Vater, warum hast du mich verlassen

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1. Ob Jesus das gesagt hat, darf bezweifelt werden, denn die biblischen Evangelien sind im Wesentlichen sinnlose erdichtete Moralpredigten, die man um gegenständlich-naiv fehlgedeutete und verfälschte originale Gleichnisse von Jesus herumgesponnen hat.

2. Der "Vater" ist in der Heiligen Schrift nicht irgendein "Papa mit Bart" (auch nicht eine Oma mit Oberlippenbart), sondern es handelt sich um den "Vater der Kultur". In früheren Zeiten verstand man darunter ein Urprinzip aus dem heraus sich eine arbeitsteilige Kultur weiterentwickelt.

Der "Sohn" in der Heiligen Schrift ist wiederum jenes Prinzip, mit dem sich eine arbeitsteilige Kultur weiterentwickelt.

Beispiel:

(Logion 105) Jesus sagte: Wer den Vater und die Mutter kennen wird, er wird „Sohn der Hure“ genannt werden.

(Logion 106) Jesus sagte: Wenn ihr die zwei (zu) einem macht, werdet ihr Söhne des Menschen werden. Und wenn ihr sagt: „Berg, hebe dich hinweg!“, wird er sich umdrehen.

Aus der "Mutter der Kultur" geht wiederum der "Vater der Kultur" hervor. Und Jesus sagt uns hier, dass wir "die zwei" (also Mutter und Vater) zu einem machen (Vater) sollen.

Erst dann werden wir "Söhne des lebendigen Vaters", oder auch "Söhne des Menschen" sein. Der "Berg" hat ebenfalls eine ganz spezielle Bedeutung.

Die originale Heilige Schrift (insbesondere das Thomas-Evangelium) ist die ganz hohe Kunst der genialen Metaphorik, um mit einfachsten Worten komplexe existentielle Zusammenhänge auszudrücken.

Wer den eigentlichen Sinn hinter den vordergründigen Worten erkennt, der hat das "Königreich" gefunden. Wer nur die Worte sieht, versteht gar nichts.

Hinweis 1: Die originale Heilige Schrift bezieht sich immer zuerst auf die Kultur und erst danach auf den einzelnen Kulturmenschen.

Hinweis 2: Unsere moderne Sprache hat mittlerweile Worte, die die ursprünglichen Metaphern 1:1 ersetzen können, um den eigentlichen Sinngehalt der Gleichnisse offenkundig zu machen.
 
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