."

    Chang Chung-Yuan: "Tao, Zen und schöpferishe Kraft", S.142


    Eigene Erfahrungen
    Das Energiekreisen, wie es den Techniken jenes Ashrams (Yogagemeinschaft) entspricht, dem ich meine Ausbildung verdanke, lieferte ähnliche bis gleiche Symptome. Relativ bald, der oben angeführte Zeitraum von 100 Tagen mag durchaus stimmen, vielleicht war es bei mir auch nach einem Jahr, stellte sich bi mir Hitze im Steißbein ein. Ich spürte Tag und Nacht an dieser Stelle ein leichtes Glühen, das ab und zu bis zu einer Hitze sich verstärkte, oft mit einem Druck an dieser Stelle, der gelegentlich so stark wurde, als ob ich einen Fußtritt in meinen Hinterteil bekommen hätte. Die Hitze weitete sich im Laufe der Zeit zu einer heißen Säule von der Basis der Wirbelsäule bis zu einer Höhe von dreißig Zentimetern.

    Lichterscheinungen wurden bisweilen spontan wahrgenommen, ohne speziellen Anlaß, mitten am Tag, oder während der Meditation. Sehr oft waren es blaue Lichter wie Leuchtkäfer, die ich tagsüber wahrnahm. Sie waren niemals störend und gfür mich immer ein Zeihen, daß "alles in Ordnung sei". Während der Meditation sah ich oft, meist weiße Lichtblitze.

    Allmählich stieg die Hitze in der Wirbelsäule höher und es bildete sich ein erhitztes Areal in der Mitte der Brust und in der selben Höhe der Wirbelsäule. Jetzt stellten sich auch öfter Vibrationen ein. Sie erzeugten ein Gefühl der Kraft. Durch die Übung "Katzenbrummen" eine Übung, in welcher sowohl auf einen tiefen Ton (ähnlich einem Transformator-Summen, Katzenschnurren) als auch auf Vibrationen geübt wurde, konnten die Vibrationen und das Gefühl der Kraft durch lange Zeit während des Tages aufrecht erhalten werden. Es gab auch "falsche" Vibrationen, die durch bloße Konzentration auf Vibrationen am ganzen Körper erzielt wurden, und die von "negativer" Wirkung waren - Unruhe, kein Gefühl der Stärke, nervliche Überreizung.

    Es gab im Ashram Ananda zwei Energiekreisläufe, welche zumindest was die Bahnen anbelangt den taoistischen Übungen gleich kamen. Diese Übungen waren Hauptübungen. Eine entsprach in ihrer Bahn dem "kleinen himmlischen Kreislauf" und eine zweite einer anderen, relativ unbekannten taoistischen Übung. Diese Übung bestand aus einem Energiekreisen, von der Brustmitte (Anahata Chakra) beginnend bis zum Bauch (Dreifacher Erwärmer). Dort teilte sich die Bahn nach links und rechts. An der Wirbelsäule trafen sich wieder diese Bahnen und der Hitzestrom lief aufwärts bis in die Höhe des Anahata Chakras, durch die Brust durch, um wieder bei der Ausgangsstellung anzugelangen. Ich machte diese Übung aus folgendem Grund gerne: wenn ich die Hände in die Taille setzte, mit dem Daumen nach hinten, dann gab es am Beckenrand einen Punkt, den ich mit dem Daumen leicht preßte, worauf der gesamte Gürtelmeridian (Tae Mo) sofort heiß wurde. Ohne lange üben zu müssen hatte ich sofort eine heiße Bahn, die sich leicht nach oben erweitern ließ.
    [​IMG]
    Energiekreislauf in taoistischen Yoga, beschrieben in
    Dr. Erwin Rousselle: "Seelische Führung im lebenden Taoismus"; Eranos Jahrbuch 1933
    (Bild aus einem Skript des Ashram's Ananda)​
     
  8. Emanuel Tunai

    Emanuel Tunai Sehr aktives Mitglied

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    Der Kreislauf
    Der Taoist atmet tief ein, so daß der Atem den Untebauch (unterer Tan'tien, Hara) erreicht, in welchem er das innere Feuer anfacht und durch dieses dann einen Druck auf die generative Kraft ausübt und diese zwingt den Tu Mo (entlang der Wirbelsäule) hinauf zu steigen, bis zum Pai Hui, den höchsten Punkt am Scheitel. Während der Ausatmung im Zuge der Entspannung senkt sich die durchlichtete Lebenskraft den Jenn Mo (Vorderseite) herab und schließt solcherart den Kreislauf.

    Der große himmlische Kreislauf hat 4 Kardinalpunkte:
    - Basis (Hou Yin) = Norden
    - Scheitel (Pai Hui) = Süden
    - Vorderseite (Solar Plexus) = Westen
    - Rücken (gegenüber Solar Plexus) = Osten

    Das spontane Entstehen des großen Kreislaufes
    "Nach der Vereinigung von Yin und Yang steigt und fällt der Strom des kleinen himmlischen Kreislaufes unafhörlich. Es heißt, daß der Puls still steht und die Atmung praktisch aufhört. Dann jedoch steigt der Strom plötzlich durch die Wirbelsäule in den oberen Kopf (das obere Elexier Feld) und zwar ganz spontan und ganz von selbst. Bevor die Bewegung des Stromes erlischt, muß er mit dem baren Gedanken (vorne) abwärts geführt werden in den Unterleib, in das Zentrum der Erde, das reguläre Elexier Feld.

    Dies nennt man die Vereinigung von Himmel und Erde oder den großen Kreislauf.

    Der große Kreislauf wird also durch die Konzentration auf den baren Gedanken eingeleitet und hervorgerufen."

    Chang Chung-Yuan: "Tao, Zen und schöpferishe Kraft", S. 137, Diederichs Verlag, 1975

    Weißes und goldenes Licht
    Wenn sich die Lebenskraft durch Läuterung und Sublimation in den Kopf erhebt, um sich mit Geist zu vereinen, so verursacht sie das weiße Licht der Vitalität, das sich ähnlich dem Mondschein manifestiert. Wenn die Vitalität mit Geist gesättigt herab steigt, um sich im unteren Tan t'ien mit dem ewigen Leben zu vereinen, manifestiert sich das goldene Licht des Samens der Unsterblichkeit. Die Vereinigung dieser zwei Lichter erzeugt den unsterblichen Foetus, welcher dann einmal zur Höhle des Geistes im Kopf zurück kehrt, um durch die Fontanella (chin. Pai Hui, ind. Brahmarandhra) den Körper zu verlassen.

    Die sechs übersinnlichen Kräfte:
    - Frei von Verlust an generativen u. vitalen Kräften
    - Hellsehen
    - Hellhören
    - Kenntnis der vergangenen Leben
    - Gedankenlesen
    - Göttliche Schau

    Die fünf Arten von Hellsehen:
    - Das himmlische Auge sieht in die 33 Himmel
    - Das erdhafte Auge erschaut die 18 Höllen
    - Das spirituelle Auge erschaut Ereignisse aus Vergangenheit und Zukunft
    - Das menschliche Auge sieht vorgeburtliche Ereignisse
    - Das geisterhafte Auge sieht durch Berge, Erde und Metall
    [​IMG]
    Der Kessel des Shen
    (Bild aus dem Ashram Ananda)​

    Eigene Erfahrungen
    Obgleich es im Ashram Ananda (der Yogageimeinschaft, in der ich ausgebildet wurde) auch einen Energiekreislauf als Übung gab, der zumindest im Verlauf, wenngleich nicht in der dahinter stehenden Philosophie, mit dem "Großen Himmlischen Kreislauf" identisch war, bevorzugte ich andere Übungskombinationen, die dem indischen Kundalini Yoga entstammten. Ich will darauf hier nicht näher eingehen. Das Resultat war jedoch in vielen Punkten jenem des taoistischen Yoga ähnlich. Sicherlich wurde ich keine Buddhanatur, um aus dieser Sicht Erfahrungen zu bringen.

    Spontan, ohne zu dem jeweiligen Zeitpunkt darauf zu üben, stieg speziell in der Nacht oder in frühen Morgenstunden in den Zwischenschlafphasen die Kundalini auf. Es waren dies Wellen, die in breiter Front den Rücken empor liefen, oft von Hitze und Rauschen oder Tönen begleitet. Auch träumte ich immer wieder von Sonne oder Mond, wobei ich dann immer durch das starke Licht im Traum tagesbewußt wurde, von einem euphorischen Glücksgefühl begleitet. Auch wurde mein "Geistkörper" "lebendig", was zu zahlreichen Astralwanderungen führte, deren Erlebnisse ich als tiefen Schatz in mir trage und worüber ich nur selten schrieb. Sicherlich lernte ich auch bewußt aus den Körper zu treten (natürlich nicht mit 100% Erfolgsquote, wie manche Leute glauben, daß dies für einen "Experten" zutreffen müßte). Die OBE Anleitungen (OBE = out-of-body-experience = Außerkörperliche Erfahrung) in meiner Homepage mögen als geschlossenes System erscheinen, aber ohne dem mystischen Hintergrund und den mystischen Übungen (wie hier beschrieben), sind diese Anleitungen nur halb so viel wert
     
  9. Emanuel Tunai

    Emanuel Tunai Sehr aktives Mitglied

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    Anbinden des Affen = Gedanken abstellen
    Ambrosia (ind. Amrita) = Elexier der Unsterblichkeit, goldenes Elexier-
    entsteht aus der Vereinigung von Ching, Chi und Shen.
    vierfache Atmung = äußeres Ein- u. Aus-Atmen; Auf- und Abstieg des inneren Atems (Kreisen)
    große Augen (rote, entzündete Augen) = Kennzeichen des Taoisten (gleichzeitig mit dem Kreisen des Lichtes werden die Augen gerollt)
    Diese Auslegung wurde in einer Zuschrift als unrichtig erklärt.
    dicker Bauch = gut entwickelter unterer Tan'tien, und gleichzeitig ein Zeichen für das akkumulierte goldene Licht (Elexier)
    Bergkette = die Wirbelsäule stellt eine Bergstraße dar, welche zu einer Kette magischer Berge auf dem Kopf ansteigt
    Bergmensch, Eremit = Symbol des Vollendeten; er wohnt in den magischen Bergen (Kopf)
    die 4 Bestandteile = Körper, Atem, gestaltlose und gestaltete Seele. Diese werden symbolisiert durch Wasser, Feuer, Holz und Metall
    Blasbalg = symbolisiert die Atemübungen, welche das innere Feuer im unteren Tan'tien entfachen
    Brüllen von Tiger und Drache = Ton-Erfahrung (ind. Shabd)
    Chi = Vitalkraft
    Ching = Sexuelle Energie
    Embryonale Atem = Energiekreisen
    Erde = unterer Abdomen
    die 3 Fahrzeuge ziehen = eine Technik, welche dazu verhilft, daß sich das alchemistische Agens über die drei Tore erhebt
    1) durch das erste Tor beim Steißbein - so wie eine Ziege den Karren langsam bergauf zieht.
    2) durch das zweite Tor bei den Nieren - shnell wie ein Hirsch den Wagen zieht
    3) durch das dritte Tor am Hinterkopf - wie ein Ochse, der den Karren bergauf zieht
    die Vermengung von Feuer und Wasser = die Begierden (nach dem Taoismus im Herz) werden bezähmt und das Wasser (sexuelle Energie) gespeichert.
    schnelles Feuer = wird durch Einatmen u. Ausatmen erzeugt. Schnelles Feuer belebt
    langsames Feuer = entsteht durch gedankenfreie, innere Wachheit. Langsames Feuer beruhigt
    der unsterbliche Foetus = entsteht aus dem weißen und dem goldenen Licht
    Geviertzoll = zwischen den Augen (Ajna)
    Himmel = Kopf
    Himmlishes Herz = liegt zwischen den Augen (ind. Ajna Chakra) und ist die Heimstätte des Lichtes
    Himmelstor = Pai Hui (ind. Brahmarandhra) jene Stelle aus welcher der Geistleib den materiellen Körper verläßt.
    Höhle des Drachen = unterer Tan'tien
    Julai = der neuerschaffene Leib, welcher aus der himmlischen Pforte austritt und über dem Schädel auf einer Lotosblüte thront. Sein Name ist "Sohn Buddhas".
    Kessel = Es gibt drei Kessel: der obere, der mittlere und der untere Tan'tien. In ihnen werden die drei Grundkräfte transmutiert
    Kranich = Symbol für langes Leben
    kristallisiertes Licht = wenn man das Licht lang genug kreisen läßt, dann kristallisiert es; das ist der natürliche Geistleib
    Meridiane = die zwei wichtigsten mystischen Meridiane sind der
    Tu Mo
    Meridian entlang der Wirbelsäule
    Jen Mo
    genau in der Mitte des Vorderkörpers
    Mond = Yin (rechtes Auge, unterer Tan'tien)

    Flammende Perle
    konkretisiertes Licht, durch die Sublimierung von Yin und Yang. Symbol der geistigen Erweckung

    Rad des Gesetzes
    Mikrokosmischer Kreislauf, der durch den Atem in Bewegung gehalten wird

    Reh
    Symbol für langes Leben, denn das Reh schläft mit der Schnauze am Schwanz und schließt solcherart Tu Mo, so daß die normalerweise den Tu Mo herabströmende Lebenskraft erhalten bleibt.

    Schildkröte
    Symbol für langes Leben

    Schmelztigel
    Symbol der Umwandlung

    fliegender Schnee
    aufwärtssteigende Kundalini (Energie) im Rückgrat

    Shen
    Geist, spirituelle Kraft

    Sonne
    Yang (linkes Auge, Herz)

    Tan'tien
    Elexierfeld (Zentrum der jeweiligen der drei Energien)

    der himmlische Teich
    aus ihm fließt der Nektar durch den Gaumen auf die Zunge und soll von hier auf den unteren Tan'tien fließen (ind. Amrita, das durch besondere Schlucktechniken bewahrt wird)

    Waschen und Reinigen
    Waschen vollzieht sich durch den Aufstieg und Reinigen durch den Abstieg der Kräfte während des kleinen himmlischen Kreislaufes (mikrokosmischer Kreislauf)

    himmlisches Tor
    Pai Hui (ind. Brahmanrandhra) durch welche die Geistwesenheit den Körper verläßt

    Umdrehung
    Tu Mo hinauf, Jenn Mo hinunter

    Wasser
    ist die sexuelle Energie. Sie wird vom Feuer des Herzens verdampft und steigt als fliegender Schnee empor

    Wasserrad
    Mikrokosmischer Kreislauf


    Anhang
    hallo,
    muß Dir leider sagen das der Hinweis auf die geröteten Augen als Kennzeichen des Taoisten unter der Diagnose "hochschlagendes Yang-verursacht durch inneren Wind " zu finden sind, das heißt in unserem Sprachgebrauch "Zorn".

    Das ist eine Auslegung, gegen die es nichts einzuwenden gibt - z.B. die zornvollen Gottheiten im tibetischen Buddhismus haben alle große, rotunterlaufene Glubschaugen (siehe auch im deutschen Sprachgebrauch "ich sehe rot")


    Die Symptomatik geht manchmal mit Allergien, tränenden Augen, usw. einher. Als Kennzeichen des Taoisten gilt es in keinem Fall, da diese Energie bei einem Taoisten schon bevor sie hochsteigt in Bewegungsformen umgesetzt wird, um die innere Ruhe zu behalten, es wird nicht über den Kopf kompensiert. Die roten Augen sind dem Buddhismus wahrscheinlich viel näher. Gruß w.

    Ja, das ist für mich ein Problem, ich weiß nicht mehr, von wo ich diese Ausdeutung her habe. Es war sicherlich in einem Buch, das sich mit asiatischer Kunst befasst hat. Leider weiß ich das nicht mehr. (werde also die Symboldeutung aus Mangel an Beweisen streichen müssen). Dass sowas kein Ausdruck der Harmonie und des gesunden Gleichgewichtes ist, das stört mich weniger, schließlich wird doch bei den radikalen Übungen des Pho Wa (buddhistisch, jedoch wird die Technik anscheinend auch von diversen Taoisten angewendet) Blut gespuckt, was ja auch nicht gerade gesund ist (kommt durch das heftige Atmen und Schreien zustande - auch das Schreien eines Mantras ist vom Standpunkt des konservativen Taoismus haarsträubend barbarisch).

    Ein kleiner Hinweis: auf die geröteten Augen in Folge eines alchemystischen Prozesses wird beim rebellischen Affen angedeutet, weshalb ich nach wie vor glaube, dass meine Behauptung nicht absurd war. Aber wie gesagt, ich kann es nicht mit einschlägigen Quellen belegen (übrigends habe ich betont, dass es sich um taoistischen Yoga handelt, das heißt, dass man da in dieser asketischen Disziplin nicht so zimperlich ist, wie im "bürgerlichen" Taoismus. Der Kung Fu, der ja auch auf taoistischen Praktiken beruht ist auch nicht gerade zimperlich - mit anderen Worten: zuerst das Ziel, dann die Gesundheit und die kosmische Harmonie)
    mit Grüßen, Alfred

    Wu Ch'eng-En, "Der rebellische Affe", die Reise nach dem Westen, Rowohlt, rororo 82 83, 1961
     
  10. Emanuel Tunai

    Emanuel Tunai Sehr aktives Mitglied

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    Literatur

    Baessler, Adolf: "Die acht Unsterblichen"; Weltkreis 1952/53, S. 4-5

    Blofeld, John: "Das Geheime und Erhabene", Mysterien u. Magie d. Taoismus; O.W. Barth Verl.

    Blofeld, John: "Das Rad des Lebens"; Rascher Verl., Zürich, 1961

    Blofeld, John: "Taoism - the Quest for Immortality", Hazel Watson, Aylesbury, GB, 1979

    Burang, Theodor, "Chinesische Heilkunst", Origo Verlag, Zürich, 3.Aufl., 1974

    Chavannes, Edouard: "Five Happinesses" Taoistische Symbole

    Christie, Anthony: "Chinesische Mythologie" Bildband; Emil Vollmer Verl.

    Chung-Yuan, Chang, Chang: "Tao, Zen und schöpferische Kraft", Diederichs Verl., Düsseldorf, 1975, ISBN 3-424-005-9

    Cooper, J.C.: "Der Weg des Tao", O.W.Barth Verl., 1977

    Lao Tse: "Tao-Te-King", Saturn Verl., Wien, 1932

    Lia Dsi: "Das wahre Buch vom quellenden Urgrund"; Diedrichs Taschenausgabe

    Lu K'uan Yü:

    "Taoist Yoga"; Rider Verl.
    "The Secrets of Chinese Meditation"; Rider Verl.

    Maisel, Edward: "Gesund durch Tai Chi" Albert Müller Verl., Zürich etc., 1963

    Miyuki, Mokusen: "Kreisen des Lichtes", Die Erfahrungen der Goldenen Blüte

    Palos, Stephan:

    "Atem und Meditation", Otto Wilhelm Barth Verl., 1968
    "Chinesische Heilkunst" Verl.?
    "Lebensrad und Bettlerschale",Otto Wilhelm Barth Verl., München, 1968

    Rawson, Philip und Laslo Legeza: "Tao"; Droemer Knauer Verl.

    Rousselle, Erwin: "Seelische Führung im lebenden Taoismus", Eranos Jahrbuch 1933

    Rousselle, Erwin: "Die Meditation in China"; Deutsch-chinesischer Almanach 1932

    Stiefvater, E.: "Chinesische Atemlehre und Gymnastik"; K.F.Haug Verl., Ulm, 1962

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    Wilhelm, Richard: "Das Geheimnis der Goldenen Blüte", Rascher Verl., Zürich etc., 1929

    Wilhelm, Richard: "I Ging. Das Buch der Wandlungen"; Eugen Diedrichs Verl.

    Zenker, Ernst Viktor: "Der Taoismus der Frühzeit"; Sitzungsberichte der Akademie d. Wissenschaften in Wien, Vol. 222, 1943


    Links
    Brown, Thomas J.: "That which is eternal in us must be awakened";
    http://borderlands.com/archives/arch/awaken.html
     
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