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Inwiefern leben wir in einer vernünftigen, gar spirituellen Gesellschaft?

Dieses Thema im Forum "Allgemeine Diskussionen" wurde erstellt von Energeia, 2. August 2008.

  1. Energeia

    Energeia Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    12. März 2006
    Beiträge:
    3.288
    Ort:
    Milchstraße
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    Hallo,

    es geht mir hier um die Frage, wie sehr Vernunft und Spiritualität in unsere Gesellschaft WIRKLICH sind.
    Ich möchte zunächst ein eher philosophisches Verständnis von Vernunft vorstellen, indem ich zwei positive von zwei weiteren Vernunft-Begriffen unterscheide.

    A. Positive Vernunftbegriffe

    1. Vernunft vs. Verstand als unterschiedliche Grundlagen der Erkenntnis: theoretischer Vernunftbegriff
    Hier werden die Vernunft und der Verstand in Bezug aufeinander konzipiert: der Vernunft kommt eine über den Verstand hinausgehende Aufgabe zu, etwa im Sinne einer Schau des Ganzen, einer Erkenntnis eines Systems, des Wesens, der Wahrheit.

    2. Vernunft als Quelle der philosophischen Ethik: praktischer Vernunftbegriff
    Hier wird die Vernunft als etwas verstanden, das zum vernünftigen Handeln und Entscheiden sowie zur vernünftigen Kommunikation – im ethischen/moralischen Sinne – befähigt.

    B. Weitere Begriffe

    1. Vernunft als Ausdruck einer gesellschaftlichen Sittlichkeit in einem eher konventionellen und funktionalen, jedoch immer noch konstruktiven Sinne, die sich je nach soziokultureller Evolution wandelt.
    2. Vernunft als eine wissenssoziologische Kategorie, die auf keinerlei „Vernunft“ referiert, sondern vielmehr durch rein funktionale oder strukturelle Rolle in einem gesellschaftlichen Wissens- und Machtprozess ausgezeichnet ist.


    Wenn man diese vier Begriffe in einem sich gegenseitig nicht ausschließenden Sinne zusammenführt, dann befähigt Vernunft zu einer Schau und Erkenntnis von Zusammenhängen, die über den Verstandesprozess hinausführen, aber sie beschränkt sich nicht darauf, wie etwa eine logische Analyse. Sie ist auch durch eine Komponente der praktischen Erfahrung, der Sittlichkeit und Moral ausgezeichnet. Darüber hinaus ist die praktische Verwirklichung in einen gesellschaftlichen Prozess eingebunden und somit auch in Machtprozesse, so dass das „Wort“ Vernunft immer wieder auch für bestimmte Absichten missbraucht wird.
    Soviel sagt uns also die Philosophie seit der Antike.

    Wenn wir jedoch von Spiritualität oder von einem „Höheren Selbst“ ausgehen, dann sprechen wir von mehr als von Vernunft. Spiritualität ermöglichtes nicht nur, universale Zusammenhänge und Wahrheiten zu erkennen, sondern sie auch praktisch zu sein - und zwar in einem Sinne, der über die praktische Vernunft hinausgeht. Spiritualität leitet uns nicht zur zu vernünftigen Handlungen an, sondern sie befähigt uns auch liebevoll, weise, gelassen und meditativ-spirituell zu sein.


    Es bietet sich nun die folgende Frage zur Diskussion an:
    Inwiefern leben wir in einer vernünftigen oder gar spirituellen Gesellschaft - oder ist das alles nur Hokuspokus, ein Ideen-Himmel?

    Liebe Grüße,
    Energeia
     
  2. Falter

    Falter Neues Mitglied

    Registriert seit:
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    Ort:
    Ich wohne in NRW
    Hallo Energeia,

    hm, das ist nicht leicht zu beantworten, glaube es gibt auch nicht "die" Antwort eher verschiedene Ansichten. Ich denke nicht das wir in einer vernünftigen Gesellschaft leben, es gibt dafür zuvieles Unvernünftiges. Der Mensch beschneidet sich ja selbst, er zerstört aus Gier und Machtgehabe seine Umwelt, außerdem schreckt er auch nicht davor zurück dafür zu töten, ich sehe da keine Vernunft.
    Und doch muß ich sagen das Niemand aus seiner Sicht der Dinge etwas Unangemessenes tut.
    Da bleibt dann nur noch die Spiritualität, diese hält nach meinem Empfinden immer mehr Einzug, denn der Mensch ist, gesamt gesehen, mit seinem Latein am Ende und sucht nach anderen, neuen Wegen.
    So sehe ich, für mich, das wir auf dem Weg sind uns, als Menschheit gesehen, immer mehr dem öffnen was noch nebulös erscheint.
    Ich hoffe nur, das die Vernunft endlich mal an die Seite geschoben wird und sich dem Gefühl geöffnet wird, dafür was wirklich wichtig ist, woran die Erkenntnis gewonnen wird das niemand nur für sich selbst verantwortlich ist, sondern auch Sorge für das Gemeinwohl getragen werden muß, dann sind wir auf dem Weg in eine wirklich spirituelle Gesellschaft....einer für alle und alle für einen...

    Liebe Grüße Falter

    (sollte ich am Thema vorbeigelaufen sein, verzeitung)
     
  3. Energeia

    Energeia Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    12. März 2006
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    3.288
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    Lieber Falter,

    nein, du bist ganz und gar nicht "vorbeigelaufen". Deine Einschätzung kann ich auch weitestgehend teilen.
    Ich habe das Thema wohl zu abstrakt vorgestellt, weshalb sich hier kaum jemand beteiligen wird. Dennoch hast du genau meine eigentliche Fragestellung aufgenommen :)

    Liebe Grüße,
    Energeia
     
  4. Waju

    Waju Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
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    ...wo ich zuhause bin........
    ....beides beisst sich würde ich sagen.........!

    LG
     
  5. Constantus

    Constantus Mitglied

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    139
    Der Vorschlag mit dem "Gefühl" ist in so fern interessant, als das Gefühl immerhin die (für mich sichtbare) vorvorletzte Instanz zu unserem subjektiven Gut und Böse ist. (Die beiden dahinter sind mehr von theoretischer Bedeutung)

    Ich möchte mich hier mal um den Begriff Spiritualität herumdrücken, und direkt sagen was ich meine, um eventuelle Kleinkriege zu verhindern:)

    Wenn wir unserem wirklichen Wünschen, unseren Gefühlen wirklich bewusst sind, so sind wir nicht weit davon weg, den scheinbaren Mangel, die künstliche Beschränkung die wir als "Wesen" der Evolution haben hinter uns zu lassen.
    Das Problem ist, daß diese Mängel die Basis unser Wünsche auch unsere Triebfeder, die Kraft hinter unserem Leben sind.

    Wenn wir also die Freiheit erhalten, unsere Wünsche durch unsere Wünsche zu verändern, in welche Richtung führen wir sie?
    Es wäre möglich, alle oberflächlichen Bedürfnisse quasi auf ihrer erzeugenden Ebene zu erfüllen, und damit zu überwinden.


    Bezogen auf die jetzige Gesellschaft kann man davon ausgehen, daß dieses Konzept ein sicheres Mittel ist, nicht Teil der Gesellschaft zu sein. Sämtliche Beziehungen egal welcher Art müßten auf einmal mit einem Maß an Freiheit zurechtkommen das sich nahezu allen Forderungen entzieht.
    Gewisse Dinge wie Machtspiele, Manipulation, Unterdrückung verlieren aus dieser Perspektive irgendwie ihren Sinn, da sie quasi "entwurzelt" sind.

    Ich seh keine Spur von dieser Art von Freiheit oder Mündigkeit. Ich geb allerdings zu, sie auch langsam und mühselig erarbeiten zu müssen:)
     
  6. Energeia

    Energeia Sehr aktives Mitglied

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    Hallo,

    Wenn ich sehe, wie die Beziehungen in unserer Gesellschaft geführt werden, oft auf der "Basis" eines anfänglichen Verliebtseins, von Abhängigkeit, Bewunderung und sexueller Anziehung, aber selten auf der "Basis" der Liebe und Freiheit; wenn ich sehe, wie viele Eltern mit ihren Kindern umgehen, entweder verwöhnend, vernachlässigend oder autoritär, aber nicht aktiv, liebvoll, weil ihnen dir Kraft fehlt und sie selbst keine Eltern hatten, die sie bedingungslos liebten; wenn ich sehe, wie es in bestimmten gesellschaftliche Bereichen überwiegend zugeht, ... ...dann kann ich dir zustimmen.
    Es gibt aber auch andere Tenzen, wie mir scheint. Ganz grundsätzlich leben wir in einer Gesellschaft, die die Menschenrechte anerkennt, was bis vor 200 Jahren in der 30.000 jährigen kulturellen Genese des homo sapiens in diesem reflexiven Sinne nicht möglich war. Das ist noch keine Garantie, aber vielleicht erweist sich dieses politische System des Abendlandes als ein fruchtbarer Boden für spirituelle Praktiken des Morgenlandes - wir werden sehen :) Ich sehe auch zahlreiche Bücher, die aufrufen, auf diese Weise zu leben. Und ich sehe auch einige Menschen, die sich in diese Richtung entwickeln. Meist jedoch Menschen, die irgendwie in eine Krise kamen und merkten, dass es auf diese Weise, in dieser Gesellschaft so nicht weitergeht.
    Wir werden eben all erst einmal in diese Gesellschaft hineinsozialisiert. Und manche kommen damit ganz gut zurecht, sie akzeptieren die Konstruktionen der Gesellschaft und identifizieren sich damit, und zumindest entstehen nicht allzu oft so viele Krisen und sind sie nicht zugleich so offen, dass sie erstens die Gesellschaft infrage stellen und zweitens den Mut haben, einen neuen Weg zu gehen. Man darf auch nicht vergessen, dass diese Gesellschaft untergehen würde, wenn sich morgen alle für einen Meditationskurs oder eine Psychotherapie anmelden würden. Das soll kein Trost sein - es ist einfach so.
    Aber mal schauen, ich bin ganz zuversichtlich :)

    Liebe Grüße,
    Energeia
     
  7. Constantus

    Constantus Mitglied

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    Nun, ob Meditationskurse oder Psychotherapie da wirklich weiter helfen? Oder sind es nicht eventuell auch nur Dinge, die man halt tut wenn man nicht so 100% klarkommt und das mal "schnell" mit was regeln möchte?

    Und wer sagt, daß uns Meditation oder Psychotherapie überhaupt bei den wirklich heftigen Entscheidungsproblemen helfen können, die dort auftauchen.
    (Siehe Wunsch->Wunsch)

    Die sexuelle Anziehung in ihrer "puren" Form (ohne assozierte Rollenspiele) ist meiner Ansicht nach äußerst positiv. Jede Form von "Mögen" kann mit Hilfe von Rollenspielen in Verruf gebracht werden. Aber möglicherweise verstehst du unter "sexueller Anziehung" ne Form von Mangelerscheinung, die dann Gewaltsam mit Hilfe eines "Lustobjektes" kompensiert wird. Würd ich allerdings nur bedingt unter "sexueller Anziehung" einordnen.
     
  8. Energeia

    Energeia Sehr aktives Mitglied

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    Hallo,

    du hast mich hier in eigentlich allen Punkten, die du ansprichst, missverstanden :)

    Das kommt ganz darauf an, aus welcher Motivation dies erfolgt - das hatte ich ja beschrieben.

    Es sind beides Wege, die ganz genau hierhin führen können, genau so wie du das beschrieben hast.

    Es ging mir gar nicht darum, sexuelle Anziehung abzuwerten. Ich habe sie lediglich als einzige "Basis" einer Beziehung hinterfragt, die es ermöglichen soll, liebvoll und verantwortungsvoll Kinder zu erziehen.

    Es gibt sicherlich ganz verschiedene Wege und es wäre meiner Ansicht nach falsch, hier nur einen zu proklamieren. Letztlich ist ja genau dies auch "Freiheit".

    Liebe Grüße,
    Energeia
     
  9. Constantus

    Constantus Mitglied

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    Ok ok:)

    Na ich betrachte die "Basis" sehr einfach. Für mich ist "Liebe" ne Mischung aus Mögen und Mitfühlen (und davon abgeleitet Vertrauen). Das "Mitfühlen" ist dabei bitte nicht mit Mitgefühl zu verwechseln. Die zweite Säule ist meine Def. von Mündigkeit, bzw. über lange Zeiträum zu denken. (Ich denke das wurde auch schonmal erwähnt)

    Vielleicht klingt das etwas "wenig" gegen die großen Geschichten der ewigen Liebe, aber irgendwie steckt ne Menge drin in diesen simplen Ding:)

    Kids sollte man nur haben, wenn man dem entsprechend empfindet.


    Wir werden sehen, wie sich das Rad weiterdreht. Ich fürchte die natürlich Selektion geht zu sehr in die selbstzerstörerische Richtung. Aber ich laß mich wirklich gerne eines besseren belehren:p
     
  10. Energeia

    Energeia Sehr aktives Mitglied

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    Ja, ich sehe und fühle das sehr ähnlich. Ich verwende auch die Worte Mitfühlen und vor allem "Offen-Sein".

    Ja :)

    Ja, ja, das lebendige Spiel der Natur... ...also mein Eindruck ist, dass die Menschheit wie ein kleines Kind lernt... ...dass sie aus den schlimmsten Ereignissen manchmal erst die Konsquenzen zieht und davor noch mit den Streichhölzern herumzündelt. Dabei gehen leider unglaublich viele Individuen zugrunde - seien es Tiere, Pflanzen oder Menschen. .... ...vielleicht ja auch schon viele Erden, wer weiß, wie oft unser Universum schon pulsierte... ... dennoch hab ich ein ganz gutes Gefühl für die "Menschheit" insgesamt "in the long run" :flower2::kuesse:
     
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