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Definition des Begriffes Esoterik und Spritualität.

Dieses Thema im Forum "Wissenschaft und Spiritualität" wurde erstellt von Motorradkraut, 10. November 2006.

  1. Motorradkraut

    Motorradkraut Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    26. September 2003
    Beiträge:
    791
    Ort:
    Berlin
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    Thread übertragung ausm Berlin-thread:

    Damit fing es an

    Auf Wunsch von Harser hierher verschoben. Viel Spaß Harser (bitte verwendet meinen Namen nicht. Hab ihn aus dem Zitat von Sirius gelöscht).

    Ich hab ein paar links noch gefunden zum Thema.

    Meine Meinung, wenn wir schon mit Begriffen werfen *gg

    New-Age *gg

    Ich bezweifle einfach mal ernsthaft das Ninchen wirklich die definierte Spiritualität meint. Weil das kein "Esoteriker" wirklich so 100% meint. New-Age find ich dagegen passender, weil da irgendwie alles durchgemixt wird. Allerdings sagen viele heutzutage zu New-Age Esoterik. Und somit war mein Einwand durchaus berechtigt.

    (Ach by the way... allein Wissenschaft und Spiritualität nebeneinander zu schreiben find ich ja amüsant) *gg

    Links:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Exoterik
    http://de.wikipedia.org/wiki/Spiritualismus_%28theologisch%29
    http://de.wikipedia.org/wiki/New_Age

    Krautliche Grüsse
    (Aber nichmehr in meinem Unkraut rumtrampeln das is unanständig *gg)
     
  2. Sirius

    Sirius Mitglied

    Registriert seit:
    3. Mai 2004
    Beiträge:
    205
    Ort:
    Berlin, Friedenau(Schöneberg)
    Ich dachte eigentlich an ein "Richtiges Verschieben", aber vieleicht bekommt das ein admin noch hin, dann bleiben nämlich auch die Formatierungen erhalten :)

    Und ich finde die Unterscheidung schon wichig. Für mich war die Esoterik mit all ihren Faceten der Begin meines Weges, auf dem ich meine Spiritualität entdeckt habe und auch gemerkt habe, daß mir die viel wichtiger ist, als die Beschäfigung mit 'banalen' Themen wie Geheimgesellschaften oer Ufos.

    Sirius
     
  3. Harser

    Harser Mitglied

    Registriert seit:
    12. Januar 2006
    Beiträge:
    637
    Ort:
    Berlin
    Also,

    man kann sich dem Begriff Esoterik von verschiedenen Seiten nähern, weil er auch in unterschiedlichen Bedeutungen verwendet wird. Da ist zum einen

    Esoterik als Spartenbegriff/Marketingbegriff/Begegnungsrahmen
    Auch der Name dieses Forums leitet sich aus dieser Bedeutung her. Esoterik ist demnach ein unscharfer Sammelbegriff für an sich recht unterschiedliche Dinge, die aber gemeinsame Charakteristiken aufweisen.

    1. Nichtanerkennung durch die akademische Wissenschaft, insbesondere die Naturwissenschaft. Besonders deutlich wird dieses Charakteristikum, wenn z.B. Dinge wie TCM, Ayurveda in der akademischen Wissenschaft zunehmend Anerkennung finden und damit aus dem Begriff "Esoterik" herausgelöst werden. Allerdings beschäftigen sich manche akademische Wissenschaften, die Parapsychologie, die Religionswissenschaft durchaus mit Phänomenen, die eigentlich recht typisch für diese Sparte sind, z.B. Uri Geller oder auch der Schamanismus indigener Völker. Auch hier ist die Zuordnung zum Begriff "Esoterik" uneindeutig, in Veränderung begriffen. Interessant ist die Zuordnung der Familienaufstellung nach Hellinger zur Esoterik, weil andere Arten der Familientherapie, die Ähnlichkeiten in Form und Inhalt haben aber in der Psychotherapie anerkannt sind, nicht dazu zählen.

    2. Selbsteinordnung zur Esoterik. Wenn also Vertreter einer bestimmten Richtung sich auf Esoterikmessen begeben, oder Anzeigen in esoterischen Zeitschriften schalten, dann ordnen sie die Richtung in die Esoterik ein. Da passiert es auch manchmal, dass es gar keine sonstigen inhaltlichen Zusammenhang gibt, da fällt mir der Vertrieb von Massageliegen ein. Oft sind sich die Vertreter uneins über die Einordnung, aber im Prinzip reicht schon eine aktive Minderheit, damit eine Richtung mit dem Begriff "Esoterik" verknüpft wird.

    3. Einordnung durch Verlage, Buchhandlungen und Bibliotheken. Hier wird der Begriff "Esoterik" sehr wirksam mitgeprägt. Interessanterweise laufen in Deutschland manchmal Richtungen unter Esoterik, die in anderen Ländern nicht darunter fallen, z.B. manche chiropraktiktische Richtungen, und umgekehrt.

    4. Indirekte Einordnung durch Menschen. Wenn also Menschen, die sich für Esoterik interessieren, sich auffällig auch für eine andere Richtung interessieren (die inhaltlich nichts damit zu tun haben muss), dann färbt die Esoterik-Zuordnung auch auf diesen Bereich ab. Ein Beispiel ist der Bereich "Gesunde Ernährung" oder auch rauchfrei Tanzen. Diesen Menschen folgen natürlich aus Marketinggründen auch die Vertreter dieser Richtungen.

    5. Zuordnung durch Negation. Die Richtung Skeptizismus, also die fokussierte Verneinung/Widerlegung bestimmter esoterischer Richtungen folgt dem Bereich wie ein Schatten, und kann so mit Fug und Recht auch diesem Bereich zugordnet werden.

    6. Verknüpfungen über Internetforen/Chatrooms/Webseitenverknüfungen. Das kann man in diesem Forum auch sehr deutlich studieren, darum erübrigt sich ein Beispiel.

    7. Wenn sich Menschen unter dem Stichwort "Esoterik" begegnen, hat das auch Rückwirkungen auf den Spartenbegriff "Esoterik".
     
  4. Harser

    Harser Mitglied

    Registriert seit:
    12. Januar 2006
    Beiträge:
    637
    Ort:
    Berlin
    Die Bedeutungsebene "Esoterik als Geheimlehre" hat Sirius übrigens sehr treffend und genau beschrieben. Es ist die bekanntere inhaltliche Auslegung des Begriffs. Aber es gibt noch eine weitere unterscheidbare inhaltliche Auslegung, die ich

    Esoterik als wissenschaftstheoretischer Begriff
    nenne. Auch diese beruht auf dem Gegensatzpaar Exoterik/Esoterik, aber die Deutung der Begriffe ist anders, und zwar so: Ein konkreter Forschungsgegenstand kann auf unterschiedliche Weise beleuchtet werden. Die exoterische Beleuchtung ist uns von der Naturwissenschaft vertraut, es geht um die Quantifizierung, um die Aufdeckung direkter Kausalitäten, um die Reproduzierbarkeit von Ergebnissen, um die kausale Erklärung bestimmter Phänomene und um die modellgestützte Vorhersage von Phänomenen. In der exoterischen Beleuchtung verändern sich die Prioritäten, es geht um die Einordnung des Phänomens in andere Zusammenhänge, es geht um den Sinn oder Zweck von bestimmten Dingen, es geht um die Aufdeckung von Synchronizitäten. Die wichtigsten Untescheidungskriterien sind:

    1. Exoterik negiert die "Kausalität des Zweckes", wohingegen sie in der Esoterik zentral ist.
    2. Unter "Warum?" versteht die Exoterik "Auf welche Art und Weise?", die Esoterik hingegen "Wozu?"
    3. Exoterik untersucht Synchronizitäten nicht, wenn sie nicht in einem Modell beschreibbar sind.
    4. Exoterik interessiert sich nicht für Einzelfälle, singuläre Begebenheiten, wohingegen sie in der Esoterik gleichwertig zu den wiederholten Begebenheiten sind.
    5. Die Exoterik konzentriert sich auf eine einzige Beschreibungsebene (z.B. die chemische Betrachtungsweise), die Esoterik versucht, viele Beschreibungsebenen miteinander zu verknüpfen, ohne in einer einzigen Beschreibungsebene allzu sehr ins Datil zu gehen.
    6. Typische ELemente der esoterischen praktischen Arbeit sind in der Exoterik nicht zugelassen oder tabuisiert: intuitive Innenschau, Analogieschlüsse aus völlig anderen Bereichen, die gleich-gültige Zulassung von widersprechenden Dingen.

    Andere analoge Gegensatzpaare, die auf diese begriffliche Ebene passen, sind Chemie/Alchemie, Physik/Metaphysik, Astronomie/Astrologie (passt weniger). Ein anderes Begriffspaar liefert Rüdiger Dahlke mit horizontales versus vertikales Denken/Weltbild.

    Interessant ist auch folgende Asymmetrie: Während die Esoterik Erkenntnisse der Exoterik problemlos benutzen kann, geht das umgekehrt nur sehr eingeschränkt. Dazu ist das Beispiel der Temperamentenlehre aufschlussreich, die in der (exoterischen) Psychologie insbesondere in der Praxis eine Rolle spielt, obwohl die esoterische Herkunft (aus der Vier-Elemente-Lehre) offensichtlich ist - solche Beispiele bilden aber eher die Ausnahme. Ansonsten sind esoterische Elemente im Denken der exoterischen Wissenschaftler durchaus häufig, obwohl in den veröffentlichten Theorien und Modellen dieses Element bewusst ausgeklammert wird.
     
  5. Harser

    Harser Mitglied

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    Berlin
    Spiritualität als Spartenbegriff
    ordnet sich der Sparte Esoterik unter, so jedenfalls diktieren die Verlage, Buchhandlungen und Bibliotheken. In diesen Bereich wird tendenziell alles eingeordnet, was mit Religion und Weisheitslehren zusammenhängt, tendenziell nicht eingeordnet, was mit Techniken, praktischen Anwendungen, Magie und mit Alternativwissenschaften zusammenhängt.

    Ich sage tendenziell, weil die Zuordnung nicht immer eindeutig, und gelegentlich auch uneinheitlich ist. Es gibt hier auch die Selbstzuordnung: manche Bücher führen das Wort spirituell im Titel oder im Untertitel. Und dann gibt es Bücher, die verbinden das Adjektiv "spirituell" mit etwas anderem, was eigentlich nicht in diesen Bereich gehört, dann gibt es die perfekte Konfusion.

    Der Bereich "Religion" selber wird aber oft separat geführt, in den werden dann Bücher in deren Mittelpunkt eine der Weltreligionen steht. Wenn diese Zuordnung nicht so eindeutig ist, dann wird es wiederum unter Spirtualität einsortiert.
     
  6. pilger

    pilger Mitglied

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    der begriff "spiritualität" ist ein neologismus. die ursprüngliche bedeutung
    des wortes ist christlich. paulus verwendet den griechischen begriff
    "pneumatikos" (lat. spiritualis) um ein "leben im geist", im unterschied
    zu einem "leben im fleisch" zu beschreiben. das adverb "spirituell" ist
    seit den kirchevätern bekannt.

    das substantiv "spiritualité" wird anfang der 1950er jahre von französischen
    jesuiten geprägt und meint auch da ein "leben aus dem (heiligen) geist".
    erst in den end 60igern kommt das wort im deutschsprachigen raum als
    "spiritualität" an, wobei es anfangs nur von katholischen gelehrten, erst
    später auch von evangelischen verwendet wird, um den begriff der
    "frömmigkeit" um den aspekt der "actio", des handelns nach aussen hin,
    zu beschreiben: war "frömmigkeit" etwas höchstpersönliches und höchst-
    innerliches, so zeigt "spiritualität" auch den sozialen aspekt des glaubens-
    lebens.

    erst in den 70/80igern wurde der begriff spiritualität ausshalb des christlichen
    raums entdeckt und steht heute für eine vielzahl und unterschiedlichen
    ansätzen.

    unter spiritualität könnte man heute, ganz allgemein formuliert, den
    grundvollzug eines lebensentwurfs bezeichnen, der über alle empirische
    realität hinaus eine wirklichkeit annimmt, die dann allerdings als massgeblich
    angenommen wird. in diesem sinn ist spiritualität gelebter vollzug dieser
    wirklichkeit.


    liebe grüsse,

    pilger

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  7. Harser

    Harser Mitglied

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    Ja, es ist doch immer wieder erstaunlich, mit welchem Tempo manche Begriffe ihre Semantik verändern. Die Benutzung ist immer nur eine Momentaufnahme, es sei denn, síe geschieht explizit mit historischem Bezug.
     
  8. pilger

    pilger Mitglied

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    @harser

    mir war die kleine genealogie schon deshalb wichtig, weil viele heute denken,
    spiritualität sei eine erfindung aus der esoterik-szene. kaum jemand verbindet
    das noch mit einem vitalen christentum.

    und: selbstverständlich liegt die semantik unabhängig von historischen
    bezügen immer im auge des betrachters!


    liebe grüsse,

    pilger

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  9. Harser

    Harser Mitglied

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    Berlin
    Spiritualität als Unterbegriff von Religion

    Wenn Religion betrachtet, kann man zwei Bereiche unterschieden: einmal der theoretische (betrifft die alten Texte, die Theologie, aus unterschiedlichen Ansätzen ein kohärentes Ganzes machen, die Dogmen) und der praktische (die religiösen Wahrnehmungen, Rituale usw.). Spiritualität bezieht sich eindeutig auf den zweiten Teil.

    In der praktischen Religion gibt es einerseits Elemente von Tradition und andererseits von Freiheit. Spiritualität bezieht sich vor allem auf die letzteren.

    Zur praktischen Religion gehört einerseits das Handeln, andererseits die Wahrnehmung. Spiritualität bezieht sich vor allem auf letzteres.
     
  10. pilger

    pilger Mitglied

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    ob eine, ich möchte beinahe sagen: derart akademische trennung wirklich
    sinnvoll ist oder nicht, ob dies tatsächlich auch dem gegenstand entspricht
    um den es hier geht, sei dahingestellt. ich gebe nur zu bedenken, dass wir
    hier nicht von blosser theoriebildung, sondern von einer hochgradig vitalen
    angelegenheit sprechen.

    dass spiritualität sich vor allem auf "wahrnehmung" und nicht doch auch
    auf das "handeln" bezieht, möchte hingegen ganz herausstreichen: spiritualität
    lebt, und da spreche ich nicht nur vom christentum, immer aus der spannung
    zwischen "action und contemplation", sie ist weder bauchnabelschau noch
    aktionismus: genau dies macht sie aus.

    meine meinung,

    pilger

    _________________________

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