Westerwelle und die Sozialachmarozer


Liebe Ahorn,

Dafür würde ich dann gern schon mal ne Quelle sehen.

:)

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Moment, ich suche - das ging damals durch die Medien, kann mich nur dran erinnern....

google frag: http://www.google.de/#hl=de&q=verhunger+speyer&meta=&aq=f&aqi=&aql=&oq=&gs_rfai=&fp=ee5ee57acdb47974

http://www.sueddeutsche.de/panorama/296/375105/text/

http://www.online-polemik.de/speyer-hartz-verhungert.htm

http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/Welt;art118,2114284

Und so weiter und so fort.

Das hab ich damals sogar mitbekommen, ohne Zeitung zu lesen....
 
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Bin zwar nicht Ahorn, verlinken darf ich auch noch nicht und außerdem war es nicht Niedersachsen, sondern Baden-Württemberg, aber bitte:

http : //dipbt.bundestag.de/dip21/btd/16/055/1605550 . pdf

www*fau-duesseldorf*org/nachrichten/hartz-iv-hungertod-durch-leistungsentzug-3

(habe es damals am Rande mitbekommen und dachte bis eben, es wäre in Berlin gewesen).


Genau diesen Fall kannte ich schon.

Zum Überleben ist nun mal ein Mindestmaß an eigenem Tun notwendig.

Und das war hier nicht gegeben.

Oder um es einfach auszudrücken: In Deutschland wird niemand, der sich bemüht, von Staatswegen verhungern müssen. Selbst wenn die HIV-Leistungen um 100 % (wegen eigener Versäumnisse oder aus eigenem Verschulden) gekürzt werden sollten, hat man Anspruch auf Lebensmittelgutscheine. Aber auch die muss man selbst abholen.

:)

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Tagesspiegel schrieb:
Die Frau gab an, dass sie aus Geldmangel keine Nahrungsmittel habe kaufen können. Sie hatte offenbar früher soziale Zuwendungen erhalten, jedoch seit einiger Zeit keinen Antrag mehr auf Unterstützung gestellt.

Der Sohn hatte sowohl Arbeitsangebote als auch Untersuchungen ausgeschlagen, und daher ebenfalls seit einiger Zeit keine sozialen Hilfeleistungen mehr erhalten. Die Mutter beschrieb ihren Sohn als depressiv und antriebslos. Sie sagte gegenüber der Justiz aus, dass der 20-Jährige ihr gegenüber mehrmals den Wunsch geäußert habe, sterben zu wollen. Der tote Mann war zusammen mit seiner Mutter am Sonntag von einem Polizeibeamten in der Wohnung gefunden worden. Die Polizei war dabei einem Hinweis von Bekannten der Mutter nachgegangen, die den Verdacht hegten, dass etwas nicht in Ordnung sei. ddp

Ein bisschen eigenes Zutun gehört wohl auch dazu. Oder soll der Staat wirklich jeden permanent überwachen? Damit er nicht so lieblos mit sich umgeht?

:)

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Genau diesen Fall kannte ich schon.

Zum Überleben ist nun mal ein Mindestmaß an eigenem Tun notwendig.

Und das war hier nicht gegeben.

Oder um es einfach auszudrücken: In Deutschland wird niemand, der sich bemüht, von Staatswegen verhungern müssen. Selbst wenn die HIV-Leistungen um 100 % (wegen eigener Versäumnisse oder aus eigenem Verschulden) gekürzt werden sollten, hat man Anspruch auf Lebensmittelgutscheine. Aber auch die muss man selbst abholen.

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dieser Mensch war antriebslos. Natürlich kann man sagen: eigenes Verschulden.
Andererseits: war der Sachbearbeiter blind, dass er das nicht erkannt hat?
Ich nehme mal an, dass er sich gar nicht auf die Briefe des Amtes gerührt hat. In meinem Bereich ist es üblich, bei Nicht-Reaktion eines Schuldners, denjenigen persönlich aufzusuchen.
In einem solchen Bereich sollte das auch Standard sein - zur Not einen Sozialarbeiter, sind ja manchmal Menschen dabei, die es wirklich nicht auf die Reihe bekommen, für sich selbst zu sorgen.
 
Hey,

ich habe mich ja auch bereits in aller Deutlichkeit für plebiszitäre Rechte ausgesprochen. Gerade der Euro, aber auch die neue Rechtschreibreform sind exemplarische Beispiele dafür, wie in der Vergangenheit die Regierung und die Bürokratie über das Volk entschied, ohne dieses selbst einzubeziehen.

Und auch dass mit diesen Reformationen massiv in die nationale Identität der Deutschen eingegriffen wurde, nahmen Politiker nicht zum Anlass, die Bevölkerung zu involvieren hinsichtlich dieser folgenschweren Entscheidungen. Das ist keine Demokratie. Heute verläuft es kaum anders.

hey,
dito

:)

Sondern? Der Passivität frönen? Struktur und Selbstbestätigung verlieren? Dich vielleicht sogar in Depressionen verlieren?

ja manche werden krank weil sie keine, andere, weil sie zu viel arbeit haben. es gibt überhaupt nur eine lösung (in meinen augen) und das ist eine regulär bezahlte arbeit, von der man also leben kann, und an der man nicht kaputt geht. depression durch nix tun und burnout durch zu viel sind zwei seiten, der selben medaille.
es kann natürlich sein, und das wird es auch geben, dass es manchen reicht reduziert zu leben und daher keiner arbeit nachgehen wollen. wenn sich jemand für soetwas entscheidet, und das werden ja die aller aller wenigsten, weil es mit starken einschränkungen einhergeht, muss eine gesellschaft das aushalten. man geht in d, laut geißler von ca. 200.000 solcher menschen aus.
daran geht eine gesellschaft genausowenig kaputt, wie an den paar steuerhinterziehern, womit ich aber gerade letzteres nicht gutheißen möchte.

Nein, das ist keine Zwangsarbeit, denn den Empfängern dieser Sozialleistungen stünde es ja frei, das Arbeitsangebot in den privaten Haushalten anzunehmen oder auszuschlagen. Letzteres hätte aber selbstverständlich finanzielle Konsequenzen für den Bezieher von Hartz-IV, aber es gäbe keinen direkten Zwang, da immer noch die Entscheidungsfreiheit gegeben wäre.

hier teile ich Ahorns argumentation. eine wahlfreiheit hat nur, wer mit der alternative auch leben kann. das trifft auf einige wenige H4 empfänger zu, aber auf die wenigsten.
ich glaube der knackpunkt ist dir bewusst. mir fällt auf, dass du schreibst "kein direkter zwang" - also indirekter schon, ge?

Und die Senkung der Arbeitslosenzahlen ließe sich genau damit erreichen, steuerliche Sätze zu reduzieren mittels staatlicher Steuerersparnis. Also ist das ein Argument für meinen Vorschlag der Dienstverpflichtung, weil sich hieraus steuerliche Vorteile im Jahr ergeben.

diese senkung ist aber doch virtuell. die 1€-jobber fallen auch aus der arbeitslosenstatistik, ebenso wie die abm'ler, umschüler usw.
die aufgabe der politik ist aber nicht statistiken zu schönen (ehr sie transparent zu halten), sondern die rahmenbedingungen zu schaffen, dass arbeitsplätze entstehen. das funktioniert über die regulierung des finanzmarktes z.b., darüber, dass überstunden gesetzlich eingeengt werden. und vieles mehr.
(in d gehen 1 million arbeitsplätze verloren, weil gezielt mit überstunden kalkuliert wird. auf kosten der gesundheit der mitarbeiter...)

Der Bund hat 1,9 Billionen Euro Schulden. Dieser Betrag wächst sekündlich um ca. 4 500€ an. Ebenfalls pro Sekunde zahlt die Bundesrepublik 80 000€ = 5 000 000€ in der Stunde an Zinsen infolge der Verschuldung. Was ist daran reich?

muss zugeben, mit dem argument hattest du mich fast. (bin kein vwl'er).
ich würde sagen eine gesellschaft ist um so reicher, je finanziell potenter ihre mitglieder sind. und da wir uns im schnitt mehr leisten können, als der durchschnitt der weltbevölkerung, würde ich sagen, sind wir zumindest nicht arm.

die staatsverschuldung hat damit wenig zu tun. beim derzeitigen finanzsystem kann ein land nicht schuldenfrei sein, weil die finanzielle größe die wirtschaftliche realität übersteigt, d.h. man kann gar nicht so viel erwirtschaften, wie an minusgeld auf dem konto ist.

es gab zur zeit clintons mal die situation, dass gesagt wurde die u.s.a. seien schuldenfrei, wie hier manchmal von einem ausgeglichenen staatshaushalt gersprochen wird. das bezieht sich nur auf die neuverschuldung.

ich halte das ganze gerede davon zu sparen, weil die schulden so hoch seien für bauernfängerei, weil man die schulden niemals wird abbauen können.

(griechenland ist nicht pleite, weil die so viel schulden habe, die haben wir ja auch, wie du siehst. wenn gesagt wird die sind pleite bedeutet das, dass die einfach keine neuen kredite von den banken bekommen.)
 
dieser Mensch war antriebslos. Natürlich kann man sagen: eigenes Verschulden.
Andererseits: war der Sachbearbeiter blind, dass er das nicht erkannt hat?
Ich nehme mal an, dass er sich gar nicht auf die Briefe des Amtes gerührt hat. In meinem Bereich ist es üblich, bei Nicht-Reaktion eines Schuldners, denjenigen persönlich aufzusuchen.


Kann man Jemanden retten, der nicht gerettet werden will?

Ist hart, diese Frage. Aber eben menschlich.

:)

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Kann man Jemanden retten, der nicht gerettet werden will?

Ist hart, diese Frage. Aber eben menschlich.

:)

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Muss man ihm deswegen das Geld kürzen? Wahrscheinlich war er depressiv - andere Menschen, die sich selbst gefährden, werden zwangseingewiesen, weil man Tote verhindern möchte (ist gesellschaftlicher Konsens)
Und dieser Mensch hat sich selbst gefährdet mit seinem Verhalten, bis zu seinem Ende...
 
dieser Mensch war antriebslos. Natürlich kann man sagen: eigenes Verschulden. Nö, finde ich nicht.
Andererseits: war der Sachbearbeiter blind, dass er das nicht erkannt hat?
Ich nehme mal an, dass er sich gar nicht auf die Briefe des Amtes gerührt hat. In meinem Bereich ist es üblich, bei Nicht-Reaktion eines Schuldners, denjenigen persönlich aufzusuchen.
In einem solchen Bereich sollte das auch Standard sein - zur Not einen Sozialarbeiter, was das wieder kostet... müsste man ja leute für einstellen, dabei sind die löhne doch sooo hoch. dann lieber mit menschenleben bezahlen. sind ja manchmal Menschen dabei, die es wirklich nicht auf die Reihe bekommen, für sich selbst zu sorgen.

ich finde das geschilderte sehr tragisch. da braucht man einen staat der noch richtig tickt. es geht eben nicht nur um fordern und fördern von potentiellen schmarotzern, sondern auch um hilfe für hilfsbedürftige.
 
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ich finde das geschilderte sehr tragisch. da braucht man einen staat der noch richtig tickt. es geht eben nicht nur um fordern und fördern von potentiellen schmarotzern, sondern um hilfe für hilfsbedürftige.

Und genau diese wird den Hartz IV-Empfängern verwehrt. Es wird nur Druck ausgeübt, dass Menschen daran zerbrechen können, ist denen entweder egal, oder gewollt.
 
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