Woher kommt das Böse in der Welt?

Die andere Wange hinzuhalten bedeutet durchaus, das Schwert wegzustecken, auch wenn man noch kämpfen könnte.
Wer das tut, ist im realen Leben schnell einen Kopf kleiner. Die andere Backe hinzuhalten ist nicht weise, sondern idiotisch und zeugt von Selbstaufgabe und mangelndem Kampfgeist.
 
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Denn wenn ich die andere Backe hinhalte könnte ich ja unter Umständen das Böse fördern(?).
Wie stellst du dir dabei so einen das Böse fördernden Umstand vor? Meine Anmerkung bezog sich z.B. auf Menschen, die versuchen jemandem mit "bösen Mitteln" einen Gewinn abzupressen. Es ist wahrscheinlich, daß sie es öfters tun.
 
Lieber Schattenelf,

was wurde denn nach Deiner Meinung im Alten Testament verfälscht? Das ist jetzt auch wieder, so ein imaginärer Verschwörungsgedanke, von dem ich schrieb. Was sollte denn damit bezweckt werden? Ja, der Talmud enthält nicht diese Schriften – ich hatte das versehentlich mit dem Tanach verwechselt. Streiche also in diesem Beitrag „Talmud“ und setze dafür „Tanach“, denn das ändert nichts an den restlichen Ausführungen. Einer der drei Bestandteile des Tanachs ist die Thora und diese setzt sich wiederum aus den 5 Büchern Moses zusammen:

1. Buch Moses (Genesis)
2. Buch Moses (Exodus)
3. Buch Moses (Levitikus)
4. Buch Moses (Numeri)
5. Buch Moses (Deuteronomium)

Alle diese 5 Bücher findest Du dann auch in der Septuaginta, wie auch in der christlichen Bibel. In den beiden anderen Teilen des Tanachs haben dann die restlichen Bücher des Alten Testamentes ihren Platz (z. Könige, Daniel, Ester, Chroniken, Jesaja usw.). Worüber auch heute noch in den unterschiedlichen christlichen Kanons gestritten wird, sind die aphogrype Schriften, die auch in der Septuaginta enthalten waren.

Das ist kein imaginärer Verschwörungsgedanke sondern begründet sich schon allein darin weil jede Übersetzung eine Veränderung und somit eine Verfälschung ist.
Die Kanonisierung spielt diesbezüglich noch eine entscheidende Rolle.
Mit dem was genau verfälscht wurde beschäftigen sich ja bis heute Bibelforscher.
Kanonisierung unterscheidet explizit zwischen dem Ursprung einer Kernaussage und ihrem geistigen Sinn und der jeweiligen kanonisierten Übersetzung,da es sich nicht nur um verschiedene Sprachen handelte, sondern auch um zeitübergreifende Kulturen mit unterschiedlichem Verständnis für das selbe Wort wessen man glaubte es wäre der selbe Begriff mit dem selben Sinn.
Mit der Übersetzung aber auch mit der Kanonisierung verhält es ich letztlich wie mit der mündlichen Überlieferung.Eine Verfälschung/Veränderung hat also nichts zwingend mit einer Verschwörung zu tun.

Der Talmud ist die Verstehensebene wie die Juden die Tora verstehen.Sie ist rein spirituell und auf die Physis gesehen beliebig interpretierbar.Die Juden damals lebten in unterschiedlichen Zeiten und zu unterschiedlichen Bedingungen in den verschiedensten Umweltkulturen.Da liegt schon der Ursprung für die Intensität für beliebige Interpretationen welche sich über die Tora bis in die Bibel hindurchzogen.

Die einzige Intension, die ich im Konzil von Nicäa sehe, ist jene Constantins. Es gab zu dieser Zeit noch keine Kirche im eigentlichen Sinne, sondern unzählige Bischöfe und einige Patriarchen, die alle für sich ihr Süppchen kochten.

Genau dieses kochen der eigenen Süppchen der Bischöfe inklusive ihrer (Macht) Interessen ist wiederrum in einem Kanon der Constantinischen Intension zu sehen und zu verstehen.

Was es gab, waren lediglich die beiden mehr oder wenige losen Lagern des arianischen Streites.

Du verhamrlost den arianischen Streit aber ganz schön.
Guckst du hier:
https://de.wikipedia.org/wiki/Arianischer_Streit
Der Streit spielte sich nicht nur auf theologischer, sondern vielfach auch oder sogar wesentlich auf politischer Ebene ab !!!

Schau Dir einmal die einzelnen oft belanglosen Kanons an, die neben dem arianischen Streit und anderen sinnvollen Regelungen beschlossen wurden - dann wirst Du über die Ziele dieses Konzils auch etwas anders denken.

Da zeigst du aber auch nur die eine Seite der Medaille auf,welche man Halbwahrheit nennen kann.
 
Der Streit spielte sich nicht nur auf theologischer, sondern vielfach auch oder sogar wesentlich auf politischer Ebene ab !!!

Die Frage ob Jesus Gott oder Mensch sei war mindestens bis zur Reformation von höchster politischer Bedeutung.Schliesslich hat auch die Reformation durch Luther eine starke politische Bedeutung gehabt.
Die erfolgte dogmatische Lehre dass Jesus auch Gott sei hat der Kirche genau diese starke politische Bedeutung gegeben welche sie jahrhunderte lang hatte,
in Form dessen dass der dt. König nach seiner Wahl vom Erzbischof gesalbt wurde und somit die Wahl rechtskräftig wurde
und die dt. Kaiser in Rom vom Papst.
Die gesetzliche Regelung dass der dt.König vom Erzbischof zu seinem Stand kam und der dt. Kaiser des heiligen römischen Reiches durch den Papst,
zeigt die politische Intensität auf was der ariainische Streit,ob Jesus Gott oder Mensch zu sein hat,bedeutete.
Der Ausgang des arianischen Streits war von höchster politischer Bedeutung sodas die Kirche genau diese politischen Machtbefugnisse bekam.
Hätte man sich darauf geeinigt das Jesus nur Mensch gewesen wäre hätte die Kirche niemals diese starke politische Stellung bekommen.
 
Hätte man sich darauf geeinigt das Jesus nur Mensch gewesen wäre hätte die Kirche niemals diese starke politische Stellung bekommen.

Jetzt kannst du natürlich berechtigter Weise fragen ob die Bischöfe das wärend des Konzils von Nicäa schon wissen konnten.
Nein,das konnten sie natürlich nicht wissen,dass es eines Tages so verlaufen würde.
Aber das religiöse Dogma dass Jesus auch gleich Gott ist gibt dem Glauben und somit den Verantwortlichen für den Glauben (Bischöfe&Päpste) eine ganz starke politische Autorität in jener Zeit wo Glaube und Politik bewusstseinsmässig noch nicht trennbar war.
 
Aber das religiöse Dogma dass Jesus auch gleich Gott ist gibt dem Glauben und somit den Verantwortlichen für den Glauben (Bischöfe&Päpste) eine ganz starke politische Autorität in jener Zeit wo Glaube und Politik bewusstseinsmässig noch nicht trennbar war.
Im Islam funktioniert das ohne die Annahme, daß Mohammed Gott sei?
 
Die Politik: Oberflächlich und grob gesagt könnte es sich so darstellen, dass die Politik ein schönes, großes und offenes Tor für den Eintritt des Bösen auf der Welt ist. Jetzt und in Vergangenheit.

Das Böse verknüpft sich immer mit der Eitelkeit und mit der Selbstherrlichkeit der Träger der Politik, also der Politiker. Ganz scheinheilig und "unschuldig" nutzen Dämonen Sport, Spiele, Kultur und auch Religion als Mittel, um alle im rein ich bezogenen Machtgenießen und Bedeutungsgefühl schwelgen zu lassen. Das heißt, heftigster Egoismus soll die Seelen lähmen.

Am meisten beeinflussen böse Dämonen machtbesessene Wortführer, auch selbst ernannte Auserwählte, die wortgewaltig politisieren, antreiben, anstiften. Sie gibt es fast überall, besonders aber bei Separatisten und bei religiös-politischen Fanatikern, denen alles recht ist.

Wir Menschen haben innerlich immer gute und schwache Teile in uns, die in ungefähr in der Schwebe sind. Unser Leben hat auch den Zweck, dass sich das Gute, Helle in uns im Abrieb mit dem Schwachen und Bösen stärkt.
 
Mit dem was genau verfälscht wurde beschäftigen sich ja bis heute Bibelforscher.

Ja, sie beschäftigten sich damit und genau deshalb weiß man auch was und wann angefügt oder weggelassen wurde. Man weiß zum Beispiel, dass von allen vier Evangelien in dem nach Johannes die meisten Überarbeitungen zu finden sind. So wurde die Geschichte von der Ehebrecherin erst im 5. Jahrhundert angefügt. Das weiß man deswegen, weil diese Geschichte auch im Codex Sinaiticus nicht vorkommt. Dort endet das Kapitel mit dem Vers 7[52], dem sich dann unmittelbar der Vers 8[12] anschließt. Mehr zu diesem Thema findest Du in einem meiner Beiträge:
https://www.esoterikforum.at/threads/christlicher-kernglaube.211250/page-19#post-5426349

Ich wüsste jetzt nicht, wie nun die Geschichte von der Ehebrecherin einen grundlegenden Einfluss auf die Lehre haben sollte. Ich weiß auch nicht, ob Du Dich schon einmal mit der Übersetzungsproblematik auseinandergesetzt hast. Da gibt es einfach Begriffe, die entweder heute nicht mehr geläufig sind oder in unserer Sprache gänzlich fehlen.

So steht zum Beispiel in den Evangelien, dass der Vater von Jesus Tecton gewesen sei. Ein Beruf, den es schon zu Luthers Zeiten nicht mehr gab und sich als Häuserbauer umschreiben ließe. Im Mittelalter war durch den Fachwerkbau der Zimmermann, das tragende Handwerk im Hausbau und deshalb hatte er den Tecton als Zimmermann übersetzt, damit sich jeder darunter etwas vorstellen konnte. Das war doch keine böse Absicht, um die Lehre zu verfälschen – oder? Jesus hätte, wie Paulus Fischer sein können, ohne dass sich damit die Lehre verändert hätte.

Ein anderes Beispiel, das ich auch schon einmal eingestellt hatte:
https://www.esoterikforum.at/threads/jesus-und-christus.4537/page-5#post-5370633

Eventuell wäre es auch sinnvoller eine weitere Diskussion zu diesem Thema in den Thread „Christlicher Kernglaube“ zu verlegen, um hier das Böse nicht aus dem Auge zu verlieren.


Merlin
 
Die Weichen vom gottgleichen Christos wurden schon in der Zeit Paulus gestellt und nicht erst in Nicäa. Siehe die Apostelgeschichte und im Besonderen das Evangelium nach Johannes.

Apostelgeschichte 11[25] Barnabas zog nach Tarsus, um weiter nach Saulus (Paulus) zu suchen [26] und als er ihn fand, führte er ihn nach Antiochien. Sie blieben dort bei der Gemeinde ein ganzes Jahr und lehrten vielen Menschen; daher wurden die Jünger Antiochiens zum ersten Mal Christen genannt.


Merlin
 
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Eventuell wäre es auch sinnvoller eine weitere Diskussion zu diesem Thema in den Thread „Christlicher Kernglaube“ zu verlegen, um hier das Böse nicht aus dem Auge zu verlieren.

Sehr richtig!
Unser Thread hier heisst:
Woher kommt das Böse in der Welt?
Meine Auffassung ist nach 999 Beiträgen ganz klar.

Ohne Menschen gäbe es das Böse nicht. Also ist der Mensch die Ursache des Bösen in der Welt. Sicher nicht jeder Mensch, aber sicherlich viele.
ELi
 
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