Auf dem Arbeitsmarkt dominiert nun einmal nicht die Lust. Das ist Realität. Es gibt wahrscheinlich viele Leute aus der arbeitenden Klasse, die nicht immer Motivation für ihren Beruf empfinden und ihn dennoch ausführen müssen, um zu überleben.
Weil's dummes Zeugs ist, was du von dir gibst.
Ich möchte dir mal was von meiner letzten Arbeitsstelle erzählen. Die Stelle war befristet, keine Aussicht auf Verlängerung, die Bezahlung misserabel.
Die Aussicht, sich daraus was anderes ergibt, war mir da Motivation genug.
Der Job war das letzte, aber nun gut, man darf nicht wählerisch sein. Bore Out Syndrom, wusste ich bis dahin nicht, das es das gibt.
Meine Kollegin und ich hatten im Schrank einen Kalender, wo wir jeden Tag nach Feierabend einen gestrichen haben. So toll war das da zu arbeiten.
Ich habe mich mit sexueller Belästigung rumgeschlagen, hatte da Personen von früh morgens bis abends sitzen, die einsam waren, Menschen die psychische Probleme hatten und anderes Klientel in der Richtung. Tjo und Ansprechpartner, denen man sich anvertrauen konnte, wenn man ein Problem hatte. Naja aber bitte nicht allzudolle jammern, ist ja lästig sowas.
Eine Schulung, wie man mit sowas umgeht, gab's nicht. Wozu auch, war ja befristet das ganze, lohnt sich nicht.
Man bot uns nach Ablauf der Zeit halbherzig an, auf 400 Euro Basis dort weiterzuarbeiten. Weil man ist ja so christlich und sozial. Aber auch als Ehrenamtler sei man jederzeit herzlich eingeladen. Jaja, klar. Vorher friert die Hölle zu.
Unser Posten wurde dann irgendwann mit 1 Euro Kräften besetzt. Ist ja auch billiger, die schiebt man praktisch nach einem halben Jahr ab, oder wenn sie gefällig genug sind, wird die Stelle um ein viertel Jahr verlängert. Funktionuckelt bis zu einem Jahr so. Da aber 1 Euro Jobber immer auch Geld kosten, ist die Stelle zwischenzeitlich mit Praktikanten besetzt.