Überarbeitung von Kinderbüchern - notwendig oder Zensur?

Es betrifft ja nicht nur Spiegel... da machen ja alle mit. Auch im TV. Die Berichterstattung ist Teil einer Rechtfertigungskampagne für Kriege, die aus wirtschaftlichen Gründen geführt werden "müssen". Um das zu rechtfertigen braucht es Feindbilder und die werden gezielt aufgebaut. Da kommen noch ganz andere Mittel zum Einsatz, aber propagandistisch ausgeschlachtet wird alles. Und es wird auch sehr viel extrem verfälscht, je nachdem wie es passt. Das was in Afghanistan die Terroristen und Taliban sind, waren in Libyen und sind in Syrien die Freiheitskämpfer. Es wird gedreht wie es passt und nebenbei noch der Eindruck erweckt, deutsche Muslime warteten nur darauf ihre fanatische Natur offenzulegen, wenn der islamistische Oberboss endlich das Signal gibt Europa zum Gottes-Staat zu machen.

Es gibt natürlich auch Berichterstattung die differenzierter ist, sogar Medien die genau das kritisieren. Aber wenn man 1 Mio Menschen fragen was ihnen alles einfällt, wenn sie das Wort "Muslim" oder "Islam" oder "Koran" hören, dann sind die Assoziationen wohl nur in den seltensten Fällen neutral oder gar positiv.

Muslime sind die Feindbilder unserer Zeit... und weil das Feindbild schon so in die Köpfe gehämmert wurde, wird von vielen gar nicht bemerkt was da gerade abläuft. Es wird nämlich in weiten Teilen geglaubt.

Was das betrifft , da bin ich ganz bei dir !

GLG Asaliah

I antworte deswegen soo langsam weil i mit dem Mousepad net umgehen kann und meine Funkmaus einging , sorry :D
 
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Ich kann die gute volkspädagogische Absicht, die hinter dem Austausch von heute obsolet gewordenen Begriffen steht, durchaus nachvollziehen. Allerdings zeigt, wie Condemn gut herausgearbeitet hat, das Beispiel Mark Twain, daß das voll nach hinten los gehen kann. Twain war ein bedeutender Vertreter des amerikanischen Realismus, d.h. er wollte auf literarische Weise bestehende Verhältnise (in diesem Fall den ganz alltäglichen Rassismus der damaligen amerikanischen Gesellschaft) darstellen und kritisieren.

"Nigger" mit all seinen diskrimierenden Konnotationen gehörte damals zum festen Sprachgebrauch. Der Roman "Huckleberry Finn" ist ein einziger Versuch, diese Sprachrealität kritisch aufzulösen. "Nigger" zu ersetzen durch heutige korrekte Begriffe ist, da gebe ich Condemn recht, absolut dämlich und geschichtsklitternd. Twain würde sich im Grabe umdrehen, wenn er diese seltsamen Zensurmaßnahmen mitansehen müßte.

Bei anderen Kinderbüchern, wie etwa Pippi Langstrumpf, wo der "Negerkönig" vorkommt, könnte ich mir, um auch die Pädagogen zufrieden zu stellen, etwa eine Fußnote vorstellen, wo den Kindern erklärt wird, daß man heutzutage nicht mehr "Neger" sagt, da mit diesem Wort negative Assoziationen verknüpft sind.

Das fände ich einen vernünftigen Kompromiss
.:)

Das ist ein sehr schöner Kompromiss, gratuliere!
 
Ich verstehe nicht den Unterschied. Stell Dir einfach vor, die Geschichte Huckleberry Finn sei auf die Nazi-Zeit bezogen. Huck ist nen Junge der mit einem Juden flieht und dabei so einige Abenteuer erlebt, aber eben auch die bittere Wahrheit des Antisemitismus an vielen Stellen deutlich wird, etwa durch Beschimpfungen. Und Huckleberry Finn ist in dem Buch durchaus auch antisemitisch, er hat durch seine Erziehung schon ein Bild von Juden das antisemitisch geprägt ist... gleichzeitig handelt er aber nicht antisemitisch sondern hilft und lernt den Juden als gleichberechtigten Menschen kennen und die "herrenrassische Gesellschaft" als verlogen und unmenschlich...

Wo wäre da für Dich der Unterschied?

Wie soll ich das erklären ,..hm...die Bücher , sowie eben Huckleberry Finn sind Geschichten , die eben erfunden worden sind, sicherlich mit Bezug auf die Sklaverrei und somit sicherlich auch auf seine Weise lehrreich ;)aber es ist kein GESCHICHTSBUCH sondern ein KINDERBUCH . Hm,....das ist für mich der Unterschied und es da anzupassen, halte ich für ok.
Geschichtsbücher zu verändern halte ich für NICHT ok, verstehst mich ?

GLG Asaliah :)
 
Ich lese hier nicht mehr mit, es regt mich zu sehr auf.
Falls irgendwo jemand auf eine Antwort von mir wartet, ich habs nicht gesehen.
 
Wie soll ich das erklären ,..hm...die Bücher , sowie eben Huckleberry Finn sind Geschichten , die eben erfunden worden sind, sicherlich mit Bezug auf die Sklaverrei und somit sicherlich auch auf seine Weise lehrreich ;)aber es ist kein GESCHICHTSBUCH sondern ein KINDERBUCH . Hm,....das ist für mich der Unterschied und es da anzupassen, halte ich für ok.
Geschichtsbücher zu verändern halte ich für NICHT ok, verstehst mich ?

GLG Asaliah :)

Ja... aber dann müsste dasselbe Prinzip auch bei Romanen gelten, die auch Antisemitismus thematisieren. Und es gibt Jugendromane darüber, die ebenfalls erfunden sind:

Damals war es Friedrich


Zwei Jungen wachsen im selben Haus auf und gehen in dieselbe Schulklasse. Jeder wird als einziges Kind von verständnis- und liebevollen Eltern erzogen. Selbstverständlich werden sie Freunde, und jeder ist in der Familie des anderen daheim.
Doch Friedrich Schneider ist Jude, und allmählich wirft der Nationalsozialismus seine Schatten über ihn. Friedrichs Freund, der zwar bis zuletzt an Friedrich hängt, kann ihm immer weniger zur Seite stehen, da er selbst dem Zwang seiner Zeit ausgeliefert ist. Langsam gleitet die Geschichte aus der heilen Kinderwelt in ein unfaßbares Dunkel.
http://www.amazon.de/Damals-war-es-...r_1_14?s=books&ie=UTF8&qid=1361222563&sr=1-14

Und nach wie vor verstehe ich eben nicht, wie man es positiv sehen kann wenn "Nigger" durch "Sklave" ersetzt wird. Abgesehen von Sätzen wie...

Du bist zwar frei, aber Du bist immer noch ein Nigger.
Du bist zwar frei, aber Du bist immer noch ein Sklave.

...verstehe ich eben auch nicht, was das Wort Sklave verbessern soll. Man kann dann genau so argumentieren, dass die naiven Kinder, die vor "Nigger" geschützt werden müssen, denken werden "Schwarz" sei synonym für "Sklave". Dann wird eben das das neueste Schimpfwort.
 
Oje,...dennoch frage ich dich - warum regt es dich zu sehr auf ?

Falls du antworten möchtest . ;)

:umarmen:


Lieber nicht, schon der Gedanke bei dem Beispiel jetzt, Tom Sawyer oder Huckleberry Finn umzuschreiben, da reg ich mich schon wieder total auf.
Ich hab geschrieben, was ich davon halte, was es in meinen Augen ist, das muß ich nicht noch einmal wiederholen.
 
Ja... aber dann müsste dasselbe Prinzip auch bei Romanen gelten, die auch Antisemitismus thematisieren. Und es gibt Jugendromane darüber, die ebenfalls erfunden sind:



Und nach wie vor verstehe ich eben nicht, wie man es positiv sehen kann wenn "Nigger" durch "Sklave" ersetzt wird. Abgesehen von Sätzen wie...

Du bist zwar frei, aber Du bist immer noch ein Nigger.
Du bist zwar frei, aber Du bist immer noch ein Sklave.

...verstehe ich eben auch nicht, was das Wort Sklave verbessern soll. Man kann dann genau so argumentieren, dass die naiven Kinder, die vor "Nigger" geschützt werden müssen, denken werden "Schwarz" sei synonym für "Sklave". Dann wird eben das das neueste Schimpfwort.


Du kannst das viel besser und unaufgeregter erklären, danke.
 
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ich bin zwar nach wie vor für eine zweite verbesserte Auflage! Argumente dagegen gabs ja bislang auch von keiner Seite! Allerdings muss ich inzwischen sagen, dass die Sache ohnehin relativ wurscht ist...Sachen wie Pippi Langstrumpf werden inzwischen ja kaum noch gelesen! ich hab vorhin mit einer Pädagogin telefoniert, die hat mir erzählt, dass sie selbst diese ältere Jugendliteratur Kindern nicht mehr geben würde, jednefalls nicht, ohne selbst mit zu lesen! da gibts einfach schon besseren Stoff! Die Bücher die heute für Kinder geschrieben werden, sind in ihrer Sprache und Symbolik in jeden Fall angepasster und würden sich wohl auch die Option vorbehalten in 50 Jahren wieder verbessert, oder neu aufgelegt zu werden!
 
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