Viele Dinge oder Tätigkeiten werden zum Problem, wenn zu viele sie haben oder tun wollen.
Ja. Du wirst den Klimaschutz allerdings nicht massentauglich hinbekommen, indem man nur mit dem moralischen Zeigefinger dasteht und anmerkt, was man nicht mehr tun wollen soll bzw. worauf man alles verzichten soll. Dann würden wir weiter dabei bleiben, dass eine kleine Minderheit in der gesellschaft mit viel Mühe, Verzicht und trotzdem Mehrkosten für sich klimafreudlich lebt, und einer Mehrheit, die daneben steht, den Kopf schüttelt und das Schreckgespenst einer drohenden Öko-Diktatur an die Wand malt.
Für Klimaschutz, bei dem auch alle mitmachen, muss dieser eben einfach und günstig sein; die dafür nötige Infrastruktur muss zur Verfügung stehen, so dass ein klimafreundlicheres Leben gut möglich ist, ohne auf sehr viel verzichten zu müssen.
Als es mit Flugreisen losging, war lange völlig klar, daß es sich nur wenige leisten können. Dementsprechend elitär und vertretbar klein war die Anzahl der Flugreisenden - zunächst. Die Preise für Business Class im Inland hab ich noch etwa in Erinnerung. Das war richtig Geld. Dann fiel mit den 99 Mark Tickets nach Mallorca eine Schranke. Ein neues Zeitalter begann.
So war damals mein Gefühl. Das sehe ich, 25 Jahre später, mehr als bestätigt. Ist ja pervers, wie billig mittlerweile Flüge (auch innereuropäisch) verscherbelt werden. Und selbst wenn es immer nur einige der Tickets sind, so bleibt doch in den Köpfen hängen "Fliegen ist so billig, daß es Alle können" -und demzufolge auch wollen. Das ist ungehöriges Habenwollenwecken.
Und auch hier: Die Infrastruktur muss geschaffen werden, damit viele Flugverbindungen obsolet werden. Das Bahn-Netz muss verbessert werden, und dann braucht es vielleicht gesetzliche Regelungen, dass es keine Flugverbindung zwische nStäden geben darf, zwischen denen eine brauchbare Bahnverbindung existiert. Damit wäre schon ein klein wenig was gewonnen, und z.B. Frankreich plant oder plante solche Gesetze schon.
Wir werden nicht komplett auf den Luftverkehr verzichten können, und das sehe ich auch nicht nur als Luxusproblem oder "Habenwollen" an. Die Fähigkeit zu reisen - auch weit zu reisen - erweitert Horizonte und baut Xenophobie ab. Und, wer ab und zu - muss ja nicht alljährlich sein - wohin reisen will, wo es keine brauchbare andere Verbindung dazwischen gibt, kann und soll mMn ruhig das Flugzeug dazu benutzen können (tue ich auch...)
Mit dem ein eigenes Auto fahren wars nicht anders
Ja, und unser Verkehrsminister unterstützt das gerade stark. Die FDP ist groß darin, plötzlich die soziale Gerechtigkeit zu entdecken und zu fordern, dass alle sich ein fettes Auto leisten können sollen. Und ich gebe es zu: Auto fahren macht auch mir Spaß. Da werden wir aber runter kommen müssen - nicht nur runter vom Verbrennermotor, sondern allgemein muss der Individualverkehr reduziert werden. Und damit da alle mitmachen können, ohne starke Abstriche im Alltag machen zu müssen, muss eben auch da die nötige Infrastruktur geschaffen werden: Ein brauchbarer ÖPNV, und eine Stadtplanung, die es ebenfalls ermöglicht, den Alltag ohne viele Autofahrten zu erledigen.
, oder den modernen Telefonen für jeden, die selbstverständlich jedes Jahr durch ein neues und noch dolleres ersetzt werden müssen.
Und auch da gibt es Angebote, die die Telefone "haltbarer" machen.
(Mein aktuelles ist übrigens jetzt 4 Jahre alt, hat leider die Spider-App, aber ich plane noch nicht, es auszutauschen,weil es sonst noch gut brauchbar ist)
Kleidung kenne ich noch als wertig und langlebig, ebenso wie Möbel und Elektrogeräte.
Ja, wäre schön, wenn man diesen Zustand wieder irgendwie hinbekommen könnte.
(...) Das ist so umfassend, daß es mit Einzelmaßnahmen nicht getan ist. Trotzdem werden auch einzelne Ideen sinnvoll sein.
Natürlich ist es mit Einzelmaßnahmen nicht getan, sondern nur mit einem großen Maßnahmenkatalog. Das bedeutet aber nicht, dass Einzelmaßnahmen - so klein deren Effekt auch ist - deswegen komplett sinnlos wären.