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"Natur, Tiere, subjektive Werte, Moral und die Idee des Libertarismus"

Dieses Thema im Forum "Gesellschaft und Politik" wurde erstellt von TommyCasagrande, 29. November 2012.

  1. TommyCasagrande

    TommyCasagrande Mitglied

    Registriert seit:
    16. Juni 2012
    Beiträge:
    39
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    Wenn von einer freien Gesellschaft die Rede ist, gemeint wird dabei die Idee des Libertarismus, so meint man damit eine Gesellschaft freier Menschen. Diese Idee beinhaltet nicht, dass Tiere und Natur genauso frei sind wie der Mensch. Wäre dem so, ergäbe sich ein Widerspruch zur menschlichen Freiheit. Folglich hätte das Ergebnis wenig mit der Idee des Libertarismus zu tun. Dazu zwei Beispiele:

    1. Wenn ich für die Freiheit der Natur vor dem Eingriff des Menschen bin, beinhaltet diese Freiheit für die Natur, zwangsläufig eine Unfreiheit für den Menschen.
    2. Wenn ich für die Freiheit der Tiere vor der Eroberung des Menschen bin, beinhaltet diese Freiheit für die Tiere, zwangsläufig eine Unfreiheit für den Menschen.

    Die Idee des Libertarismus geht von der Vorstellung aus, das Leben der Menschen zu verbessern. Es ist nicht primär Sinn und Zweck, den Zustand in dem sich die Natur befindet zu verbessern oder den Umgang von Menschen im Bezug auf Tiere zu verbessern. Primär geht es schlicht darum, den Umgang von Menschen mit Menschen zu verbessern. Alle uns bekannten bisherigen Theorien sind Theorien in denen Menschen über Menschen herrschen. Aufgrund dieser Herrschaft entstehen viele Probleme, die ohne diese Herrschaft nicht entstehen würden. Dass diese Herrschaft einerseitss zu einem ökonomischem Desaster für viele Menschen, aber andererseits auch zu einem moralischen Verfall führt, ist Inhalt der libertären Idee. Der libertäre Gedanke zeigt, dass schon die Herrschaft von einem Menschen über einen anderen Menschen einen unmoralischen Akt darstellt, auch dann, wenn damit Ziele verknüpft sind, die viele Menschen vielleicht für wünschenswert erachten. Das macht die Initiierung von Gewalt und Zwang aber nicht zu einer moralischen Handlung.

    Es gibt heutzutage Menschen, die eine genaue Vorstellung davon haben, wie man Tiere und Natur zu behandeln habe. Diese Vorstellung beruht auf Werten. Seit Carl Menger weiss der belesene Geist, dass Werte eine subjektive Erscheinungsform darstellen. Da Menschen Individuen sind, bewerten sie Dinge/Handlungen individuell. Ein Mensch kann stets für sich selbst bewerten, nicht jedoch für einen anderen. Aufgrund dieser Tatsache, dass Werte/Wertungen subjektiv erfolgen, ist der Sozialismus ein nicht funktionsfähiges System. Preise entstehen aufgrund der subjektiven Bewertung von Individuen für ein Gut. Ein Preis ist nicht das Ergebnis einer Behörde, die der Meinung ist, der Wert einer Sache ließe sich objektiv bestimmen. Es sind die subjektiven Bewertungen die das Preissystem des Kapitalismus bestimmen. Wo ich diese subjektiven Wertungen außer Kraft setze um anhand von Gottes gleicher Anmaßung, einen über den Menschen stehenden Preis fest zu setzen, dort werden Angebot und Nachfrage sich nicht treffen. Denn Angebot und Nachfrage beruht auf einem ständigen Wechselspiel aller daran beteiligten Individuen. Darum ist Markt eine so sensible Ordnung. Wenn durch staatliche Eingriffe etwas verändert wird, wird das Gefüge des Zusammenspiels der Individuen gestört.

    Diese genaue Vorstellung mancher Menschen, darüber, wie andere Menschen Tiere und Natur zu behandeln haben, obliegt einer subjektiven Bewertung. Diese Bewertung durch die Initiierung von Gewalt und Zwang durchzusetzen, würde bedeuten, die eigenen für richtig empfundenen Werturteile ÜBER die Werturteile jener Menschen zu stellen, die man zwingt, sich anders zu verhalten. Welche objektive Rechtfertigung kann es geben, mit der sich begründen lässt, dass es keinen Akt von Willkür darstellt, anderen Menschen, eigene Wertempfindungen aufzuzwingen ? Die Antwort ist einfach. Es kann keine Rechtfertigung geben, denn die Werte der einen Gruppe von Menschen, die sie einer anderen aufzwingt, sind genauso subjektiv wie die Werte jener Gruppe, der etwas aufgezwungen wird. Da beide Gruppen nichts anderes in sich tragen als das Empfinden subjektiver Werte, so lässt sich sagen, dass ausgehend von dieser Feststellung, jede Gruppe, unabhängig der von ihr vertretenen Inhalte, das Recht hätte, jeder anderen Gruppe ihre Werte aufzuzwingen.

    Aufgrund dieser Einsicht, lässt sich sagen, dass die Wertempfindungen, in denen Tiere und Natur über Zahnpasta und Fabriken gestellt werden, nicht zu objektivieren sind. Die Behauptung einer Gruppe, dass im besonderen Maße, die von ihnen vertretenen Werte, als den anderen Werten überlegen anzusehen sind, stellt keinen Beweis für die Richtigkeit einer solchen Behauptung dar sondern eine Anmaßung gegenüber den Werten anderer Menschen. Diese Anmaßung würde gemäß des Falles, dass man alle anderen Menschen dazu zwingen könnte, diese Werte zu übernehmen, dazu führen, dass aufgrund von Gewalt und Zwang von Menschen gegen Menschen, eine Gruppe privilegiert wird, ihre Wertvorstellungen auf Kosten der Freiheit anderer Menschen, durchzusetzen. Naturschützer könnten die Natur schützen auf Kosten der Freiheit aller Menschen, Tierschützer könnten Tiere schützen auf Kosten der Freiheit aller Menschen. Allerdings gibt es kein universelles Gesetz, dass besagt, dass Natur und Tiere über Zahnpasta und Fabriken stehen. Somit hätten also auch jene Gruppen von Menschen prinzipiell das Recht, ihre Ansichten, dass Zahnpasta und Fabriken besonders wichtig sind, allen anderen Menschen aufzuzwingen. Da es sich nicht objektiv bestimmen lässt, welche Werte wichtiger sind und stets jeder behauptet, dass die seinen Werte natürlich die wichtigsten sind, wäre ein Kampf aller gegen alle das vorgezeichnete Resultat. Und wie sich Heute sehen lässt, zeigt sich, dass in unserer Gesellschaft, die Konflikte zwischen den Vertretern verschiedener Gruppen und Wertvorstellungen anschwillen. Unter dem Deckel des Staates brodelt der Teekessel. Diese gesellschaftliche Spaltung ist ein logisches Ergebnis aufgrund der Politisierung menschlicher Lebensbereiche. Inhalte menschlicher Lebensbereiche werden in Parteiprogramme aufgenommen und die Menschen einer Gesellschaft werden zu jeder Wahl dazu aufgerufen, die Wertempfindungen anderer Menschen auf politischem Wege zu bekämpfen.

    Ein Ausweg aus dieser Misere bietet die Idee des Libertarismus. Wenn Freiheit für Menschen das oberste Prinzip und das tiefste Fundament darstellt, dann gibt es nur noch einen Zwang dem Menschen unterworfen sind. Dem Zwang, keine Gewalt gegen andere Menschen zu initiieren. Diese Initiierung von Gewalt ist selbst dann anstößig, unmoralisch und freiheitsberaubend, wenn es um den Schutz der Natur oder dem Schutz von Tieren geht. Denn Natur und Tiere sind nichts anderes als subjektive Vorlieben die sich nicht mit Gewalt, anderen Menschen überstülpen lassen. Die Behauptung, dass dies ein moralisches Gebot sei, lässt sich damit ad absurdum führen, indem man darauf hinweist, dass die Gewalt von Mensch gegen Mensch keine moralische Handlung darstellt. Häufig erfolgt der Einwand, dass es keine moralische Handlung sei, einem Tier zu schaden oder der Natur zu schaden. Diesen Einwänden fehlt es an Gehalt, denn Moral bezieht sich auf Handlungen zwischen Menschen. Moral selbst ist nichts, dass ein Tier oder die Natur benutzt, um eine menschliche Handlung zu geißeln. Der Begriff der Moral ist ein Erguss des menschlichen Geistes. Wenn Menschen behaupten, sie würden Gewalt gegen Menschen aufgrund eines moralischen Gebotes befürworten, dass den Schutz von Tieren oder von Natur vorsieht, so behaupten diese Menschen nichts anderes als dass sie Eigentümer der Tiere und Natur seien. In Wahrheit gehört ihnen vielleicht nicht einmal eine Wohnung, wie die monatliche Mietabrechnung bezeugt. Sie erheben sich zu den Anwälten der Tiere und der Natur und projezieren als dass sie auch interpretieren, welches die Anliegen von Tieren und Natur sein mögen. Tatsächlich aber, entstehen diese Gedanken nicht in den Köpfen der Tiere und der Natur sondern in den Köpfen der Menschen, die versuchen, ihre Initiierung von Gewalt zu legitimieren. Es sind nicht die Tiere oder die Natur, die den Begriff der Moral benutzen, in Wahrheit jedoch von subjektiven Wertempfindungen sprechen, um auszudrücken, dass der Mensch gewisse Handlungen zu unterlassen habe. In Wahrheit sind es Gedanken, die in Köpfen von Menschen erst geschwängert und mit Worten durch ihre Lippen entbunden werden. Es sind also weder die Natur, noch die Tiere, die den Versuch unternehmen, Menschen zu sagen, welche Werte die richtigen sind und welche Handlungen geduldet werden. Es sind Menschen, die anderen Menschen sagen, welche Werte die richtigen zu sein haben und welche Handlungen jene sind, die man zu dulden bereit ist. Es sind Menschen, die sich anmaßen, im Namen von Tieren und Natur zu sprechen, und damit einen juristischen Zustand betonen. In der Realität entsteht ein faktischer Zustand aus Herrschern und Beherrschten. Diese Mechanismen zu veranschaulichen, sie in das Bewusstsein der menschlichen Intelligenz zu transferieren, sie einer Idee der Alternative entgegen zu setzen, das ist das theoretische Merkmal des Libertarismus.

    Die Idee, Gewalt als Lösung von Konflikten zu gebrauchen, ist nicht Ergebnis des Moralbegriffes sondern Ergebnis der Fehldeutung des Moralbegriffes. Moral ist objektiv, Werte sind subjektiv. Daher lässt sich sagen, dass Gewalt von Menschen schlecht ist, denn die Moral beurteilt die Beziehungen unter Menschen und untersucht die Kriterien für ein universell zu bevorzugendes Verhalten. Tiere und Natur mehr zu achten als Zahnpasta oder Fabriken, mag weit verbreitet sein, nichts desto trotz sind es Wertungen, die auch dann Wertungen bleiben, wenn es keinen Menschen geben würde, der eine andere Wertung dessen vornimmt.

    Eine kleine Darstellung soll zeigen, wie die Unterscheidung von Freiheit und Despotie zu betrachten ist.

    In einer despotischen Gesellschaft, in der es keine Freiheit gibt, werden subjektive Werte zum allgemeingültigen Maßstab des gesellschaftlichen Lebens erhoben. Dies führt zu Konflikten, da ein Privileg auf Kosten von Unterprivilegierten produziert wird.

    Beispiel:

    Menschen bekommen von mir Ziffern, Werte bekommen von mir Buchstaben.

    Privilegierter Wert: A

    1 2 3 4
    A B C D
    B C D A
    C D A B
    D A B C

    Das bedeutet, dass Mensch 1 in die privilegierte Situation gehoben ist, sich glücklich schätzen zu dürfen, dass der von ihm als wichtigster empfundener Wert, den Menschen 2, 3, und 4 aufgezwungen wird. Zwangsläufig würden Konflikte stattfinden, da subjektive Werte über andere Werte gehoben werden.


    Alternative: Freiheit

    1 2 3 4
    A B C D
    B C D A
    C D A B
    D A B C


    Bei dieser Variante stünde kein Wert von keinem Menschen über dem Wert eines anderen Menschen. die den Menschen übergeordnete Philosophie der Freiheit würde bedeuten, dass niemand das Recht habe, sich über einen anderen Menschen zu erheben um ihn zu knechten. Die Freiheit des einen endet dort, wo die Freiheit des anderen beginnt. Die menschlichen Konflikte würden sich innerhalb der Grenzen des Selbsteigentums anhand des selben lösen lassen. Es würde keinen Kampf aller gegen alle geben, weil initiierende Gewalt gegen einen anderen Menschen ein moralisches Tabu bedeutet, und dementsprechend sanktioniert würde. Das Selbsteigentum bestimmt die Grenze, anhand der Gewalt im Sinne der Selbstverteidigung zulässig ist oder im Sinne der Initiierung von Gewalt eine Verletzung des Selbsteigentums eines anderen Menschen nach sich zieht. Die Idee der Freiheit als Idee des Libertarismus definiert die Grenzen der eigenen Freiheit anhand der Grenzen die durch das Selbsteigentum skizziert werden.


    Zum Abschluss noch ein etwas abgeändertes Zitat von John Stuart Mill in on Liberty:
    "Selbst wenn alle Menschen bis auf einen, den Wert von Tieren über den Wert von Zahnpasta stellen, so haben alle diese Menschen genauso wenig das Recht, diesen einen zu zwingen, Tiere für wertvoller als Zahnpasta zu halten, wie dieser eine Mensch das Recht hat, hätte er die macht, alle anderen dazu zu zwingen, Zahnpasta gegenüber Tieren zu bevorzugen.
     
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