Woher kommt das Böse in der Welt?

auch in der Tierwelt gibt es die Selbsterkenntnis, dazu gibt es einige Studien, die das belegen.
Gerne würde ich einen Einblick über den Inhalt solcher Studien bekommen. Hättest du da ein paar Links oder sowas?

Die Selbsterkenntnis hängt mit dem Ego zusammen, welches zu entscheiden beginnt, was gut/schlecht, lieb/böse etc. ist. Mit der Selbsterkenntnis schwindet der Instinkt in den verschwommenen Hintergrund und es stehen neue Perspektiven des Geistes offen.

Studien belegen es nur, sie können nichts beweisen. Sie sind meist auf Beobachtungen in Verbindung mit Werten aufgebaut, aber Selbsterkenntnis kann man nur durch Beobachtung in Verbindung mit Empathie erforschen. Was nicht stofflich ist, konnte noch keine Studie beweisen.

Ja, es ist eine evolutionäre Fortentwicklung einer Spezies, aber nicht die eines einzelnen Individuums.
Spezies und Individuum sind in diesem Fall gleichzusetzen. Du kannst auch nicht die Wassertropfen aus dem Fluss einzeln herauszählen.
Ein Schimpanse kann sich zum Beispiel auch in die Gedankenwelt seines Gegenübers versetzen, also kann er auch bewusst einer anderen Seele Leid zufügen.
1.) Empathie ist nicht gleichzusetzen mit Selbsterkenntnis. Natürlich können sich Tiere in andere hineinfühlen. Erst durch das Ego/die Selbsterkenntnis wird Empathie und eigenes Fühlen getrennt.
2.) Der Willen und das Bewusstsein sind ebenfalls nicht gleichzusetzen mit Selbsterkenntnis. Sonst würde ja alles Denken aus dem Ego heraus entstehen …
Ich bin mir auch nicht so ganz sicher, ob es für ein Tier so erstrebenswert wäre ein Mensch zu sein
Etwas erstrebenswert zu finden oder nicht, hat mit der Selbsterkenntnis zu tun. Tiere denken anders als Menschen, daher denken sie nicht so, wie du schlussfolgern würdest.
Eventuell leben sie ja immer noch im Paradies, das wir einst verlassen haben?
Das ist deine Sichtweise. Ich selbst habe niemals irgendein Paradies verlassen, und ich weiß, dass ich jederzeit in ein solches heimkehren kann. Aber vermutlich hast du das aus religiöser Sichtweise gesehen.
 
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@SchattenElf - die Ursache für Leid liegt immer in einem selbst und nicht in etwas ausserhalb des Selbst?
schön wärs ja...also waren alle 7 Millionen gefolterter und verbrannter "Hexen" selbst schuld an ihrem Leid, die
Menschen in Auschwitz allesamt schuld an ihrem Leid, die Kinder, die z.Z. im Mittelmeer ertrinken selber schuld?
Oder wie meinst du das?

So einfach dagestellt und aus dem Zusammenhang genommen sind das was du da schreibst natürlich Totschlagargumente.
Das was ich schrieb resultierte aus der Unterhaltung mit Druide Merlin und seiner finalen Suggestivfrage:
Das erfahrene Leid der Opfer ist also nur ein böser Traum, bei dem man nur die Augen öffnen muss, um aus ihm zu erwachen?
Letztlich ist es in der Tat so!
Denn zum Opfer wird man nicht,sondern ein Opfer ist man,denn in der menschlichen Psyche ist die Opferhaltung weit verbreitet.Diese Opferhaltung leitet sich daraus das man selbst nicht fähig ist die Verantwortung über sich selbst zu übernehmen-> also keine Selbstverantortung hat.
Menschen ohne Selbstverantwortung befinden sich immer in einer Opferhaltung.Dadurch produzieren sie auch immer ihr eigenes Leid.
Die Ursache für Leid liegt immer nur in einem Selbst und niemals in etwas äusserem vom Selbst.
Dir geht es,meiner Ansicht nach, nur um Schuldzuweisungen auf etwas was äusserlich vom Selbst liegt,
um sich seiner eigenen Verantwortung nicht bewusst werden zu müssen.Denn das ist der wahre Kampf,nicht der Kampf gegen das vermeintliche BÖSE, sondern der Kampf gegen seine eigene Unzulänglichkeit.

@Mahuna:Habe ich etwas von "Schuld" geschrieben? Habe ich dieses Wort "Schuld" überhaupt benutzt? Nein,ich schrieb von Ursache und fehlender Verantwortung für sich selbst.
Ich schrieb Druide Merlin ja schon dass es ihm,meiner Ansicht nach,nur um Schuldzuweisungen geht und genau in das selbe Horn bläst du auch wenn du zwischen Ursache und Schuld nicht unterscheiden kannst bzw. beides gleich setzt.
In meinem ersten Satz in dem Beitrag auf den du dich beziehst schrieb ich:"Letztlich ist es in der Tat so!"
Die Ursache des Menschen gegenwärtigem Zustand liegt immer in seinen vergangenen Taten.Ich meine damit jetzt keine böse Taten sondern einfach nur in seinem vergangenem Handeln.Ich bewerte dieses Handeln nicht!
Aber der Mensch schafft immer durch sein vergangenes Handeln seine Gegenwart.Er ist der Agierende und das Umfeld,also das Äusserliche vom Selbst, ist das Reagierende.Menschen welche keine Verantwortung für sich selbst übernehmen wollen- oder können werden dem Äusserlichem,also den Reagierenden immer die Schuld für ihr Leid geben weil sie nicht erkennen können dass sie ihr Leid über lange Zeit durch ihr ursächliches Handeln hervorgebracht haben.Und in der Opferhaltung verstärkt sich dieses Leid auch noch.

Da du das Leid der Kinder ansprichst im Bezug auf Schuld welche im Mittelmeer ertrinken:
Hier ist spätestens die Ursache,meiner Ansicht nach,karmisch zu sehen,denn WEM will und kann man letztlich die Schuld für ihr Leid geben?
Den Eltern? Den Schleussern? Dem Westen? Dem Bootsbauer der so ein Boot welches kentert gebaut hat? Dem Kind selbst oder Gott&Schicksal?
Du Mahuna hast von Schuld gesprochen und nun verteile die Schuld,wie es deiner Ideologie in der Schuldverteilung entspricht.
 
Merlin: Ein Schimpanse kann sich zum Beispiel auch in die Gedankenwelt seines Gegenübers versetzen,
Luftsegen:
1.) Empathie ist nicht gleichzusetzen mit Selbsterkenntnis. Natürlich können sich Tiere in andere hineinfühlen. Erst durch das Ego/die Selbsterkenntnis wird Empathie und eigenes Fühlen getrennt.
2.) Der Willen und das Bewusstsein sind ebenfalls nicht gleichzusetzen mit Selbsterkenntnis. Sonst würde ja alles Denken aus dem Ego heraus entstehen …
Lieber Luftsegen,

Wenn Du meinen Text bitte nochmals aufmerksam ließt, wirst Du sehen, dass ich nicht vom Hineinfühlen in die Gefühlswelt geschrieben hatte, sondern von dem Hineinversetzen in die Gedankenwelt des Gegenübers. Es geht also nicht um die empathischen Fähigkeiten, sondern um die kognitiven. Erst unlängst gab es in einer Dokumentation zu diesem Thema einen interessanten Beitrag. Leider habe ich ihn in den Mediatheken nicht mehr gefunden.

Dort ging es auch um die Selbsterkenntnis anhand einer Elster. Ihr wurde ein weißer Farbklecks so auf der Brust angebracht, dass sie diesen selbst nicht sehen konnte, und wurde dann mit einem Spiegel konfrontiert. Sie hatte sich aber nicht für einen vermeintlichen Artgenossen interessiert, wie das bei vielen Tieren der Fall ist – sondern hatte gleich versucht, sich von diesem unsichtbaren Farbklecks zu befreien. Sie hat sich also im Spiegel gleich erkannt und auch den weißen Klecks, der nicht zu ihr gehört.

Ich weiß jetzt nicht so recht, was Du unter einem Ego verstehst? Da geht es doch um die Fähigkeit zur Selbsterkenntnis und damit auch um auch um das Denken. Eventuell verwechselst Du das mit dem „Es“, das uns auf unbewusster Ebene bestimmt. Ja und dennoch entsteht ein Gedanke gerade aus diesem Unbewussten heraus. In den neuronalen Prozessen steht die Bewusstwerdung nicht am Anfang, sondern am Ende.

Wenn Du magst, kannst Du ja einmal das nachstehende Video ansehen, in dem es auch um die Intelligenz der Tiere geht:


Auch in den letzten beiden Absätzen meines Beitrages hatte ich nicht davon geschrieben, dass es für Tiere nicht erstrebenswert „ist“ ein Mensch zu sein, sondern „wäre“. So ist das auch mit dem Paradies, da hatte ich den Satz mit „eventuell“ begonnen.


Merlin
 
@Mahuna:Habe ich etwas von "Schuld" geschrieben? Habe ich dieses Wort "Schuld" überhaupt benutzt? Nein,ich schrieb von Ursache und fehlender Verantwortung für sich selbst.
Ich schrieb Druide Merlin ja schon dass es ihm,meiner Ansicht nach,nur um Schuldzuweisungen geht und genau in das selbe Horn bläst du auch wenn du zwischen Ursache und Schuld nicht unterscheiden kannst bzw. beides gleich setzt.
In meinem ersten Satz in dem Beitrag auf den du dich beziehst schrieb ich:"Letztlich ist es in der Tat so!"

Ja, es wird immer die Schuld betont, doch ich bin der Meinung, dass dies im Bilde des Betrachters liegt wer nun wohl Schuld hat.

An vielen Dingen die der Mensch erlebt ist er selbst schuld und niemals ein anderer. Wie leicht ist es Schuld von sich zu weißen z. B. Herodes der sagte ich wasche meine Hände in Unschuld und hat doch Schuld auf sich geladen.

Ursache und Wirkung hat niemals etwas mit Schuld zu tun.

Das zu erkennen ist gar nicht so leicht.
 
Wie leicht ist es Schuld von sich zu weißen z. B. Herodes der sagte ich wasche meine Hände in Unschuld und hat doch Schuld auf sich geladen.
Nur so nebenbei bemerkt, es war nicht Herodes – sondern Pilatus (Matthäus 27[24]). Unabhängig davon hängt die Schuld nicht vom Blickpunkt des Betrachters ab. Man kann sie auch nicht auf andere abschieben oder sich davon reinwaschen, wie Matthäus Pilatus in den Mund legte. Schuld an seinem Tod, war Jesus selbst.


Merlin
 
Zitat SchattenElf in #691:
Letztlich ist es in der Tat so!
'Denn zum Opfer wird man nicht, sondern ein Opfer ist man, denn in der menschlichen Psyche ist die Opferhaltung weit verbreitet. Diese Opferhaltung leitet sich daraus das man selbst nicht fähig ist die Verantwortung über sich selbst zu übernehmen-> also keine Selbstverantortung hat. Menschen ohne Selbstverantwortung befinden sich immer in einer Opferhaltung. Dadurch produzieren sie auch immer ihr eigenes Leid.
Die Ursache für Leid liegt immer nur in einem Selbst und niemals in etwas äusserem vom Selbst.

und weiter:
Die Ursache des Menschen gegenwärtigem Zustand liegt immer in seinen vergangenen Taten.Ich meine damit jetzt keine böse Taten sondern einfach nur in seinem vergangenem Handeln. Ich bewerte dieses Handeln nicht!
Aber der Mensch schafft immer durch sein vergangenes Handeln seine Gegenwart. Er ist der Agierende und das Umfeld, also das Äusserliche vom Selbst, ist das Reagierende.Menschen welche keine Verantwortung für sich selbst übernehmen wollen- oder können werden dem Äusserlichem,also den Reagierenden immer die Schuld für ihr Leid geben weil sie nicht erkennen können dass sie ihr Leid über lange Zeit durch ihr ursächliches Handeln hervorgebracht haben.Und in der Opferhaltung verstärkt sich dieses Leid auch noch.

Ich halte es für ausserordentlich wichtig, diesen Sachverhalt zu durchschauen.
Es geht hierbei ja garnicht nur um Schuld, sondern um die vielen Lebens-Situationen, in die der Mensch kommt und um seine resultierenden Reaktionen von Lust, Leid, Freude und Schmerz, aber auch um seine Haltung dazu, z.B. die Opferhaltung.

Dass diese Opferhaltung immer die Reaktion sei, wie SchattenElf mutmasst, ist nur bei jenen Menschen zutreffend, die noch auf der Stufe des Du musst und des Du darfst nicht, also der Ge- und Verbote stehen.
Es gibt 4 Stufen:
- Oberste vierte Stufe, Reaktionen aus Liebe
- Dritte Stufe, Reaktionen, vorbildlich sein zu wollen
- Zweite Stufe, Reaktionen aus Einsicht in die Notwendigkeit
- Unterste Stufe, Reaktionen der Folgsamkeit auf Ge- und Verbote

SchattenElf meint offensichtlich den Menschen der Ge- und Verbote, der auch zu Opferhaltungen neigt. Mir geht es darum, dass es auch noch andere höher stehende menschliche Kategorien gibt. Was das aber nun mit dem Bösen zu tun haben soll, das müsste nochmal bewusst gemacht werden
ELi
 
@nica 1: "Emotionen sind körperliche Reaktionen auf den Verstand".
Diese Definition von Emotion habe ich noch nie gehört.
Da muss ich erstmal überlegen: Was ist denn überhaupt eine "körperliche Reaktion auf den Verstand"?

Ich verstehe das nicht. Könntest du ein konkretes Beispiel geben?
Emotion ist für mein bisheriges Verständnis ein aus "dem Bauch" kommendes Gefühl (in Abgrenzung zu den aus dem Herzen kommenden Gefühlen). Zorn, Hass, Wut, Eifersucht, Fressgier usw. , was haben sie mit dem Verstand zu tun?
 
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.... da Engel keinen freien Willen haben!
Wie kommst Du denn darauf, dass Engel keinen freien Willen haben?

Wie hätte sich den Luzifer, der Lichtträger, gegen die Gesetze Gottes verhalten können, so dass Christus ihn wie einen Blitz hat aus dem Himmel stürzen sehen, wenn er sich nicht aus eigenem freien Willen gegen Gott gestellt hätte? Hätte er gehandelt wie ein Roboter, hätte er sich doch nicht versündigen können.

lg
Syrius
 
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