Inwiefern kannten die alten Griechen neben dem dem Begriff der Psyche noch extrahierte Begriffe wie Seele und Geist wie wir sie heute verwenden?
Bei den alten Griechen gab es, wie auch heute noch unterschiedliche Vorstellungen von der Seele. Alle waren aber der Auffassung, dass die Seele etwas sei, das uns mit Leben erfüllt und unser Wesen bestimmt.
Die Unterschiede lagen aber in der Frage, welche Dinge unser Wesen bestimmen sollten. Wie könnte es bei einem Philosophen anders sein, hatte zum Beispiel Platon, von einer niederen Seele des sterblich Unbewussten geredet, während er eine unsterbliche Vernunftseele in den Mittelpunkt rückte.
Deshalb betrachtete er das Streben eines Philosophen nach Logik, Ethik und dem Schönen als die wahre Tugend in der Sorge um sein Seelenheil. Aus diesem Verständnis heraus ist dann auch sein Zitat entstanden: „Die Sorge um das Seelenheil soll die vornehmste Aufgabe eines Menschen sein!“ Auch wenn ich Vorstellung Platons von der Vernunftseele nicht teile, behält dieses Zitat dennoch seine Gütigkeit.
Ich denke schon, dass sich Platon bei seiner Seelenlehre eine Menge kluger Gedanken gemacht hatte, mit der er sich auch heute noch nicht verstecken müsste. So hatte zwar Platon von seinen drei Seelen gesprochen, die er aber dennoch als etwas Ganzheitliches bezeichnet hatte. Ein Gedanke, der heute mehr denn je seine Gültigkeit haben dürfte.
Ich denke aber, dass uns geistig überfrachtete Seelenmodelle mehr von der Seele entfernen, als dass wir sie in mit unserem Herzen verstehen können. Das Wenige und Schlichte ist halt oft mehr.
Merlin