Wahrhaftigkeit

Es sollte nicht heißen "Logos cosmicus" (grammatikalisch sowieso falsch), sondern "Christus-Logos".

Zwar stolperte ich zuerst über den Begriff, aber bei näherem Nachdenken kann es nichts anderes bedeuten als den Christus-Logos!


Nein, das ist durchaus nicht das selbe - zumindest nicht sinngemäß. Im Streben nach Wahrhaftigkeit offenbart sich die seelisch-geistige Ur-Intention, die die Liebe zur Weisheit voraussetzt und die allein zur Weisheit hinführt. Wer als Mensch wahrhaftig ist und sowohl die Wahrheit liebt als auch sie selber bezeugt, dessen Sinnen und Trachten ist auf die Weisheit hin ausgerichtet, denn nichts ist wahrhaftig und wahr wie die Weisheit, die den Menschen und alles Sein verbindet mit dem Logos cosmicus: Die Anthropos-Sophia.

Oje, der arme Solis ist doch hier noch viel zu klein und hat hier Schwierigkeiten im Verständnis, weil die Begriffe für ihn noch nicht genügend geklärt sind.
Ich denke, man sollte hier Schritt für Schritt vorgehen, um so die den Begriffen inneliegende, tiefe esoterische Bedeutung allmählich mit dem gleichzeitigen Wachsen seiner selbst, seines Ich, seiner Seele und seines Geistes zu erobern.

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Schon setzt der Thread gleich mit der Wahrhaftigkeit an und man weiß ja gar nicht so recht, ihre Bedeutung einzuschätzen und sie recht einzusetzen. Wie man ein Oben nur verstehen kann, wenn gleichsam ein Unten ins Bewusstsein gesetzt wird, wie wenn man A sagt und auch B sagen muss, so setzt die Wahrhaftigkeit zu ihrem Verständnis ein Weiteres, ein ihr Entgegengegensetztes voraus. Suchen wir also ihren Gegensatz:

Mir hat bisher der 1991 verstorbene Philosoph Otto Friedrich Bollnow, der einst den Lehrstuhl von Eduard Spranger übernahm, mit seinem Buch "Wesen und Wandel der Tugenden" darin sehr, sehr geholfen. Es ist eigentlich auch nicht kompliziert, aber dafür differenziert.

In seiner Vorrede zum Kapitel der Wahrhaftigkeit meint er u. a.: "Während es sich in den bisherigen Tugenden unmittelbar um das Verhalten des Menschen in seiner Welt handelte, heben sich diese neuen Tugenden dadurch ab, daß es in ihnen in besonderer Weise um das Verhalten des Menschen zu sich selbst, ja in deren Bewährung, wie noch zu zeigen ist, sich überhaupt erst das Selbst in einem spezifischen Sinne ausbildet." - Was nur für Worte, die vom denkenden Geist sorgsam behandelt werden wollen!
 
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Nun, wenn 's einem um Wahrheit geht, muss man sich nicht unbedingt dafür vor einem Meister in den Staub werfen.
Aber erstmal in sich reinspüren, bis man wirklich weiß, was man will, finde ich ok.
Nur könnten die beiden ersten Schüler das ja ebenfalls gemacht haben, nur vorher schon.

Du hast grundsätzlich recht. Natürlich baraucht man sich vor einem Meister nicht in den Staub werfen, noch von ihm in den Staub geworfen werden (auch wenn das als Selbsterfahrung mal ganz nützlich sein kann).

Das wo ich in dem Gleichnis den kleinen und feinen Unterschied sehe, ist so ziemlich im Zuge der heutigen Zeit. Heute hat man am besten schon als Baby zu wissen, wie der eigene Lebensplan ausschaut, was man will und nicht will. Aber: Leben ist Entwicklung, ist tägliches Lernen, tägliche Erfolge und Misserfolge. Und genau hier ist der Unterschied zwischen den 3 ... die ersten beiden wissen schon, dass sie Weisheit haben wollen, weil das chic ist, weil man das haben muss. Der Dritte aber möchte diese Weisheit erlernen um sich selber finden zu können und dann weise zu sein ... und nicht es als Lehrstoff vorgesetzt zu bekommen.
 
Zwar stolperte ich zuerst über den Begriff, aber bei näherem Nachdenken kann es nichts anderes bedeuten als den Christus-Logos!




Oje, der arme Solis ist doch hier noch viel zu klein und hat hier Schwierigkeiten im Verständnis, weil die Begriffe für ihn noch nicht genügend geklärt sind.
Ich denke, man sollte hier Schritt für Schritt vorgehen, um so die den Begriffen inneliegende, tiefe esoterische Bedeutung allmählich mit dem gleichzeitigen Wachsen seiner selbst, seines Ich, seiner Seele und seines Geistes zu erobern.

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Schon setzt der Thread gleich mit der Wahrhaftigkeit an und man weiß ja gar nicht so recht, ihre Bedeutung einzuschätzen und sie recht einzusetzen. Wie man ein Oben nur verstehen kann, wenn gleichsam ein Unten ins Bewusstsein gesetzt wird, wie wenn man A sagt und auch B sagen muss, so setzt die Wahrhaftigkeit zu ihrem Verständnis ein Weiteres, ein ihr Entgegengegensetztes voraus. Suchen wir also ihren Gegensatz:

Mir hat bisher der 1991 verstorbene Philosoph Otto Friedrich Bollnow, der einst den Lehrstuhl von Eduard Spranger übernahm, mit seinem Buch "Wesen und Wandel der Tugenden" darin sehr, sehr geholfen. Es ist eigentlich auch nicht kompliziert, aber dafür differenziert.

In seiner Vorrede zum Kapitel der Wahrhaftigkeit meint er u. a.: "Während es sich in den bisherigen Tugenden unmittelbar um das Verhalten des Menschen in seiner Welt handelte, heben sich diese neuen Tugenden dadurch ab, daß es in ihnen in besonderer Weise um das Verhalten des Menschen zu sich selbst, ja in deren Bewährung, wie noch zu zeigen ist, sich überhaupt erst das Selbst in einem spezifischen Sinne ausbildet." - Was nur für Worte, die vom denkenden Geist sorgsam behandelt werden wollen![/QUOTE Worum anderes geht es denn in der esoterischen Schülerschaft als schlichtweg um Selbst-Erziehung, um die Selbst-Entwicklung hin zum harmonischen, lebendig-dynamischen Zusammenspiel des Ich mit dem Du, mit der Welt
Du hast grundsätzlich recht. Natürlich baraucht man sich vor einem Meister nicht in den Staub werfen, noch von ihm in den Staub geworfen werden (auch wenn das als Selbsterfahrung mal ganz nützlich sein kann).

Das wo ich in dem Gleichnis den kleinen und feinen Unterschied sehe, ist so ziemlich im Zuge der heutigen Zeit. Heute hat man am besten schon als Baby zu wissen, wie der eigene Lebensplan ausschaut, was man will und nicht will. Aber: Leben ist Entwicklung, ist tägliches Lernen, tägliche Erfolge und Misserfolge. Und genau hier ist der Unterschied zwischen den 3 ... die ersten beiden wissen schon, dass sie Weisheit haben wollen, weil das chic ist, weil man das haben muss. Der Dritte aber möchte diese Weisheit erlernen um sich selber finden zu können und dann weise zu sein ... und nicht es als Lehrstoff vorgesetzt zu bekommen.
Auf den Punkt gebracht. - (y)!
 
Das Gute am Staub

Also, mit den ablehnenden Ansichten über den Staub habe ich meine Schwierigkeiten. "Staub" ist keine wörtliche, sondern eine übertragene Ausdrucksweise. Wenn jemand es schafft oder ich guten Gewissens meine bzw. überzeugt davon bin, dass ich durch jenen Erkenntnis gewinnen kann, dann liege ich ehrfürchtig vor ihm im Staub.
 
Du hast grundsätzlich recht. Natürlich baraucht man sich vor einem Meister nicht in den Staub werfen, noch von ihm in den Staub geworfen werden (auch wenn das als Selbsterfahrung mal ganz nützlich sein kann).

Das wo ich in dem Gleichnis den kleinen und feinen Unterschied sehe, ist so ziemlich im Zuge der heutigen Zeit. Heute hat man am besten schon als Baby zu wissen, wie der eigene Lebensplan ausschaut, was man will und nicht will. Aber: Leben ist Entwicklung, ist tägliches Lernen, tägliche Erfolge und Misserfolge. Und genau hier ist der Unterschied zwischen den 3 ... die ersten beiden wissen schon, dass sie Weisheit haben wollen, weil das chic ist, weil man das haben muss. Der Dritte aber möchte diese Weisheit erlernen um sich selber finden zu können und dann weise zu sein ... und nicht es als Lehrstoff vorgesetzt zu bekommen.

So kann man 's auch sehen, ja.
 
Das Gute am Staub

Also, mit den ablehnenden Ansichten über den Staub habe ich meine Schwierigkeiten. "Staub" ist keine wörtliche, sondern eine übertragene Ausdrucksweise. Wenn jemand es schafft oder ich guten Gewissens meine bzw. überzeugt davon bin, dass ich durch jenen Erkenntnis gewinnen kann, dann liege ich ehrfürchtig vor ihm im Staub.

Sowas ist mir wirklich fremd.
Erkenntnis kann man durch alles gewinnen, da braucht 's keinen, vor dem man sich in den Staub wirft.
Aber vielleicht erkennt man dann, dass Staub in der Nase Niesreiz auslösen kann?
 
Zwar stolperte ich zuerst über den Begriff, aber bei näherem Nachdenken kann es nichts anderes bedeuten als den Christus-Logos!




Oje, der arme Solis ist doch hier noch viel zu klein und hat hier Schwierigkeiten im Verständnis, weil die Begriffe für ihn noch nicht genügend geklärt sind...
In seiner Vorrede zum Kapitel der Wahrhaftigkeit meint er u. a.: "Während es sich in den bisherigen Tugenden unmittelbar um das Verhalten des Menschen in seiner Welt handelte, heben sich diese neuen Tugenden dadurch ab, daß es in ihnen in besonderer Weise um das Verhalten des Menschen zu sich selbst, ja in deren Bewährung, wie noch zu zeigen ist, sich überhaupt erst das Selbst in einem spezifischen Sinne ausbildet." - Was nur für Worte, die vom denkenden Geist sorgsam behandelt werden wollen!

"Wenn du einen Schritt vorwärts zu machen versuchst in der Erkenntnis geheimer Wahrheiten, so mache zugleich drei vorwärts in der Vervollkommnung deines Charakters zum Guten!" (Rudolf Steiner)

Was erfordert das Streben nach Erkenntnis und Weisheit wichtigeres als Selbst-Erziehung!

Wie ich nach außen wirke bzw. wie ich vor der Gesellschaft erscheine, interessiert mich als Geistesschüler herzlich wenig. Mir kommt es darauf an, dass ich mir selbst gegenüber wahrhaftig, mir meiner selbst sicher und ich mir mein eigener spiritueller Zuchtmeister sein kann und dass ich all mein Denken, Fühlen und Handeln beständig nach dem hehren Weisheits-Ideal ausrichte. Gelingt mir dies, dann bin ich tugendhaft - sowohl mir selbst, den Mitmenschen und der geistigen Welt gegenüber...

Mir persönlich ist es um die Begriffserklärung und das rechte Begriffsverständnis ernst. Wenn man sich durch andere Ansichten missverstanden wähnt, führen beleidigte Reaktionen nicht gerade weiter. Für mich ist die Wahrhaftigkeit der Weisheit Grundlage, ebenso wie die Rosenknospe keinen Duft verströmen kann, ehe sie sich zur reifen Blüte entfaltet hat...




 
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PDF-Datei über "Wesen und Wandel der Tugenden" von Otto Friedrich Bollnow

Wie ich gerade sehe, gibt das Internet erfreulicherweise die Inhalte des Buches unter der angegebenen URL preis:

http://otto-friedrich-bollnow.de/getmedia.php/_media/ofbg/201411/90v0-orig.pdf
PDF-Datei über "Wesen und Wandel der Tugenden" von Otto Friedrich Bollnow

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Vielen Dank für den Link!

"Amazon" bietet die ganze Band-Breite des Bollnowschen Werks feil. Allerdings sind die Bücher (noch) nicht antiquarisch und kosten dementsprechend ihren regulären Marktpreis. Trotzdem werde ich mir einiges näher anschauen, denn der philosophisch-pädagogische Aspekt, nach denen Bollnow seine Themen ausrichtet, ist mir besonders wichtig...

Meinem ersten Eindruck nach liegt Bollnow mit seiner Ansichtsweise nicht weit von der meinigen...
 
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