Wege der Poesie

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Der Wandel

Schon flieht der Tag, zeigt müde sich.
Lässt erste Schwächen er erkennen.
Ganz sanft bringt bunter Pinselstrich,
jetzt das was herbstlich wir so nennen.

Geht nun dahin was jedes Jahr,
bestimmt das Allerschönste ist.
Verändert sich was Segen war,
von Sonne, hin zu grau und trist.

Lässt langsam aber unbeirrt,
sich jener Wandel auch erkennen.
Mit letzter Wärme die man spürt,
wird klar die Zeit beginnt zu rennen.

Und wie zum Trost zeigt Buntheit sich.
Als hätte sie uns abzulenken.
Nur ob es hilft, ich weiß es nicht,
nicht jedem wird sie Freude schenken.

H.G.W.
 
Herbsterwachen

Nie glänzte goldener der Herbst.
Ward so ein Strahlen mir bewusst.
Nie brachte seine Farbenpracht,
mir so viel Freude in die Brust.

Dabei ist er mir doch vertraut.
Sah oft ich seinen Pinselstrich.
Doch so, als hätt’ ich nie geschaut,
bewegt er plötzlich innerlich.

War es denn einfach Ignoranz?
Das will ihn nicht erkennen wollen?
Weil ungeliebt, ohn’ Akzeptanz,
die Jahreszeit vergeh’n hätt’ sollen?

Ich weiß nicht was mich ließ erkennen,
dass auch im Herbst so manche Stund',
mir als erfreulich nun zu nennen.
Ist’s möglich, dass nur du der Grund?

H.G.W.
 
Das Abschiedslied.

Hört ihr es auch des Abschieds Lied?
Das leise Klagen in den Fluren?
Ein Seufzen das den Nebel flieht,
wenn er verdeckt des Sommers Spuren?

Das Jahr für Jahr, schon seit Äonen,
zu hören eh' die Wärme geht?
Ja ohne Sinne je zu schonen,
selbst auch in Menschenherzen weht?

Jedoch nicht jeder es verspürt,
was da geschieht, sich ändern will.
Zu leicht wird man ja noch verführt,
von letztem Glanz und Sonnenspiel.

Doch mancher nimmt's mit Wehmut wahr.
Erkennt des Sommers stilles Wenden.
Blickt auf zum Zug der Vogelschar
und fühlt es, jenes stete Enden.

H.G.W.
 
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