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Neurogenetische Veränderungen durch Kindsmisshandlung + Traumata

Dieses Thema im Forum "Gesundheit allgemein" wurde erstellt von Elli, 5. August 2008.

  1. Elli

    Elli Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    11. Januar 2006
    Beiträge:
    6.014
    Ort:
    im Wald
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    ...

    Wie es aussieht, ist es wohl möglich, dass Traumata so tiefgreifende neurologische Veränderungen auslösen, dass sie evtl. sogar erblich werden.

    Hab gerade den sehr interessanten Artikel bei Spiegel Wissenschaft entdeckt und gelesen.
    http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,569871,00.html

    Zitate:

    Natürlich war längst bekannt, dass Misshandlungen seelische Wunden hinterlassen. Doch niemand wusste, welche neurogenetischen Vorgänge da am Werk sind.

    Auch für die Erb- und Evolutionsbiologie könnten die neuen Befunde eine tiefe Erschütterung bedeuten. Es scheint denkbar, dass kulturelle Einflüsse und Erfahrungen biologisch vererbt werden.

    "Das ist das Ende der Theorie vom egoistischen Gen", kommentiert die Biologin Eva Jablonka von der Universität Tel Aviv in Israel. "Der ganze Diskurs über Vererbung und Evolution wird sich verändern."

    Im späteren Leben kann das fatale Folgen haben: Asthma, Fettsucht, Arterienverkalkung und Depression - all diese Erkrankungen werden von Epigenetikern mit frühzeitig falsch methylierten Zellen in Zusammenhang gebracht.


    Den hier find ich besonders toll *augenverdreh*
    Interessanterweise setzen Ärzte schon lange Medikamente ein, die epigenetisch wirken - sie wussten es nur nicht.

    Super, gell? Da werden seit etlicher Zeit Medikamente eingesetzt, von denen man gar nicht alle Wirkungen kennt. Einige Wirkungen kann man gar nicht kennen, weil man dazu gehörige Prozesse im Körper entweder noch gar nicht entdeckt hat oder sie nicht verstehen kann.

    Nun bin ich auf die kommende Diskussion in der Gesellschaft zum Thema gespannt. Wie oft hören ehemalige Opfer, Überlebende, Traumapatienten, dass sie Weicheier seien. Man soll sich nicht so anstellen. Man soll sich halt zusammennehmen. Die Folgen könnten nach so langer Zeit eh nur Einbildung sein. Man sei selbst schuld, wenn man nach 10-20 Jahren nach der Traumatisierung noch nicht gesund sei... Und all die anderen tollen Diagnosen von den ahnungslosen Hobbytherapeuten und Besserwissern.

    :zauberer1
     
  2. Eselsohr

    Eselsohr Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    5. Juli 2008
    Beiträge:
    829
    Ort:
    Norddeutschland
    Danke für den interessanten Beitrag!! :blume::blume:
     
  3. Einfach Mensch

    Einfach Mensch Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
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    Beiträge:
    8.643
    Ort:
    Oberschwaben, genau über dem Mittelpunkt der Erde

    Tja, da ist die Wissenschaft wohl an dem Punkt angekommen, an dem der Geist (Seele?) eines Menschen die eigene Materie beeinflusst.
    Interessant finde ich den Schluss des Artikels, wo beobachtet wird, dass sich dieser Mechanismus auch positiv beeinflussen lässt.
    Es geht also nach beiden Seiten, sowohl in die negative Richtung des Leidens wie auch positiv zur Heilung.

    Was klar macht, wie viel Selbstverantwortung der Mensch eigentlich hat.

    :)

    crossfire

     
  4. pluto

    pluto Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    21. Dezember 2004
    Beiträge:
    5.652
    Ort:
    dort, wo es schön ist
    Hallo Elli,

    der Artikel vom Spiegel zeigt, was ich an mir schon vor zwei Jahren festgestellt habe: das Traumata weit schlimmere Auswirkungen haben, als wir derzeit ahnen. Selbst Psychologen oder Psychotherapeuten schätzen ihre Wirkungen als viel zu gering an.

    Gerade die Kindheit, in der viele unserer Prägungen entstehen, ist soo wichtig. Da hilft es nicht nur, darüber zu erzählen. Im Gegenteil: ständiges reden macht das ganze noch schlimmer, weil dann die Spuren im Gehirn breiter werden und viel schneller aktiviert werden.

    Dass es dann zu Gen-Mutationen kommt, ist für mich nur eine logische Folge. Alles, was zu lange und zu heftig auf uns einwirkt hat Folgen. Warum sollte sich unser Erbgut davon ausnehmen?

    Liebe Grüße Pluto:kiss4:
     
  5. Elli

    Elli Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    11. Januar 2006
    Beiträge:
    6.014
    Ort:
    im Wald
    Naja, von breiteren Spuren weiss ich nix. Du meinst das wohl im übertragenen Sinne :) Tatsache ist, dass Wiederholungen neurologisch zu Prägungen führen und was fleissig trainiert wird, kann natürlich auch leichter aktiviert werden. Insofern liegst du schon richtig.

    Ich sag schon seit Jahrzehnten, dass dieses ewige Herumgestochere von Therapeuten in traumatischen Situationen der Vergangenheit die Patienten nicht heilt, sondern das Ganze noch verschlimmert.

    Am Schlimmsten find ich die ganzen Jammerforen im Web. Wo man sich gegenseitig seine Probleme erzählt und jeder alle anderen steil runterzieht.

    Wenn man ein traumatisches Problem hat, KANN das Sprechen darüber wichtig sein. MUSS aber nicht. Aber so wie das heute läuft, kann man nahezu sicher sein, dass von den Fachleuten ein entstehendes Trauma für die Ewigkeit betoniert wird. Ich hab das viel zu oft bei Bekannten gesehen.

    :zauberer1
     
  6. Delphinium

    Delphinium Sehr aktives Mitglied

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    21. Mai 2007
    Beiträge:
    4.673
    Ort:
    Bayern
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    Oh ja, für quasi jede Diagnose im psychischen Bereich z.B. gibt es ein Selbsthilfeforum, wo jedoch, wie man querlesend feststellen kann, nicht etwa Selbsthilfe geleistet wird, sondern gejammert. Besonders interessant sind die Leute die verzweifelt nach einer Leidensschublade suchen, in die sie passen. Hier wird das Leiden sozusagen mit Nachdruck kultiviert, so als wäre es eine Krücke um der eigenen mehr oder weniger schwachen Identität Profil zu geben.

    ciao, :blume: Delphinium
     
  7. Feeli

    Feeli Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    31. Oktober 2005
    Beiträge:
    1.192
    Ort:
    Wien, Stmk (Österreich)
    Hallo!

    Oftmals entsteht ja die sogenannte "Bindungsproblematik". Psychotherapeuten und Neurologen gehen davon aus, dass dieser Kreislauf (ähnelt einer Spirale) sich solange wiederholt - und ja, sogar auf Kinder und deren Kinder übertragen kann, sofern sie nicht von jemanden "durchbrochen wird". Ich habe hierzu einen sehr interessanten Vortrag (ist ca 1/2 Jahr her) in Kärnten gehört. Es gibt mitterleilen schon Anlaufstellen, die sich genau mit diesem Thema beschäftigen....Aber leider erst in Deutschland :(

    Schlimm....Kann ich dazu nur sagen.

    Wünsche Euch noch einen schönen Tag,
    Eve
     
  8. pluto

    pluto Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    21. Dezember 2004
    Beiträge:
    5.652
    Ort:
    dort, wo es schön ist
    Hallo Elli,

    Da habe ich wieder mal vieles vergessen zu schreiben. :rolleyes:
    Ich meinte die Nervenbahnen. Werden sie oft benutzt reagieren viel sensibler. Das ist vergleichbar mit Wegen, die wenig benutzt werden. Sie wachsen mit Gras zu. Andere werden zu Autobahnen ausgebaut.

    @ Delphinum,

    eine sichere Bindung ist das beste, das es gibt. Leider auch recht selten, denke ich. Die unsichere Bindung ist wohl am meisten verbreitet und zeigt natürlich ihre Aus-Wirkungen, die sich ständig wiederholen. Manch einer ist schon daran gescheitert und hat sich aufgegeben. Sowas bewirkt natürlich auch Traumata.

    Bei Menschen, die eine vernachlässigende Erziehung genossen haben, sind für vieles widerstandsfähig geworden. Da lässt sich im späteren Leben kaum noch ein Richtungswechsel durchführen. Sie sind oft ins kriminelle Milieu abgedriftet oder so arg von sich überzeugt, dass es schon weh tut in ihrer Nähe zu sein.

    ---

    Eines verstehe ich nicht ganz:
    dass Medikamente hier helfen sollen. :confused:Das müssen zudeckende, beruhigende Neuroleptika sein. Dann spüre ich mich nicht mehr. auch eine möglichkeit der Hilfe. Ändert aber nichts daran, dass die Traumata immer noch vorhanden sind und der Teufelskreislauf immer noch sein Unwesen treibt. Denn nur diesen zu durchbrechen hilft, weiterzugehen. Dann brauchen sich auch nicht die Gene zu verändern.

    Liebe Grüße Pluto
     
  9. Laneta

    Laneta Mitglied

    Registriert seit:
    2. Juli 2008
    Beiträge:
    685
    Ort:
    Kärnten
    Mal ganz ehrlich, wer hat nicht mindestens einmal im Leben mit einem Trauma zu kämpfen?
    Ich denke es kommt darauf an wie man damit umgeht. Man kann damit leben, oder es hegen und pflegen. Man kann sich einer Selbsthilfegruppe anschließen wo es hauptsächlich darum geht, welches Trauma von wem am größten ist. Psychiater und Psychologen leben davon. Man kann es natürlich auch als Ausrede für viele andere Probleme benutzen.
    Alles Liebe
     
  10. Ramon

    Ramon Mitglied

    Registriert seit:
    7. März 2008
    Beiträge:
    50
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    Hallo Elli

    ich kann dich sogar noch weiter beunruhigen :schmoll: ich hatte vor einiger zeit ein gespräch mit einem befreundeten pharma vertreter, es ging um die von allen so gepriesenen generika welche ja in der wirkung gleich sein sollen wie das orginal präperat (sind ja die selben inhaltsstoffe drinnen) und in der herstellung wesentlich billiger (da die firmen das präperat nicht testen brauchen, und der rezepturschutz für das bereits erforschte medikament irgendwann verfällt)
    und trotzdem mussten wir feststellen das z.b. xyall die patienten zwar müder macht als zyrtec aber die wirkung bei allergien geringer ist :confused: ich wollte natürlich wissen wie das sein kann.
    mein freund erklärte mir dann, das zwar die wirkstoffe und tests nicht mehr geschützt sind, aber die genaue rezeptur der trägersubstanz nicht freigegeben wird. und daher viele der "nachbaumedika" doch eine geringfügig andere wirkung haben :(

    soviel dazu

    lg ramon
     

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